daily recommended exhibitions

posted 24. Sep 2019

Korakrit Arunanondchai

13. Sep 201910. Nov 2019
opening: 12. Sep 2019 07:00 pm
Korakrit Arunanondchai 13.09.2019 - 10.11.2019 Kuratorin: Jeanette Pacher Pressekonferenz: Donnerstag, 12. September 2019, 10 Uhr Eröffnung: Donnerstag, 12. September 2019, 19 Uhr Der Künstler und Filmemacher Korakrit Arunanondchai richtet in einem einzigen umfangreichen Werkkomplex das Augenmerk auf die Idee eines „lebenden Archivs“. Sein Interesse gilt dabei Beziehungen, die lange Zeit fortdauern und sich mit den Menschen und ihren Körpern verändern, undsomit eine Parallele zur Entwicklung der Geschichtsschreibung aufweisen, ohne jedoch an derenLinearität und zentralen Erzählperspektive festzuhalten. In letzter Zeit ist der Künstler dazu übergegangen, strukturelle Beziehungen, die animistischenVorstellungen zugrunde liegen, mit jenen des globalen Informationsnetzwerkes zu überlagern.Animismus, das älteste Glaubenssystem der Welt, das außerhalb des Westens auch heute noch sehrpräsent und lebendig ist, hat laut Arunanondchai eine gewisse Ähnlichkeit mit der Art und Weise, wieNetzwerktechnologien Menschen in Geister verwandeln. Die Geschichte der nahen Zukunft wird zu einerVersion eines Narrativs aus einer fernen, imaginierten Vergangenheit, wie sich auch die Dichotomie vonSpiritualität und Technologie zunehmend in Graustufen aufzulösen scheint, sodass eine multiple„gemeinsame Gegenwart“ hergestellt werden kann. Arunanondchai arbeitet vor allem mit Video, wobei er das Leben seiner Familienmitglieder dokumentiert und mit dokumentarischem Filmmaterial und Found Footage verbindet, die in Bezug stehen zu seinenlaufenden Forschungen auf dem Gebiet der Politik, Naturwissenschaften, Zukunftstechnologie undSpiritualität. Zu den wichtigsten, in seinen Werken immer wieder auftauchenden Figuren gehören seineGroßeltern, die bereits ein Alter erreicht haben, in dem das Gedächtnis allmählich schwindet. Was fürArunanondchai auch der Grund war, mit dem Drehen von Videos zu beginnen, lassen sich doch so dieErinnerungen seiner Großeltern bewahren. Zu Beginn seines WerkkomplexesPainting with history in a room filled with people with funny names(2012) erschuf sich Arunanondchai in performativen Inszenierungen als „denim painter“, indem er mitJeansstoff ein Gewebe einsetzte, das unterschiedliche Welten und Kontexte verbindet. Denim ist einMaterial, das aus dem Westen kommt, als Stoff der Arbeiterklasse populär wurde und schließlich als eineArt Globalisierungsmaschine die Welt eroberte, sodass sich eine Parallele zur rohen Leinwand und derenBedeutung für die westliche abstrakte Malerei aufdrängt. Denim dient in Arunanondchais Arbeit alsGrund(lage), im wörtlichen Sinne für seine Malereien wie auch als narratives Element in den Videos: Auf diesem Stoff entstehen Bilder durch Action Painting, während in den Videos die Menschen Denim tragen,dem Gewebe also eine narrative Funktion zukommt. Die im Zuge vonPainting with History entstandenen Bilder werden zu Objekten, die auch die Geschichteihrer Entstehung zeigen (das Foto vom Feuer, dessen Spuren die Bilder bewahren), während dieVideoreihePainting with history in a room filled with people with funny names zu einem Archiv derGedanken und Gefühle wird, in dem wichtige Ereignisse und Menschen im Leben von Arunanondchailebendig gehalten werden und das alle zwei Jahre mit einer neuen Episode ergänzt und aktualisiert wird.Betrachtet man die Videos in der Installation, dann nimmt man auch die Textur wahr, die verschiedene emotionale Zustände und verschiedene geographische Kontexte zu einem Ganzen verbindet. Der Geistim Archiv, der nicht mehr verschwindet, gleicht der menschlichen DNA, die sich noch lange nachweisenlässt, nachdem das Fleisch bereits verwest ist. Korakrit Arunanondchai, geboren 1986 in Bangkok, lebt und arbeitet in New York und Bangkok.

curator

Jeanette Pacher 
Wiener Secession

Friedrichstraße 12
A-1010 Vienna

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posted 23. Sep 2019

Thilo HEINZMANN. Voyage Visage Passage

07. Sep 201905. Oct 2019
Thilo HEINZMANN. Voyage Visage Passage 07.09.2019 - 05.10.2019 Thilo Heinzmann, born in Berlin in 1969, attended Städelschule in Frankfurt from the early 1990s in the class of Thomas Bayrle. During that time he also assisted Martin Kippenberger. A significant voice in a generation of German painters scrutinizing the medium and its history, his inventive, precise works are driven by an inquiry into what painting can be today. Using chipboard, styrofoam, nail polish, resin, pigment, fur, cotton wool, porcelain, aluminum and hessian, Heinzmann has for the last twenty-five years worked on developing new paths and an unique visual language in his practice. He is interested in the presence that each work creates, which is further enhanced by his paintings’ powerful tactile qualities. It invites the viewer to notions on some essentials: composition, surface, form, color, light, texture, and time. In 2018 he was appointed professor of painting at Universität der Künste in Berlin.
PERROTIN PARIS

PERROTIN | 76 Rue de Turenne
75003 Paris

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posted 22. Sep 2019

Francis Alÿs. The Private View – Werke aus deutschen Sammlungen

12. Sep 201905. Jan 2020
opening: 22. Sep 2019 12:00 pm
Francis Alÿs The Private View – Werke aus deutschen Sammlungen 22.09.2019 - 05.01.2020 Kuratorin der Ausstellung ist Stefanie Kreuzer. Die hoch explosive Mega-City als künstlerischer Referenz-Raum: Schafe umzingeln einen Fahnenmast auf Mexico Citys zentralem Riesenplatz Zócalo, ein Hund streift durch die Gassen und Straßen, und der Künstler selbst durchwandert stundenlang die Hauptstadt seiner Wahlheimat als eine Art geheimer Beobachter, als Agent seines eigenen künstlerischen Tuns. Umfangreiche, über einen längeren Zeitraum angelegte Projekte bestimmen das Œuvre des belgischen Künstlers Francis Alÿs, der zu den international bekanntesten Künstlern seiner Generation gehört. In der Ausstellung in Leverkusen werden nun erstmalig Werke seiner Anfangszeit, einige Jahre nach seinem Umzug nach Mexico City, im Sinne einer urbanen Gesamterzählung vereint. Francis Alÿs (*1959 in Antwerpen, BE), der in Frankreich und Italien Architektur studierte und in den späten 1980er Jahren für ein Erdbeben-Hilfsprojekt der belgischen Regierung nach Mexico City ging, hat die Stadt mit all ihrer Widersprüchlichkeit und Komplexität zu einem zentralen Thema seiner frühen Arbeiten gemacht. Als Inspirationsquelle und Ort seiner kontemplativen Spaziergänge (Paseos) wird die Megametropole in der Ausstellung durch die 24-teilige Fotoarbeit Sunpath (1999) sowie durch zwei Videoarbeiten eingeführt. Auf dem politisch geschichtsträchtigen und zugleich sozial problematischen zentralen Platz, dem Zócalo, werden nicht nur Schafe in Anspielung auf ein konkretes Ereignis während der politischen Unruhen 1968 um den zentralen Fahnenmast geführt (Cuentos Patrióticos, 1997, in Zusammenarbeit mit Rafael Ortega). Dieser Mast dient auch in der Videoarbeit Zócalo (1999) als Dreh- und Angelpunkt für eine „soziale Performance“, zu deren Akteuren die sich zufällig am Ort befindenden Personen werden. Die Figur des Hundes, die in der Ausstellung in mehreren Arbeiten skulptural und malerisch thematisiert wird, spielt ebenso eine zentrale Rolle im Werk von Francis Alÿs. Als subversives, in rationale Ordnungssysteme eindringendes Element funktioniert er als ein bewusst gesetzter Gegenpart. Ebenso wie die Handlung des Spiels, die keinen ökonomischen Kriterien folgt, stellt der Hund nicht nur einen „intellektuellen“ Stolperstein dar, sondern eröffnet auch in gewisser Weise geistige Experimentierfreude und Bewegungsfreiheit.

