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Festivalsektionen Übersicht

Das Filmprogramm der Berlinale gliedert sich in sieben Sektionen: den Wettbewerb, das Panorama, das Forum, Generation, die Perspektive Deutsches Kino , die Berlinale Shorts und die Retrospektive. Jede Sektion hat einen Sektionsleiter, der für die Filmauswahl verantwortlich ist und sich in seinen Entscheidungen von den Korrespondenten der Berlinale und anderen Experten beraten lässt.

Vielfalt und Fokussierung Im Wettbewerb wird großes internationales Kino gezeigt, Filme die für die große Leinwand gemacht sind und das Zeug haben, ein breit gefächertes Publikum zu begeistern. Im Panorama liegt der Schwerpunkt auf Independent- und Arthouse-Kino, auf Filmen, denen man eine persönliche Handschrift ansieht und die ein kritisches und leidenschaftliches Publikum suchen. Generation zeigt frisches Kino für ein junges Publikum. Die beiden Wettbewerbe der Sektion, Generation Kplus und Generation 14plus, differenzieren das Programm gezielt nach der Altersstruktur des Publikums. Die Perspektive Deutsches Kino interessiert sich für die thematischen und ästhetischen Tendenzen im einheimischen Filmschaffen und stellt einem internationalen Publikum das jeweils Neueste aus der deutschen Filmlandschaft vor. Das Forum gilt als die risikofreudigste Sektion der Berlinale. Hier gilt ein geschärfter Blick experimentellen Formen und „entfernten“ Filmländern. Im Forum gibt es aufwühlendes, noch nie da gewesenes und auch sperriges Kino zu entdecken.

Perlentaucher werden aber auch fündig in der Retrospektive, die vom „Deutschen Filmmuseum - Deutsche Kinemathek“ verantwortet und kuratiert wird. Klassiker werden hier (wieder) entdeckt, nicht selten wird verschollen Geglaubtes neu geborgen. Dem zeitgenössischen Film erschließt das Programm der Retrospektive einen historischen Kontext. Unterstützt wird dieser Anspruch von der Hommage, die in der Regel einer großen Schauspielpersönlichkeit gewidmet ist und deren Lebenswerk präsentiert.

Die Berlinale Shorts präsentieren rund 30 Kurzfilme. Auch in den Sektionen Perspektive Deutsches Kino und Generation sind regelmäßig kürzere Arbeiten zu sehen. Kurzfilmpreise werden in den Berlinale Shorts sowie in den Wettbewerben von Generation Kplus und Generation 14plus vergeben. Ergänzt wird das Programm turnusmäßig durch die kuratierten Sonderreihen Berlinale Special und Gala Special mit ihren außergewöhnlichen (Neu-)Produktionen, durch das Forum expanded und das Kulinarische Kino sowie durch eine Hommage zu Ehren einer herausragenden Filmpersönlichkeit. Weitere Sonderprogramme kommen regelmäßig durch gezielte, thematische Kooperationen zustande und komplettieren das Programm mit eigenen Akzenten, erproben neues Terrain oder schaffen zeitgeschichtliche Bezüge.

In den Sektionen und Reihen mischen sich die Genres. Dokumentarfilme haben sich neben den Spielfilmen ihren selbstverständlichen Platz erobert. Fiktionales Erzählkino dominiert die Filmauswahl im Wettbewerb. Im Panorama und im Forum jedoch nehmen Präsenz und Bedeutung von Dokumentarfilmen stetig zu. Die wachsende Lust junger Filmemacher, mit den Grenzen der Genres zu spielen, wird die Möglichkeiten des Mediums stetig erweitern und bedeutet auch für die Berlinale einen beständigen kreativen Wandel.

Berlinale 2010: Internationale Jury

Unter dem Vorsitz von Werner Herzog entscheidet die Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären sowie des Alfred-Bauer-Preises im Wettbewerb der Berlinale 2010. Die weiteren Jury-Mitglieder sind Francesca Comencini, Nuruddin Farah, Cornelia Froboess, José Maria Morales, Yu Nan und Renée Zellweger.

Werner Herzog prägte als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Neuen Deutschen Films eine ganze Ära von Filmschaffenden. In seiner knapp 50jährigen Filmkarriere schuf er über 50 Spiel- und Dokumentarfilme, darunter Aguirre, der Zorn Gottes (1972), Nosferatu – Phantom der Nacht (1979), Fitzcarraldo (1982, Silberne Palme in Cannes für die beste Regie), Grizzly Man (2005) und Encounters at the End of the World (2007), für den er 2009 eine Oscar-Nominierung erhielt. Herzog wurde mit zahlreichen Auszeichnungen großer internationaler Filmfestivals geehrt, unter anderem erhielt er für sein Spielfilmdebüt Lebenszeichen den Silbernen Bären für den Besten Erstlingsfilm auf der Berlinale 1968.

