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gestalten - ein Jahrhundert abstrakte Kunst im Westen
25.05.2019 bis 26.01.2020
Eröffnung: Samstag, 25.05.2019 16:00 Uhr

Zum 70-jährigen Jubiläum seiner Sammlung präsentiert das Kunsthaus NRW in Kornelimünster eine große Überblicksausstellung zur abstrakten Kunst. In den barocken Räumen der ehemaligen Reichsabtei zeigen über 200 Werke vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute das breite Spektrum der abstrakten Kunst im Westen.

Wo verläuft die Grenze zwischen Wirklichkeit und Abstraktion? Wann kippt eine Darstellung vom Realen ins Abstrakte – oder umgekehrt? Auf der Suche nach dem, was ein Bild sein kann, zieht der Maler keine ideologischen Trennlinien, sondern befasst sich immer wieder ganz grundsätzlich mit der Realität des Bildes. So auch in seinem 1971 entstandenen »Portrait Dieter Kreutz«, dessen fotografische Vorlage er bis an die Grenze der Unkenntlichkeit vermalt hat. Zu sehen ist Richters Gemälde jetzt in der großen Überblicksausstellung »gestalten – Ein Jahrhundert abstrakte Kunst im Westen«, die das Kunsthaus NRW zum 70-jährigen Jubiläum seiner Sammlung zeigt. Über 200 Highlights, von August Macke bis Katharina Grosse, dokumentieren die enorme Bandbreite abstrakter Gestaltung in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

Als die Fördersammlung des Landes NRW 1948 ins Leben gerufen wurde, lag Europa in Trümmern. Nach Zeiten der politischen Instrumentalisierung ging es vielen Künstlern damals um die Autonomie der Kunst. Sie verstanden die abstrakte Kunst als Ausdruck reiner Freiheit. Die künstlerische Umsetzung dieser Idee war jedoch nicht einfach und für viele mit harten Auseinandersetzungen verbunden – mit sich, mit dem Bild, mit der Gesellschaft.

Für Künstler aus Nordrhein-Westfalen war dieser Neuanfang besonders schwer. Gab es hier doch kaum Verbindungen zur Vorkriegsavantgarde des Bauhauses. Wer sich damals in die Abstraktion vorwagte, stieß oft auf Unverständnis: Ist das noch Kunst? Über diese Frage wurde auch in Künstlerkreisen heftig diskutiert. Ein zentraler Raum mit Arbeiten von Joseph Fassbender, Karl Otto Götz, Gerhard Hoehme, Hann Trier und anderen widmet sich diesen künstlerischen Neuanfängen nach dem Krieg.

Grundsätzlich sind die Kunstwerke in der Ausstellung jedoch nicht chronologisch inszeniert, sondern in sechs Kapiteln nach gestalterischen Motiven gruppiert. Strukturen, Muster, Konstellationen und Grundelemente wie Linien, Rechtecke und Kreise bilden als konstante Elemente abstrakter Gestaltung Raster, denen Werke von Künstlern aus verschiedenen Generationen zugeordnet werden können. Das ist spannend und öffnet den Blick für die Vielfalt der Ansätze. Das Spektrum des Kapitels »Muster« beispielsweise reicht über Gemälde von Fritz Levedag und Ernst Wilhelm Nay über Werke der Pop-Art und der Op-Art bis zu zeitgenössischen Positionen von Jan Albers und Tatjana Doll.

Durchwebt wird die Ausstellung immer wieder durch Hinweise auf gesellschaftliche Zusammenhänge, liturgische Textilien mit Ornamentstickereien aus der Erbauungszeit des Klosters, Leihgaben der Propsteigemeinde Sankt Kornelius, verknüpft sie mit dem besonderen Ort des Kunsthauses.

Mit ihrem übergreifenden Ansatz stellt die Ausstellung die Frage, wie die abstrakte Kunst unsere Kultur verändert hat und welche Bedeutung sie für unsere Kultur heute hat. Neben Malerei und Grafik werden auch Skulptur, Fotografie, Textilkunst, Installation und digitale Arbeiten gezeigt. Denn Abstraktion ist keineswegs nur ein Thema der Malerei, sie hat alle Medien geprägt und unseren Blick auf die Welt beeinflusst. Der Fotograf Albert Renger-Patzsch beispielsweise interpretierte Bäume oder Architekturen oft als reine, bildstrukturierende Formen. Ähnlich gearbeitet haben später dann auch Bernd und Hilla Becher, die in ihren fotografischen Serien die formalen Eigenschaften von Wassertürmen oder Hochöfen herausarbeiteten.