artist

Francis Alys 
Museum Morsbroich, Leverkusen

Gustav-Heinemann-Strasse 80
51377 Leverkusen

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posted 21. Sep 2019

Samson Young - Real Music

24. Jul 201905. Oct 2019
Samson Young Real Music July 24–October 5, 2019 Talbot Rice Gallery and the University of Edinburgh are proud to present the first solo exhibition in the UK by acclaimed Hong Kong artist and composer, Samson Young (b. 1979). At the heart of the exhibition is an ambitious collaboration with the University of Edinburgh’s Next Generation Sound Synthesis (NESS) research group, who have developed pioneering software that can generate the sound of virtual instruments. For historians this offers the opportunity to hear lost objects, while for Samson Young it is an opportunity to hear the impossible. A new series of installations entitled Possible Music, 2018–ongoing, are borne from this encounter, the artist composing music for instruments that do not exist in reality. Possible Music #2, commissioned for the exhibition at Talbot Rice and Monash University Museum of Art, pushes the parameters of this technology by orchestrating the effects of scale, temperature and force. How would a bugle sound, for instance, if it was activated by the fiery breath of a dragon, superheated to 300 degrees Celsius? Within Young’s 16-channel sound garden, a field of speakers sprout towards the cupolas overhead, while mixed media sculptural forms allude to a colossal, oversized trumpet emerging from the carpeted earth. This impossible rendition is complimented by a new body of work on paper—colourful, textured graphic scores. Talbot Rice Gallery will also premier a new video performance-lecture by Young entitled The world falls apart into facts generated from the artist’s extensive research into the Chinese folk song "Molihua" (Jasmine Flower). Tracing its different versions and their claims to authenticity, this work is a genealogical telling of the song’s story, with the artist adopting an ironic ethnographic gaze. Accompanying this are a number of items that derive from Young’s exploration of the University of Edinburgh’s collections, including Pieter Neefs the Elder's Interior of a Cathedral from the University’s Torrie Collection and a class of musical instruments often described as "tourist instruments" held at St Cecilia’s Hall. The exhibition will include Muted Situation #22: Muted Tchaikovsky’s 5th, 2018 (commissioned by Sydney Biennale in 2017)—a 12-channel sound installation—in which an orchestra performs the work on muted instruments. Tchaikovsky’s 5th is replaced with the startling and powerful sound of the orchestra itself—pulsing, heaving and expressive as a physical, concentrated body. The exhibition has been curated by Tessa Giblin, Director of Talbot Rice Gallery, and Charlotte Day, Director of Monash University Museum of Art, Melbourne. Real Music will tour to MUMA May 2–July 4, 2020. Real Music will be accompanied by a fully illustrated catalogue available at Talbot Rice Gallery, Monash University Museum of Art and through Koenig Books. Catalogue: Samson Young: Real Music ISBN: 978-3-96098-645-4 Edition of 1000 Editors: Tessa Giblin and Charlotte Day Design: Stuart Geddes and Žiga Testen Language: English Published by: Koenig Books, London, 2019

artist

Samson Young 
Talbot Rice Gallery, Edinburgh

Talbot Rice Gallery, The University of Edinburgh, Old College, South Bridge
GB-EH8 9YL Edinburgh

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posted 20. Sep 2019

15th Biennale de Lyon 2019

19. Sep 201905. Jan 2020
15th Biennale de Lyon 2019 19.09.2019 - 05.01.2020 Professional Preview September 16-17, 2019 Press and professional accreditations: from May 2019 on the Biennale web site Artistic director: Isabelle Bertolotti Guest curator: Le Palais de Tokyo and its team of curators: Adélaïde Blanc, Daria de Beauvais, Yoann Gourmel, Matthieu Lelièvre, Vittoria Matarrese, Claire Moulène, Hugo Vitrani. Main venues: Fagor Factory macLYON In 2019, the Lyon Contemporary Art Biennale is moving to the 29,000 sqm space of the former Fagor factory for the first time. This 15th edition is curated by the Palais de Tokyo, which has imagined the international exhibition as a vast landscape of uneven topography and unsettled climates. Together the curators have envisioned this biennale as a vast ecosystem where artworks and artists cultivate the art of permaculture, at the intersection of landscapes be they biological (all interactions with living organisms, whether plants, animals or bacteria); economic (all interactions with resources and the appetites they entail: producing, distributing, consuming) and cosmogonic (all relations with the world’s spirit and our awareness of our place in the universe). Around 50 artists of all generations and many nationalities, with gender parity, have been invited to make site-specific works that draw on the factory’s legacy and architecture as well as its own socio-economic context. “Fantastic gardens, hybrid creatures, bouquets of epiphytic stories, synthetic fragrances and mythological machines, but also colours, crystals, songs and infrasounds which could be intended for us humans as much as for our contemporaries: plants, animals, minerals, breaths and chemistries, waves and bacteria, are just some of the ingredients that make up the porous landscapes of this 15th Lyon Biennale. This edition—a reflection of our collective curatorial approach, based on discussion and collegiality—seeks to nurture chance encounters and unexpected connections between artworks specially produced in collaboration with the vital forces of the metro area, the Auvergne-Rhône-Alpes region and the city of Lyon.” Curatoial team. * Participating artists Rebecca Ackroyd (United Kingdom), Isabelle Andriessen (Netherlands), Jean-Marie Appriou (France), Felipe Arturo (Colombia), Bianca Bondi (South Africa/France), Malin Bülow (Sweden/Norway), Bureau des Pleurs (France), Stéphane Calais (France), Nina Chanel Abney (USA), Gaëlle Choisne (France), Yu-Cheng Chou (Taïwan), Lenka Clayton & Jon Rubin (United Kingdom/USA), Morgan Courtois (France), Daniel Dewar & Gregory Gicquel (United Kingdom/France/Belgium), Khalil El Ghrib (Morocco), Escif (Spain), Jenny Feal (Cuba/France), Thomas Feuerstein (Austria), Julieta García Vazquez & Javier Villa de Villafañe (Argentina), Petrit Halilaj (Kosovo/Germany), Dale Harding (Australia), Holly Hendry (United Kingdom), Karim Kal (Switzerland/France), Bronwyn Katz (South Africa), Sam Keogh (Ireland/Netherlands), Lee Kit (China/Taiwan), Eva L’Hoest (Belgium), Mire Lee (South Korea), Yona Lee (South Korea/New Zealand), Renée Levi (Turkey/Switzerland), Minouk Lim (South Korea), LYL Radio (France),Taus Makhacheva (Russia), Léonard Martin (France), Gustav Metzger (Germany/United Kingdom), Nicolas Momein (France), Shana Moulton (USA), Simphiwe Ndzube (South Africa/USA), Josèfa Ntjam (France), Fernando Palma Rodriguez (Mexico), Le peuple qui manque (France), Thao-Nguyên Phan (Vietnam), Abraham Poincheval (France), Stephen Powers (USA), Philippe Quesne (France), Marie Reinert (France/Germany), Megan Rooney (Canada/United Kingdom), Pamela Rosenkranz (Switzerland), Ashley Hans Scheirl & Jakob Lena Knebl (Austria/Germany), Aguirre Schwarz (France), Stéphane Thidet (France), Nico Vascellari (Italy), Trevor Yeung (China), Pannaphan Yodmanee (Thailand), Victor Yudaev (Russia/France), Mengzhi Zheng (China/France).
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posted 19. Sep 2019

