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posted 19. Apr 2018

Julian Charrière - An Invitation to Disappear

14. Apr 201808. Jul 2018
opening: 13. Apr 2018 19:00
Julian Charrière - An Invitation to Disappear 14.04.2018 - 08.07.2018 Eröffnung am: 13.04.2018 19:00 Künstler: Julian Charrière Kuratorin: Stefanie Böttcher Der Begriff „Natur“ ist strittig; seine Verwendung komplex. Meist jedoch wird er in Opposition zur Kultur, zum Menschen benutzt. Natur bildet einen Oberbegriff für etwas, das nicht vom Menschen geschaffen wurde, das sich aus sich heraus erschafft und in einem ewigen Kreislauf selbst erneuert. Die Begegnung von Mensch und Natur findet in der Regel nur bei den sogenannten Naturvölkern in harmonischer und angemessener Weise statt. Ansonsten entstehen aus dem Zusammenprall beider Sphären Narben. An diesen Narben setzt Julian Charrières künstlerisches Schaffen an. Er entdeckt sie, holt sie zurück ins Bewusstsein oder öffnet sie und lässt ihre Bestandteile neu zusammen wachsen. Er fasst Mensch und Natur nicht als Kontrahenten auf, sondern betrachtet den Menschen als Teil der Natur. Das hat zur Konsequenz, dass er die Auswirkungen menschlicher Eingriffe ins Universum als neue Erscheinungsformen, quasi als Spielarten der Natur ansieht. In seinen Videos, Skulpturen, Fotografien und Installationen verbindet er bildende Kunst mit Wissenschaft, Land-Art mit Archäologie, Romantik mit Science-Fiction, Geschichte mit Zukunft und – stets auf Neue – zeigt er den Menschen und seinen Entdeckerdurst, aber auch in seinem zerstörerischen Egoismus als Teil der Natur. Die Ideen für Julian Charrières Arbeiten entstehen unterwegs, beim Bereisen von Ländern. Oft führt eine Expedition zur nächsten. Wissenschaftliche Erkenntnisse, Materialien, historische Fakten über Orte und Ereignisse werden von ihm gesammelt und münden in aufwendigen Rechercheprozessen, in die er Fachleute, Forscher, Praktiker miteinbezieht. Ebendiese gepaart mit der Erfahrung vor Ort bilden den konstitutiven Abschnitt auf dem Weg zur Genese einer neuen Arbeit. So entstand auch die neue Werkgruppe „An Invitation to Disappear“. Die Idee formte sich auf einer gemeinsamen Wanderung mit Dehlia Hannah durch Indonesien zum Vulkan Tambora. Sein Ausbruch im Jahr 1815 wirkte sich auf das Weltklima aus und zog global verheerende Folgen nach sich. Es handelt sich um die bis heute größte verzeichnete Eruption der Menschheitsgeschichte. Die Aschewolke verteilte sich rund um den Globus und ließ die Temperatur bis Europa und Nordamerika sinken. Das Jahr 1816 ging als das „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichtsschreibung ein. Der vulkanische Winter, der noch bis ins Jahr 1819 andauern sollte, rief Ernteeinbrüche, Überschwemmungen und Hungersnöte hervor. Auf seinem Weg zum Tambora fiel Julian Charrière allerdings noch etwas anderes auf: tausende von Ölpalmen, in einem starren Raster dicht an dicht gepflanzt, in nicht enden wollender Wiederholung. Diese durch Menschhand erschaffene Serialität einer bereits in der Kreidezeit vorkommenden Pflanze schockierte und faszinierte ihn gleichermaßen. Palmöl steckt in unzähligen Nahrungsmitteln, in Kosmetika, Reinigungsmitteln, wird für Biodiesel verwendet. Dafür ist eine Unmenge an Bäumen nötig, die in Monokulturen, in Regionen mit ursprünglich enormer biologischer Vielfalt angebaut werden. Ganze Landstriche – vorrangig in Malaysia und Indonesien – wechseln daher ihr Erscheinungsbild und zwar nicht nur in Bezug auf den Rückgang der Artenvielfalt, sondern auch in ästhetischer Hinsicht: Durch das starre Raster, in dem die Palmen gepflanzt werden, entsteht eine ganz eigene visuelle Rhythmik. Aus der Luft gleitet der Blick über ein schier endloses Liniengeflecht hinweg, das aus den gezähmten, dicht an dicht gesetzten sternförmigen Kronen der Palmen besteht. Wege durchkreuzen und verbinden die Flächen. Unter den Baumwipfeln erstreckt sich eine Landschaft aus kargem Boden mit herabgefallenen Palmwedeln, teils von Gräsern und Bodendeckern überzogen. Von Zeit zu Zeit sprüht eine Nebelmaschine eine Wolke des feuchtkühlen Kondensats aus. Sie wird durch Palmöl betrieben und rumort in Intervallen. Hohe Industrieregale nehmen einen Großteil des Raumes ein und sind gefüllt mit leuchtenden Quadern – Palmfett in unterschiedlichen Orangenuancen, dabei in eine sich stets wiederholende Form gepresst. Es wird langsam wärmer und das Licht gedämpfter. Ein Film zeigt in Endlosschleife die Abholzung von Urwald. Baum um Baum wird gekappt und fällt. Wärme und Licht spendet eine raumgreifende Lampe mit ihren beruhigend dahinschwebenden Blasen. Die sich langsam und feurig wie Lava ergießende Flüssigkeit verdankt ihre Viskosität dem Palmöl. Eine schwarz-weiße Wandarbeit, deren Bild aus Millionen kleinster vulkanischer Aschepartikel entsteht, entfaltet sich im Raum. Wir durchschreiten den Parcours von Julian Charrières Ausstellung in der Kunsthalle Mainz. Für „An Invitation to Disappear“ hat der Schweizer Künstler eine Dramaturgie entwickelt, welche die Besucher in den Kosmos „Palmöl“ einführt, ihn intellektuell und sinnlich erfahrbar macht. Je weiter sie voranschreiten, umso lauter ertönt der Rhythmus, der bereits beim Eintreten in den ersten Raum in der Ferne wummerte. Sie dringen vor in das Herzstück der Ausstellung: Farbige Blitze erhellen die dunkle Nacht in einem dicht bestellten Palmacker. Harte, elektronische Rhythmen in Endlosschleife durchschneiden die endlose Ruhe des Baumfeldes. Eine Palmölplantage erbebt von Licht und Klang geschüttelt. Die Szenerie schwankt zwischen verheißungsvoll und bedrohlich. Die Besucher finden sich wieder in einem Rave. Rhythmen und Klänge der elektronischen Musik überlagern ein von Nebelschwaden verschleiertes Setting: Ein Film, der auf einer Palmölplantage in Fernost gedreht wurde. Ein Film, der einem durch Musik verursachten Rauschzustand den exzesshaften Raubbau an der Natur zur Seite stellt. Gleichermaßen steht er für eine kollektive Erfahrung, die sich sowohl in bewusst „aufgenommener“ Musik ausdrückt als auch im unwissentlichen Konsum des Stoffes Palmöl. Seine Allgegenwärtigkeit findet ihre Analogie in der Abwesenheit unseres Interesses an seiner Gewinnung; die physische Absenz des Menschen schlägt in eine Omnipräsenz seiner Handlungen um. Bild und Sound verdichten sich zu Metaphern für den menschlichen Fortschrittsglauben, kurzlebige Interessen und deren massive Folgen. Gleichzeitig beschwören sie kollektive Trancezustände und geteilte Erfahrungen außerhalb von Raum und Zeit herauf. So wie ein Vulkanausbruch vor 200 Jahren Kontinente verband, so tun es Raves, die längst keine reinen Ereignisse einer Subkultur mehr sind, sondern eine Form für den Mainstream generiert haben und Palmöl, das mittlerweile nahezu jeder Mensch einnimmt, aufträgt, anwendet. „An Invitation to Disappear“ bildet damit nicht nur die wörtliche Übersetzung von „Tambora“, sondern steht für heimliche und offensichtliche Prozesse, Materialien und Entwicklungen. Es bezeichnet das ambivalente Verhältnis von Mensch und Natur. Julian Charrière, der sich als „Zukunftsarchäologen“, den Menschen als „größte Erosionskraft in der Natur“ bezeichnet, knüpft hier an. Ausgestattet mit drängenden Fragen unserer Zeit, Forschergeist und Waghalsigkeit studiert er auf seinen Expeditionen in ferne Länder die Überzeitlichkeit menschlicher Eingriffe, legt den utopischen Gehalt unserer Gegenwart frei und macht Rohstoffe der Zukunft zu seinem Arbeitsmaterial. „An Invitation to Disappear“ in der Kunsthalle Mainz bildet Julian Charrières bis dato umfangreichste Einzelausstellung in einer deutschen Institution. Sie besteht aus der neuen Werkserie „An Invitation to Disappear“, die in Beziehung zu zwei älteren Arbeiten gesetzt wird. Anlässlich der Ausstellung erscheint in Zusammenarbeit mit Le Musée de Bagnes eine zweisprachige Publikation bei Roma Publications. Die Ausstellung wird gefördert von Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, Pro Helvetia, Ernst & Olga Gubler-Hablützel Stiftung, Mainzer Volksbank eG und The Shifting Foundation.
Kunsthalle Mainz

