artists & participants

Jumana Emil AbboudEva ArnqvistElke AuerMaja BajevicYael BartanaUrsula BiemannAnna und Bernhard BlumeBernhard BlumeLaurence Bonvin Bureau of Inverse TechnologyPeggy Buth Castro / OlafssonPapo ColoMinerva CuevasNemanja CvijanovicDanica Dakic Decolonizing ArchitectureJeremy DellerMarta DeskurMarcel DuchampThomas EdlingerChristian EisenbergerRoza El-HassanLeif ElggrenAnnika ErikssonMarcelo ExpositoDidier Fiuza FaustinoVadim FishkinAndreas FogarasiPawel FreislerWilfried GerstelKsenia GnylytskaDelia GonzalezRoman GrabnerJens HaaningMona HatoumCarl Michael von HausswolffSusan HefunaChristian HöllerVeronica IglesiaAlejandro JodorowskyNikita KadanZhanna KadyrovaAlan KaneBouchra KhaliliOlesia KhomenkoElvedin KlacarDaniel KnorrZenita KomadEdward KrasinskiMartin KrennVolodymyr KuznetsovMarek KvetanMari LaanemetsEva LabotkinClaudia LarcherEva LinderMaren Lübbke-TidowMaha MaamounAntje MajewskiMona MarzoukMarkus MiessenRabih MroueChristian Philipp Müller Muntean / RosenblumLada NakonechnaIoana NemesIlona NemethTom NicholsonAudrius NovickasAdrian PaciChan-Kyong ParkKyong ParkRalf PflugfelderKatrin PlavcakAgnieszka PolskaHannes Priesch R.E.P. GroupJoanna RajkowskaLala RascicJohannes RauchenbergerMathilde RosierGrit RuhlandGavin RussomIssa SambMarkus SchinwaldJosef SchützenhöferZineb SediraErzen ShkololliSean SnyderJuliane SolmsdorfHelene SommerEsther StraganzKillu SukmitMarko Tadic The Otolith GroupLidwien van de VenJaro VargaMark WallingerApichatpong WeerasethakulPeter Weibel WHWNives WidauerArtur Zmijewski 

curators

director

press release only in german

Ausstellungseröffnungen

Fr 23/09 17.00 c/o Galerie Zimmermann Kratochwill Zweite Welt

Sa 24/09 10.00< rotor >abgehoben 11.00 Kunstverein Medienturm Hauntings – Ghost Box Media 12.00 Kulturzentrum bei den Minoriten Irrealigious! 13.00 Mariahilferstraße 9-13 steirischer herbst Festivaldistrikt 14.00 Camera Austria Communitas. Unter anderen 15.00 Haus der Architektur Plurale Wirklichkeiten 15.30 Galerie Artelier Contemporary Das Leben im 20. Jahrhundert 16.00 the smallest gallery If it is not beside you it is inside you 16.30 Mursteg Lullaby of the Earth / Graz 17.00 Grazer Kunstverein Public Folklore 18.00 ESC im LABOR Möglichkeitsraster

Sa 01/10 11.00 Kunsthaus Graz Antje Majewski 17.00 Pavelhaus / Pavlova hiša Zwischenwelten – intermediate worlds – med svetovi

Zweite Welt herbst-Ausstellung c/o Galerie Zimmermann Kratochwill & Festivaldistrikt 23/09 - 16/10 Kuratiert von What, How & for Whom / WHW (HR) Mit Jumana Emil Abboud (PS), Yael Bartana (IL), Nemanja Cvijanović (HR/I), Marcelo Expósito & Verónica Iglesia (E/ARG), Decolonizing Architecture Art Residency / DAAR (PS), Ruben Grigorian (ARM), Bouchra Khalili (F/MA), Daniel Knorr (D/RO), Tom Nicholson (AUS), Maha Maamoun (EG), Mona Marzouk (EG), Chan-Kyong Park (ROK), Lala Raščić (HR/USA), Marko Tadić (HR) u.a. Zweite Welten: in denen die Vergangenheit andere Folgen hatte und die Zukunft nicht von der Gegenwart abhängt. Parallelwelten, mögliche Welten, unmögliche Welten, Wunschwelten. Welten, voneinander getrennt, Welten, miteinander verbunden. Beschworen werden die nicht verwirklichten Möglichkeiten, die in unserer Gegenwart herumgeistern, ebenso wie die realistischen Gefahren, die alle denkbare Zukunft auslöschen könnten. Die diesjährige herbst-Ausstellung – konzipiert vom kroatischen Kuratorinnenkollektiv WHW, das unter anderem die Istanbul-Biennale 2009 verantwortete – nutzt das Potenzial möglicher und unmöglicher zweiter Welten als Projektionsfläche für imaginäre und politische Perspektivenwechsel – und ist doch fest verwurzelt in der geopolitischen Wirklichkeit unserer Zeit.