steirischer herbst ’19: Grand Hotel Abyss

19. Sep 201913. Oct 2019
Orte: Die Großausstellung „Grand Hotel Abyss“ findet an verschiedenen Orten in der Stadt Graz statt. * steirischer herbst ’19: Grand Hotel Abyss 19.09.2019 – 13.10.2019 Eröffnungstage: 19.–22.9.19 Zahlreiche Veranstaltungsorte in Graz und in der Steiermark, Österreich Der steirische herbst ist ein interdisziplinäres Festival für zeitgenössische Kunst, das 1968 in einem herausfordernden politischen und geografischen Kontext gegründet wurde; in einem Land, das viele historische Leichen im Keller hatte, und in einer Stadt, die in einer Grenzregion des Kalten Krieges lag. Das neue kuratorische Team des Festivals begann 2018 in seiner ersten Ausgabe unter dem Titel Volksfronten damit, diese Geschichte und das aktuelle politische Klima in Österreich und Europa zu thematisieren. Die Ausgabe 2019 schließt unmittelbar daran an und geht den zerstörerischen Widersprüchen und dem unheimlichen Charme des Habsburgischen Europa sowie seiner Bedeutung für den Rest der Welt tiefer auf den Grund. Der Titel des diesjährigen Festivalprogramms lautet Grand Hotel Abyss (Grand Hotel Abgrund) – eine schlagende Metapher, die der Philosoph Georg Lukács prägte. Lukács beschrieb die europäische Szene der Intellektuellen und Kulturschaffenden als „ein schönes, mit allem Komfort ausgestattetes modernes Hotel am Rande des Abgrunds, des Nichts, der Sinnlosigkeit. Und der tägliche Anblick des Abgrunds, zwischen behaglich genossenen Mahlzeiten oder Kunstproduktionen, kann die Freude an diesem raffinierten Komfort nur erhöhen.“ Lukács´ Bild entspricht der Selbstdarstellung von Graz und dem umliegenden österreichischen Bundesland Steiermark als Genussregion, als kulinarische und ästhetische Wohlfühlzone. Graz und die Steiermark gehören zu den zahlreichen Blasen aus gehobener Gastronomie, Wellness und Bio-Komfort, die in Zeiten zunehmender Ungleichheit entstehen – Orte, die maßgeschneidert sind für Geschäftsreisende und Kulturtourist*innen, wo das Lob traditioneller Erzeugnisse beängstigende, kryptonationalistische Untertöne hat und der Abgrund der radikalen gesellschaftlichen Exklusion, der Wirtschaftskrise und des entfesselten militärischen Konflikts lauert und in Zeitlupengeschwindigkeit näherkommt. Grand Hotel Abyss nimmt diese Situation als Ausgangspunkt für eine umfassendere Betrachtung des Hedonismus in Zeiten der nahenden Apokalypse. Das Festival blickt zurück auf seine Vorgeschichte in den turbulenten Tagen des beginnenden Kalten Krieges, als britische Offiziere, darunter auch der junge John le Carré, das Hotel Wiesler – das damals einzige wirkliche Grand Hotel der Stadt – übernahmen und ihr Hauptquartier im Palais Attems aufschlugen, in dem sich heute das Büro des steirischen herbst befindet. Das diesjährige Programm erzählt Geschichten über die Wohlfühlpolitik des Nationalsozialismus, über sexuelle Praktiken der Zukunft, über die unmögliche Entscheidung zwischen Faschismus und Nationalsozialismus, die Tirol in den 1930er-Jahren aufgezwungen wurde, und über Handelssanktionen für landwirtschaftliche Produkte im heutigen Russland – und es spult vor in eine dystopische Zukunft, in der die bestehenden Kulturinstitutionen der Stadt in Cafés umgewandelt werden. Der steirische herbst ’19 eröffnet am 19. September mit einer Abendveranstaltung voller überraschender Ereignisse und entwickelt sich anschließend in der gesamten Stadt zu einem vierwöchigen, dicht gewobenen kuratorischen Narrativ aus Performances, Bühnenproduktionen, Installationen und Filmen von Künstler*innen aus aller Welt. Das Kernprogramm wird wie in jedem Jahr begleitet von einem umfangreichen und vielgestaltigen Parallelprogramm, das von Kulturinstitutionen der Steiermark und der Stadt Graz präsentiert wird. Eine vollständige Künstler*innenliste von Grand Hotel Abyss wird im Juni bekanntgegeben. Intendantin und Chefkuratorin: Ekaterina Degot Konzept: Ekaterina Degot und David Riff Kuratorisches Team: Mirela Baciak, Ekaterina Degot, Henriette Gallus, Dominik Müller, Christoph Platz und David Riff
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posted 18. Sep 2019

Theaster Gates - Assembly Hall

05. Sep 201912. Jan 2020
“How do we deal with abandonment, ruin, decay? How do we start to imagine ourselves as deeper caretakers of the things that exist in the world?” —Theaster Gates Theaster Gates’s multifaceted practice includes sculpture, installation, performance, and architectural interventions. An important aspect of his work entails reclaiming and revitalizing abandoned buildings in neighborhoods across Chicago’s South Side. These spaces, which include Dorchester Projects and the Stony Island Arts Bank, have become catalysts for creative and cultural gatherings, and now serve as repositories for thousands of objects that the artist has collected. Taking things that have been cast aside from libraries, archives, and other collections, Gates asks us to consider what it means to invest objects with new meanings through the simple acts of conversation, conservation, creation, and care. Assembly Hall brings a number of Gates’s collections into a museum context for the first time. The Walker’s galleries will be transformed into a total work of art that transposes several of the artist’s vast collections and studio environment into four immersive rooms, each infused with his poetic interventions. Included are selections from 60,000 slides of art/architectural history from the University of Chicago Glass Lantern Slides; books, periodicals, furniture, and other ephemera from the 15,000-piece Johnson Publishing Company Collection; a range of objects from the Ana J. and Edward J. Williams Collection of “negrobilia”; and ceramic pots and other wares that the artist has made or collected over the past decade. Taken together, these items speak to Gates’s “deep belief in the objects and histories of African American material culture” and capture moments of celebration and inspiration, exclusion and marginalization, renewal and invention. In 2017 Gates unveiled his first permanent outdoor commission, Black Vessel for a Saint(2017), in the Minneapolis Sculpture Garden. Composed of custom-made black bricks, the temple-like structure provides a space for gathering and reflection as well as a permanent home for a salvaged statue of Saint Laurence, the patron saint of librarians and archivists. Curated by Victoria Sung, assistant curator, Visual Arts; with William Hernández Luege, curatorial fellow, Visual Arts. Theaster Gates: Assembly Hall is organized by the Walker Art Center. Major support for the exhibition is provided by the Martin and Brown Foundation. Additional support is provided by Deborah and John Christakos and Donna and Jim Pohlad.
Walker Art Center, Minneapolis

