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Ort:
Regierungsviertel Berlin

Umkonzipierte Gedenkstätte ab sofort wiedereröffnet

Schwurstätte gegen den Verrat an der Demokratie

Wir haben die Gedenkstätte komplett überarbeitet: es handelt sich jetzt um eine "Schwurstätte gegen den Verrat an der Demokratie". Auf der Säule prangt der antike Schwurspruch zum Staatsschutzgesetz von 410/409 v. Chr.: „Ich schwöre Tod durch Wort und Tat, Wahl und eigne Hand – wenn ich kann – jedem, der die Demokratie zerstört.“
"Wir haben damit im Regierungsviertel einen Ort geschaffen", so Stefan Pelzer, Eskalationsbeauftragter des ZPS, "an dem jeder Mensch, dem die Demokratie es wert erscheint, einen verbindlichen Schwur zu ihrer Verteidigung leisten kann." Die Gedenkstätte ist genau dort, wo die Vernichtung von Millionen von Menschen ihren Anfang nahm. Dort, wo der Konservatismus die deutsche Demokratie in die Hände von Mördern legte. "Die Geschichte geht uns heute etwas an", so Philipp Ruch, künstlerischer Leiter des ZPS. "Der konservative Verrat an der Demokratie geht uns sogar unmittelbar wieder etwas an."

Das ZPS hatte am Montag eine permanente Gedenkstätte gegen den Verrat an der Demokratie im Regierungsviertel versprochen. In der vergangenen Nacht wurde unter die Säule ein Betonfundament (unter fachlicher Aufsicht eines Bauleiters) gegossen. Auch ein statisches Gutachten liegt vor, damit von der Säule keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht – im Gegenteil.
Der Schwur, auf dem diese Republik fußt – "Nie wieder Auschwitz" –, bedeutet auch, Artikel 20 Abs. 4 des Grundgesetzes ernst zu nehmen: das Recht auf Widerstand gegen Feinde der demokratischen Ordnung. Der historische Ort des Verrats mahnt nun in Form einer Schwursäule an die Nachwelt. Das Zentrum für Politische Schönheit ruft alle Demokratinnen und Demokraten auf, einen Eid an Ort und Stelle zur Verteidigung der Demokratie zu leisten.

Franz von Papen vor der CDU-Parteizentrale
Franz von Papen, der am vergangenen Dienstag aus seinem Grab in Wallerfangen (Saarland) verschwunden war, ist heute vor der CDU-Parteizentrale (Klingelhöferstraße 8, 10785 Berlin) angekommen: Sein Grabstein liegt vor dem Haupteingang. Von Papen, der als Ermächtiger Hitlers gilt, wird derzeit nicht eingelassen. Er möchte die CDU vor möglichen Konsequenzen warnen, sich mit Faschisten einzulassen. Er möchte warnen vor der politischen Naivität, Demokratiefeinde durch Macht domestizieren, demaskieren oder einhegen zu können. Verfassungsfeindlichkeit ist gefährlich. Seine Lehre: Wir müssen demokratische Politik gegen Verfassungsfeinde machen, nicht mit ihnen. Es darf keine Zusammenarbeit mit der AfD geben – ob Koalition oder Tolerierung, ob auf kommunaler, regionaler oder nationaler Ebene.

Über das Zentrum für Politische Schönheit
Das Zentrum für Politische Schönheit macht radikale politische Aktionskunst, mit aufrüttelndn Aktionen an der Schnittstelle zwischen Aktionskunst und Menschenrechten. 2017 errichtete es das Holocaust-Mahnmal direkt vor dem Haus von Björn Höcke. Im selben Jahr rief es in Istanbul zum Sturz des Erdogan-Regimes auf und druckte Flugblätter per “Cloud Print”-Funktion gefahrlos im Geiste der Geschwister Scholl in den Gezi-Park. Das ZPS ist offiziell bislang von Björn Höcke, Erdogan und der Staatsanwaltschaft Thüringen als “kriminelle Vereinigung” anerkannt und verfolgt worden.