KUNSTHALLE MAINZ | Am Zollhafen 3–5
55118 Mainz

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posted 18. Apr 2018

POLYPHON. Künstlerische Positionen der Sammlung Viehof

15. Apr 201819. Aug 2018
opening: 15. Apr 2018 12:00
POLYPHON. Künstlerische Positionen der Sammlung Viehof 15.04.2018 - 19.08.2018 „Das Wesen der Kultur ist die Veränderung.“ François Jullien Die Ausstellung POLYPHON bringt Werke von sechs Künstlerinnen und Künstlern zusammen, die in der Sammlung Viehof vertreten sind: Thomas Houseago, Kimsooja, Danh Vo, Marijke van Warmerdam, Corinne Wasmuht und David Zink Yi. Die künstlerischen Positionen unterscheiden sich deutlich in ihren Arbeitsweisen, Themen und Medien, die Malerei, Skulptur, Installation sowie Film und Video umfassen. Die Ausstellung setzt diese eigenständigen Stimmen zueinander in Beziehung und zeigt, was die Künstlerinnen und Künstler verbindet: ein mehrstimmiges Denken und Miteinander von Kulturen und Vorstellungen als Perspektive in einer globalen Welt. Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler, die meist bereits zu einem frühen Zeitpunkt ihrer künstlerischen Laufbahn für die Sammlung erworben wurden. Sie werden ergänzt durch aktuelle Werke, die zum Teil eigens für die Ausstellung entstehen. Die Deichtorhallen in Hamburg haben im vergangenen Jahr einen umfassenden Überblick über die Sammlung Viehof präsentiert, der vor allem deren Schwerpunkt deutscher Kunst seit den 1960er Jahren verdeutlichte. Die Ausstellung in der Langen Foundation konzentriert sich darauf, Zusammenhänge zwischen einigen ausgewählten internationalen Positionen der jüngeren Gegenwartskunst herzustellen. Diese sind zugleich Teil eines globalen Diskurses und geprägt von ihren spezifischen Traditionen. Die Ausstellung steht darüber hinaus in Bezug zum Selbstverständnis und Erbe des Hauses: in der kulturübergreifenden Sammlung der Stifter Viktor und Marianne Langen ist bereits einen transkultureller Ansatz angelegt. Dabei stehen im Zentrum Fragen nach den Bedingungen menschlicher Koexistenz, denen sich die Künstlerinnen und Künstler auf jeweils unterschiedliche Weise nähern. Alle Beteiligten verbindet die Auseinandersetzung mit der Komplexität von Identität, die nicht als feste Einheit und Konstante verstanden, sondern in Bewegung gedacht wird. Während Thomas Houseago seine „utopische Vision“ auf die Auseinandersetzung in der skulpturalen Tradition überträgt und mit seinen archaischen Formen und Abstraktionen den Körper in den Mittelpunkt stellt, wird im performativen Ansatz Kimsoojas der Körper zum Instrument und Medium ihrer künstlerischen Praxis, die sie als Beitrag zu mehr Humanität versteht. Dieser humanistische Aspekt findet sich ebenso in David Zink Yis Konzept der Independencia wie in Marijke van Warmerdams „Zeitvorstellungen“. Die Ausstellung rekonstruiert ein zentrales Werk von David Zink Yi, das gleich nach seiner Entstehung und der erstmaligen Präsentation im Museum Ludwig für die Sammlung erworben wurde. Der sogenannte „Japanraum“ der Langen Foundation ist der komplexen Videoinstallation Independencia I von 2005 gewidmet, deren Holzkonstruktion die Form einer Trommel aufnimmt. Mit dieser Rauminstallation spielt der Künstler, der sich seit vielen Jahren mit kubanischer Musik befasst, auf die sogenannte „Unabhängigkeit“ an, die Percussionmusiker in ihrem Spiel entwickeln müssen. Über die Musik hinaus ist diese „Independencia“ nicht nur ein Bild dafür, wie wir persönliche Identität denken können, sondern ebenso für das Miteinander der Kulturen in unserer globalisierten Welt. Migration prägt auf verschiedenste Weise die Arbeiten vieler der beteiligten Künstler, auch innerhalb ihrer persönlichen Geschichte. Das in der Ausstellung präsentierte Werk We the People von Danh Vo, der mit seinen Eltern aus Vietnam floh und in Dänemark aufwuchs, ist von 2011-2014 entstanden und eines seiner bekanntesten Werke. Die fragmentarisch angelegte Rekonstruktion der Kupferhülle der New Yorker Freiheitsstatue - in einem Masstab von 1:1 - ist mit ihren rund 300 Fragmenten in Sammlungen überall auf der Welt verstreut. So auch in der Sammlung Viehof. 1964 in Dortmund geboren, wuchs Corinne Wasmuht in Peru und Argentinien auf. Entsprechend war sie stärker durch die lateinamerikanische Kultur geprägt als durch Strömungen der deutschen Nachkriegskunst, insbesondere durch phantastische Literatur. Erst Mitte der 1980er Jahre kam sie nach Deutschland, um an der Düsseldorfer Akademie ihr Kunststudium aufzunehmen. In einer nahezu altmeisterlichen Arbeitsweise entstehen in einem zeitintensiven Prozedere nur einige wenige großformatige Bilder im Jahr, die in der Regel in Öl auf Holz gemalt sind. Dieses scheinbar anachronistische Vorgehen steht nur vermeintlich im Widerspruch zur extremen Dynamik von Wasmuhts Malerei. Sie verbindet in ihren Bildkompositionen ein Höchstmaß an Verdichtung mit explosiver Auflösung und führt gerade als Malerin eine weitreichende Auseinandersetzung mit der heutigen, allgegenwärtigen Digitalisierung. In Marijke van Warmerdams Arbeit Time is Ticking von 2014 erweist sich Zeit bzw. ihre Darstellung und auch ihr Erleben individuell als höchst unterschiedlich. Umlaufend an den Wänden des Ausstellungsraums hängen 12 Wolldecken, auf denen sich Ergebnisse eines Tests wiederfinden, der zur Demenz-Diagnose eingesetzt wird, um kognitive Fähigkeiten zu prüfen. Die Patienten werden gebeten, eine Uhr zu zeichnen, die „Zehn nach elf“ anzeigt und es gilt als Indiz für eine Erkrankung, wenn dies nicht gelingt. Die 12 Wolldecken geben tatsächlich jeweils unterschiedliche aber allesamt fehlerhafte Versionen des Zifferblatts wieder und dokumentieren so Abweichungen von der Norm. Sie verweisen auf das individuelle Erleben von Zeit, das sich je nach Alter oder Bewußtseinszustand unterscheidet. Die Begleitung und Unterstützung der künstlerischen Entwicklung über einen längeren Zeitraum ist ein Anliegen der Sammlung Viehof, ebenso das Engagement im Rheinland. Die Kooperation mit der Langen Foundation für die Ausstellung Polyphon ist hier ein weiterer Schritt. Mit ihrem Fokus auf eine kleine Auswahl von insgesamt sechs jüngeren, international anerkannten Künstlern und Künstlerinnen, arbeitet die Ausstellung einen Aspekt der Sammlung heraus, der bisher weniger bekannt ist, und zeigt damit zugleich deren Dynamik und den engagierten Gegenwartsbezug. Kuratiert wird die Ausstellung von der künstlerischen Direktorin der Langen Foundation, Christiane Maria Schneider. Zur Ausstellung entsteht eine begleitende Publikation.
Langen Foundation, Neuss °

Langen Foundation | Raketenstation Hombroich 1
41472 Neuss

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posted 17. Apr 2018

STEPHAN DILLEMUTH

17. Apr 201809. Sep 2018
STEPHAN DILLEMUTH 17.04.2018 – 09.09.2018 IM LENBACHHAUS Stephan Dillemuth schlüpft in unterschiedliche Rollen: er ist der Maler, der rauchend der Inspiration harrt; der Fernsehmoderator, der ein Video von Stephan Dillemuth ankündigt; er ist Friedrich Nietzsche, der gegen Richard Wagner ätzt und – in seiner beständigsten Rolle – der Professor für Kunstpädagogik an der Münchener Akademie der Bildenden Künste. Die Rollen, die Künstler und Künstlerinnen in der Gesellschaft und im Kunstsystem übernehmen, sind Dreh- und Angelpunkt für den in München und Bad Wiessee lebenden Künstler. Unter Verwendung einer ergebnisoffenen und häufig kollektiven Forschungsmethode, die er als „bohemistisch“ bezeichnet, nimmt er verschiedene Formen künstlerischer Lebensweisen wie die Lebensreformbewegung, die Münchner Boheme der vorletzten Jahrhundertwende oder die Kunstakademie unter die Lupe, auch um sie auf Sinn und Zweck für die heutige Situation abzuklopfen. Als Kunststudent an den Akademien in Düsseldorf und Nürnberg wählte Dillemuth als Vorlage seiner Malereien regional spezifischen Kitsch wie Postkartenmotive von Paaren und Kindern in Tracht. Auch die Schönheitengalerie im Schloss Nymphenburg – bestehend aus 36 Porträts „schöner“ Frauen, die Joseph Karl Stieler im Auftrag König Ludwigs I. schuf – machte der junge Dillemuth sich zu eigen: Vorstellungen darüber, was schön oder hässlich sei, wurden damals unter den Vorzeichen des Punk auf den Kopf gestellt. Mit diesen Kategorien jonglierend malte Dillemuth 1985 für seine Schönheitsgalerie sämtliche Nymphenburger Porträts neu und spürte so dem ästhetischen Umbruch nach. Zugleich unterlief er mit seiner Motivwahl das Pathos männlicher Identität, mit dem gerade die deutsche neoexpressionistische Malerei quasi gleichbedeutend geworden war. Bayern, als biografische wie historische Reibungsfläche, tritt bei Dillemuth wiederholt in Erscheinung. Die Installation Erfolg aus dem Jahr 2007 lehnt sich an den gleichnamigen Roman von Lion Feuchtwanger von 1930 an. Feuchtwanger skizzierte in seinem Buch am Beispiel Münchens jenes Räderwerk aus scheinbar nebensächlichen politischen Entscheidungen und persönlichen Befindlichkeiten, das den Nationalsozialisten den Weg bereitete. Das Zahnrad als unverändert aktuelle Metapher für ein System, dessen Teile auf dem Weg in die falsche Richtung perfekt ineinander greifen, findet mit Erfolg Eingang in Dillemuths Formenrepertoire. Kreaturen aus Zahnrädern und Körperabgüssen bevölkern auch seine aktuellen Installationen, deren glänzende Oberflächen, in Anlehnung an die Prachtkabinette des Barock und Rokoko, Werke und Betrachter in ein narzisstisches Spiel unendlicher Spiegelung verwickeln. Für Dillemuth sind diese Räume auch im übertragenen Sinne Spiegelungen eines gesellschaftlichen Istzustandes, den er als „Corporate Rokoko“ bezeichnet – als ebenso unhaltbares wie allumfassendes Moment eines kapitalistischen Exzesses. Wie Kunstwerk und Kunstschaffende sich auf der rutschigen Bühne des Corporate Rokoko verhalten können, ist die konstruktiv offene Frage, die in Dillemuths Arbeit bald humorvoll, bald bissig darauf drängt, immer wieder neu verhandelt zu werden. Kuratiert von Stephanie Weber

curator

Stephanie Weber 
Lenbachhaus, München °

Luisenstraße 33
80333 Munich

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posted 16. Apr 2018

Jonathan Meese "DIE NACKTESTE FREIHEIT DER KUNST"