WAC | 725 Vineland Place
MN-55403 Minneapolis

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posted 17. Sep 2019

Abschied vom Außen. Eine Suchbewegung nach dem Terrestrischen

14. Sep 201927. Oct 2019
Abschied vom Außen. Eine Suchbewegung nach dem Terrestrischen Exhibition with Performances, Readings, Concerts and Screenings 14.09.2019 – 27.10.2019 Die erhabene Perspektive von außen auf den blauen Planeten, die Vorstellung einer fortschreitenden Expansion und Eroberung von Neuland führen in die Irre. Soziale Ungerechtigkeit, Migration, Abschottung und Ausgrenzung, Umweltzerstörung und Klimawandel zeigen, dass Menschen über nichts erhaben, sondern immer mittendrin sind. Es gibt keine abgeschirmte Weltabgeschiedenheit und kein Außen. Alles Leben ist gebunden an die „Critical Zone“ – die dünne, nur wenige Kilometer dicke luft- und wasserführende Schicht rund um unseren Planeten. Was bedeutet das für unsere Wahrnehmung von Welt, unser Handeln und Zusammenleben? Abschied vom Außen greift diese Fragen nicht nur theoretisch auf, sondern verwandelt den Kunstverein Freiburg in ein Experimentalsystem für die Suchbewegung nach dem „Terrestrischen“ – ein Begriff, den der Soziologe Bruno Latour für ein noch zu umreißendes, anderes Verhältnis zum Planeten Erde gebraucht. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Philosoph*innen und Besucher*innen wird der Kunstverein mit Installationen, Performances, Workshops, Konzerten, Filmscreenings zu einem Labor für ästhetische Kollisionen und ungewöhnliche Begegnungen. Im Gegensatz zu allbekannten Katastrophenszenarien des Anthropozän wird auf das kreative Potential der Menschen, ihre Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten fokussiert. Ausgangspunkt der Suchbewegung ist die künstlerische Forschung DE\GLOBALIZE von Daniel Fetzner, Martin Dornberg und Ephraim Wegner mit Arbeitsergebnissen aus Indien und Ägypten in Form von raumgreifenden Medieninstallationen. [deglobalize.com](http://moe.lab.mi.hs-offenburg.de/hyper/#Intro) Künstlerische Leitung: Daniel Fetzner Dramaturgen: Martin Dornberg (Philosophie / Medizin), Ephraim Wegner (Sound), Wolfgang Klüppel (Performance), Jürgen Reuß (Text), Adrian Schwartz (Clique am Bach) Der Club Noosphäre ist ein theatral-situationistischer Co-Forschungs-Space zum samstäglichen Kristallisationshappening. Ziel ist die vollständige, permanente Dissoziation aller Beteiligten. Hauptakteur ist der Meteorit von Ensisheim, Conférenciers sind: Jürgen Reuß, François Makandal und Daniel Fetzner. Die Clique am Bach ist eine Gruppe von Filmstudierenden der Hochschule Offenburg. Die Compagnie LaPerformance ist ein Tanzkollektiv, das im Spannungsfeld zwischen Individuum und urgeschichtlichem Unterbewusstsein arbeitet. Abschied vom Außen ist eine Produktion der Hochschule Offenburg und der künstlerischen Forschungsgruppe mbody e.V. in Kooperation mit dem Kunstverein Freiburg, dem Theater Freiburg, dem Theaterkollektiv Konsortium und Konsorten, dem Zentrum für Anthropologie und Gender Studies der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, dem Kommunalen Kino Freiburg, dem Literaturhaus Freiburg sowie dem Carl-Schurz-Haus.

curator

Daniel Fetzner 
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posted 16. Sep 2019

Susan Hefuna: Gebilde

07. Sep 201911. Oct 2019
opening: 06. Sep 2019 05:00 pm
Susan Hefuna : Gebilde Season Opening: Friday, September 6th | 5 - 8 PM September 7 - October 11, 2019 Es ist uns eine grosse Freude und Ehre, die Eröffnung von Susan Hefunas erster Einzelausstellung in unserer Galerie ankündigen zu dürfen: „Gebilde“ zeigt sowohl Hefunas poetisch-sinnliche Zeichnungen als auch ihre räumlich fesselnden Plastiken. Susan Hefuna zeichnet in mehreren Schichten, und auf dieselbe Art und Weise entstehen auch ihre Plastiken. In ihren Arbeiten zeigen sich Inspirationen aus verschiedensten Quellen, die von Biologie über Architektur bis hin zur Informatik reichen. Aus all diesen Gebieten trägt die Künstlerin Muster zusammen, um so ihren Hauptinteressen nachzugehen: architektonische und geometrische Formgebung, rasterbasierte Ästhetik und Oberflächentransparenz. Hefunas multikultureller Hintergrund färbt ihre einzigartige, scheinbar abstrakte künstlerische Sprache. In dieser geht es um Struktur: die Struktur des Werks, die Struktur kultureller Kontexte, die Struktur der Organisation unserer Existenzen. Die Titel der Arbeiten enthalten naturalistische Verweise auf Architektur und Stadtlandschaften – Hefunas künstlerischer Ausdruck mag sich minimalistisch und konzeptuell geben, mag sogar Nationalität, Raum und Zeit überschreiten, doch die Taktilität und sinnliche Ästhetik ihrer Motive stecken voller Poesie und impliziter Inhalte. Hefuna arbeitet mit Performance, Video, Zeichnung, Fotografie, Installation und Plastik. Aber die Zeichnung hat für sie einen besonderen Stellenwert – nicht zuletzt deshalb, weil die Linie Objekte und Formen definieren kann und somit das Wesen der Struktur in direkter und ungefilterter Sprache beschreibt. Susan Hefuna (* 1962) ist eine international renommierte Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und New York. Sie stellt weltweit aus und ist in bedeutenden Sammlungen massgeblich vertreten, wie z.B. im Centre Pompidou und Louvre (Paris), British Museum und Victoria & Albert Museum (London), MoMA (New York), Solomon R. Guggenheim Museum (Dubai und New York), The Art Institute of Chicago, Los Angeles County Museum of Art (LACMA) sowie in diversen privaten Sammlungen. Im Jahr 2013 wurde ihr der namhafte „Prix de dessin“ der Fondation d’art contemporain Daniel et Florence Guerlain verliehen, die ebenfalls verschiedene Arbeiten erworben hat.

artist

Susan Hefuna 
Anne Mosseri-Marlio Galerie, Basel

ANNE MOSSERI-MARLIO GALERIE | Malzgasse 20
CH-4052 Basel

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posted 15. Sep 2019

Sommer

29. Jun 201906. Oct 2019
opening: 28. Jun 2019 07:00 pm
SOMMER 29.6. – 6.10.2019 Eröffnung: Freitag, 28.06.2019 19:00 Uhr Maïly Beyrens, Verena Buttmann, Signe Raunkjær Holm und Ji hyung Song Es sind in SOMMER nicht die spektakulären Auftritte, die Künstler*innen und Zuschauer*innen an ihre Grenzen bringen wie damals, als Performance zur Qual werden konnte, aufrütteln sollte, Drama war und Schmerz. Es sind die leisen Eingriffe, die unauffälligen Manipulationen, die wirken, als seien sie Teil des alltäglichen Lebens und nur für eine begrenzte Zeit, für einen SOMMER, in den Ausstellungsraum und auf die Bühne gebracht worden. Die selbstverständliche Kommunikation mit der Welt, mit dem leiblichen Gegenüber, das ist es, was Maïly Beyrens, Verena Buttmann, Signe Raunkjær Holm und Ji hyung Song interessiert. Sie möchten nähertreten, im Hier und Jetzt des KIT, sich einer Öffentlichkeit aussetzen und uns dabei einladen, selbst zu entscheiden, wie wir uns in diesem Setting verhalten wollen. Alles ist da: Körper, Raum und Zeit, verbunden mit Tanz und Musik und mit dem geschriebenen und gesprochenen Wort. Bilder tauchen auf, wir können sie uns machen, jeder in sich selbst, oder mit seinem eigenen Medium: seiner Kamera, seinem Smartphone. Die Künstlerinnen möchten Sie einladen, SOMMER zu erfahren: auf einer Parkbank sitzend; träumend von einem längst vergessenen Dachboden; schreitend auf einer Bühne oder vertieft in den Akt des Angelns. Sie sind ein Teil dieser Ausstellung und mit Ihnen wird sie sich täglich verändern und weiterentwickeln. Im Rahmen der eigens für diese Schau konzipierten Werke werden wöchentlich Performer*innen und Vermittler*innen mit den Besucher*innen in Kontakt treten. Das außergewöhnliche interdisziplinäre Projekt ist zukunftsweisend für die Arbeit junger zeitgenössischer Künstler*innen, die immer stärker Skulptur, Timebased Media und Performance verbinden. Kuratiert von Gertrud Peters und Ji hyung Song Mit dem Kauf einer Eintrittskarte laden wir Sie zu einem zweiten Ausstellungsbesuch ein, um weitere Performances zu erleben.
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posted 14. Sep 2019

