artists & participants

::vtol:: Morehshin AllahyariIsaac AsimovKonrad BeckerLisa BergmannJames BridleLudger BrümmerCan BüyükberberSpace CaviarEmma CharlesMatthieu CherubiniArthur C. ClarkeTyler CoburnMax CooperLarry CubaTed DavisFrederik De WildeSimon DennyGötz DipperWhere Dogs RunConstant DullaartMargret EicherJonas EltesCesar Escudero AndaluzCerith Wyn EvansClaire L. EvansHarun FarockiThierry FournierKristof GavrielidesJulia GhorayebMelanie GilliganFabien GiraudFabien Giraud & Raphael SiboniAnton HimstedtYannick HofmannEduardo KacHelen KnowlesJan Robert LeegteDonna LegaultLawrence LekArmin LinkeBernd LintermannFei LiuChristian LölkesSoliman LopezWolfgang MaassShawn MaximoRosa MenkmanChikashi MiyamaAndreas Müller-PohleJörn Müller-QuadeMartin NadalHelena NikonoleJulian Oliver Pakui HardwareJulian PalaczArtemis PapageorgiouMatthew Plummer-FernandezJulien PrevieuxChandrasekhar RamakrishnanMax-Gerd RetzlaffBetty Rieckmann robotlabCurtis Roth Rybn.orgChris SalterKarin SanderRaphael SiboniKarl SimsRasa SmiteRaitis SmitsFelix StalderBarry StoneMonica StuderSuzanne Treister UBERMORGEN.COMRuben van de VenChristoph van den BergHarm van den DorpelDanja VasilievIvar VeermäeClemens von WedemeyerAlex WengerStephen WillatsManfred Wolff-Plottegg 

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venue: ZKM_Lichthof 8+9

Das ZKM feiert 2019 sein 30-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen. Ein Höhepunkt ist Writing the History of the Future, die Präsentation der umfangreichen Sammlung des ZKM. Die Ausstellung greift die großen Themen auf, die das ZKM im Laufe der 30 Jahre behandelt hat: den künstlerischen und gesellschaftlichen Wandel vor dem Hintergrund der Digitalisierung.

Verlängerung von Open Codes bis 07. April 2019
Um diese historische Perspektive mit dem aktuellen bildungspolitischen Experiment Open Codes zu verbinden, wird die Ausstellung Open Codes bis zum 07. April 2019 verlängert. Ab 23. Februar wird im ersten Stock, in direkter Nachbarschaft, Teil I von Writing the History of the Future eröffnet. So wird es möglich, einen Bogen zwischen dem „Leben in digitalen Welten“ und der Geschichte der elektronischen und digitalen Kunst zu schlagen, zwischen der Ausstellungs- und Sammlungspraxis, die seit 30 Jahren gemeinsame Linien verfolgen.

Teil I von Writing the History of the Future gibt Einblick in die Frühgeschichte der Partizipation und der Digitalisierung, die ja nicht nur in der elektronischen Kunst, sondern bereits in der experimentellen Literatur und bildenden Kunst traditioneller Medien angelegt war. Wir zeigen die Entwicklung der Mobilisierung der Kunst – vom bewegten Buchstaben zum bewegten Betrachter – von der Kinetik und Op-Art, über die frühe Computerkunst ab den 1950er-Jahren. Die durch die Sammlungspräsentation hergestellten neuen Bezüge erlauben das Verständnis der größeren Entwicklungslinien und der Entstehung aktuellster Entwicklungen im Feld digitaler Technologien. Aktuelle Ausstellung und Sammlung ergänzen sich in optimaler Weise. Das Publikum kann einen Parcours durch eine Geschichte der Kunst wählen, die noch einmal die Erinnerung an die Zukunft einlöst.

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Mit der Ausstellung »Open Codes. Leben in digitalen Welten« widmet sich das ZKM | Karlsruhe erneut dem Thema der Digitalisierung und der Erfassung der Welt durch den binären Code.

Die Welt verstehen, die wir bewohnen. Die Welt verstehen, in der wir leben. Die Welt verstehen, von der wir leben.

Die allumfassende Digitalisierung der Welt, die disruptive Technologien hervorgebracht hat, welche die historischen Industrien und Lebensformen revolutionieren, verdankt sich zwei Entwicklungslinien: den Fortschritten der Mathematik und der Physik. Seit Newton bestimmen mathematische Formeln den Zugang der Physiker zur Welt. Der Nobelpreisträger Eugene Wigner formulierte diese Tendenz 1960 in seinem Aufsatz »The Unreasonable Effectiveness of Mathematics in the Natural Sciences«. Die mathematischen Theorien veranlassten Physiker, die theoretischen Vorgaben durch Experimente zu beweisen – von James Clerk Maxwell bis Peter Higgs.

Ausgehend vom empirischen Nachweis der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz 1886 hat die Physik die Entwicklung der drahtlosen Kommunikationstechnologie ermöglicht, welche unter anderem auch die Massenmedien Telefon, Radio, Fernsehen und Internet hervorbrachte. Diese neuen Kommunikations- und Speichertechnologien haben das soziale Leben und die Kultur auf ungeahnte Weise verändert. Die historischen Vorstellungen von Politik, Gesellschaft, Verkehr und Umgangsformen befinden sich in einer Phase fundamentaler Umwälzungen. Diese disruptiven Innovationen, die durch die Fortschritte der Konvergenz von Mathematik und Physik immer beschleunigter produziert werden und die unsere Lebensweisen rapide und radikal verändern, sollen in der Ausstellung breitgefächert und kritisch untersuchen werden.

