short biography

Chiharu Shiota (born 1972 in Osaka/Japan) studied at Kyoto Seika University; Australian National University - Canberra School of Art; Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig; and Universität der Künste in Berlin.

http://www.chiharu-shiota.com/en/

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Chiharu Shiota studierte bei Rebecca Horn und Marina Abramović. Sie arbeitet bevorzugt mit schwarzen Baumwollfäden, wodurch raumgreifende Installationen entstehen, in denen alltägliche Gegenstände wie Tische, Kleider und gelegentlich auch Menschen in fragile Garnkonstruktionen eingewoben werden. Die Fäden verdichten sich im Raum zu dreidimensionalen Kompostionen und lassen die Gegenstände eigentümlich schwebend, wie von der Aussenwelt entrückt, erscheinen. Nicht selten sind ihre Arbeiten mit performativen Elementen verbunden, so beispielsweise in der mehrfach ausgeführten Arbeit "During sleep", bei der 30 Frauen in Krankenbetten liegend in einem Raum verwoben wurden. Mitunter ist die Künstlerin selbst Teil der Performance und verbringt Nächte innerhalb ihrer Installationen. Die Arbeiten konfrontieren den Betrachter mit einer Verfremdung des Raumes und spiegeln darin gleichzeitig Metaphern zeitgenössischen Diskurses: Von Lebenslinien hin zu Netzwerken stellen sie Fragen nach Konnektivität bis hin zu dem symbolischen Gefangensein des modernen Menschen innerhalb gesellschaftlicher Strukturen. 
In Kombination mit den Fäden nimmt das Kleid als vielfach variiertes Motiv eine wichtige Rolle ein: 2010 präsentierte sie auf der Aichi Triennale eine 14 Meter hohe Installation, deren Zentrum von einem Kleid gebildet wurde, an dem tausende Schläuche in Form eines wirren, neuronalen Netzes empor verliefen. Mehrere Pumpen versetzten die rote Farbe in den Schläuchen in Zirkulation und es entstand der Eindruck eines lebenden Organismus.
Ellen Lindner, kunstaspekte 2012

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