abgehoben Künstlerische Positionierungen zu Netzen der Macht < rotor > 24/09 - 27/11 Kuratiert von Margarethe Makovec (A) & Anton Lederer (A) Libia Castro & Ólafur Ólafsson (ES/IS/NL), Oskar Dawicky (PL), Angela Dorrer (DE/AT), G.R.A.M. (AT), Elvedin Klačar (BA/AT), Marek Kvetan (SK), Kathrin Plavcak (AT/DE), Josef Schützenhöfer (AT), Voina group (RU) u.a. Die Parallelsysteme der Macht sind eng miteinander verwoben: politische Macht, die Interessen der Wirtschaft, Religion, Medien, intellektuelle Eliten. Zahlreiche Entscheidungen in unserer Demokratie werden bestenfalls scheindemokratisch getroffen, wenn Korruption, Bestechung, oder harmloser klingend: Lobbyismus ihren Einfluss ausüben. Wenn investigative Journalisten, systemkritische Forscher, hartnäckige Aktivisten Lücken der Aufklärung suchen, sind sie angewiesen auf jene, die bereit sind, etwas über die Zusammenhänge in den Welten der Macht zu verraten: Doch die whistleblower bleiben oft unsichtbar, gesichtslos, geben keine Interviews und bleiben für immer unbekannt. Wie kann man hier einen Überblick gewinnen? Wo liegt die Wahrheit zwischen abstrusen Verschwörungstheorien und der offiziell verordneten Wirklichkeit, die möglichst viel verschleiern soll?

Hauntings – Ghost Box Media Heimliche und unheimliche Präsenz in Medien, Kunst und Pop Kunstverein Medienturm 24/09 - 19/11 Kuratiert von Thomas Edlinger (A) & Christian Höller (A) Mit Bureau of Inverse Technology (AUS), Minerva Cuevas (MEX), Leif Elggren (S), Carl Michael von Hausswolff (S), Claudia Larcher (A), Baron Mordant (GB), Dr. Konstantin Raudive (LV), Markus Schinwald (A), Zineb Sedira (F), The Otolith Group (GB) & Apichatpong Weerasethakul (T) Seit es Medien gibt, wird ihnen auch ein Draht ins Jenseits attestiert. Angesichts der offenen, elektronischen Archive unserer Zeit radikalisiert sich dieser Verdacht, da kaum noch ein mediales Artefakt existiert, in dem nicht ein Gespenst der Vergangenheit sein Unwesen treibt. Was ist die Charakteristik dieser heimlichen Anwesenheit oder unheimlichen Abwesenheit in der Gegenwartskunst? Wie zeigt sich die Faktizität des Simulacrums bzw. diese „Präsenz eines Gespensts“ (Jacques Derrida)? Von welchen Untoten wird eine Kunst heimgesucht, deren Hauptmerkmal doch der Anspruch auf Gegenwärtigkeit ist? Welche „sinistren Resonanzen“ (David Toop) sind hier am Werk? Anhand eines kleinen Querschnitts durch unterschiedliche Medien soll erfahrbar werden, was alles in heutigen Kunstformen – uns verfolgend und heimsuchend – nachwirkt.