14. Apr 201812. May 2018
opening: 14. Apr 2018 12:00
Im Rahmen seiner Ausstellung „DIE NACKTESTE FREIHEIT DER KUNST“ zeigt Jonathan Meese vom 14. April bis zum 12. Mai 2018 in der Galerie Sies + Höke 21 atelierfrische Gemälde ganz unterschiedlicher Formate. Besonders beachtenswert sind aber auch acht sogenannte „Pulp-Paintings“ (zu deutsch: Zellstoff-malereien) in Form von Masken, die aus handgeschöpftem Papier hergestellt sind, welches noch im nassen Zustand mit Pigmenten eingefärbt wurde und dadurch eine besondere Leuchtkraft erhält. In der umfangreichen Ausstellung sind zudem auch Zeichnungen und Collagen zu sehen. Ganz im Sinne von „nackt“ hat der 1970 in Tokio geborene Künstler für die Bilder dieser Ausstellung erstmals nicht grundierten Malgrund benutzt. „Das Zarte seiner Malerei“, so teilt sein Berliner Studio mit, „kann so noch einmal anders wirken und trifft natürlich trotzdem immer wieder auch auf Hartes.“ Rot-, Rosa-, Gelb- und Orangetöne überwiegen auf den neuen Gemälden. Eine überraschende Sanftheit und eine mitunter mädchenhaft anmutende Figuration sind kennzeichnend für große Teile von Jonathan Meeses neuester Bildproduktion. Die für sein Werk so typischen, manchmal ironischen, manchmal brachialen Textbotschaften erscheinen streckenweise in einem ganz neuen Licht. Auf jeden Fall scheint der Künstler auch seine weibliche Seite zu entdecken. Da begegnet uns etwa, ausgeführt auf schwarzem Grund, ein „FRÄULEIN MEESI“ im weißen Kleid. In der Hand hält sie ein eindeutig weiblich konnotiertes Attribut, wobei unklar bleibt, ob es sich um einen Spiegel, einen Kochlöffel oder einen Riesen-Lolli handelt. Ein „FRÄULEINANNY“ wiederum trägt ein Prinzessinnenkrönchen, dazu katzenartige Schnurrbarthaare, ein Blindenabzeichen und ein Eisernes Kreuz. Auf anderen Bildern wiederum bricht „DER K.U.N.S.T.BENGEL“, so lautet übrigens auch das Motto der Einladungskarte, wieder durch. Etwa, wenn ein Grau in Grau gehaltenes, an Edvard Munchs „Der Schrei“ erinnerndes Totenkopfgesicht per Stirn-Tattoo verkündet „ICH WILL SEX“. In einer Videobotschaft vom 18. März 2018, produziert in seinem Berliner Studio aka „Erzhauptquartier“, verkündet Jonathan Meese jetzt den Beginn einer neuen Schaffensperiode. Als Hintergrund für das denkwürdige Manifest, das in Anwesenheit von Brigitte Meese, seiner Mutter, engen Vertrauten und gelegentlichen Ideengeberin, proklamiert wurde, wählte er das großformatige Tafelbild „DAS GEILSTE PROGRAMMATISCHSTE WERK DE KUNST OHNE DE KÜNSCHTLER (Sieht doch Jeder)“, dessen Vollendung der Zuschauer im Video direkt beiwohnen kann. Mit den programmatischen Worten „Die nackteste Freiheit der Kunst“ beginnt das Manifest. Und weiter heißt es dort (in Auszügen): „Die Kunst ist die totalste Freiheit. Die Kunst ist der Staat der Zukunft. Die Kunst steht über den Dingen. Die Kunst ist der Evolutionsbefehl. Die Kunst ist frei von jeder Ideologie. Die Kunst entmachtet jede Nicht-Kunst. Die Kunst ist Totalstspielkindstum. Die Kunst ist unbesiegbarste Macht. Kunst ist der Chef. Kunst ist die Nummer Eins.“ Jonathan Meese interpretiert die sich austobende, totale Malerei auf seinen neuen Gemälden in gewohnt selbstironischer Manier: „Das Tolle an diesen Bildern ist ja: Sie haben keinen Geschmack. In diesen Bildern ist kein Geschmäckle. Es ist wie eine Schlachterplatte. Es ist einfach da.“ Sein Ziel ist es, Bilder zu schaffen, die Inhalt haben, die nicht nur Form sind, nicht nur Design. Dabei versteht sich Jonathan Meese durchaus auch als politisch agierende Person: „Kunst ist die unwählbarste Macht“, sagt er. „Ich will diese Zeit nicht illustrieren, sondern ich will zeigen, was für eine Macht Kunst hat.“ Text: Nicole Büsing & Heiko Klaas
Sies + Höke, Düsseldorf

Poststr. 2 / Poststr. 3
40213 Dusseldorf

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posted 15. Apr 2018

Jean Fautrier. Texture and Light

26. Jan 201820. May 2018
Jean Fautrier. Texture and Light 26.01.2018 - 20.05.2018 Beginning on 26 January 2018 the Musée d’Art moderne de la Ville de Paris is paying tribute, in a major retrospective, to Jean Fautrier (1898–1964). Rarely exhibited, this solitary figure is now considered the most significant precursor of Informal Art in 1928, the inventor of thick impasto in 1940 and a cardinal contributor to the revitalisation of modern art after Cubism. The exhibition is a reprise of last summer's retrospective Jean Fautrier at the Kunstmuseum in Winterthur, Switzerland, with the addition of works from the Musée d'Art moderne, other French museums, and private collections. Jean Fautrier is intimately connected to the history of the Musée d'Art moderne's collection and its programming. In 1964 the museum presented his first retrospective, organised in close collaboration with the artist following his large-scale donation. In 1989 a second retrospective shed fresh light on a rich, varied and notably distinctive oeuvre. Coming after a gap of almost 30 years, this new exhibition comprises some 200 works—close to 160 paintings, drawings and prints, and a substantial group of sculptures—from numerous public and private collections in France and abroad. It will include practically the whole of the artist's donation to the museum, plus later gifts and acquisitions; with over 60 works, the Musée d’Art moderne now has the largest Fautrier collection of any museum. Fautrier's career began in 1920. His painting, figurative at the time, was made up of still lifes, landscapes and nudes in styles ranging from a harsh, hallucinatory realism to darkly lit near-abstract shapes. After a brief period of recognition, however, the economic slump ultimately put paid to his artistic career: forced to leave Paris in the early 1930s, he lived in the Alps for several years, working as a ski instructor and manager of a hotel with its own dance hall. Returning to Paris in 1940, he met or renewed his acquaintance with writers including André Malraux, Francis Ponge, Paul Éluard, Georges Bataille and most importantly Jean Paulhan, who would become his most ardent champion. During the War years he developed a new approach to the image in which paint itself took on a steadily increasing role in the representation of objects, landscapes and bodies. In his famous series—"Otages" (Hostages, 1943–1945), "Objets" (Objects, 1955), "Nus" (Nudes, 1956) and "Partisans (Partisans, 1957)—textural effects became the main subject. Using a glue-based paint for blends of pigment with transparent and opaque inks, Fautrier composed intricate, luminous harmonies whose impastos and textures induced a certain anxiety. 1960 saw him acclaimed at the Venice Biennale, where he shared the Grand Prize for Painting with Hans Hartung. Jean Fautrier died during the summer of 1964, just after his first retrospective at the Musée d’Art moderne de la Ville de Paris. This exhibition is jointly organised with the Kunstmuseum Winterthur. Museum Director: Fabrice Hergott Guest Curator: Dieter Schwarz

artist

Jean Fautrier 

curator

Dieter Schwarz 
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posted 14. Apr 2018

Yto Barrada. Agadir

07. Feb 201820. May 2018
Yto Barrada. Agadir 07.02.2018 - 20.05.2018 For her first major London commission, artist Yto Barrada weaves together personal narratives and political ideals to create a complex portrait of a city and its people in a state of transition. The sweeping form of the Curve is transformed with a dramatic installation – encompassing a mural, film commission, sculptures, and a series of live and recorded performances – to consider how a city and its people might address the process of reinvention following disaster. Barrada takes as her starting point a surreal text by Mohammed Khaïr-Eddine – Agadir (1967) – reflecting on the devastating earthquake of 1960 that destroyed much of the modernist Moroccan city. Barrada’s multimedia practice has explored questions ranging from migration to abstraction, from fossils to botany, examining the strategies of resistance employed every day in her native Morocco. Live performances* will take place on selected Saturdays – 10 & 24 February, 3 & 31 March, 21 & 28 April, 5 & 12 May Please note, the exhibition contains a film with scenes some viewers may find upsetting and language of an explicit nature within the sound installation and live performances.

artist

Yto Barrada 
Barbican Centre, London

BARBICAN ART GALLERY | Silk Street
EC2Y 8DS London

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posted 13. Apr 2018

Jaagobbigery wolt. Mitra Wakil & Fabian Hesse

12. Apr 201806. May 2018
Raum für Freunde des Kunstverein Wolfsburg Kunstverein Wolfsburg//Schlossstr. 8//38448 Wolfsburg Verbergen und Erfassen: Schöpferisches Potential von digitalen Technologien Ausstellung Jaagobbigery wolt von Mitra Wakil & Fabian Hesse im Kunstverein Wolfsburg Jaagobbigery wolt. Mitra Wakil & Fabian Hesse Kuratiert von Jennifer Bork 12.04.2018– 06.05.2018 Mit „Jaagobbigery wolt” zeigt der Kunstverein Wolfsburg im Raum für Freunde erstmals Arbeiten der beiden KünstlerInnen Mitra Wakil & Fabian Hesse in Wolfsburg. Der Titelvorschlag zur Ausstellung entstammt dem kreativen Algorithmus eines 3D-Programms - Hesse & Wakil sind einfach faul und lassen die Maschinen selber machen. Dennoch forschen sie damit aktiv im Zwischenbereichen von Kunst, experimentellem Umgang mit neuen Technologien und Strategien demokratischer Selbstermächtigung durch (techno-logische) Bildung. In der Ausstellung werden Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine zum Thema, an denen sich insbesondere (post-)digitale Technologien gegenüber den NutzerInnen verschließen, anstatt die Wechselwirkung zwischen Menschen und Technologien erfahrbar zu machen. Eine lebensgroße Figur aus Plastik steht im Raum, mehrere menschliche Körperfragmente sind darin verschoben, verdoppelt oder abgeschnitten, Teile einer zweiten oder gedoppelten Figur überlagern sich. Es ist „Dorothy”, der Zauberer von :-Oz hat sie verhext! Schichten, Fehler und Artefakte aus dem Herstellungsverfahren des 3D-Drucks sind erkennbar. Der Raum wird bestrahlt mit Coded Light, einem strukturierten Lichtmuster. Die Art und Weise, wie sich diese Strahlen beim Auftreffen auf Oberflächen verformen, ermöglicht es Bildsystemen, die Tiefen- und Oberflächeninformationen der Objekte in der Szene zu berechnen. Die Muster sind also nicht fürs menschliche Auge gemacht, sondern für die maschinelle Wahrnehmung. Das flackernde Streiflicht verwandelt den Raum für Freunde in einen Schwellenraum, der den Übergang zwischen dem stofflichen und dem numerisch Definierten und damit rechnerisch Reproduzierbaren verkörpert. Er wird als Bühnensituation in Szene gesetzt. Diesem Erfassungssystem nähern sich die KünstlerInnen mit kryptischen Fluxus-Scores, teils historischen teils neu erfundenen. Scores sind für Fluxus-Events verfasste Handlungsanweisungen aus denen sich performative Aktionen etc. entwickeln können. Mitra Wakil und Fabian Hesse suchen damit nach dem schöpferischen Potential der Technologien und gleichzeitig nach Momenten des Verbergens vor der digitalen Erfassung. Sondertermine 26.4.2018, 19 Uhr: FluXXXus 3D-Scan Party zusammen mit Gästen und TeilnehmerInnen aktivieren wir den Scan-Raum: alle sind eingeladen mit 3DScannern zu interagieren. Dies geschieht unter Einbeziehung von Handlungsanweisungen (Scores) aus dem Fluxus. Playlist: out of the abyss of gebrochene beine und Friederike Jäger Anmeldung bis zum 24.4. 2018 unter: Kunstverein@Wolfsburg.de 6.5.2018, 15 Uhr: Last Chance - Präsentation der Publikation: Das Zine enthält einen Visual Essay über die Zumutungen von DIY/DIT 3D-Druck anhand von Memes und Texten von Jennifer Bork, Fabian Hesse, Mitra Wakil, u. A.