MONICA BONVICINI. I CANNOT HIDE MY ANGER

28. Jun 201927. Oct 2019
Belvedere 21 MONICA BONVICINI. I CANNOT HIDE MY ANGER 28.06.2019 - 27.10.2019 Monica Bonvicinis medienübergreifende Arbeiten mit Zeichnung, Skulptur, Installation, Video und Fotografie rücken das Verhältnis von Architektur, Geschlechterrollen, Kontrollmechanismen und Machtdispositiven in den Mittelpunkt. Die Künstlerin untersucht dabei politische, soziale und institutionelle Gegebenheiten und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Für das Belvedere 21 – ursprünglich der österreichische Pavillon auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel – entwickelt sie eine ortsspezifische und raumgreifende Installation, die radikal auf die Architektur Karl Schwanzers reagiert. Bonvicini interessiert sich dabei vor allem für die männlich geprägten Machtstrukturen, die sich im gebauten Raum genauso ausdrücken wie in der Kunstgeschichte, der Politik und der Sprache. Monica Bonvicini wurde 1965 in Venedig geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Kuratiert von Axel Köhne. Die Ausstellung ist von 28. Juni bis 27. Oktober 2019 zu sehen.

curator

Axel Köhne 
Belvedere, Wien

Prinz Eugen-Straße 27
A-1030 Vienna

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posted 13. Sep 2019

Ljubljana Biennial of Graphic Arts 2019

07. Jun 201929. Sep 2019
Ljubljana Biennial of Graphic Arts 2019 "Crack Up – Crack Down" The 33rd edition 07.06.2019 - 29.09.2019 The Ljubljana Biennial of Graphic Arts, a major biennial event in Slovenia, announces the curatorial concept for their 33rd edition, curated by Slavs and Tatars and entitled Crack Up – Crack Down. Crack Up – Crack Down will take an expansive view of the genre of satire today, featuring works by historical and contemporary international artists, as well as interventions by activists, new-media polemicists, performances by stand-up comedians, and others. For the 33rd edition of the Biennial, Slavs and Tatars consider "the graphic" not as a medium, but as an agency. They question how graphic language engenders a form of infra-politics via irony and ridicule as a particularly resilient and contemporary form of critique. Purported to speak truth to power, satire has proven itself to be a petri dish in a world of post-truth bacteria. Satire has been variably considered as a form of popular philosophy, biting critique, and a conservative genre prone to moralizing inclinations. It thrives in periods of authoritarian rule: from the rich tradition of Communist humor in Central and Eastern Europe, to the many examples from the Middle East. Today, the return of strong-man rule in the West has prompted a boom in various comedic forms. Just as the growth of print media brought about a proliferation of satirical periodicals in the early 20th century (Slovenia’s Pavliha, Germany’s Simplicissimus, the UK’s Punch, France’s l’Assiette au Beurre and the Caucasus’ Molla Nasreddin to name a few), so too has our digital age provided a particularly fertile graphic moment, via the meme and the protest poster. The visual glut of our age has spawned new aesthetic languages whose messages and discourse we often find distasteful. Though each enjoys a distinct history, both the graphic arts and satire claim to speak simultaneously for and to the people. A publication will accompany the exhibition and serve as a compendium of the practices of "satire" and "graphic" acting both as a mediation guide and a reader on the topic with essays from leading scholars. “With the rise of populism across the globe (not to mention reductive and revanchist forms of identity politics), there has been vigorous debate over who constitutes ‘the people.’ For more than a millennium, satire has been a particularly contested genre to explore such questions, via varying degrees of serious invective or jocular teasing. Is each joke, as George Orwell maintained, a tiny revolution? Or does laughter deflate the pressures and tension which could otherwise lead to political upheaval?” –Slavs and Tatars Artists Maintaining its position as a biennial with a deeply global point of view, this year’s Ljubljana Biennial of Graphic Arts will include a cross section of artists from regional territories such as Slovenia, Poland, Ukraine, Georgia and Bulgaria, as well as international participants from China, Iran, United Kingdom and the United States. Artist list: Lawrence Abu Hamdan, Hamja Ahsan, Pablo Bronstein, Cevdet Erek, Arthur Fournier with Raphael Koenig, Boštjan Gorenc (aka Pižama), Martine Gutierrez, Flaka Haliti, Stane Jagodič, Zhanna Kadyrova, Sachiko Kazama, Dozie Kanu, Ferdinand Kriwet, Ella Kruglanskaya, Tala Madani, Augustin Maurs, Marlie Mul, Woody de Othello, Alenka Pirman with KULA, Amanda Ross-Ho, Lin May Saeed, Hinko Smrekar, Endre Tot, Anna Uddenberg, Martina Vacheva, Nicole Wermers, Anja Wutej, Giorgi Xaniashvili, XIYADIE and Honza Zamojski. Venues: The 33rd edition of the Ljubljana Biennial of Graphic Arts will be spread across 9 venues, in a parcours across the city. Beginning with the main venue of the International Centre of Graphic Arts (MGLC), the exhibition will build upon and highlight crucial networks of contemporary culture in Ljubljana’s vibrant creative landscape, including non-profit spaces, commercial galleries and artist-run initiatives. MGLC - The International Centre of Graphic Arts MGLC - Švicarija National Gallery of Slovenia The National Library of Slovenia Equrna Gallery Gallery ZVKDS ISIS Gallery DUM Project Space Dobra Vaga
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posted 12. Sep 2019

Thomas Schütte

13. Jul 201906. Oct 2019
opening: 12. Jul 2019 07:00 pm
Thomas Schütte 13.07.2019 - 06.10.2019 Eröffnung: Freitag, 12. Juli, 19 Uhr Der deutsche Bildhauer und Zeichner Thomas Schütte zählt zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Im April 2016 eröffnete der mehrfache documenta-Teilnehmer seine Skulpturenhalle in Neuss – der Ausstellungsraum dient der Präsentation zeitgenössischer Skulptur und als Lager seiner eigenen Werke. Zu Schüttes künstlerischen Schwerpunkten gehören zudem Aquarelle, Zeichnungen und Modelle sowie Installationen wie etwa die Bibliothek (2014/2017), ein Modell in Originalmaßstab, das im Erdgeschoss des Kunsthaus Bregenz präsentiert wird. Die wichtigste Werkgruppe bilden seine Skulpturen. Meist finden sie ihren Ausgang in kleinen Wachs- oder Tonmodellen. Sie werden in großen Formaten – bis zu sechs Meter hoch – in Bronze oder Stahl gegossen. Schüttes Serie Mann im Wind I–III (2018), die in Bregenz zu sehen sein wird, oder die monumentale Bronze Mann mit Fahne (2018), sind Zeugnisse seines skulpturalen Schaffens. Anlässlich der Sommerausstellung von Thomas Schütte im Kunsthaus Bregenz werden seine Werke nicht nur im KUB, sondern an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum in Bregenz präsentiert. Wie zum Beispiel ein Wasserdampf schnaubender Hund aus patinierter Bronze auf dem Karl- Tizian-Platz vor dem Kunsthaus Bregenz. * Biografie Thomas Schütte Der mehrfache documenta-Teilnehmer Thomas Schütte, 1954 in Oldenburg, Deutschland, geboren, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf. Er war Schüler von Gerhard Richter und Fritz Schwegler. In den 1980er Jahren hatte er eine Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg inne. Einzelausstellungen wurden unter anderem im Stedelijk Museum, Amsterdam (2004), im Haus der Kunst in München (2009), im Museo Reina Sofía in Madrid (2010), in der Serpentine Gallery, London (2012) und in der Fondation Beyeler in Basel (2013) präsentiert. Schütte nahm 2005 an der Biennale in Venedig teil sowie 1987 an der documenta 8, 1992 an der documenta IX und 1997 an der documenta X in Kassel. Vor seiner Ausstellung in Bregenz waren seine Arbeiten im Monnaie de Paris, Paris (2019), zu sehen. 2021 wird ihm das Museum of Modern Art in New York eine Retrospektive widmen. Thomas Schütte lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Kunsthaus Bregenz