Irrealigious! Parallelwelt Religion in der Kunst Kulturzentrum bei den Minoriten 24/09 - 13/11 Kuratiert von Johannes Rauchenberger (A) & Roman Grabner (A) Mit 0512 (A), Yael Bartana (IL), Maja Bajevic (BIH/F), Anna & Bernhard Blume (D), Papo Colo (PRI/USA), Danica Dakic (BIH/D), Marta Deskur (PL), Wilfried Gerstel (A), Mona Hatoum (PS/GB), Susan Hefuna (ET/D), Zenita Komad (A), Ioana Nemes (RO), Adrian Paci (AL/I), Hannes Priesch (A/USA), Lidwien van de Ven (NL), Muntean / Rosenblum (IL/A), Mark Wallinger (GB), Nives Widauer (CH/A), Artur Żmijewski (PL) u.a. Religion erlebt zum Beginn des 21. Jahrhunderts ein unerwartetes Comeback: 9/11, Kopftuch-, Kreuz- und Relativismusdebatten, Karikaturenstreit, die Grammatik von Fundamentalismus und Gewalt haben Politik, Gerichte, ja sogar geistige Wertehierarchien insgesamt durcheinandergewirbelt. Gleichzeitig werden der Ruf nach Werten und die oft diffuse Angst, „sich abzuschaffen“, immer lauter. „Irrealigious!“ bringt künstlerische Positionen im Schnittfeld von Glaubenssystemen zusammen, Werke, die sich für Offenbarungen ebenso interessieren wie für das Vakuum nicht bewältigter Gegenwart, und die so eine Wiederkehr der Religion in der Kunst bezeugen – eine Wiederkehr auf dem Grat zwischen der Angst vor orientierungsloser Säkularisierung auf der einen und totalitären Gottesstaaten auf der anderen Seite.

Communitas. Unter anderen Camera Austria 24/09 - 15/01/2012 Kuratiert von Reinhard Braun (A) & Maren Lübbke-Tidow (D) Mit Yael Bartana (IL), Ursula Biemann (CH), Laurence Bonvin (CH/D), Peggy Buth (D), Rabih Mroué (LB) & Artur Żmijewski (PL) Wenn sich die Gesellschaft in verschiedene soziale Felder aufteilt, die Gemeinschaft als jeweils exklusives Miteinander kultivieren, dann definiert sie sich statt durch eine Utopie des Miteinanders vor allem durch negative Kriterien: durch das Ungleich-Sein, durch das Anders-gemacht-Werden, durch Unterschiede statt durch Gemeinsames. „Communitas. Unter anderen“ begreift schon im Titel das soziale Feld immer als von anderen durchdrungen und untersucht, ob unsere Gesellschaften überhaupt noch von einem politischen Konzept des Zusammenlebens geleitet werden. Oder haben wir uns längst von der Vorstellung verabschiedet, das Gemeinschaftliche ließe sich auch gemeinschaftlich regulieren? Lässt sich Gesellschaft tatsächlich überhaupt noch anders als in Formen von Aufteilung, Spaltung, Abgrenzung und Abwehr denken, um das vermeintlich Eigene zu definieren und zu legitimieren?

Plurale Wirklichkeiten Variable multisensorische Räume Haus der Architektur 24/09 - 30/10 Kuratiert von Franziska Hederer (A) & Werner Jauk (A) In der Architektur steht der sichtbare, der visuell erlebbare Raum fast immer im Vordergrund: seine Anordnung, die Bedeutung des Lichts, seine Ausstattung. Räume haben aber auch oft unterschätzte hörbare Merkmale, die – ähnlich dem Licht – bewusst in der architektonischen Planung eingesetzt werden können. „Plurale Wirklichkeiten“ spielt mit diesem Wissen und schafft einen variablen auditiven Raum, der mit dem variablen visuellen in einen Dialog tritt: Die dominierende Interaktion unseres Körpers mit seiner Umgebung über den Blick wird durch feine auditive Interventionen verändert und irritiert unser Bewusstsein. Die Installation wird so zum Demonstrationslabor für unsere Raumvorstellungen und zeigt, welchen Einfluss unsere Wahrnehmungsgewohnheiten auf unsere Befindlichkeit haben – und wie dieser Einfluss gezielt gesteuert werden kann.

Das Leben im 20. Jahrhundert – 250 Millionen Morde Augmented Reality Installation Galerie Artelier Contemporary 24/09 - 06/12 Von Peter Weibel (A/D) Programmierung Jens Barth (D) / Recherche Adam Rafinski (D) Im realen Raum ein zweiter. Der Raum, den wir abtasten, ist leer. Dass sich darin ein weiterer verbirgt, erkennen wir nur auf speziell programmierten Handbildschirmen: Um virtuelle Globen wickeln sich Spruchbänder voller Zahlen – Zahlen von Toten. Denn die Verwirrung zwischen Realem und Virtuellem in Peter Weibels neuester künstlerischer Arbeit dient keiner Flucht aus der Welt, sondern der Rückkehr ins Reale: Und so erinnern die Zahlen daran, wo und warum aus politischen, ethnischen und religiösen Gründen getötet wurde – eine brutale, sehr wirkliche Geschichte des 20. Jahrhunderts, symbolisch und metonymisch kondensiert.

