short biography

Michel Majerus (geb. 1967 in Esch/Luxemburg, gest. 2002 in Niederanven/Luxemburg) zitiert und dekonstruiert in seinen raumgreifenden Installationen Phänomene der Alltagskultur wie Computerspiele, Comics und Werbung.


Malerei, Objekte, Collagen, Installationen

http://www.zeit.de/2011/49/Kunstmuseum-Stuttgart

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Der mit 35 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene Künstler Michel Majerus studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei K.R.H. Sonderborg und Joseph Kosuth. In Berlin hatte er 1996 seine erste Einzelausstellung in der Galerie neugerriemschneider. Während eines einjährigen Aufenthalts in Los Angeles im Jahr 2001 entstanden viele seiner großformatigen Bilder, wie "xxx", das auf die dort ansässige Filmschmiede verweist. Der internationale Durchbruch gelang Michel Majerus 1998 mit der Teilnahme an der Manifesta 2 in Luxemburg. Im folgenden Jahr gestaltete er die Außenfassade des italienischen Pavillons auf der Biennale in Venedig. Eine weitere raumgreifende Arbeit des Künstlers ist die 455qm große Skaterrampe für den Kölnischen Kunstverein im Jahr 2000. Posthum folgten Retrospektiven im Kunsthaus Graz, im Stedelijk Museum Amsterdam, in der Kestner Gesellschaft Hannover, in den Deichtorhallen Hamburg und im Musée d'Art Moderne Grand Duc Jean, Luxemburg. Die Motive seiner bunten und oft großräumig angelegten Bilder reichen von Figuren der Gaming-Culture über Bildteile aus Comic und Manga bis zu Markenlogos und Werbeslogans der Konsumwelt. Die von Majerus gewählte Typografie der Schriftzüge ruft Assoziationen zu den von der Technomusik beeinflussten 90er-Jahren hervor. Ein Hauptaspekt seiner Arbeit sind die häufig in seinen Werken herauszulesenden Zitate der Kunstgeschichte. Majerus referiert auf Richter, de Kooning, Rosenquist, die Hardedge Malerei, Minimal Art oder Warhols Motive. Die Pop Art ist oft Thema seiner Gemälde. Insgesamt können Michel Majerus' Arbeiten als ein Repertoire der visuellen Populärkultur der 1990er und Nuller Jahre gesehen werden, in denen er die Frage nach der Grenze zwischen Kunst und Alltagsbildwelten stellt. Hervorgerufen durch die blinkende Farbkraft und die riesige Dimension der Werke wird der Betrachter in hohem Maß von Majerus' Kunst mit einbezogen und auch zum Benutzen der Objektinstallationen aufgefordert.
(charis von ristok, kunstaspekte 2012)

Charis von Ristok, kunstaspekte 2012

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