Karl Tizian Platz
A-6900 Bregenz

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posted 11. Sep 2019

Magdalena Jetelová. Essential is Visible

11. Sep 201907. Dec 2019
opening: 10. Sep 2019
Mit der Ausstellung ‚Essential is Visible‘ stellt die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst den jüngsten Werkzyklus ‚Pacific Ring of Fire‘ der tschechischen Künstlerin Magdalena Jetelová vor. Seit vielen Jahren erscheint das Thema der Grenze, der Ausgrenzung oder Markierung zentral in Jetelovás Arbeit. Dabei ist der aktuelle Zeitbezug eine bedeutende inhaltliche Komponente. Mit ‚Pacific Ring of Fire‘ thematisiert Jetelová die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und macht die globale Erwärmung sichtbar. Die gezeigten Aufnahmen stammen von einer Expedition zur Antarktis: Mittels eines Laserpointers zeichnete die Künstlerin die geologische Nahtstelle zwischen der Pazifischen und der Antarktischen Platte nach und hinterließ auf dem Eis Botschaften. Die Videoarbeit dokumentiert durch Ton und Bild eindrücklich die sich rasch verändernde Situation des Lebensraums Antarktis. In einem waghalsigen Unterfangen filmte Jetelová von einem kleinen Boot aus dahintreibende Eisfragmente und einstürzende Eisberge. Das eindrückliche Geräusch des knackenden Eises begleitet die Bilder.

curator

Benita Meißner 
DG Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, München

DG Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V. | Finkenstraße 4
80333 Munich

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posted 10. Sep 2019

STAY TWICE. Beatriz Olabarrieta

07. Sep 201910. Nov 2019
STAY TWICE. Beatriz Olabarrieta 07.09.2019 – 10.11.2019 Press preview 06.09.2019, 11:00 Der Kunstverein Bielefeld unter der neuen Direktion von Nadine Droste freut sich, Stay Twice zu präsentieren, die erste institutionelle Einzelausstellung von Beatriz Olabarrieta in Deutschland. Olabarrieta (geboren in Bilbao, Spanien, lebt und arbeitet in Berlin) beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Praxis mit der visuellen Darstellung von Kommunikation und Sprache. Die Künstlerin reflektiert das Verhältnis von wörtlichen und metaphorischen Bedeutungen, von Text und Materialität sowie Nachricht und Zeichen, um die Kommunikationsformen der aktuellen Informationsgesellschaft zu beleuchten. Ihre Arbeiten waren zuletzt im Museum of Contemporary Art Santa Barbara in Kalifornien, USA, ausgestellt und werden Ende des Jahres in der Fundació Joan Miró in Barcelona, Spanien, zu sehen sein. Für den Kunstverein Bielefeld hat Olabarrieta in Zusammenarbeit mit Armin Lorenz Gerold, Hendrike Nagel, Romy Kießling und Zach Furniss ein Setting mit neuen Arbeiten entworfen, das sich über beide Etagen des Gebäudes erstreckt. Am 06.09.2019 findet um 11:00 ein Presserundgang durch die Ausstellung statt, zu dem wir Sie herzlich einladen. Eine ausführliche Pressemitteilung und Bildmaterial sind HIER zum Download für Sie hinterlegt. Die Ausstellungsansichten werden ab 09.09.2019 abrufbar sein. Informationen zu der Ausstellung und dem Rahmenprogramm finden Sie zudem auf unserer neuen Webseite www.kunstverein-bielefeld.de. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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posted 09. Sep 2019

PAUL MORRISON. DANDELION

06. Sep 201930. Oct 2019
VAN HORN PRESENTS PAUL MORRISON. DANDELION 07.09.2019 - 30.10.2019 OPENING FRI. O6 SEP. 18:OO We are delighted to present Paul Morrison’s first extensive solo exhibition at VAN HORN. Having received worldwide recognition since the 1990s, Morrison now exhibits in the Rhineland for the first time in over 16 years. Parallel to this show, he is honored with a second solo exhibition at the Knust Kunz Gallery in Munich. Dent de lion Lion's tooth Löwenzahn Dandelion When the yellow inflorescence of the dandelion has closed after withering, it opens again after several days and first repels the dried perianth of the ray florets. The ovaries themselves then are slender, barrel-shaped and have hairy parachutes, carrying them by the wind over long distances. It is the rough-toothed leaves of the dandelion that, among other things, find their way into Paul Morrison's pictorial worlds, whose varnished plant arrangements attract international attention since over two decades. In times of climate change, they have currently become extremely topical once again, not least because of the artist's consistent devotion to the subject of landscape and flora. In his monochrome paintings and wall works, Morrison skillfully draws attention to the interweaving of diverse images of nature that seem familiar to us from a wide variety of contexts, transported via various media. For this he devises his scenes of flowers and trees from comics and graphic patterns to historical etchings from the Renaissance or scientific illustrations of botany. Morrison's visual language effortlessly moves from the silhouette of a Disney-style tree to a seemingly scientific fascination for the shape of a branch. Some of his works are reminiscent of photographic experiments or traditional reproduction techniques such as woodcuts. Morrison insinuates, for instance, the illusion of this printing technique in the motif of the wooden slat fence, which can be seen in many of his paintings. The coarse black and white lines not only reflect the structure of the fence slats, but also simulate the technical process of woodcuts. In other cases he works with computer software and manipulates, transforms, stretches or distorts his motifs and plays with the shifting of proportions, when the delicate contours of a large-format metal work disprove their actual size and weight. Morrison composes arrangements with which he creates images of nature, that are simultaneously formally reduced and surreally distant, that transform the space they occupy into a mapped garden. Thus we encounter his silhouette-like plant pictures sometimes as large pieces of meadow or sometimes as larger-than-life cloves. Not following any kind of hierarchy, but rather playfully and equally precisely entangling themselves in our need for recognition. Paul Morrison, whom Daniela Steinfeld met as an artist colleague in the 1990s, will realize more than 6 meter long mural for VAN HORN and exclusively present an overview of his own works from his personal collection. Paul Morrison *1966, lives and works in Sheffield, UK We're participating in the DC OPEN Galleries Weekend Fri O6 Sep. 18-22 Sat O7 Sep. 12-20 Sun O8 Sep. 12-18

artist

Paul Morrison 
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posted 08. Sep 2019