If it is not beside you it is inside you the smallest gallery – collaboration space 24/09 - 20/11 Kuratiert von Eva Meran (A), Barbara Thaler (A) & Milo Tesselaar (A) Mit Elke Auer (A), Felipe Campos (BR) & Esther Straganz (A) Elke Auer und Esther Straganz haben sich – ganz im Sinne von Duchamps „The artist is the medium“ – mit dem brasilianischen Medium Felipe Campos zusammengetan, um dem Begriff des Animismus und ihrem Interesse an der Beseeltheit von Objekten nachzugehen. Was, wenn wir Steinen oder Handtüchern soziale Rollen zuschreiben, wenn sich Laptops mit Lapdogs solidarisieren, wenn entzauberte Objekte zurückschlagen? Es geht um „Mana“, um die Kraft der Seele und um jene Bastarde, die die unscharfen Gebiete zwischen Körper und Seele, Subjekt und Objekt, Mensch und Nicht-Mensch bevölkern.

Lullaby of the Earth / Graz Klanginstallation & Work in progress Akademie Graz am Mursteg 24/09 - 16/10, täglich 19.00 - 22.00 Kuratiert von Astrid Kury (A) Mit Danica Dakić (D/BIH) Eine Brücke zwischen zwei Welten, eine Brücke aus Wiegenliedern aus aller Welt, deren Worte wir vielleicht nicht verstehen, zu deren Stimmen wir aber Verbindungen finden. Und eine Brücke zwischen zwei Welten, auch in autobiografischem Sinne: Denn Danica Dakić ist stark geprägt von ihrer Jugend in Sarajevo. Aus dem Gemenge vehementer kultureller und religiöser Verwerfungen heraus bleiben Identität, Sprache und gesellschaftliche Parallelwelten ihre zentralen Themen. In Graz verbindet diese Brücke die Stadträume links und rechts der Mur, deren historische, soziale und ökonomische Trennung auch heute noch sichtbar ist. Verwaltung, Universitäten und Bürgertum hier, Zuwanderung, Industrie und Müllentsorgung dort; Einsprachigkeit mit Fremdsprachenkenntnissen auf der einen, zwangsläufige Mehrsprachigkeit auf der anderen Seite.

Public Folklore Grazer Kunstverein 24/09 - 19/11 Kuratiert von Søren Grammel (A) Mit Eva Arnqvist (S), Annika Eriksson (S), Roza El-Hassan (H), Andreas Fogarasi (A), Folk Archive / Jeremy Deller & Alan Kane (GB), Jens Haaning (DK), Martin Krenn (A), Eva Linder (S), Mari Laanemets & Killu Sukmit (EST), Eva Labotkin (EST), Christian Philipp Müller (CH), Ilona Németh (SK), Audrius Novickas (LT), Joanna Rajkowska (PL), R.E.P. / Kseniya Gnylytska, Nikita Kadan, Zhanna Kadyrova, Volodymyr Kuznetsov, Lada Nakonechna, Olesia Khomenko (UA), Erzen Shkololli (KOS), Sean Snyder (USA), Helene Sommer (N) & Jaro Varga (SK) Trotz EU, trotz Globalisierung: In vielen Ländern gibt es Bewegungen, die mit einem Konzept der Nation aus dem 19. Jahrhundert argumentieren. Nationalistische Politik bedient sich bewusst der folkloristischen These, dass jedes Volk eine Seele hat. Ihr Ziel ist eine inszenierte und künstlich hergestellte, gleichmachende Realität. „Public Folklore“ hinterfragt Phänomene der Folklorisierung in Medien, Tourismus, Populärkultur und Politik und präsentiert künstlerische Ansätze an der Schnittstelle zu Ethnologie, visueller Anthropologie und sozialwissenschaftlicher Praxis. Was sind die Auswirkungen des Folklorismus auf das mentale gesellschaftliche Klima?