artists & participants

Fabian Hesse,  Mitra Wakil 

curator

Jennifer Bork 
Kunstverein Wolfsburg

Schloss Wolfsburg, Schlossstraße 8
D-38448 Wolfsburg

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posted 12. Apr 2018

Art in the Age of the Internet, 1989 to Today

07. Feb 201820. May 2018
Art in the Age of the Internet, 1989 to Today 07.02.2018 - 20.05.2018 Art in the Age of the Internet, 1989 to Today is the first major thematic group exhibition in the United States to examine the radical impact of internet culture on visual art. Featuring 60 artists, collaborations, and collectives, the exhibition is comprised of over 70 works across a variety of mediums, including painting, performance, photography, sculpture, video, web-based projects, and virtual reality. This exhibition features work of an international, intergenerational group of artists, including Cory Arcangel, Judith Barry, Dara Birnbaum, Harun Farocki, Juliana Huxtable, Mark Leckey, Trevor Paglen, Nam June Paik, Sondra Perry, Thomas Ruff, Frances Stark, and Anicka Yi. The exhibition is divided into five sections that explore themes such as emergent ideas of the body and notions of human enhancement; the internet as a site of both surveillance and resistance; the circulation and control of images and information; the possibilities for exploring identity and community afforded by virtual domains; and new economies of visibility accelerated by social media. Throughout, the work in the exhibition addresses the internet-age democratization of culture that comprises our current moment. The earliest work in the exhibition is from 1989, the year that Tim Berners-Lee invented the World Wide Web. This development, and others that followed in quick succession, modernized the internet, and in the process radically changed our way of life―from how we access and generate information, make friends and share experiences, to how we imagine our future bodies and how nations police national security. 1989 also marked a watershed moment across the globe, with significant shifts in politics, geographies, and economies. Events such as the fall of the Berlin Wall and protests in Tiananmen Square signaled the beginning of our current globalized age, which cannot be imagined without the internet. Art in the Age of the Internet, 1989 to Today is organized by Eva Respini, Barbara Lee Chief Curator, with Jeffrey De Blois, Assistant Curator. Publication A generously illustrated scholarly publication, co-published with Yale University Press, accompanies the exhibition. The publication features a range of established and emerging scholars, critics, and curators, including Kim Conaty, Lauren Cornell, Tim Griffin, Caitlin Jones, Caroline A. Jones, Thomas J. Lax, Omar Kholeif, Gloria Sutton, and the exhibition’s organizers. The catalogue also features topical conversations between artists Lynn Hershman Leeson and Hito Steyerl, Paul Pfeiffer and Josh Kline, and Martine Syms and Wu Tsang. Web Platform Art in the Age of the Internet is also accompanied by an extensive web platform, designed by Wkshps, which will expand on the themes and works in the exhibition by including additional content, such as special projects by artists in the exhibition. Events Art in the Age of the Internet is the lead exhibition in a region-wide exploration of art and technology. Fourteen art organizations and educational institutions will offer a range of exhibitions, performances, film screenings, and talks all exploring the relationship between art and technology in celebration of the Boston area’s rich history of technical innovation. There will also be a series of performances and lectures relating to art and technology at the ICA.

curator

DIS 
ICA Boston °

100 Northern Avenue
MA 02210 Boston

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posted 11. Apr 2018

PROOF: FRANCISCO GOYA, SERGEI EISENSTEIN, ROBERT LONGO

17. Feb 201827. May 2018
PROOF: FRANCISCO GOYA, SERGEI EISENSTEIN, ROBERT LONGO 17.02.2018 - 27.05.2018 Mit Werken von Francisco Goya (1746–1828), Sergei Eisenstein (1898–1948) und Robert Longo (1953) stellt die Ausstellung PROOF drei wesensverwandte Künstler vor, die die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten ihrer jeweiligen Zeit in bildgewaltige Werke überführen. Vom 18. bis zum 21. Jahrhundert erfahren diese drei Künstler über zwei Kontinente hinweg sowohl die Turbulenzen eines Jahrhundertwechsels als auch die seismischen Auswirkungen von Revolution, Bürgerrechtsbewegungen und Krieg. Goya wählte im 18./19. Jahrhundert das Medium Druckgrafik für seine gesellschaftskritischen Werkzyklen und eindringlichen Kriegsbilder. Eisenstein thematisiert seit den 1920er Jahren die russische Geschichte in Filmklassikern wie »Panzerkreuzer Potemkin« (1925) oder »Iwan der Schreckliche« (1945). Der New Yorker Künstler Robert Longo setzt sich in seinen bis zu 7,5 Meter breiten Kohlezeichnungen mit brennenden Themen der Gegenwart wie Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen und moderne Kriegsführung wie auch den Symbolen der Macht auseinander. Aufklärung, Moderne und Postmoderne treffen in dieser Ausstellung zusammen. »Mit der Wahrhaftigkeit des Werks des Spaniers Goya, den wirbelnden Bildfolgen des russischen Filmpioniers Eisenstein und dem Licht der Röntgenstrahlen in den Arbeiten des amerikanischen Künstlers Longo fordert die Ausstellung ihr Publikum mit komplexen Sinneseindrücken heraus«, so Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg. Zudem repräsentieren alle drei Werksammlungen und ihre Techniken die Geschichte der Medien. Die Druckplatte und die Kamera stehen repräsentativ für das Aufkommen der Massenmedien, während Longos Zeichnungen, die er anachronistisch mit Kohle anfertigt, eine hyperreale, verlangsamte Antwort auf die Fotografie darstellen. Die enge Beziehung zwischen den Werken der Künstler zeigt sich in der visuellen Struktur: Alle drei Künstler zählen zu den großen Bilddramatikern ihrer Zeit. Sie nutzen die Kraft der optischen Täuschung, um das Mysterium der Leidenschaftlichkeit, die Kälte der Macht, die Last des menschlichen Schicksals sowie ihre jeweilige, kulturell beeinflusste Wirklichkeit abzubilden. Die Ausstellung PROOF beinhaltet mehr als vierzig Skizzen Eisensteins, ausgeliehen vom Russian State Archive of Literature and Art, neben einer Auswahl seiner Filme, die raumgreifend in Slow Motion projiziert werden, so dass jedes Einzelbild in seiner Eigenständigkeit erlebbar wird. Über fünfzig Aquatinta-Radierungen aus allen vier Werkzyklen Goyas aus dem Morat-Institut, Freiburg treffen auf eine konzentrierte Auswahl von Longos großformatigen Zeichnungen der letzten sieben Jahre aus internationalen Sammlungen. Die Ausstellung PROOF wurde vom Garage Museum of Contemporary Art, Moskau initiiert und von Kate Fowle, Chef Kuratorin Garage, in Zusammenarbeit mit Robert Longo kuratiert. Die Deichtorhallen sind die einzige deutsche Station der internationalen Tournee, die von Moskau über New York nach Hamburg führt. KATALOG Die Ausstellung wird von einem englischsprachigen Katalog mit deutschem Textheft begleitet. Mit Essays von Kate Fowle (Chefkuratorin Garage Museum), Nancy Spector (Künstlerische Leiterin des Solomon R. Guggenheim Museums) sowie Beiträgen des Journalisten, Aktivisten und Autors Chris Hedges, des Künstlers Vadim Zakharov sowie einem Interview mit Robert Longo. 256 Seiten, Hardcover, 29 x 25 cm.