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ursprüngliche Aktion:

"Sucht nach uns"
Die Säule gegen den Verrat an der Demokratie!
Eröffnung: Samstag, 07.12.2019: Schwur gegen die AfD

Die Gedenk- und Widerstandsstätte ist ab 2.12.2019 zugänglich. Offiziell ist sie nur bis zum Samstag, 07.12.2019 genehmigt.

"Teurer Finder, suche überall, auf jedem Zollbreit Erde. Suchet in der Asche. Die haben wir verstreut, damit die Welt sachliche Beweisstücke von Millionen von Menschen finden kann."
Salmen Gradowski, †1944, in einer vergrabenen Nachricht

Wir haben Tausende historischer Quellen ausgewertet und die Spuren verfolgt. Die Asche der Ermordeten wurde in Dämmen verbaut, auf Feldern verscharrt und in Flüsse gekippt. In der Widerstandssäule steckt ein konservierter Bohrkern aus einer metertiefen Aschenschicht.

Das Zentrum für Politische Schönheit hat am 2.12.2019 eine 2,5 Meter hohe und 4 Tonnen schwere Gedenk- und Widerstandsstätte aus Edelstahl auf dem Gelände der ehemaligen Krolloper errichtet – direkt zwischen Bundestag und Bundeskanzleramt. An diesem Ort legte vor genau 86 Jahren der deutsche Konservatismus die Demokratie in die Hände von Hitler und seinen Nazischergen. Die Vernichtung von Millionen Menschen nahm hier ihren Lauf. Bis heute erinnert nichts an den hinterhältigen Verrat der Konservativen an der Demokratie.

Das Zentrum für Politische Schönheit bringt die Asche der Ermordeten Hitlerdeutschlands nach Berlin.

Berlin, 2.12.2019. Wo ist die Asche der Ermordeten Hitlerdeutschlands? Wo liegen die Millionen Opfer des Faschismus? Das Zentrum für Politische Schönheit hat zwei Jahre lang nach Antworten gesucht. So unglaublich es klingt: 74 Jahren nach den Massenmorden der Nationalsozialisten liegen die Überreste der Opfer immer noch überall herum. Auch in Deutschland. Vor ihrem Tod schrieben sie: "Teurer Finder, suche überall, auf jedem Zollbreit Erde. Suchet in der Asche. Die haben wir verstreut, damit die Welt sachliche Beweisstücke von Millionen von Menschen finden kann." – Salmen Gradowski, †1944. In einem wissenschaftlichen Aufsatz der Historikerin Anna Zieba aus dem Jahre 1970 heißt es: "An der Grenze des Dorfs Harmense und Plawy schütteten Häftlinge aus Asche einen Damm auf." Wir haben diesen Damm geöffnet. Aber nicht nur in Harmense in einem Damm bei Auschwitz: die Täter wussten nicht, wohin mit den Überresten der unschuldigen Opfer. An 23 Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine wurden über 200 Proben genommen. Laboruntersuchungen ergaben in über 70 Prozent Hinweise auf menschliche Überreste. Mitunter lagen Knochen direkt unter der Grasnarbe und ragten metertief in einen Abgrund. Wir fanden Knochenkohle, sedimentierte Asche und menschliche Fragmente in den Flussläufen der Weichsel, Zähne direkt auf Feldern, Knochenreste in allen erdenklichen Körnungsgrößen. Es gibt dort kein Grab, keine letzte Ruhestätte.