Möglichkeitsraster ESC im LABOR 24/09 - 16/10 Kuratiert von Reni Hofmüller (A) Mit Agnese Trocchi (I), Grit Ruhland (D), Vadim Fishkin (SLO/RUS) & Time Inventors’ Kabinet (A) „Freiheit existiert in dem Moment, bevor die Entscheidung fällt“, schreibt Alfred Andersch. „Von den vielen Möglichkeiten wird eine ausgewählt – und was passiert mit dem Rest?“, fragt Pascal Mercier. Und Judith Butler hält fest, dass die Möglichkeiten, die wahrnehmbar sind, davon abhängen „was wir erkennen können, was wir also anerkennen können, und mit wem wir in Folge Empathie empfinden können.In diesem Möglichkeitsraster, das immer die Möglichkeit impliziert, alles hätte auch ganz anders sein können, öffnet Agnese Trocchi ein Fenster in die TV-Journalismushölle, skizziert Grit Ruhland die ostthüringische Uranbergbaufolgelandschaft und bringt Vadim Fishkin das Element der Ironie durch die Gegenüberstellung von Ventilatoren und Windrädern ins Spiel – alles eingebettet in die Sonification-Stücke im Rahmen des Time Inventors’ Kabinet.

Antje Majewski Die Gimel-Welt: Wie kommen Objekte zum Sprechen? Kunsthaus Graz 01/10 - 15/01/2012 Kuratiert von Adam Budak (A/PL) & Antje Majewski (D) Mit Antje Majewski (D), Marcel Duchamp (F), Didier Faustino (P), France Fiction (F), Pawel Freisler (PL), Delia Gonzalez (USA), Alejandro Jodorowsky (RCH), Edward Krasinski (PL), Markus Miessen & Ralf Pflugfelder (D), Agnieszka Polska (PL), Mathilde Rosier (F), Gavin Russom (USA), Issa Samb (SN), Juliane Solmsdorf (D) u.a. Antje Majewski macht sich auf eine sehr persönliche Suche nach den Bedeutungen von Objekten in Museen und anderen Sammlungen und konfrontiert sie mit radikalen, künstlerischen und kuratorischen Fragen: Ist es möglich, unbelebte Kunstobjekte durch lebende Dinge zu ersetzen? Können Objekte denken oder sprechen? Und können wir Objekte erschaffen, die ihr Denken mit unserem verbinden? Auch die enzyklopädische Struktur des 200 Jahre alten Universalmuseums Joanneum hat sie so untersucht und bringt nun die Dinge auf ihre Art zum Sprechen: in einer Art Sprachlabor, einem rhizomatischen Gebilde vielschichtiger Verbindungen, das eine erweiterte museologische Erfahrung als über-intellektuell, hyper-semantisch und universal zusammenfasst.

Zwischenwelten – intermediate worlds – med svetovi Pavelhaus / Pavlova hiša 01/10 - 26/11 Kuratiert von Elisabeth Arlt (A) Mit Zsombor Barakonyi (H), Christian Eisenberger (A) & Metka Zupanič (SLO) Unsere Gesellschaft gibt bestimmte Normen vor, die es im Alltag zu berücksichtigen gilt, Codes, die das Alltagsleben bestimmen. Unangenehmes wie Armut, Krankheit, Tod oder sexuelle Abweichungen werden dabei gerne ausgeblendet, das Unerwünschte in Parallelwelten abgeschoben. Während Zsombor Barakonyis Arbeiten scheinbar willkürlichen öffentlichen Raum und die darin erzwungene Anpassung des Menschen an vorgegebene städtische Strukturen zeigen, ist Christian Eisenbergers Jurte eine Intervention, die einen abgegrenzten Raum schafft, in dem die slowenische Medienkünstlerin Metka Zupanič die Ausgestoßenen, die Verlierer der genormten, auf Leistung ausgerichteten Gesellschaft zu Wort kommen lässt. Neben den Ausstellungen sind bildende Künstlerinnen und Künstler auch in anderen Projekten des Festivals präsent: Artur Żmijewski ist Gast in einem Workshop der israelischen Performance Gruppe Public Movement zum Thema „Der Staatskünstler – Ästhetiken des Politischen“ (Anmeldungen unter www.steirischerherbst.at) und die slowenisch-österreichische Künstlerin Maruša Sagadin gestaltet den Festivaldistrikt des steirischen herbst 2011– für vier Wochen entsteht rund um das Hotel Mariahilf ein kosmopolitisches Städtchen in der Stadt – mit Hang zu Größerem: Tische, Bänke, eine eigene Kneipe, Club, Kino, Hotel, Bar und viele Projekte, von experimenteller Elektronik bis zur Ausstellung und Performance. Unter anderen bittet dort das rumänische Kunstkollektiv Apparatus 22 mit ihrem Projekt „Morpheus Buyback“ zur Alptraum-Therapie in den Laden (24 - 25/09) und der finnische Künstler Hans Rosenström wird das Zimmer 113 mit einer Text- und Soundinstallation „Blindsight“ bespielen (24 - 26/09). Die belgische Kompanie CREW entführt in ein „Terra Nova“ – eine Welt zwischen Theateraufführung, Installation, visueller Herausforderung und virtuellem Abenteuer und schließlich: Apparatjik – internationale Supergroup, experimentelle Kunstband, Künstlerkollektiv geben zum Abschluss des Festivals am 15/10 eine ihrer raren Konzertperformances.