curators

Kate FowleRobert Longo 
Deichtorhallen Hamburg °

Deichtorstraße 1-2
20095 Hamburg

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posted 10. Apr 2018

Susan Philipsz, The Voices

13. Mar 201812. Nov 2018
opening: 12. Mar 2018 12:30
Susan Philipsz, The Voices, 2018 Vierkanal-Klanginstallation, Funkübertragung am Wiener Heldenplatz 13.03.2018 - 12.11.2018 täglich um 12.30 und 18.30 Uhr Eröffnung: Montag, 12.03.2018 12:30 Uhr Künstlerinnengespräch: 18:00 Uhr, mit Susan Philipsz und Kasper König Moderation: Thomas D. Trummer im Oratorium / Augustinertrakt der ONB, Josefsplatz, 1010 Wien 2018 jährt sich der „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich zum 80. Mal. Den Ort, an dem Adolf Hitler am 15. März 1938 unter frenetischem Massenjubel den „Eintritt“ Österreichs in das Deutsche Reich verkündet hat, den Ort, der zur audiovisuellen Ikone für die Mitverantwortung eines Teils der ÖsterreicherInnen an der Errichtung der NS-Terrorherrschaft wurde, den Ort, der wie kein anderer durch politische Kundgebungen und öffentliche Ansprachen von auditvier Erinnerung geprägt wurde – diesen Ort und diesen historischen Hintergrund hat das Haus der Geschichte Österreich zum Anlass genommen, die renommierte schottische Künstlerin Susan Philipsz (*1965, Glasgow) einzuladen, eine künstlerische Arbeit für den Altan der Neuen Burg zu entwickeln. Das Haus der Geschichte Österreich erachtet es als zentrale Aufgabe ein Zeichen zu setzen für eine reflektierte und kritische Auseinandersetzung mit der österreichischen Geschichte – im Sinne eines gleichzeitigen Blicks nach vorn. „Denn nur mit einem geschärften Blick für das Vergangene lässt sich die Gegenwart begreifen und damit die Zukunft sinnvoll gestalten.“, so Dr. Monika Sommer, die Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich. „Der Heldenplatz“, so Sommer weiter, „ist durch Adolf Hitlers Rede einerseits ein Symbol für Unterdrückung, Diktatur und Mitschuld an der NS-Terrorherrschaft. Auf der anderen Seite ist er im Laufe der Jahre durch Aktionen wie z.B. das Lichtermeer gegen Fremdenfeindlichkeit im Jahr 1993 ein Platz der demokratischen Protestkultur geworden.“ Die künstlerische Arbeit von Susan Philipsz sieht die Direktorin als „in seiner Fragilität besonders starkes Zeichen, das eine Bereicherung des öffentlichen Raumes darstellt.“ „Der Heldenplatz steht wie kein zweiter Platz in Österreich für die wechselvolle Geschichte des Landes“ Susan Philipsz verknüpft in ihren Arbeiten Geschichte und Gegenwart, Raum und Klang – Letzteres ist das zentrale Medium ihres Werks. In der Verbindung zu historischen Ereignissen schafft sie so Resonanzräume für Erinnerungen und Emotionen. Die von ihr erarbeitete Klanginstallation für den Heldenplatz erzeugt eine feinfühlige, unsichtbare und doch eindringliche Markierung des Ortes als zentralem Gedächtnisort der österreichischen Zeitgeschichte. Sie regt zum Innehalten, zur Reflexion und zur Diskussion an. Das vielschichtige Werk , das zwei Mal täglich, um 12:30 und um 18:30 zu hören sein wird, nimmt Metaphern von Stimme, Klang, Vibration, Fragilität und Glas zum Ausgangspunkt, um eine klanglich-räumliche wie inhaltliche Verbindung und zugleich Gegenüberstellung zweier architektonischer Kontrapunkte am Platz zu erzeugen: der Altan der Neuen Burg als Symbol für die Mitverantwortung von Teilen der österreichischen Diktatur an der NS-Terrorherrschaft und demgegenüber die Parlamentspavillons bzw. das Demokratiequartier, die für eine demokratische Gesellschaft stehen. Und genau hier liegen die zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen sowohl der Vergangenheit als auch von Gegenwart und Zukunft. Die Jury bestehend aus: Kasper König (Initiator Skulptur Projekte Münster), Stella Rollig (Generaldirektorin Österreichische Galerie Belvedere) Monika Sommer (Direktorin Haus der Geschichte Österreich) und Thomas D. Trummer (Direktor Kunsthaus Bregenz) haben die Entscheidung für Susan Philipsz für die Intervention am Heldenplatz gemeinsam gefällt. Zu den Werken, die sie bisher realisiert hat, zählen u.a. die Staatliche Kunstsammlungen Dresden (2018), die Einzelausstellung Night and Fog (2016) im Kunsthaus Bregenz sowie die Arbeit Slow, Fresh Fount (2015) im Bergwerk Altaussee. In unmittelbarer Nähe zum Heldenplatz setzte sie die Arbeit War Damaged Musical Instruments (Pair) (2015) im Rahmen einer Ausstellungsreihe des Kunsthistorischen Museums Wien im Theseustempel im Volksgarten um. 2010 erhielt Philipsz mit einem Lied als erste Sound-Bildhauerin den „Turner Prize“, die höchste Kunst-Auszeichnung, die in Großbritannien vergeben wird. Susan Philipsz arbeitet mit dem Künstler Eoghan McTigue zusammen und hat aktuell eine Gastprofessur am Royal Institute of Art in Stockholm inne. Ein weiteres, wesentliches Merkmal ihrer künstlerischen Praxis ist ihr ortsspezifischer Zugang, den die konkrete Bezugnahme auf die den jeweiligen Orten zugrunde liegenden Begebenheiten und Geschichten. „Susan Philipsz schafft durch die Klanginstallation in seiner Fragilität ein besonders starkes Zeichen, das eine Bereicherung des öffentlichen Raumes darstellt.“ Ursprünglich als Bildhauerin ausgebildet, setzt Susan Philipsz in ihren Arbeiten unterschiedliche Medien ein – darunter Musik, Stimmaufnahmen, Objekte, Film, Fotografie und Text. Klänge jedoch – sowohl Stimme als auch Instrumentalmusik – spielen die wesentliche Rolle in Philipszs Werken. Gerade in Zusammenhang mit der Erarbeitung einer Intervention für den Altan am Heldenplatz, der stark von auditiver Erinnerung geprägt ist, erscheint ein Zugang über dieses Medium den Anforderungen an ein künstlerisches Werk an diesem Ort mehr als gerecht zu werden. Ihre Klangräume, die sie mit Methoden von Verdichtung und Dehnung, von Verschiebung und Vermehrung zur Entfaltung bringt, sind letztlich in der Lage, Persönliches und Gesellschaftspolitisches, Vergangenes und Gegenwärtiges auf engste Weise zu verweben und neue Erfahrungsräume zu eröffnen. Die Klanginstallation – The Voices Den Klangraum erzeugt die Künstlerin durch langsames Reiben der Ränder von vier unterschiedlich gefüllten Kristallstielgläsern, die einen ätherischen, kristallinen Klang hervorbringen. Nähert man sich dem Heldenplatz, erklingen zunächst kaum wahrnehmbare Töne, die leicht durch den Raum zu schweben scheinen. Sie vermischen sich mit dem Klang vorbeifahrender Straßenbahnen, den Menschen, dem Verkehr. Der Klang verschiebt sich kontinuierlich, umkreist die ZuhörerInnen; die Töne verschmelzen miteinander und erzeugen eine fühlbare und zugleich nicht gänzlich definierbare Spannung. Der Klang, der sich erhebt und wieder abebbt, gemahnt an die menschliche Stimme und nimmt damit sowohl Bezug auf den Ort als Platz von Ansprachen und Kundgebungen, als auch auf die Stimmen jener, die die Geschichte ausgeblendet und zum Schweigen gebracht hat. Im Motiv von Vibration und Glas stellt die Arbeit wiederum Verbindungen her zu frühen Mikrofon- und Radioempfangstechnologien, die häufig mit Glas- und Kristallelementen versehen waren um Qualität zu präzisieren – ein wesentliches Instrument politischer Meinungsmache, aber auch Propaganda. In diesem Kontext lässt sich auch der Einsatz von Funk lesen, der im Werk zum Einsatz kommt, um den Klang zwischen den Gebäuden zu übertragen. „Das ist wertvoll und unerlässlich, denn der größte Schrecken – neben dem Vergessen – ist das Verstummen.“ Letztlich geht es darum, die Spannungen, die sich an diesem Ort kristallisieren, fühl- und erlebbar zu machen. Der Klang wird zur Metapher des Aushandlungsprozesses zwischen widerstreitenden wie sich ergänzenden, hörbaren wie zum Schweigen gebrachten Stimmen – die in ihrer Polyphonie für das Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft, Vergangenheit und Gegenwart, Vergessen und Erinnern stehen. Thomas D. Trummer, beschreibt die Klanginstallation eindringlich, wenn er sagt: „Das Kristalline speichert den Klang wie die Erinnerung die Gestimmtheit. Klänge fordern ein Vernehmen ein, das heißt eine Vergegenwärtigung im eigenen Empfinden. Es ist das Hören, durch das sich Geschichte in der Gegenwart aktualisiert. Es sind die Stimmen, die diese Erinnerungen buchstäblich hervorrufen. Das ist wertvoll und unerlässlich, denn der größte Schrecken – neben dem Vergessen – ist das Verstummen.“ * Fachjury: Kasper König (Initiator der Skulptur Projekte Münster) Stella Rollig (Generaldirektorin Belvedere) Monika Sommer (Direktorin Haus der Geschichte Österreich) Thomas D. Trummer (Direktor des Kunsthaus Bregenz)
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posted 09. Apr 2018

DOUG AITKEN

27. Mar 201819. May 2018
opening: 26. Mar 2018 18:00
DOUG AITKEN 27.03.2018 - 19.05.2018 OPENING RECEPTION: 26.03.2018 18:00 - 20:00

artist

Doug Aitken 
Massimo De Carlo, Hong Kong °

MASSIMO DE CARLO | 12 Pedder Street - 3F Pedder Building
Hong Kong

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posted 08. Apr 2018

Martha Jungwirth

02. Mar 201803. Jun 2018
Martha Jungwirth 02.03.2018 - 03.06.2018 Die ALBERTINA widmet Martha Jungwirth erstmals eine Personale. Einzelne Schlüsselwerke wie auch zu Serien zusammengefasste Werkblöcke geben einen faszinierenden Einblick in das umfangreiche Schaffen der 1940 geborenen Wiener Malerin. Martha Jungwirths monumentale Aquarelle und Ölbilder pendeln stets an der Schnittstelle zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Der zeitliche Bogen der Ausstellung spannt sich von Hauptwerken der Frühzeit bis zu neuesten, erstmals präsentierten Arbeiten. Seit ihren künstlerischen Anfängen schätzt Jungwirth das Papier als Malgrund. Mit ihren einzigartigen Farbkompositionen vermittelt die Künstlerin ihre sensible Wahrnehmung der Wirklichkeit. Ausgehend von ihren frühen Aquarellen über Werke der 1970er-Jahre, in denen häusliche Gegenstände, aber auch die sexualisierte weibliche Figur thematisch hervortreten, vereint die Künstlerin ab den 1980er-Jahren neuerlich Abstraktion und Gegenständlichkeit. Dabei kristallisieren sich die Komposition ebenso wie unterschwellige Gegenständlichkeit während der Arbeit intensiv heraus. Die Gegenstandsfarbe wird zur Gefühlsfarbe und transkribiert das Sichtbare zu einer dichten, ganz einzigartigen und unverwechselbaren Bildsprache von höchster Expressivität und Sensibilität. Mit Martha Jungwirth präsentiert die ALBERTINA nach Sonja Gangl im Jahr 2013, Elaine Sturtevant 2015 und Maria Lassnig 2017 eine weitere faszinierende Künstlerin der Gegenwart, eine Retrospektive von Florentina Pakosta wird vom 30. Mai bis 26. August in der ALBERTINA folgen. Mit vielen bedeutenden Künstlerinnen der Gegenwart wie Louise Bourgeois, Joan Mitchell oder Maria Lassnig teilt Martha Jungwirth das Los der späten internationalen Entdeckung. Die ALBERTINA konzentriert sich für diese erste Einzelpräsentation auf Hauptwerke der eigenen Sammlungen wie auf bislang unveröffentlichte Arbeiten aus dem Atelier der Künstlerin – allesamt Schlüsselwerke und bedeutende Werkgruppen, vom Frühwerk bis zu den aktuellsten Arbeiten. Dass Martha Jungwirth zeitgleich zu der Präsentation in der ALBERTINA den Oskar-Kokoschka-Preis erhält, unterstreicht die Aktualität und Relevanz dieser Künstlerin.
Albertina, Wien

Albertinaplatz 1
A-1010 Vienna

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posted 07. Apr 2018

Zoe Leonard: Survey

02. Mar 201810. Jun 2018
Zoe Leonard: Survey 02.03.2018 - 10.06.2018 New York–based artist Zoe Leonard (b. 1961) is among the most critically acclaimed artists of her generation. Over the past three decades, she has produced work in photography and sculpture that has been celebrated for its lyrical observations of daily life coupled with a rigorous, questioning attention to the politics and conditions of image making and display. Zoe Leonard: Survey is the first large-scale overview of the artist’s work in an American museum. The exhibition looks across Leonard’s career to highlight her engagement with a range of themes, including the history of photography, gender and sexuality, loss and mourning, migration, displacement, and the urban landscape. More than it focuses on any particular subject, however, Leonard’s work slowly and reflectively calibrates vision and form. Using repetition, subtle changes of perspective, and shifts of scale, Leonard draws viewers into an awareness of the meanings behind otherwise familiar images or objects. A counter-example to the speed and disposability of image culture today, Leonard’s photographs, sculptures and installations ask the viewer to reengage with how we see. The Whitney has a longstanding commitment to Leonard, who has been featured in three Biennials, was awarded the Bucksbaum Award for her contribution to the 2014 Biennial, and is significantly represented in the Museum’s collection. Zoe Leonard: Survey is organized by Bennett Simpson, Senior Curator, with Rebecca Matalon, Curatorial Associate, The Museum of Contemporary Art, Los Angeles. The installation at the Whitney Museum is overseen by Elisabeth Sherman, Assistant Curator.