Die talentierte italienische Regisseurin und Autorin Francesca Comencini drehte mit 23 Jahren ihren ersten Spielfilm Pianoforte, für den sie in Venedig den Nachwuchspreis gewann. In Cannes war sie mit The Words of my Father sowie dem Dokumentarfilm Carlo Giuliani, ragazzo vertreten. In Berlin erhielt sie 2004 für I like to Work (Mobbing) den Preis der Ökumenischen Jury. Ihr jüngstes Werk Lo spazio bianco lief 2009 im Wettbewerb in Venedig.

Der Schriftsteller Nuruddin Farah gehört zu den bedeutendsten Autoren des modernen Afrika. Bereits sein erster Roman „Aus einer gekrümmten Rippe“ (1970) machte ihn international bekannt. Farahs Werke, die häufig die Suche nach sozialer und familiärer Identität schildern, wurden in über 20 Sprachen übersetzt. 1998 wurde er mit dem internationalen Neustadt-Literaturpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschien 2007 der Roman „Netze“, zweiter Teil einer Trilogie über Farahs Heimat Somalia.

Nach ihrem frühen Ruhm als deutscher Kinderstar wurde Cornelia Froboess zu einer beliebten und äußerst vielseitigen Film- und Theaterschauspielerin. Sie erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter den Ernst-Lubitsch-Preis für ihre Rolle als Claire in der Tucholsky-Verfilmung Rheinsberg (1967). Unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder war sie 1982 in Die Sehnsucht der Veronika Voss zu sehen.

Der renommierte spanische Produzent José Maria Morales zeichnet für über 50 Filme von Regisseuren wie Arturo Ripstein, Costa Gavras oder Goran Paskaljevic verantwortlich. Im Berlinale Wettbewerb präsentierte er 2001 La ciénaga (Der Morast) von Lucrecia Martel. 2004 folgte die kraftvolle Familiengeschichte El Abrazo Partido von dem argentinischen Regisseur Daniel Burman, der den Großen Preis der Jury erhielt. Das bewegende Spielfilmdrama La Teta Asustada (Eine Perle Ewigkeit) von Claudia Llosa gewann 2009 den Goldenen Bären.

Die Schauspielerin Yu Nan, in ihrer Heimat China als „Königin des Arthouse-Films“ bekannt, hat eine Reihe eindrucksvoller Frauengestalten gespielt (Lunar Eclipse, The Story of Er Mei) und dafür zahlreiche Darsteller-Preise erhalten. Für ihre Rolle in Tuyas Hochzeit (Goldener Bär der Berlinale 2007) erhielt sie unter anderem die Auszeichnung als beste Schauspielerin beim Chicago International Film Festival. In Hollywood und Babelsberg stand sie 2008 für den Action-Film Speed Racer vor der Kamera.

Die Kinokarriere der international bekannten Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger begann u.a. mit Jerry Maguire – Spiel des Lebens, Teurer als Rubine oder Nurse Betty – Gefährliche Träume. Als Titelheldin der Liebeskomödien Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück (2001; Oscarnominierung als Beste Hauptdarstellerin) und der Fortsetzung Bridget Jones – am Rande des Wahnsinns feierte die gebürtige Texanerin einen internationalen Publikums- und Kritikererfolg. Auf der Berlinale brillierte Zellweger 2003 in dem Eröffnungsfilm Chicago, für den sie ebenfalls eine Oscarnominierung als Beste Hauptdarstellerin erhielt, sowie 2004 in dem Wettbewerbsbeitrag Unterwegs nach Cold Mountain, der ihr einen Oscar einbrachte.

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Berlinale 2010
60. Internationale Filmfestspiele Berlin

Sektionen:

1. Wettbewerb
Internationale Jury 2010
Goldener Bär, Silberner Bär, Alfred-Bauer-Preis
Vorsitz: Werner Herzog
Jury-Mitglieder: Francesca Comencini, Nuruddin Farah, Cornelia Froboess, Jose Maria Morales, Yu Nan, Renee Zellweger

2. Panorama
Independent- und Arthouse-Kino

3. Forum
Experimentelle Formen

4. Generation
Für junges Publikum

5. Perspektive Deutsches Kino
Thematische und ästhetische Tendenzen im einheimischen Filmschaffen

6. Berlinale Shorts
Präsentation von rund 30 Kurzfilmen

7. Retrospektive
Kuratiert vom Deutschen Filmmuseum - Deutsche Kinemathek

Sonderreihen:

Berlinale Special und Gala Special
Neuproduktionen

Forum expanded

Kulinarisches Kino

Hommage zu Ehren einer herausragenden Filmpersönlichkeit

Berlinale Talent Campus
13.-18.2. 2010
academy and networking platform for 350 up-and-coming filmmakers from all over the world.

Berlin Today Award
Juryvorsitz: Stephen Daldry