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Der Hallenbau A, in dem sich heute das ZKM befindet, ist das größte Gebäude in Karlsruhe und war früher eine bedeutende Produktionsstätte der Industriewerke Karlsruhe Augsburg (IWKA). In den leer stehenden Industriegebäuden richteten sich in den Jahren von 1980 bis 1994 eine zunehmende Zahl von KünstlerInnen ihre Werkstätten und Ateliers ein, zunächst mit Genehmigung der diversen Eigentümer, dann auch ungenehmigt und damit als politische Aktion verstanden. Außerhalb des üblichen Museums- und Galeriebetriebs entstand hier eine lebendige kulturelle Szene, die den Hallenbau A einer breiten Öffentlichkeit als ein Forum für Kunst vorstellte.

Der Höhepunkt einer Reihe von künstlerischen Gruppen-Aktionen in den Jahren 1986-1993 war das »Projekt 99,9% aus leerem Raum«, das von Georg Schalla als Konzeptplaner, Uwe Lindau, Ralf Urban Bühler und Reinhard Wonner initiiert und wesentlich vom Leiter des Badischen Kunstverein, Andreas Vowinckel, unterstützt wurde. Die Projektgruppe 99,9 % e. V. hatte das Ziel, bei der zukünftigen Nutzungsplanung einen Lichthof als Kunstraum durchzusetzen. Bei diesem Projekt, das Teil des städtischen Kulturprogramms war, spielte auch das Tamuté Company Dance Theatre, Zürich, eine wichtige Rolle.

Die Ausstellung »VOR DEM ZKM - Projekt 99,9% und Kunst im Hallenbau 1980-1994« reflektiert die historische Situation auf dem IWKA-Gelände und versammelt künstlerische Positionen aus der Vorzeit des Umbaus zum Zentrum für Kunst und Medientechnologie. Es werden rund 120 Bilder, Skulpturen, Fotografien und Videos präsentiert, die in den Jahren von 1980 bis 1994 im Hallenbau und auf dem ehemaligen Werkgelände entstanden sind.

Kuratiert von Andreas F. Beitin