artist

Zoe Leonard 
Whitney Museum of American Art, New York °

99 Gansevoort Street
NY 10014 New York

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posted 06. Apr 2018

Jose Dávila. Sense of Place

16. Sep 201720. May 2018
opening: 16. Sep 2017 14:00
Jose Dávila. Sense of Place 16.09.2017 - 20.05.2018 Opening reception: 16.09.2017, 2–5pm Please join LAND (Los Angeles Nomadic Division), Jose Dávila and Pacific Standard Time: LA/LA on Saturday, September 16, 2017 from 2–5pm in celebrating the opening of Sense of Place, a public art exhibition at West Hollywood Park. To celebrate the opening reception, artist Jose Dávila and Shamim M. Momin, Director/Curator of LAND, will be on site and available for questions. Free ice cream will be provided by Carmela Ice Cream Co. The six ton concrete sculpture will be on view to the public in the park from sunrise to sunset through November 2017 when it will begin to disassemble into 40 individual sculpture pieces and then journey throughout the city to be reinstalled in approximately 20 different public sites. Public programming will be announced throughout the exhibition to celebrate the sculpture’s migration. LAND has commissioned Guadalajara-based artist Jose Dávila to create Sense of Place, a multi-site, large-scale, public sculpture exhibition migrating through, and integrating into, the diverse urban landscape of Los Angeles to draw a portrait of the city’s many experiences, geographies and histories. Sense of Place was derived from Davila’s "Joint Effort" sculpture series which expands the concepts of balance and equilibrium using basic construction materials such as concrete blocks and stones. In continuation of this exploration, Sense of Place consists of a seven-foot nine-inch square cube sculpture comprised of 40 unique concrete conjunctional forms. Initially installed in West Hollywood Park, over the course of nine months the sculpture will slowly disassemble its various pieces, migrating to far reaching locales of the city such as landmarks, significant architectural sites, community hubs, shopping malls, bus stops, etc., taking on different functional forms at each location. In this sense the pieces become a social platform promoting interaction with the public, who will ultimately decide on the final function of the artwork. Sense of Place is built in six layers and will transition in three movements in November, January and March, positioning the modular pieces in their temporary surroundings for a period of two to six months, after which the piece will reassemble in West Hollywood Park. As part of the first movement in November 2017, the sculpture pieces will migrate to the Brand Library and Art Center (Glendale), Plummer Park (West Hollywood), Grand Central Market (Downtown LA), the Fitzpatrick Leland House at the MAK Center for Art and Architecture (Hollywood Hills), Langer’s Delicatessen-Restaurant (Westlake), and the Santa Monica Pier (Santa Monica). Sites for the second and third movements will be announced in the upcoming months. In its final iteration, the sculpture will return to its original whole cube re-installed at West Hollywood Park in May 2018, holding its travel histories in its reunited form. Sense of Place is Dávila’s largest public undertaking to date and his first major exhibition in Los Angeles. LAND will present various programs throughout the run of the exhibition, including screenings, panel discussion, and performances, all created in collaboration with the sculpture host sites and inspired by the surrounding community. A post-exhibition catalogue will document the various stages of transformation and include 20 thematic essays by different Mexican and Los Angeles-based authors. About Jose Dávila Guadalajara-based artist Jose Dávila (b. 1974) creates sculptures, installations, collages, and photographic works that use reproduction, homage, and imitation as a means to explore and dismantle the legacies of twentieth century avant-garde art and architecture. A self-taught artist, with a heightened interest in Western culture and art history, Dávila plays with elements of modernist architecture and art in his artistic practice. Using different reproduction strategies, Dávila’s work references artists and architects ranging from Luis Barragán and Mathias Goeritz to Donald Judd, and explores how the modernist movement has been translated, appropriated, and reinvented in the current discourse of contemporary art. Dávila’s interest in Modernist architecture and use of everyday materials to create sculptures and installations evokes a sense of familiarity for the viewer. Most recently, Dávila has shown a particular interest in the occupation of space through gestures of social practice inspired by public structures which allude to the evolution of urban landscapes. About LAND (Los Angeles Nomadic Division) Established in 2009, LAND (Los Angeles Nomadic Division) is a non-profit organization dedicated to curating site-specific public art exhibitions. Through commissions of site-specific works with national and international contemporary artists, collaborations with art institutions and organizations, and a wide variety of programming, LAND supports dynamic and untraditional artistic practices. Large-scale, multi-site, multi-artist and monographic exhibitions as well as one night ephemeral performances and durational events are all part of LAND’s programming repertoire. LAND believes that everyone deserves the opportunity to experience innovative contemporary art in their day-to-day lives. In turn, artists deserve the opportunity to realize projects, otherwise unsupported, at unique sites in the public realm. About Pacific Standard Time Pacific Standard Time: LA/LA is a far-reaching and ambitious exploration of Latin American and Latino art in dialogue with Los Angeles taking place from September 2017 through January 2018. Led by the Getty, Pacific Standard Time: LA/LA is a collaboration of arts institutions across Southern California. Through a series of thematically linked exhibitions and programs, Pacific Standard Time: LA/LA highlights different aspects of Latin American and Latino art from the ancient world to the present day. With topics such as luxury arts in the pre-Columbian Americas, 20th century Afro- Brazilian art, alternative spaces in Mexico City, and boundary-crossing practices of Latino artists, exhibitions range from monographic studies of individual artists to broad surveys that cut across numerous countries. Supported by more than USD 16 million in grants from the Getty Foundation, Pacific Standard Time: LA/LA involves more than 70 cultural institutions from Los Angeles to Palm Springs, and from San Diego to Santa Barbara. Pacific Standard Time is an initiative of the Getty. The presenting sponsor is Bank of America.

artist

Jose Davila 
LAND Los Angeles Nomadic Division

Los Angeles Nomadic Division | West Hollywood Park | 47 N San Vicente Blvd
CA 90069 West Hollywood

