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Arman Art & LanguageRichard ArtschwagerFiona BannerRobert BarryWilli BaumeisterJoseph BeuysChristian BoltanskiEcke BonkGeorge BrechtRobert BreerCandice BreitzMarcel BroodthaersGünter BrusDaniel BurenAndre CadereLucas Cranach der ÄltereWalter De MariaMax DeanMarcel DuchampAlbrecht DürerVALIE EXPORTRobert FilliouLucio FontanaPeter GalisonDario GamboniJochen GerzFelix GmelinFrancisco de GoyaHans HaackeRichard HamiltonYoung HayGeorg HeroldRudolf HerzSabine HimmelsbachJenny HolzerJohn IsaacsArata IsozakiRichard JacksonGregor JansenAsger JornAllan KaprowMartin KippenbergerImi Knoebel Komar & MelamidJoseph KosuthBruno LatourSimon LinkeThomas LocherAdam LoweGeorge MaciunasKasimir MalewitschPiero ManzoniGordon Matta-ClarkAllan McCollumGustav MetzgerTracey MoffattAchim MohneHans Ulrich ObristYoko OnoRoman OpalkaNam June PaikGiulio PaoliniPavel PeppersteinFrancis PicabiaSigmar PolkeStephen PrinaArnulf RainerRobert RauschenbergMan RayAd Reinhardt Rembrandt van RijnGerhard RichterAxel RochDieter RothClaude RutaultReiner RuthenbeckJeffrey ShawDaniel SpoerriKlaus StaeckAlfred StieglitzElaine SturtevantHiroshi SugimotoEndre TotGünther Uecker UlayTimm UlrichsWolf VostellJamie WaggFranz Erhard WaltherMarijke van WarmerdamRobert WattsPeter WeibelPeter Zimmermann 

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ICONOCLASH. Jenseits der Bilderkriege in Wissenschaft, Religion und Kunst. Eine internationale Ausstellung, die am 3. Mai 2002 im Zentrum für Kunst und Medien [ZKM] in Karlsruhe eröffnet wird. Sie steht unter der kuratorischen Leitung von Peter Weibel [Vorstand des ZKM] und wird von Sabine Himmelsbach und Gregor Jansen betreut. Mit ihnen arbeitet ein interdisziplinär ausgerichtetes, internationales Team von Co-KuratorInnen unter der Leitung von Bruno Latour [F], dem Peter Galison [USA/D], Dario Gamboni [CH/NL], Joseph Leo Koerner [USA/UK], Adam Lowe [UK] und Hans Ulrich Obrist [CH/F] angehören, sowie ein wissenschaftlicher Beirat mit Marie-José Mondzain [F], Heather Stoddard [F], Hans Belting [D], Boris Groys [D] und Denis Laborde [F/D].

Die Ausstellung widmet sich den drei großen Streitpunkten der Repräsentation: ihrer Unverzichtbarkeit, ihrer Unverletzlichkeit und ihrer Macht, die in Form einer systematischen Konfrontation in den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Religion aufeinander bezogen werden. Bilderkriege toben überall – von der Zerstörung der Buddha-Statuen durch die Taliban über Zweifel an wissenschaftlichen Bildtechniken bis hin zur Entlarvung manipulativer Mediendarstellungen. Das Ziel der Ausstellung ist aber gerade nicht, das kritische Bewusstsein zu schärfen oder die Tendenz zu Skepsis und Ironie zu stärken, sondern den Ikonoklasmus neu zu verstehen. Die Theologie, die Kunst und die Wissenschaft werden gemeinsam betrachtet, um die Streitpunkte der Repräsentation systematisch aufzuarbeiten.

Statt sich einmal mehr über Bildermacher lustig zu machen oder über Bilderstürmer zu empören, sucht die Ausstellung ihre BetrachterInnen in das Dilemma zu stürzen: »Ohne Repräsentationen kommen wir nicht aus. Wären wir doch nur in der Lage, ohne Repräsentationen auszukommen«. Die monotheistischen Religionen, nicht anders als die wissenschaftliche Theorie und die zeitgenössische Kunst – wobei wir die politische Theorie nicht vergessen wollen –, haben alle mit dem widersprüchlichen Impuls zu kämpfen, Repräsentationen, Bilder und Embleme herzustellen, aber auch zu zerstören. Am Leitfaden alter, moderner und zeitgenössischer Kunstwerke sowie wissenschaftlicher Instrumente wird die Ausstellung diesem Dilemma nachgehen, das so prägend war für das Selbstverständnis der westlichen Welt. Dabei gilt es die einfache Vorstellung vom Bilderkrieg zu überwinden, indem hinter der spektakulären Geschichte der Bildzerstörung etwas anderes sichtbar gemacht wird: eine ganze Kaskade von Bildschöpfungen, die sich in traditionell christlichen Bildern ebenso wie in wissenschaftlichen Laboratorien oder den vielfältigen Experimenten der zeitgenössischen Kunst und Musik, des Kinos und der Architektur Ausdruck verschafft.