only in german

steirischer herbst 2011
"Zweite Welten / Second World"
Kuratoren: WHW  (What, How & for Whom), Margarethe Makovec / Anton Lederer, Thomas Edlinger / Christian Höller, Johannes Rauchenberger / Roman Grabner, Reinhard Braun / Maren Lübbke-Tidow, Franziska Hederer / Werner Jauk, Peter Weibel / Jens Barth / Adam Rafinski, Eva Meran / Barbara Thaler / Milo Tesselaar, Astrid Kury, Sören Grammel, Reni Hofmüller, Adam Budak (A/PL) & Antje Majewski, Elisabeth Arlt ...

Künstler: Jumana Emil Abboud, Yael Bartana, Nemanja Cvijanovic, Marcelo Exposito & Veronica Iglesia, Decolonizing Architecture , Ruben Grigorian, Bouchra Khalili, Daniel Knorr, Tom Nicholson, Maha Maamoun, Mona Marzouk, Chan-Kyong Park, Lala Rascic, Marko Tadic, Castro / Olafsson, skar Dawicki, Angela Dorrer, G.R.A.M. , Elvedin Klacar, Marek Kvetan, Katrin Plavcak, Josef Schützenhöfer, Voina group  Bureau of Inverse Technology , Minerva Cuevas, Leif Elggren, Carl Michael von Hausswolff, Claudia Larcher, Baron Mordant, Dr. Konstantin Raudive, Markus Schinwald, Zineb Sedira, The Otolith Group  & Apichatpong Weerasethakul, 0512 , Yael Bartana, Maja Bajevic, Anna und Bernhard Blume, Papo Colo, Danica Dakic, Marta Deskur, Wilfried Gerstel, Mona Hatoum, Susan Hefuna, Zenita Komad, Ioana Nemes, Adrian Paci, Hannes Priesch, Lidwien van de Ven, Muntean / Rosenblum, Mark Wallinger, Nives Widauer, Artur Zmijewski, Yael Bartana, Ursula Biemann, Laurence Bonvin, Peggy Buth, Rabih Mroue & Artur Zmijewski, Peter Weibel, Elke Auer, Felipe Campos & Esther Straganz, Danica Dakic, Eva Arnqvist, Annika Eriksson, Roza El-Hassan, Andreas Fogarasi, Folk Archive / Jeremy Deller & Alan Kane, Jens Haaning, Martin Krenn, Eva Linder, Mari Laanemets & Killu Sukmit, Eva Labotkin, Christian Philipp Müller, Ilona Nemeth, Audrius Novickas, Joanna Rajkowska, R.E.P. Group  / Ksenia Gnylytska, Nikita Kadan, Zhanna Kadyrova, Volodymyr Kuznetsov, Lada Nakonechna, Olesia Khomenko, Erzen Shkololli, Sean Snyder, Helene Sommer & Jaro Varga, Agnese Trocchi, Grit Ruhland, Vadim Fishkin & Time Inventors Kabinet , Antje Majewski, Marcel Duchamp, Didier Fiuza Faustino, France Fiction , Pawel Freisler, Delia Gonzalez, Alejandro Jodorowsky, Edward Krasinski, Markus Miessen & Ralf Pflugfelder, Agnieszka Polska, Mathilde Rosier, Gavin Russom, Issa Samb, Juliane Solmsdorf, Zsombor Barakonyi, Christian Eisenberger & Metka Zupanic ...