Kunsthalle Emden

KUNSTHALLE IN EMDEN STIFTUNG HENRI UND ESKE NANNEN | Hinter dem Rahmen 13
26721 Emden

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artists & participants

Berenice AbbottConstant Alexandre FaminHeiner AltmeppenOttomar AnschützDieter AsmusEugène AtgetBernd und Hilla BecherCharles BellAstrid BrandtAdolphe BraunJosef BreitenbachEugene BulandFrancisco CasasJuan Francisco CasasRomulo CeldranChuck CloseRobert CottinghamGustave CourbetBarney CowherdFrank Cresson SchellJohn De AndreaThomas DemandCagnaccio di San PietroPhilip-Lorca diCorciaRineke DijkstraThomas DillmannOtto DixPeter DreherAlfred EisenstaedtRichard EstesWalker EvansLouis EysenRoger FentonFranz GertschRalph GoingsJenna GribbonCarl GrossbergMichele GuerriAndreas GurskyBeate GütschowVilhelm HammershoiDuane HansonPeter HauenschildPeter Hauenschild / Georg Ritter Hill & AdamsonManfred HirzelThomas HoepkerCandida HöferEdward HopperKarl HubbuchLotte JacobiLouis Jean Baptiste IgoutCharles JunodAlexander KanoldtWilliam Edward KilburnKarin KneffelFritz KochRaimund KummerSigurd KuschnerusGustave Le GrayWilhelm LeiblFranz LenkVille LenkkeriRobert LongoEdouard ManetEsko MännikköWerner MantzTony MatelliStefan MauckAdolph von MenzelErich MerckerAernout MikBoris MikhailovJean-François MilletMalcolm MorleyMarcelo MoschetaJohannes MüllerJohannes Müller-FrankenMariele NeudeckerArnold OdermattJulian OpieAndreas OroszPhilip PearlsteinFernand PelezRudolf PleißnerHerbert PlobergerMarc QuinnFranz RadziwillAlbert Renger-PatzschGerhard RichterJacob RiisGeorg RitterTerry RodgersThomas RuffAugust SanderChristian SchadRudolf SchlichterGeorg ScholzHans SchreinerWilhelm SchürmannBernd SchweringCharles SheelerStephen ShoreDaniel SpoerriSasha StoneBeat StreuliThomas StruthMiklos SubaMark TanseySam Taylor-WoodFélix VallottonRaissa VenablesAnton von WernerNicolai Wassilieff WeegeeJames WhiteCarel WillinkErwin WurmAndrew Wyeth 

curator

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„Wie hat der Künstler das nur gemacht? Es sieht so echt aus!“ Wer hat nicht schon einmal vor einem realistischen Kunstwerk ungläubig über die virtuose handwerkliche Meisterschaft gestaunt. Malerei, schärfer und detailreicher als eine Fotografie, Skulpturen, deren Atem man zu spüren meint – realistische Kunst ist spannend und sinnlich. Doch: lässt sich eine ungeschönte Wirklichkeit tatsächlich darstellen? Was genau zeigt eine Kunst, die vorgibt, alles so darzustellen, wie es wirklich ist?

Die Kunsthalle Emden stellt in ihrer Themenausstellung „Realismus – Das Abenteuer der Wirklichkeit. Courbet – Hopper – Gursky“ vom 23.1. – 24.5.2010 rund 100 Künstler mit 170 Kunstwerken vor, die sich diesen Fragen gestellt haben. In acht Kapiteln präsentiert sie erstmals einen Überblick über realistische Strömungen vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Ausstellung zeigt Objektivität als Paradox; die realistische Kunst bewegt sich zwischen der Hoffnung, Wirklichkeit zu verstehen, und dem Zweifel, sie einfangen zu können.

Seit Gustave Courbet auf der Pariser Weltausstellung 1855 den Stilbegriff „Realismus“ prägte, gab und gibt es bis heute immer wieder realistische Strömungen in der Kunst, die vom Publikum gefeiert oder auch verdammt wurden: Die Neue Sachlichkeit mit Otto Dix oder Christian Schad, Radziwills Magischer Realismus, Edward Hopper und Weegee für den Amerikanischen Realismus. In den Siebzigern machte der Fotorealismus von Richard Estes, Ralph Goings oder auch von Franz Gertsch weltweit Furore. Deutsche Künstler um Dieter Asmus begründeten mit dem Neuen Realismus eine Gegenbewegung zum Abstrakten Expressionismus und Informel. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts beschäftigt sich wieder eine ganz neue, junge Künstlergeneration mit dem Begriff Realismus und lotet in den digitalen Welten von heute eine neue Wirklichkeit aus.

Die Kunsthalle knüpft mit dieser Schau an ihre Reihe mit erfolgreichen großen Themenausstellungen an, wie „Der Tanz“, „Der Akt“ oder „Der Garten in der Kunst seit 1900“. Diese Überblickschauen stellen spannungsreich und genau bedacht berühmte Klassiker unbekannteren zeitgenössischen Künstlern der Gegenwart gegenüber – Aha-Effekte beim Betrachter nicht ausgeschlossen. Dieses Konzept ist inzwischen zu einem Charakteristikum im Ausstellungsprofil des schönen Kunsthauses an der Nordsee geworden.

Die Ausstellung ist der Auftakt zu einem reichhaltigen Jahresprogramm mit Kunst, Musik und vielen weiteren Kulturveranstaltungen auf der gesamten ostfriesischen Halbinsel. Festivals, Ausstellungen und historische Rundgänge, aber auch kulinarische Events und Naturerlebnisse zwischen Wattenmeer und Moor präsentieren ein Jahr lang das „Abenteuer Wirklichkeit“ in Ostfriesland.