Während die großen Schlachten zwischen Bilderstürmern und Bilderverehrern geschlagen wurden, spielte sich stets eine andere Geschichte der Ikonophilie ab. Diese alternative Geschichte der westlichen Bildobsession gestattet auch weniger vorurteilsbehaftete Vergleiche mit anderen einflussreichen Kulturen, die Bildern eine völlig andere Funktion zubilligen.

Iconoclash ist keine Kunstausstellung, keine Ausstellung über Wissenschaft und Kunst, aber auch keine kunstgeschichtliche Ausstellung. Statt dessen bietet sie einen verblüffenden Ausblick auf Experimente, wie der ikonoklastischen Geste Einhalt geboten und wie die Beweglichkeit der Bilder gegen jeden Versuch ihrer Fixierung gerettet werden kann.

Mit zahlreichen Dokumenten, wissenschaftlichen Objekten [Nebelkammer, Funkenkammer, mathematische Modelle, Bilder aus der Chaosforschung und Astronomie u.a.], religiösen Kultgegenständen [mittelalterliche Altäre, Rekonstruktion einer Stupa mit Buddha Statuen aus Tibet u.a.] und Kunstwerken von Arman, Art & Language, Fiona Banner, Willi Baumeister, Christian Boltanski, Candice Breitz, Günther Brus, Daniel Buren, Lucas Cranach, Max Dean, Marcel Duchamp, Albrecht Dürer, Lucio Fontana, Felix Gmelin, Francisco de Goya, Hans Haacke, Richard Hamilton, Young Hay, Arata Isozaki, Martin Kippenberger, Imi Knoebel, Komar & Melamid, Joseph Kosuth, Kasimir Malevich, Gordon Matta-Clark, Gustav Metzger, Tracey Moffat, Nam June Paik, Sigmar Polke, Stephen Prina, Man Ray, Rembrandt van Rijn, Sophie Ristelhuber, Axel Roch, Jeffrey Shaw, Hiroshi Sugimoto, Franz Erhard Walther und vielen anderen.

Zum Thema der Ausstellung ist ein umfassender Katalog in englischer Sprache [MIT Press] erschienen sowie eine deutschsprachige Broschüre.

Pressetext

only in german

Iconoclash
Jenseits der Bilderkriege in Wissenschaft, Religion und Kunst
Kuratoren: Peter Weibel, Sabine Himmelsbach, Gregor Jansen
Co-Kuratoren: Bruno Latour, Peter Galison, Dario Gamboni, Joseph Leo Koerner, Adam Lowe, Hans Ulrich Obrist

KünstlerInnen: Arman , Art & Language, Richard Artschwager, Fiona Banner, Robert Barry, Willi Baumeister, Joseph Beuys, Christian Boltanski, Ecke Bonk, George Brecht , Robert Breer, Candice Breitz, Marcel Broodthaers, Günter Brus, Daniel Buren, Andre Cadere, Lucas Cranach, Max Dean, Walter De Maria, Marcel Duchamp, Albrecht Dürer, VALIE EXPORT, Robert Filliou, Lucio Fontana, Jochen Gerz, Felix Gmelin, Francisco de Goya, Hans Haacke, Richard Hamilton, Young Hay, Georg Herold, Rudolf Herz, Jenny Holzer, John Isaacs, Arata Isozaki, Richard Jackson, Asger Jorn, Allan Kaprow, Martin Kippenberger, Imi Knoebel, Komar & Melamid, Joseph Kosuth, Simon Linke, Thomas Locher, George Maciunas, Kasimir Malewitsch, Piero Manzoni, Adolph Mathias / Sven Sahle. Gordon Matta-Clark, Allan McCollum, Gustav Metzger, Tracey Moffatt, Achim Mohne, Yoko Ono, Roman Opalka, Nam June Paik, Giulio Paolini, Pavel Pepperstein, Francis Picabia, Sigmar Polke, Stephen Prina, Arnulf Rainer, Robert Rauschenberg, Man Ray, Ad Reinhardt, Rembrandt, Gerhard Richter, Sophie Ristelhuber, Axel Roch, Dieter Roth, Claude Rutault, Reiner Ruthenbeck, Joachim Sauter / Dirk Lüsebrink, Jeffrey Shaw, Daniel Spoerri, Klaus Staeck, Alfred Stieglitz, Elaine Sturtevant, Hiroshi Sugimoto, Endre Tót, Günther Uecker, Ulay , Timm Ulrichs, Wolf Vostell, Jamie Wagg, Franz Erhard Walther, Marijke van Warmerdam, Robert Watts, Peter Weibel, Peter Zimmermann ...