Ho Tzu Nyen - G for Gong

11. Jul 201929. Sep 2019
Ho Tzu Nyen G for Gong July 11–September 29, 2019 The installations of Singaporean video artist and theater director Ho Tzu Nyen are visually stunning, opulent works permeated with numerous and complex cultural references. Various concepts, imaginaries, and allusions to the histories of Eastern and Western literature, art, and music are woven together with multifaceted sound collages to form these enigmatic pieces, which reveal new layers of meaning to the viewer on every level of perception. Ho’s central theme is the pursuit of Southeast Asia’s cultural identity, which is both written in and overwritten by such a multitude of languages, religions, cultures, and influences that it is almost impossible to reduce it down to a fundamental historical core. The earliest piece included in this exhibition—the first survey of Ho’s oeuvre in Germany—is Utama—Every Name in History Is I, a film work from 2003 that explores the mythic founding of Singapore in staged scenes based on paintings. The nexus of the artist’s intense occupation with this region’s histories is the multimedia The Critical Dictionary of Southeast Asia (CDOSEA) from 2017, which comprises 26 parts organizing this specific knowledge in a structure mirroring that of the English alphabet. The project’s video component makes use of an algorithm-run editing program to render and re-render found footage from online sources to accompany each written entry, by which Ho links parallel narratives of local animistic cosmologies with those of diverse colonialisms and modernizations. He is less interested in a simple, historical truth than in “how these constructed histories regulate, define, and control our way of thinking and our mode of life.” The all-encompassing format of the dictionary represents Ho’s equally obsessive and ambitious attempt to describe a whole world with his art—CDOSEA extends to include not just the 26 multimedia dictionary entries but also functions as an umbrella project under which pieces from the last 15 years are gathered. In 2 or 3 Tigers (2016)—the third of Ho’s works listed in CDOSEA under “T”—we see computer-generated figures that are animated by a human performer through motion capture technology, through which Ho uses the metamorphic possibilities of digital imaging to traverse the worlds of humans and animals. Tigers, driven to extinction in multiple Southeast Asian countries by the increase of plantations, return as metaphors. In Ho’s approach, tigers are one of the very few creatures that can symbolically link the different cultures of the region, as human-tiger transformations appear across regional mythologies and interestingly enough also in the modern mainstream imaginary: Malayan communists were called tigers, and the highly feared Japanese soldiers were described as having tiger-like attributes by the British. In this web of references, the two-part video work The Name and The Nameless find their specific place in the dictionary under “G ,” for “Gene Z. Hanrahan” and “Ghost.” Hanrahan is the author of The Communist Struggle in Malaya (1954), one of the earliest studies of the history of the Malayan Communist Party, in which translations of a number of the party’s most important internal documents on political and military strategy from its founding to 1951 were first published. Although there is practically no major or minor work on the conflict that does not cite Hanrahan’s book, The Name reveals Hanrahan’s identity as a ghostwriter. The Nameless tackles the question of political conspiracy, multiple identities, and the different powers that have influenced the histories of Southeast Asia by drawing the portrait of the triple secret agent Lai Teck, who was the secretary general of the Malayan Communist Party from 1939 to 1947. At the same time, The Nameless is also about the cinema and acting. Of all the world’s major cinema cultures, it is perhaps Hong Kong’s that has shown the most intense fascination with “compromised” individuals, as is evident in its constant stream of films about stool pigeons, double agents, informers, and traitors. Ho’s own film is also about a shapeshifter, told through a series of borrowed images and featuring an actor from a land of multiple allegiances. Ho’s most recent work, R for Resonance (2018), presented for the first time in Europe as part of the G for Gong exhibition, is a continuation of the CDOSEA through the seemingly endless possibilities of virtual reality. The exhibition borrowed its title from its main protagonist, the gong, as it has been not just a key instrument already in tribal rituals but also as a significant metaphoric presence in Ho’s reference-heavy universe. The gong first appeared in a historic moment marked by new formations of social hierarchies in the region, and the resonance it continues to generate can serve as a poetic model for thinking about Southeast Asia—a kind of quaking vibration across space. This exhibition is a joint project of the Edith-Russ-Haus and the Dynamic Archive project at the University of the Arts Bremen

artist

Ho Tzu Nyen 
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posted 07. Sep 2019

EMBODIMENT / capture performance focus: IRLAND

07. Sep 201931. Oct 2019
opening: 07. Sep 2019 05:00 pm
EMBODIMENT / capture performance focus: IRLAND 07.09.2019 - 31.10.2019 ERÖFFNUNG & PARTY: Samstag, 7.9., 17-23h MEHRTÄGIGES PERFORMANCE PROGRAMM Sonntag, 8.9 – Donnerstag 12.9.2019 Amanda Coogan, Laura Fitzgerald, Ann Maria Healy, Evelyn Loschy, Veronika Merklein, Lilo Nein, Dominic Thorpe, Suzanne Walsh kuratiert von Helen Carey und Michaela Stock Helen Carey, Direktorin der Fire Station Artists 'Studios in Dublin wurde eingeladen die erste Edition der performativen Ausstellungsreihe Capture Performance Focus (CPF) in Wien in der galerie michaela stock im Herbst 2019 zu kuratieren. Das Projekt EMBODIMENT umfasste junge, irische Künstlerinnen der Fire Station Artists Studios in Kollaboration mit österreichischen Künstlerinnen. Die zentrale Fragestellung der Ausstellung ist das Dasein in der Welt und auf welche unterschiedliche Art und Weise Menschen den Raum sowohl konzeptionell als auch zeitlich bewohnen und wie sie sich mit kulturellen Unterschieden und Ähnlichkeiten manifestieren. Erforscht wird die Verschiebung in der zeitgenössischen Kunst hinsichtlich eines festgefahrenen Gedankengutes zu Geschlecht und Nationalität und wie Geschichte und Erfahrung dies beeinflussen können. Mit Künstlerinnen aus Irland und Österreich wird die performative Ausstellungsreihe CPF mit multimedialen Arbeiten wie Performancekunst, Zeichnung, Fotografie und Video über einen Zeitraum von 8 Wochen stattfinden. Die ausgewählten irischen Künstlerinnen sind eng mit den FSAS verbunden, die seit 20 Jahren die größte und älteste Studioinstitution Irlands ist. Neben der geplanten Ausstellung EMBODIMENT in den Galerieräumen und im Untergeschoss der Galerie wird es auch ein interdisziplinäres Programm mit Künstlergesprächen, Vorträgen von internationalen Kunstkritikern bis Kunsthistorikern geben. Es werden thematisch passende Beiträge angeboten so z.B. von Andrej Mircev oder Stef van Bellingen, um nur einige zu nennen. Ein Ausstellungskatalog und ein Video mit Dokumentation und Ergebnissen wird im November in Wien zur Vienna Art Week (VAW) aber auch Ende November in Dublin in FSAS präsentiert. Supported by: Arts Council of Ireland, Culture Ireland, Fire Station Artists’ Studios, Embassy Ireland, Wien Kultur, District Wieden
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posted 06. Sep 2019

SOPHIE CALLE. REGARD INCERTAIN

06. Sep 201901. Dec 2019
SOPHIE CALLE. REGARD INCERTAIN 06.09.2019 - 01.12.2019 «In Istanbul, einer vom Meer umgebenen Stadt, habe ich Menschen getroffen, die es noch nie gesehen hatten. Ich habe sie gefilmt, wie sie es zum ersten Mal gesehen haben.» Als eine der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart befasst sich Sophie Calle (*1953) mit dem Themendreieck Leben, Liebe und Tod. In minuziös dokumentierten Spurensuchen reflektiert sie häufig die Bedingungen der künstlerischen Selbsterkenntnis und die Selbstdarstellung am Ende des 20. Jahrhunderts. Die private Leidenschaft, der Exhibitionismus und der Zwang zur Beobachtung erhielten in den letzten Jahren verstärkt eine soziale Färbung, ohne dass die Aktionen an sich deshalb ihre Nähe eingebüsst hätten. Die Fotografie ist für sie Medium und Werkzeug zugleich, sie erzählt Geschichten in Bildern – wobei auch das geschriebene Wort eine zentrale Rolle einnimmt. Das Fotomuseum Winterthur und das Kunstmuseum Thun präsentieren in Zusammenarbeit das erste Mal in der Schweiz Sophie Calles umfangreiches Schaffen in einer zweiteiligen Ausstellung. * Veranstaltungen 5. September 2019, 18:30 Uhr Vernissage Sophie Calle – Regard incertain 5. September 2019, 18:45 – 19:45 Uhr Kindervernissage Sophie Calle – Regard incertain 6. September – 1. Dezember 2019 Imagine...! Dein Museum 7. September 2019, 12 – 19 Uhr Das Kunstmuseum am Generationenfestival 11. September 2019, 17:30 – 18:30 Uhr Einführung für Lehrkräfte 15. September 2019, 15 – 17 Uhr MITMISCHEN NR. 10 24. September 2019, 19 Uhr Generationentalk: Sehen durch die Linse 25. September 2019, 18:15 Uhr Visite guidée 2. Oktober 2019, 18:15 Uhr Öffentliche Führung 20. Oktober 2019, 11:15 Uhr Öffentliche Führung 26. Oktober 2019 KULTURNACHT 2019 3. November 2019, 14 – 16:30 Uhr 13. November 2019, 19 Uhr Du, ich und Sophie. Interkulturelle Begegnungen im Kunstmuseum Thun 24. November 2019, 11:15 Uhr Öffentliche Führung

artist

Sophie Calle 
Kunstmuseum Thun

Thunerhof, Hofstettenstr. 14
3600 Thun

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posted 05. Sep 2019

Bani Abidi: They Died Laughing.