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posted 05. Apr 2018

BASQUIAT. BOOM FOR REAL

16. Feb 201827. May 2018
[**Und es hatte „Boom“ gemacht!** kunstaspekte-Special zur Ausstellung von Lothar Frangenberg](http://kunstaspekte.art/special/und-es-hatte-boom-gemacht) **Pressetext:** BASQUIAT. BOOM FOR REAL 16.02.2018 - 27.05.2018 Jean-Michel Basquiat (1960–1988) zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Mehr als 30 Jahre nach seiner letzten Einzelpräsentation in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt dem Werk des US-amerikanischen Künstlers eine große Ausstellung. Vom 16. Februar bis 27. Mai 2018 wird in über 100 Werken erstmals Basquiats Beziehung zu Musik, Texten, Film und Fernsehen seiner Zeit in einem übergeordneten kulturellen Zusammenhang deutlich. Im New York der 1970er- und 1980er-Jahre hinterließ Basquiat mit seinem Klassenkameraden Al Diaz unter dem Pseudonym SAMO© poetisch-konzeptuelle Graffitis auf Häuserwänden, zeichnete mit seinem eigenen Blut, collagierte Baseball- und Postkarten, malte auf Kleidung, Türen, Möbeln, riesigen Leinwänden und allem, was ihn umgab. Basquiat arbeitete mit vielen Künstlerinnen und Künstlern zusammen, u. a. mit Andy Warhol und Keith Haring. Er spielte in dem Film New York Beat mit Blondies Sängerin Debbie Harry und trat zusammen mit seiner experimentellen Band Gray auf. Er entwickelte Wandbilder und Installationen für New Yorker Clubs wie Area und Palladium und produzierte gemeinsam mit K-Rob und Rammellzee die Hip-Hop-Platte Beat Bop. Aus dieser sich im Lower Manhattan versammelnden Kreativszene des Post-Punk-Undergrounds heraus eroberte Basquiat die Kunstwelt und erhielt 1982 als bis dahin jüngster Teilnehmer in der Geschichte der documenta internationale Anerkennung. Seine Bilder hingen neben Werken von Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Gerhard Richter und Cy Twombly. Basquiats lebendige, rohe Bilderwelt entspringt einer Belesenheit, die sich in großen Schrift- und Textfragmenten durch das gesamte Werk zieht. Sie zeugt von seinen enzyklopädischen Interessen und seiner Erfahrung als junger Künstler ohne akademische Ausbildung. Basquiat pflegte einen spielerischen Umgang mit Sprache, liebte den Rhythmus und die Wiederholung von Worten, das Sampeln und Scratchen. Er rebellierte mit Worten, Wortmutationen und Auslöschungen gegen die politische Gleichgültigkeit – seine einzigartige Malerei richtet sich gegen Ausbeutung, Konsumwahn, Unterdrückung, Rassismus und Polizeigewalt. Die Ausstellung in der Schirn zeichnet Basquiats künstlerischen Weg von den Anfängen bis zu seinem frühen Tod im Alter von 27 Jahren, im Jahr 1988 nach. Sie beleuchtet in verschiedenen Themenbereichen sowohl die kunsthistorische Einordnung seines Œuvres als auch dessen Rezeptionsgeschichte. Unterschiedliche Aspekte wie die Rolle von SAMO© und der Einfluss der New Yorker Downtown-Szene auf Basquiats künstlerische Entwicklung oder die Bedeutung seiner bisher selten erwähnten interdisziplinären Kunstproduktion werden in der Ausstellung diskutiert. Die Schirn hat hierfür herausragende Gemälde, Zeichnungen, Notizbücher und Objekte von Basquiat aus öffentlichen wie privaten Sammlungen sowie seltene Filme, Fotografien, Musik und Archivmaterial versammelt. Die Vielfalt und Dynamik des Ausnahmekünstlers wird so eindrücklich sichtbar. Die Ausstellung Basquiat. Boom for Real wird durch die Art Mentor Foundation Lucerne ermöglicht. „Die Mythisierung von Jean-Michel Basquiat überwiegt noch immer die wissenschaftliche Betrachtung seiner künstlerischen Arbeit. Und häufig wird auch der historisch-kulturelle Kontext unterschlagen, in dem seine außergewöhnlichen Werke entstanden. Die Ausstellung Basquiat. Boom For Real setzt an diesem Punkt an, macht die Vitalität und Vielseitigkeit des gesamten Werks sichtbar und erzählt von den zahlreichen Einflüssen. Denn Basquiats Kunst ist mit dem Leben verbunden: Gesellschaftliche, politische und kunsthistorische Themen fließen in seinen Arbeiten ineinander. Es ist ein Mix, der die Grenzen der Disziplinen wie auch die seiner eigenen Identität auflöst. Mehr als 30 Jahre nach Basquiats letzter Einzelpräsentation in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland widmet die Schirn seinem Œuvre eine große Überblicksausstellung – es ist ein einzigartiges Ereignis“, so Dr. Philipp Demandt, Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt, über die Ausstellung. Lisane und Jeanine Basquiat, die Schwestern des Künstlers über die Ausstellung: „Wenn Sie sich Jean-Michel nähern wollen, müssen Sie sich seinem Werk widmen. Die jetzt in London und Frankfurt präsentierte Überblicksausstellung bietet dazu die beste Gelegenheit und ist für uns ein ganz besonderes Ereignis.“ THEMENBEREICHE UND WERKE DER AUSSTELLUNG Am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn schuf Basquiat politisch aufgeladene Graffitis. Im Jahr 1978 taggte der damals 17-Jährige mit seinem Highschool-Freund Al Diaz unter dem Pseudonym SAMO© kryptische Statements in schwarzen Großbuchstaben an New Yorker Hauswände. Die Graffitis waren satirische Angriffe auf die Banalität der amerikanischen Kultur, die durch ihren spielerisch-rhythmischen Umgang mit Sprache schnell unverwechselbar wurden. Die Ausstellung in der Schirn stellt zahlreiche Fotografien von Henry Flynt vor, der diese ersten Arbeiten von Basquiat dokumentierte. Für den Erfolg von SAMO© war die Inszenierung in dem damals neuen Künstlerviertel SoHo entscheidend. Medien wie die SoHo Weekly News oder die Village Voice starteten Aktionen, um die Identität von SAMO© zu veröffentlichen. Humorvoll reflektierte Basquiat seinen Status als Künstler. Er war Autodidakt, ging mit 16 Jahren von der Schule ab und erhielt nie formalen Kunstunterricht. Mit seiner Familie besuchte er regelmäßig die New Yorker Museen. Er besaß eine umfassende Sammlung von Künstlermonografien, die er als Quellen nutzte. Schon in den frühesten Gemälden und Zeichnungen zeigte Basquiat, dass er souverän mit dem visuellen Vokabular der westlichen Malerei des 20. Jahrhunderts umzugehen wusste, und entwickelte zugleich sehr früh einen höchst eigenständigen Stil. 1981 gelang ihm mit seinen Werkpräsentationen in der Gruppenausstellung New York/New Wave im P.S. 1 der Durchbruch. Arbeiten wie Untitled (1980) – eine über zwei Meter hohe Metallplatte mit „NEWYORK NEWAVE“-Schriftzug – oder eine umfassende Werkgruppe können in der Schirn erstmals wieder als größeres Konvolut betrachtet werden. Die Begeisterung der Zeitgenossen und der Zuspruch, den der Künstler von Kollegen und Kritikern erhielt, lässt sich bis heute nachempfinden. Auch die Werke seiner ersten US-Einzelausstellung im Jahr 1982 waren voller explosiver Energie – Farbschichten in intensiven Tönen und hingekritzelten, eingeritzten Schwüngen, die Bewegungsstrichen in Action-Comics gleichen. Die Schirn präsentiert aus dieser Zeit u. a. Untitled (1982) – einen siegreichen Boxer mit erhobenen Fäusten und dornigem Heiligenschein. Basquiat war nicht nur Maler und Zeichner, sondern auch Performer, Schauspieler, Dichter, Musiker und DJ. Er folgte damit unmittelbar der in der internationalen Kunstszene der 1970er- und frühen 1980er-Jahre verbreiteten Tendenz multidisziplinär zu arbeiten. Zusammen mit Michael Holman, Vincent Gallo und Nicholas Taylor spielte Basquiat in der Band Gray Klarinette und Synthesizer. In seinem Œuvre nimmt die Jazz- und Bluesmusik eine wichtige Rolle ein. In vielen Gemälden befasste er sich mit der Geschichte schwarzer Jazzmusiker, u. a. in dem Bild King Zulu (1986). Mit Fab 5 Freddy, Toxic und Rammellzee war er ein früher Akteur der Hip-Hop-Bewegung und produzierte unter seinem eigenen Label Tartown die Platte Beat Bop (1983), für die er auch das Cover entwarf. In dem Independentfilm New York Beat (später bekannt unter Downtown 81) von Glenn O’Brien erhielt Basquiat die Hauptrolle und verkörperte den Künstler, der er später werden würde. Die Ausstellung in der Schirn lässt diese Zeit mit dem Film New York Beat (1980–81), mit Interviews, Mitschnitten von Basquiats Fernsehauftritten in der Sendung TV Party (1979–1982) sowie Fotografien heute berühmter Akteure der Downtown-Szene wie Madonna, Debbie Harry, Grace Jones, Maripol oder Andy Warhol wieder aufleben. In Zusammenarbeit mit Keith Haring, Jennifer Stein, John Sex und weiteren Künstlerinnen und Künstlern entstanden in den frühen 1980er-Jahren zudem zahlreiche Collagen, Postkarten und Objekte. Die Ausstellung zeigt u. a. einen Kühlschrank Untitled (Fun Fridge) (1982) oder eine Vase – ebenfalls Untitled aus dem Jahr 1982. Auf Initiative von Bruno Bischofberger lernte Basquiat Andy Warhol kennen – mit Francesco Clemente sollten sie eine Serie von Gemeinschaftsarbeiten realisieren. Basquiat und Warhol setzten ihre Zusammenarbeit in den Jahren 1984 und 1985 fort. Die Schirn zeigt u. a. Arm and Hammer II (1984) von Basquiat und Warhol und das Doppelporträt Dos Cabezas (1982), das Basquiat unmittelbar nach der ersten Begegnung mit Warhol anfertigte. Was Basquiat für seine künstlerischen Arbeiten brauchte, nahm er sich aus seinem Umfeld. Dabei experimentierte er immer auch mit verschiedenen Bildträgern und Materialien. Nach Art des Kopierens und Einfügens fremder Inhalte übernahm er gefundenes Material und veränderte es, um es seiner Ästhetik anzupassen. Sein Ansatz beruhte auf der Cut-up-Technik der Beat-Autoren, die Anfang der 1980er-Jahre ein Revival erlebte. Er strukturierte die Bildfläche mit den Konventionen des Zitierens – Fußnoten, Ziffern, Register – sowie mit Rastern, Linien und Vektoren, die an Mind-Maps und Flussdiagramme erinnern. Seine besondere Vorliebe galt schematischen Darstellungen komplexer Zusammenhänge – von Leonardo da Vincis Kodizes über Sternkarten bis zu Illustrationen aus Enzyklopädien und Nachschlagewerken. Dort fand Basquiat das Rohmaterial für seine Kunst. Immer wieder bezog er sich in seinen Arbeiten auch auf die Werke berühmter Künstler, u. a. Pablo Picasso, Henri Matisse, Tizian oder Leonardo da Vinci. Die Schirn präsentiert etwa die Arbeiten Untitled (Pablo Picasso) (1984) oder Leonardo da Vinci’s Greatest Hits (1982). Seine Gedanken- und Ideenwelt hielt Basquiat in linierten Notizheften fest. Die Ausstellung versammelt eine Auswahl dieser Hefte mit Gedichten, Skizzen, Zitaten, Textfragmenten und Adressen, die Tagebücher und Inspirationsquellen zugleich waren. Eine Ausstellung des Barbican Centre, London, in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt Kuratiert von Dr. Dieter Buchhart und Eleanor Nairne, Barbican Art Gallery, London KATALOG Basquiat. Boom for Real, herausgegeben von Dieter Buchhart und Eleanor Nairne mit Lotte Johnson. Mit einem Vorwort von Philipp Demandt und Essays von Dieter Buchhart, Eleanor Nairne, Christian Campbell, Carlo McCormick, Glenn O’Brien, Francesco Martinelli und Jordana Moore Saggese; außerdem mit umfassendem Archiv- und Fotomaterial, zum Teil erstmalig veröffentlicht. Deutsche und englische Ausgabe, je 296 Seiten, 312 Abbildungen, 28 x 24 cm (Hochformat), Hardcover; Gestaltung: A Practice for Everyday Life; Prestel Verlag, München, ISBN 978-3-7913-6752-1 (deutsche Museumsausgabe), ISBN 978-3-7913-5636-5 (englische Ausgabe)
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posted 04. Apr 2018

Khaled Hafez – Realms of the Hyperreal

10. Feb 201820. Apr 2018
opening: 09. Mar 2018 18:00
NOME is pleased to present Khaled Hafez' most recent solo show Realms of the Hyperreal after his participation in the 57th Venice Biennale. Khaled Hafez’s artistic approach pulls apart prime dichotomies – modern/traditional, East/West, sacred/profane – to create intercultural iconographies that exceed simplistic analyses of identity. Realms of the Hyperreal, a title that references Jean Baudrillard’s simulacrum of signs, brings together major works from three aspects of Hafez’s practice: large-scale painting, video, and installation. In bold canvases, Hafez sets in motion a Pop topology of Pharaonic symbolism and capitalist mythology. Images from fashion advertising and health culture are ‘kidnapped’, in the artist’s words; digitally manipulated, blown-up and inserted into compositions the scale of Ancient Egyptian wall paintings. Signifiers cross time periods as well as cultures, and superheroes find each other across millennia: see the amalgam of the jackal-headed God Anubis and a ripped Superman. The permeable line between reality and fiction animates the video Revolution (Liberty, Social Equity, Unity) (2006), a critical take on the postcolonial rule of Egypt and the false promises of various governments. Three screens represent, via the actions of a freedom fighter, military politics, neoliberal bureaucracy and fundamentalism. The protagonist wields a different tool on each screen – a gun, a hammer and a knife – each of which are recast in the corresponding installation Contaminated Belief (2007) into solid copper sculptures, now captured in sleek glass museum vitrines. Following the Egyptian revolution of 2011, these works take on new significance, demonstrating Hafez’s commitment to the relationship between art and politics, and how one might transform the other. In drawing attention to certain polarities of contemporary life – whether in Egypt, America, or Europe – Hafez’s visual languages seek common artistic ground. Khaled Hafez (born in 1963) is a visual artist based in Cairo, Egypt. His work has been exhibited at the Venice Biennale (57th, 56th and 55th editions), the 12th Cairo Biennale (2010), Institut du Monde Arabe in Paris, the Hiroshima Museum of Contemporary Art in Japan, and New York’s New Museum, among others. His work is in the public collections of the British Museum and the Saatchi Collection in London, the MuHKA Museum of Art in Belgium, and the Barjeel Art Foundation in Sharjah, UAE. Hafez was the recipient of a Fulbright scholarship in 2005 and a Rockefeller fellowship in 2009.