Die Gedenkstätte gegen den Verrat an der Demokratie
Das Zentrum für Politische Schönheit hat die Asche der Ermordeten jetzt ins Regierungsviertel überführt. Die Toten befinden sich an dem Ort gegenüber dem Reichstag, auf dem Gelände der ehemaligen Krolloper, dort wo die Vernichtung von Millionen von Menschen ihren Lauf nahm. Dort legte der Konservatismus die deutsche Demokratie in die Hände der Mörder. Wir dürfen nie vergessen: Freiwillig wurde ihnen die Macht ausgehändigt. Bis heute erinnert nichts an diesen Verrat.
Der einzig erdenklich Weg an die Macht führt für die AfD über die Union. Kreise des Konservatismus (Christian von Stetten, Hans-Georg Maaßen, Mike Mohring, Werner Patzelt und andere Dilletanten) strecken heute wieder die Hand nach Faschisten aus. Sie machen sich öffentlich Gedanken, ob die AfD nicht doch ein guter Regierungspartner (oder Tolerierer einer Minderheitenregierung) wäre.
Die Toten erinnern den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben: es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren – das ist das Gebot der Stunde.
Wir haben vergessen, den Ort des Verrats an der parlamentarischen Demokratie zu markieren. An die mörderischen Konsequenzen dieses Verrats erinnert ab heute eine Gedenkstätte im Herzen der Republik. Die Asche der Opfer befindet sich in einer Widerstandssäule. Die Gedenkstätte wurde für genau jene Menschen geschaffen, denen Sie „zu konkret“.

Feste Besuchstermine für alle Abgeordneten der Union im Bundestag festgelegt.
Alle Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion haben im Laufe der Woche jeweils individuelle Besuchstermine, um feierlich zu geloben, jeden Versuch der Diktatur im Keim zu ersticken und niemals – niemals! – eine Regierung mit Hilfe oder mit Duldung der AfD zu bilden, solange diese von Verfassungsfeinden, Holocaust-Leugnern und Faschisten dominiert wird. Ihr erscheinen oder versäumen des Termins wird vor Ort auf einer großen Tafel öffentlich dokumentiert.

Nie wieder vergessen – Beton und Schwur
Die Gedenk- und Widerstandsstätte ist ab sofort zugänglich. Offiziell ist sie nur bis zum Samstag genehmigt. Wir rufen die Zivilgesellschaft derzeit dazu auf, unter www.sucht-uns.de für ein Betonfundament zu spenden, das wir am Samstag, den 7. Dezember um 15 Uhr vor Ort gießen wollen. Am 7. Dezember, 15 Uhr ist ganz Deutschland zu einem "zivilgesellschaftlicher Zapfenstreich gegen die AfD" eingeladen. Wir werden “Nie wieder Auschwitz” neu schwören. Dazu sollen Blumen und Zement mitgebracht werden.

Buch an die Nachwelt
"Wir möchten so gerne leben, doch man lässt uns nicht, wir werden umkommen. Ich habe solche Angst vor diesem Tod, denn die kleinen Kinder werden lebend in die Grube geworfen. Auf Wiedersehen für immer. Ich küsse Dich inniglich." Das Zentrum für Politische Schönheit hat in den vergangenen zwei Jahren ein Archiv mit den letzten Worten von Menschen angelegt, die sich den deutschen Henkern gegenübersahen und wussten, dass sie sterben werden. Die Chronik der Individualität zeigt, dass es Menschen waren, die einen Namen, ein Gesicht, Sehnsüchte und Hoffnungen hatten.

Über das Zentrum für Politische Schönheit
Das Zentrum für Politische Schönheit streitet mit aufrüttelnden Aktionen an der Schnittstelle zwischen Aktionskunst und Menschenrechten für den aggressiven Humanismus. 2017 errichtete es das Holocaust-Mahnmal direkt vor dem Haus von Björn Höcke. Im selben Jahr rief es in Istanbul zum Sturz des Erdogan-Regimes auf und druckte Flugblätter per “Cloud Print”-Funktion gefahrlos im Geiste der Geschwister Scholl in den Gezi-Park. Das ZPS ist offiziell bislang von Björn Höcke, Erdogan und der Staatsanwaltschaft Thüringen als “kriminelle Vereinigung” anerkannt und verfolgt worden.

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