Der Bestand der Kunstsammlung des Kunsthauses NRW umfasst heute über 4 000 Kunstwerke. Die kontinuierlich gewachsene Sammlung dokumentiert auf einzigartige Weise die Entwicklung der Kunst in Nordrhein-Westfalen. Ihre Bedeutung lässt sich auch in dieser zweiten Jubiläumsausstellung ablesen, in der nicht nur herausragende Meisterwerke abstrakter Kunst zu sehen sind, sondern zum Teil ganze Werkserien gezeigt werden können. Mit den historischen Räumen der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster verfügt das Kunsthaus NRW zudem über hervorragende Ausstellungsmöglichkeiten. In den individuellen, mit Tageslicht beleuchteten Räumen können die Besucher den Kunstwerken fast wie in einem intimen Sammlermuseum begegnen.

KünstlerInnen
Jan Albers, Josef Albers, Hans Arp, Hanno Baethe, Eduard Bargheer, Monika Baumgartl, Bernd und Hilla Becher, Rolf Bendgens, Joseph Beuys, Lars Breuer, Leo Breuer, Heinrich Campendonk, Walter Dahn, Bernd Damke, Brigitte Dams, Günter Dohr, Tatjana Doll, Ulrich Erben, Joseph Fassbender, Günther Förg, Sebastian Freytag, Lutz Fritsch, Sabrina Fritsch, Christian Forsen, Johannes Geccelli, Rupprecht Geiger, Paul Julius Geissler, Martin Gerwers, Rolf Glasmeier, Claus Goedicke, Karl Otto Götz, Dirk Gottfriedt, Friedrich Gräsel, Gotthard Graubner, Gabriele Grosse, Katharina Grosse, Stephanie Gudra, Andreas Gursky, Dieter Haack, Karl Hartung, Erwin Heerich, Bernhard Heiliger, Georg Herold, Petra Herzog, Günter Hildenhagen, Ewerdt Hilgemann, Erika Hock, Gerhard Hoehme, Leni Hoffmann, Benjamin Houlihan, Wilhelm Imkamp, Hans Paul Isenrath, Peter Keetman, Ida Kerkovius, Hubert Kiecol, Wolfgang Kliege, Imi Knoebel, Franz Rudolf Knubel, Seb Koberstädt, Diethelm Koch, Attila Kovács, Norbert Kricke, Mischa Kuball, Manfred Kuttner, František Kyncl, Fritz Levedag, Adolf Luther, Heinz Mack, August Macke, Bettina Marx, Ewald Mataré, Franziska Megert, Meuser, Rune Mields, Joan Miró, Ernst Wilhelm Nay, Ansgar Nierhoff, Herbert Oehm, Nam June Paik, Blinky Palermo, Jürgen Partenheimer, Max Peiffer Watenphul, Martin Pfeifle, Otto Piene, Heinz-Günter Prager, Albert Renger-Patzsch, Bernd Ribbeck, Gerhard Richter, Klaus Rinke, Christian Rohlfs, Ulrike Rosenbach, Dieter Roth, Peter Royen, Rainer Ruthenbeck, Michel Sauer, Gerda Scheepers, Karl-Ludwig Schmaltz, Ludwig G. Schrieber, Nicola Schrudde, Emil Schumacher, Wilhelm Schürmann, Peter Hermann Schütz, Heinrich Siepmann, Ferdinand Spindel, Jorge Stever, Helmut Sundhaußen, Juergen Staack, Johannes Stüttgen, Boscher Theodor, Wolfgang Tillmans, Günter Tollmann, Tina Tonagel, Hann Trier, Rosemarie Trockel, Heinz Trökes, Günther Uecker, Timm Ulrichs, Anna Vogel, Hans-Albert Walter, Ina Weber, Günter Weseler, Gerhard Wind, Fritz Winter, Günter Zins und künstlerische Interventionen von Banz & Bowinkel, Stefanie Klingemann und Guido Münch