artist

Khaled Hafez 
NOME Berlin

Glogauer Str. 17
10999 Berlin

Germanyshow map
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posted 03. Apr 2018

christopher williams | normative models

05. May 201829. Jul 2018
christopher williams | normative models 05.05.2018 - 29.07.2018 Die Kestner Gesellschaft präsentiert die Einzelausstellung »Normative Models« von Christopher Williams (*1956 in Los Angeles). Der Künstler studierte in den späten 1970er Jahren am California Institute of the Arts unter anderem bei John Baldessari, Douglas Huebler und Michael Asher. Mit seinem bevorzugten Medium Fotografie und inspiriert von der industriellen Kultur des Spätkapitalismus untersucht Williams Bedeutungs- und Ordnungssysteme. Er arbeitet häufig mit Bühnenbildnern, Models und Technikern zusammen; die daraus resultierenden technisch präzisen Fotos erinnern an die Bildwelten der Werbung aus den 1960er Jahren und der Zeit des Kalten Kriegs. Gleichzeitig verweisen sie auf die Geschichte der Kunst, der Fotografie und des Kinos, von Pop Art und Kapitalistischem Realismus bis zur Neuen Sachlichkeit und zum Surrealismus. Die sieben Fotos der Ausstellung »Normative Models« sind zentrale Beispiele einer bestimmten Arbeitsweise, die charakteristisch für Williams’ fotografische Praxis ist: Exemplarische Bildtypen aus allen Lebensbereichen werden oft sehr direkt repliziert, allerdings mit einem erhöhten Produktionsaufwand und mit einer Genauigkeit und Aufmerksamkeit für Details, die eine längere Betrachtung weit mehr belohnt als die Bilder, die üblicherweise in der heutigen visuellen Kultur zu finden sind. Williams’ Fotografien zeigen alltägliche Sujets wie Autos, Kinder, Kochgeschirr, Tiere, Pflanzen und Möbel, die wohl jeder in der westlichen Konsumgesellschaft kennt. Die Art ihrer Präsentation und Gegenüberstellung legt jedoch die unterschiedlichen Kontexte offen, in denen Bilder und Kunstwerke verbreitet werden. Dazu gehören Display-Strukturen, Ausstellungsdesign, grafische Kommunikation, Publikationen und Pressematerial als Elemente innerhalb größerer diskursiver, gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge und Geschichten. Christopher Williams ist 1956 in Los Angeles geboren. Seit 2008 ist er Professor für Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Überblicksausstellung »The Production Line of Happiness« wurde 2014-15 im Art Institute of Chicago, dem Museum of Modern Art in New York und der Whitechapel Gallery in London gezeigt. Weitere monografische Ausstellungen u.a.: ETH Exhibitions, Zürich (2017), La Triennale di Milano, Mailand (2017), Museum Morsbroich, Leverkusen (2011), Bergen Kunsthall (2010), Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (2010) und Bonner Kunstverein (2009). Die Ausstellung wird von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und dem Förderkreis der Kestner Gesellschaft unterstützt. Kuratorinnen der Ausstellung: Christina Végh und Lea Altner
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posted 02. Apr 2018

REDUCTION

08. Mar 201812. May 2018
REDUCTION Gesellschaft für projektive Ästhetik, Georg Kargl & GEORG KARGL BOX 08.03.2018 - 12.05.2018 Mladen Bizumic, Carter, Martin Dammann, Mark Dion, Marlene Dumas, Andreas Fogarasi, Michael Gumhold, Herbert Hinteregger, Chris Johanson, Ferdinand Kriwet, Arthur Köpke, Bernhard Leitner, Thomas Locher, Inés Lombardi, David Maljkovic, Agnes Martin, Matt Mullican, Markus Prachensky, Man Ray, Gerhard Richter, Yuko Sakurai, Liddy Scheffknecht, Nedko Solakov, Erwin Thorn, Rosemarie Trockel, Nadim Vardag, Sue Williams 2017 ist das Jahr der Neuorientierung. Der Ausstellungsraum als Ort der Auseinandersetzung, Information, Diskussion und Entwicklung von Utopien soll wieder das Zentrum der Kunstvermittlung werden. Aus Georg Kargl Fine Arts wird die Gesellschaft für projektive Ästhetik. Das bedeutet: Entschleunigung, Reduzierung, Konzentration, Dialog. Die Programmatik der Gesellschaft für projektive Ästhetik setzt sich zum Ziel, in freieren Präsentationen nach vorn gerichtete Überlegungen mit tagesaktuellen Themen in Verbindung zu bringen, ohne die aktuelle Nachrichtenlage in eine Ausstellung zu übertragen. Es geht darum, sich den gesellschaftlichen Veränderungen zu stellen und soziopolitische und künstlerische Perspektiven für einen positiven Wandel aufzuzeigen. Der Gedanke des Umbruchs entspringt der Beobachtung über die Entwicklungen der letzten Jahre. Kunstmessen waren noch nie Orte des vertiefenden Diskurses. Es gibt zu viele Ausstellungen und Events. Ein reines Zahlenspiel. In den 20 Jahren des Bestehens von Georg Kargl Fine Arts in der Schleifmühlgasse konnten wir nicht immer machen, was wir uns vorgenommen hatten, mussten oft zu schnell vorgehen, haben uns und andere überfordert. Wir haben uns vom Kunstmarktkarussell einfangen lassen. Aktuell denken viele um. Natürlich müssen auch wir gewinnbringend arbeiten. Die Ausstellungen alleine haben nicht immer den Betrieb getragen, alternative Finanzierungsmöglichkeiten und Umsätze waren immer notwendig. Wir stellen die Vermittlung von Inhalten vor die ziellose Verbreitung von Werken. Im Zeitalter der Digitalisierung möchten wir die Menschen wieder verstärkt an die Originalschauplätze bringen, an denen Kunst für die Betrachter_innen direkt erfahrbar wird und zur kontroversiellen Disposition stellt. Dabei wenden wir uns gezielt an ein Publikum, das mit Wissensdurst, dem Verlangen nach Komplexität und dem Drang nach Veränderung zu einer Neuformulierung von Kultur als gesellschaftlicher Notwendigkeit beiträgt. Dieser Appell richtet sich an alle, die dieses Modell als Anstoß zu einem tiefergreifenden Denken und einer aktiven Teilnahme verstehen, sich gesellschaftspolitischen Herausforderungen zu stellen und zukünftige Arbeits- und Zusammenlebensmodelle zu formulieren. Die Verschränkung von gesellschaftlicher Realität und künstlerischem Irritationspotential soll in der Gesellschaft für projektive Ästhetik eine entspannte und gleichermaßen ernsthafte Heimstatt finden.
Kargl, Wien

Schleifmühlgasse 5
A-1040 Vienna

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posted 01. Apr 2018

Inventur—Art in Germany, 1943–55

09. Feb 201803. Jun 2018
opening: 08. Feb 2018
Inventur—Art in Germany, 1943–55 09.02.2018 - 03.06.2018 Opening: 08.02.2018 Opening speech: Konrad Klapheck Curator: Lynette Roth The first exhibition of its kind, Inventur examines the highly charged artistic landscape in Germany from the mid-1940s to mid-1950s. Taking its name from a 1945 poem by Günter Eich, the exhibition focuses on modern art created at a time when Germans were forced to acknowledge and reckon with the atrocities of World War II and the Holocaust, the country’s defeat and occupation by the Allies, and the ideological ramifications of the fledgling Cold War. Chosen for the way it helps characterize the art of this period, the word Inventur (inventory) implies not just an artistic stocktaking, but a physical and moral one as well—the reassurance of one’s own existence as reflected in the stuff of everyday life. The exhibition, too, “takes stock,” introducing the richness and variety of the modern art of this period to new audiences, while prompting broader questions on the role of the creative individual living under totalitarianism and in its wake. Inventur includes more than 160 works, encompassing nearly 50 artists; many of the works have never been on view outside Germany. The exhibition draws from the Harvard Art Museums’ Busch-Reisinger and Fogg collections and is complemented by works from more than 50 public and private collections in the United States and in Germany. It includes key artists from across Germany who worked in an array of media: photography, collage, photomontage, drawing, painting, sculpture, and commercial design. The exhibition is accompanied by a fully illustrated catalogue with two essays and sixty in-depth object entries written by the curator and emerging scholars in the field. This publication, the first of its kind in English, will contribute a wealth of new knowledge to scholarly understanding of 20th-century German art. Organized by the Harvard Art Museums. Curated by Lynette Roth, the Daimler Curator of the Busch-Reisinger Museum and Head of the Division of Modern and Contemporary Art at the Harvard Art Museums. Support for this project was provided by the German Friends of the Busch-Reisinger Museum (Verein der Freunde des Busch-Reisinger Museums) and by endowed funds, including the Daimler Curatorship of the Busch-Reisinger Museum Fund, the M. Victor Leventritt Fund, and the Richard L. Menschel Endowment Fund. In addition, modern and contemporary art programs at the Harvard Art Museums are made possible in part by generous support from the Emily Rauh Pulitzer and Joseph Pulitzer, Jr., Fund for Modern and Contemporary Art.

curator

Lynette Roth 
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posted 31. Mar 2018

Diaspora Pavilion | Venice to Wolverhamtpon

10. Feb 201829. Apr 2018
Diaspora Pavilion | Venice to Wolverhamtpon 10.02.2018 - 29.04.2018 Larry Achiampong, Kimathi Donkor, Michael Forbes, susan pui san lok, Paul Maheke, Erika Tan, Abbas Zahedi Wolverhampton Art Gallery’s first contemporary art exhibition of 2018 is a reconfiguration of The Diaspora Pavilion, which took place in Venice during the 57th Venice Biennale and welcomed over 45,000 visitors between May 10 to November 26, 2017. The exhibition set to take place in Wolverhampton will feature works by seven of the nineteen artists who exhibited in the Venice Pavilion alongside some new works. The Diaspora Pavilion grew out of the desire to provide a space for artists to present counter-narratives that interrogate the critical capacity of diaspora as a notion. Through a multitude of inter-cultural narratives presented across a variety of media, the exhibition aims to resist the normalisation of the term and to demonstrate that diaspora is an ever-present and universal process that has far reaching implications across social and cultural practices, not just within the UK but globally. The very complexity and transience of the diasporic experience lends to the interrogative approach that this exhibition attempts to present, demonstrating through these works the range and density of visual expressions that articulate our present predicaments in light of these decentering forces. The exhibition in Venice worked to challenge the prevalence of national pavilions within the biennale structure, positioning itself in opposition to the very concept of a permanent national pavilion, yet adopting the term as a means of posing an intentional juxtaposition between the structures and modalities of this biennale and the discontinuity of the diasporic condition. As the exhibition is re-formulated for Wolverhampton Art Gallery, the conversations about the urgency and relevance of diaspora initiated at the 2017 show shift now in response to the historical importance of Wolverhampton in the establishment of The Blk Art Group and in its connection to the wider British Black Arts Movement. Acknowledging the long-standing contributions of diasporic communities in the region, The Diaspora Pavilion explores the multiple meanings of the concept in the present moment. Diaspora Pavilion | Venice to Wolverhampton will take place from February 10 until April 29 at the Wolverhampton Art Gallery, with an opening event on February 9 from 5:30pm onwards. The curators of the exhibition, David A. Bailey and Jessica Taylor, and the artists have worked closely with the gallery staff to bring this new re-staging of the work to the UK.
Wolverhampton Art Gallery

Lichfield Street
GB-WV1 1DU Wolverhampton

United Kingdom of Great Britain and Northern Irelandshow map
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