06. Jun 201922. Sep 2019
Vom 6. Juni bis zum 22. September 2019 präsentiert der Gropius Bau die Ausstellung Bani Abidi: They Died Laughing. „Absurdität umgibt uns überall, vor allem in der Art und Weise, wie sich bestimmte politische Realitäten auf der gesamten Welt gestalten. Ich finde, es ist wirklich hilfreich, über das lachen zu können, was wir heute miterleben, nämlich über Dinge, die dysfunktional und zutiefst unlogisch sind. Lachen ermöglicht eine gewisse Handlungsfähigkeit. Wie der ‚Dorftrottel’ oder der durchtriebene Schelm aus den Mythen – letztendlich eine ungehorsame, weise Figur, die gerade deshalb lacht, weil sie es besser weiß. Sonst würden wir alle schlicht der traurigen Realität erliegen.“ — Bani Abidi Bani Abidi ist bekannt für ihre unverwechselbare Filmästhetik, die von den dunklen Absurditäten des Alltags geprägt ist. Die Ausstellung They Died Laughing, die am 5. Juni 2019 eröffnet wird, ist eine umfangreiche Präsentation der Arbeiten Abidis und zeigt ihre Filme und Drucke aus über zwanzig Jahren. Seit Beginn ihres künstlerischen Schaffens hat Bani Abidi eine charakteristische Filmsprache entwickelt. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen subtilen Humor aus, zeigen häufig Laiendarsteller*innen und choreografierte Massen, beleuchten die alltägliche Sicherheitsinfrastruktur und legen absurde Routinen von Bürokratie, Macht und Nationalismus durch Inszenierungen offen. Abidi nutzt Film oft als Erinnerungswerkzeug; sie verbindet dies mit Poesie und fiktionalen Elementen. Momentan in Berlin und Karachi lebend, nimmt sie die Rolle einer Geschichtenerzählerin und Stadtarchäologin ein, die von den Städten berichtet, in denen sie gelebt hat. Fiktive Narrative überschneiden sich mit individuellen Erfahrungen und stellen differenzierte Fragen, etwa zu Patriotismus – vor allem mit Blick auf die historischen Konflikte und geopolitischen Beziehungen zwischen benachbarten Nationen wie Indien und Pakistan. In ihren frühen Videoarbeiten setzt Bani Abidi humorvolle und ironische Rollenspiele ein, um Grenzpolitik zu beleuchten und zu diskutieren. In späteren Werken entwickelt Abidi filmische Strategien, um das reale Drama von Städten, in erster Linie von Lahore und Karachi, einzufangen. Ihre Arbeit Funland Karachi Series II (2013–14) zeigt gespenstische Szenen: eine Bibliothek mit verbotenen Büchern, ein abgebranntes Kino aus den 1950er Jahren und einen leeren Freizeitpark in direkter Nachbarschaft zu einer Baustelle, auf welcher der größte Wolkenkratzer der Stadt entstehen soll. In anderen Arbeiten stehen Protagonisten wie ein ehemaliger Redenschreiber, ein 80-jähriger Bildhauer und ein pakistanischer Jugendlicher, der einen Weltrekord brechen will, im Fokus. Sie erzählen Geschichten von ehrgeizigen Träumen und vom Scheitern – und behandeln dabei das Verhältnis zwischen Staatsmacht, Patriotismus und Megalomanie. Für die kommende Ausstellung im Gropius Bau hat Bani Abidi ein neues Projekt entwickelt: The Lost Procession basiert auf den Erfahrungen der verfolgten ethnischen Gemeinschaft der Hazara aus Quetta, der Hauptstadt der pakistanischen Provinz Belutschistan, die seit einigen Jahren unter anderem nach Deutschland flieht. Indem Abidi Begegnungen zwischen diesen beiden bewohnten Landschaften skizziert, richtet sie ihr Augenmerk auf Themen wie Zwangsenteignung, Flucht und Asyl sowie Gefangenschaft. Das Projekt wurde von der Sharjah Art Foundation in Schardscha in Auftrag gegeben, wo im Oktober 2019 eine von Hoor Al-Quasimi und Natasha Ginwala kuratierte Einzelausstellung Abidis eröffnen wird. 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer zeigt der Gropius Bau They Died Laughing im Rahmen einer Reihe von Ausstellungen, die sich mit dem Thema der Teilung befassen und untersuchen, wie Grenzpolitik die heutige globale Realität prägt. Gleichzeitig wird Bezug auf die mit dem Haus verbundene Geschichte genommen: Seit 1961 verlief ein Abschnitt der Berliner Mauer an der Nordfassade des Gebäudes entlang und positionierte den Gropius Bau in direkter Nachbarschaft zur Grenze und somit geografisch mitten im politischen Konflikt. Diese geschichtsträchtige Lage bietet einen Rahmen für einen breiteren Diskurs zu den physischen und psychologischen Grenzziehungen, die Gesellschaften geformt haben – Grenzziehungen, die neue Ausgrenzungen politischer und ideologischer Art oder in Bezug auf Gender und Identität hervorgebracht haben. Kuratiert von Natasha Ginwala Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes Bani Abidi (geb. 1971 in Karachi, Pakistan) Seit zwanzig Jahren entwickelt Bani Abidi eine eigene Herangehensweise an bewegte Bilder. Sie wendet sich den versteckten Erzählungen von Städten und Menschen zu und verwischt durch ihren Zugriff auf das absurde Potenzial der Realität die Grenzen von fiktionalen und literarischen Darstellungen. Bani Abidis Videos, Zeichnungen und Fotoarbeiten setzen häufig Nebenfiguren in Szene, die Geschichte im alltäglichen Leben mitgestalten, und präsentieren kleine Akte des Widerstands innerhalb der breiteren Dynamik von Staatsgewalt und Nationalismus. Bani Abidi studierte Bildende Kunst am National College of Arts in Lahore und an der School of the Art Institute of Chicago. Ihre Einzelausstellungen waren unter anderem zu sehen im Neuen Berliner Kunstverein, Berlin (2017); Kunsthaus Hamburg, Hamburg (2016); Dallas Contemporary, Dallas, (2015); Kunstverein Arnsberg, Arnsberg; (2012) Experimenter Gallery, Kolkata, und Baltic Center for Contemporary Art, Newcastle (2011). Bani Abidi war außerdem an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen und Biennalen beteiligt, darunter der Lahore Biennale 01 (2018), Khoj International Artists’ Association (2019), Kiran Nader Museum of Art, New Delhi (2017); Edinburgh Arts Festival Commissions 2016; MoMA, New York (2015); AAN Gandhara art Space (2016), Karachi; Aga Khan Museum, Toronto (2014/15); 8. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, Berlin (2014); Guggenheim Museum, New York (2013); dOCUMENTA (13), Kassel (2012); Kochi-Muziris Biennale, Kochi (2012); Marrakech Biennale (2009); Lyon Biennale (2009) sowie der 7. Gwangju Biennale (2008). Bani Abidi war 2011–12 Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Seitdem lebt und arbeitet sie in Berlin und Karachi.

artist

Bani Abidi 

curator

Natasha Ginwala 
Martin Gropius Bau, Berlin

MARTIN GROPIUS BAU | Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin

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