Mit der Ausstellung versucht das ZKM, durch Dokumente, Artefakte und Kunstwerke die Entwicklungslinien der Physik und Mathematik der letzten 300 Jahre aufzuzeigen. Die Konturen einer digitalen Philosophie und Kunst werden mittels Arbeiten von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen thematisiert. Es werden der heutige Stand der innovativsten zeitgenössischen Digitaltechnologien, von Robotik bis künstliche Intelligenz, von Sensorentechnologie bis Bio-Design, sowie deren soziale, politische und gesellschaftliche Folgen vorgestellt.

Die Ausstellung als Bürgerlabor – das partizipative Museum

Als polyphones und multipolares Ereignis wird die Ausstellung zugleich Labor. In den ZKM_Hallen werden nicht nur digitale Technologien präsentiert, sondern diese selbst in vielfältiger Weise nutzbar gemacht. Die Ausstellung »Open Codes« ist der Entwurf eines Museums der Zukunft als ein prozesshaft sich verändernder Ort des Lernens. BesucherInnen werden zu Akteuren. Sie werden nicht mehr durch Ausstellungshallen an Kunstwerken vorbeiflanieren, wie in einer Shoppingmall, denn nicht umsonst hat das Wort »Galerie« eine Verwandtschaft zu dem Wort »galleria«, das soviel bedeutet wie Säulengang, Einkaufspassage und Geisterbahn.

Digitale Kunstwerke verlangen, um zu entstehen, die Partizipation des Publikums, den Besucher als Benutzer. Daher wird die Ausstellung wie eine Lounge gestaltet sein, in der BesucherInnen verweilen und sich mithilfe digitaler Technologien in Werke vertiefen können – bis zum Grad, dass sie selbst damit experimentieren und spielend Wissen erwerben. Das Museum wird dadurch zum Bürgerlabor. Performative Elemente werden den bisherigen bloßen Schauplatz Museum zu einen Ort des Handelns, Verwandelns und Gestaltens machen. Das Ziel ist es, zu einem neuen Besucherverhalten zwischen Konzentration und Zerstreuung, zwischen Kontemplation, Immersion und Exploration zu motivieren.

Begleitet wird die Ausstellung »Open Codes« durch ein umfassendes Rahmenprogramm an Vorträgen, Screenings und Symposien sowie einer mehrbändigen Publikation zum Thema des digitalen Codes. Kooperationspartner der Ausstellung sind unter anderen das Fraunhofer-Institut, das FZI Forschungszentrum Informatik, die Akademie Schloss Solitude sowie das KIT.

Beteiligte KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen

Morehshin Allahyari, Isaac Asimov, Konrad Becker & Felix Stalder, Lisa Bergmann, James Bridle, Ludger Brümmer, Anton Himstedt, Chandrasekhar Ramakrishnan, Götz Dipper, Can Büyükberber, Emma Charles, Matthieu Cherubini, Arthur C. Clarke, Tyler Coburn, Max Cooper, Larry Cuba, Ted Davis, Frederik De Wilde, Simon Denny, Constant Dullaart, Margret Eicher, Jonas Eltes, César Escudero Andaluz & Martín Nadal, Cerith Wyn Evans, Claire L. Evans, Harun Farocki, Thierry Fournier, Kristof Gavrielides, Melanie Gilligan, Fabien Giraud & Raphaël Siboni, Chris Salter, Donna Legault, Julia Ghorayeb, Yannick Hofmann, Eduardo Kac, Helen Knowles, Jan Robert Leegte, Lawrence Lek, Armin Linke, Bernd Lintermann, Fei Liu, Christian Lölkes, Solimán López, Shawn Maximo, Rosa Menkman, Chikashi Miyama, Andreas Müller Pohle, Jörn Müller-Quade, Helena Nikonole, Julian Oliver, Pakui Hardware, Julian Palacz, Artemis Papageorgiou, Matthew Plummer-Fernandez, Julien Prévieux, Betty Rieckmann, robotlab, Curtis Roth, RYBN.ORG, Karin Sander, Scholz & Volkmer, Karl Sims, Rasa Smite & Raitis Smits, Space Caviar, Barry Stone, Monica Studer & Christoph van den Berg, Suzanne Treister, UBERMORGEN.COM, Ruben van de Ven, Harm van den Dorpel, Danja Vasiliev, Ivar Veermäe, ::vtol::, Clemens von Wedemeyer, Alex Wenger & Max-Gerd Retzlaff, Where Dogs Run, Stephen Willats, Manfred Wolff-Plottegg & Wolfgang Maass

Die Ausstellung wurde konzipiert von Peter Weibel und kuratiert von Peter Weibel, Lívia Nolasco-Rózsás, Yasemin Keskintepe sowie Natalia Fuchs.

Kooperationspartner

Zu den Kooperationspartnern der Ausstellung zählen das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, das FZI Forschungszentrum Informatik, die Akademie Schloss Solitude und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Rahmenprogramm

Die Ausstellung Open Codes. Leben in digitalen Welten wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Filmvorführungen, Workshops und Symposien begleitet.