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8. Triennale der Photographie Hamburg Thema Currency

Eröffnung: 19.05.2022

Die 8. Triennale der Photographie Hamburg wird am 19. Mai 2022 eröffnen. Unter dem Titel Currency werden die künstlerische Leiterin Koyo Kouoh und ihr internationales Kurator*innen-Team, bestehend aus Rasha Salti, Gabriella Beckhurst Feijoo, Oluremi C. Onabanjo und Cale Garrido, das „retinale Zeitalter“ untersuchen, das uns gelehrt hat, die Welt fotografisch zu sehen und zu begreifen. Currency spielt dabei nicht nur auf die landläufige Übersetzung als Währung und die Bedeutung des Begriffs als ökonomischer Indikator an, sondern meint auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Fotografie.

Koyo Kouoh sagt: „Mit dem Thema Currency werden wir die vielfältigen Wege erforschen, auf denen Fotografien produziert, zirkuliert und interpretiert werden. Bilder beeinflussen, wie wir die Welt und uns in der Welt wahrnehmen. All die Fragen, die das mit sich bringt, haben sich durch die Gespräche mit allen beteiligten Institutionen in Hamburg gezogen. Die Struktur der Triennale regt eine große Beteiligung in der gesamten Stadt an und verspricht ein außergewöhnlich reiches, vielstimmiges und kreatives Fest der Fotografie.“

Das Thema der Triennale wird in einem vielseitigen Programm aus Ausstellungen, Veranstaltungen und einem Festival beleuchtet. Bereits im August 2021 wird die neue, kuratierte Plattform der Triennale Online künstlerische und theoretische Beiträge veröffentlichen. Ebenfalls im Vorfeld findet ein internationales Symposium zu Themen der Triennale vom 30. September bis 2. Oktober 2021 in Hamburg statt.

Die 8. Triennale der Photographie Hamburg wird sich in einem Parcours aus elf Ausstellungen über die ganze Stadt erstrecken. Folgende Hamburger Museen und Ausstellungshäuser beteiligen sich: das Bucerius Kunst Forum, die Deichtorhallen Hamburg mit dem Haus der Photographie, der Halle für aktuelle Kunst und der Sammlung Falckenberg, die Hamburger Kunsthalle, das Jenisch Haus, das Kunsthaus Hamburg, der Kunstverein in Hamburg, das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, das Museum der Arbeit, das Museum für Hamburgische Geschichte und das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Das Thema der 8. Triennale: Currency

In seiner vorrangigen Bedeutung ist Currency (Währung) ein ökonomischer Begriff zur Ordnung des Geldwesens. Übertragen auf Diskurse der visuellen Kultur ist er mit „kulturellem Kapital“ assoziierbar. Die Kurator*innen beziehen sich in ihrer Interpretation des Themas auf Susan Sontags Formulierung, dass eine kapitalistische Gesellschaft eine Kultur brauche, die auf Bildern basiere und eine gewaltige Menge davon produziere, um den Konsum anzuregen. Die Kamera fungiere dabei als Zeugin einer Wirklichkeit, die einerseits „Schauspiel für die Massen“, andererseits „Objekt der Überwachung für die Herrschenden“ sei.

Die Kurator*innen der Triennale weiten den Begriff Currency auf die visuelle Kultur aus und beziehen neben der Fotografie auch Film, Video und Installationen mit ein. Currency soll Kanonisierung, Klassifizierung und Zirkulation untersuchen. Die Fotografie steht auf dem Prüfstand: Ihr Einfluss auf Handel und Austausch, ihre Bedeutung für die Regulierung und Vereinheitlichung, aber auch ihre Fähigkeit, Dissens und Widerstand zu befördern, wird beleuchtet.

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Programm

Das Programm der Triennale startet im Sommer 2021 mit dem Launch der Webseite Triennale Online, gefolgt von einem internationalen Symposium vom 30. September bis 2. Oktober 2021. Die Eröffnung der Ausstellungen und die Veranstaltungen des Parcours finden vom 19. bis 22. Mai 2022 statt, im Juni 2022 folgt ein mehrtägiges Festival mit besonderem Fokus auf die Hamburger Fotoszene. Geplant sind darüber hinaus verschiedene Publikationen, die 2022 erscheinen werden.

Triennale Online Allegories of the Visible. Die kuratierte Web-Plattform ist Ort des theoretischen Austauschs und der künstlerischen Reflexion. Sie ergänzt durch kritische Texte, visuelle Beiträge und digitale Auftragsarbeiten das Thema der Triennale. Die Webseite wird im August 2021 online gehen und mit Beiträgen internationaler Künstlerinnen und Kritikerinnen, Wissenschaftlerinnen und Fotografinnen bespielt werden.

Symposium Lucid Knowledge. Das internationale Symposium findet vom 30. September bis 2. Oktober 2021 in Hamburg statt und wird über einen Livestream auch digital zugänglich sein. Ein interdisziplinäres Programm aus Vorträgen, Präsentationen und Diskussionen bringt Künstlerinnen, Kritikerinnen und Kuratorinnen, Filmemacherinnen, Schriftstellerinnen und Wissenschaftlerinnen aus aller Welt zusammen. Zu den Gästen gehören Akinbode Akinbiyi, Ariella Azoulay, Nancy Adajania, Antawan I. Bird, Natalia Brizuela, Tina Campt, Robin Coste Lewis, Frieda Ekotto, Ariel Goldberg, Joana Hadjithomas & Khalil Joreige, Saidiya Hartman, Kapwani Kiwanga, Miguel Lopez, Elias Sanbar, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung and Françoise Vergès.

Drei Themen werden auf diesem Symposium näher betrachtet: Fields of Perception setzt sich mit dem fotografischen Impetus, der sozialen Funktion der Fotografie und der Ethik ihrer Betrachtung auseinander; Narrative Currents fragt nach dem Verhältnis von metaphorischen und wörtlichen Zuschreibungen der Fotografie und ihrem narrativen Potenzial; Image as Currency stellt den Begriff der Währung als Wertschöpfung zur kritischen Diskussion und reflektiert Produktion, Verbreitung und Gebrauch von Bildern.

Festival Photography: The Register and the Recital. Das Festival findet im Juni 2022 unter dem Titel Photography: The Register and the Recital statt. Es wird die zentralen Motive und Komponenten der Triennale inhaltlich zusammenführen und in einem vielseitigen Programm aus Vorträgen, Diskussionen, Präsentationen und Filmscreenings zugänglich machen. Veranstaltet wird das Festival an verschiedenen Spielstätten entlang des Parcours.

Fotoszene Hamburg. Die 8. Triennale wird die lokale Fotografie-Szene einbeziehen und in Hamburg ansässigen Fotografinnen, Künstlerinnen und Kollektiven eine Bühne bieten. Ausgewählte Projekte, die sich mit dem Konzept Currency auseinandersetzen, können gefördert werden. Weitere Informationen zum geplanten Open Call finden Sie ab Herbst 2021 unter www.phototriennale.de.

Das kuratorische Team der 8. Triennale

Koyo Kouoh ist die künstlerische Leiterin der 8. Triennale der Photographie Hamburg. In Kamerun geboren, ist Kouoh seit März 2019 Direktorin und Chefkuratorin des Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (MOCCA). Sie war Gründerin und künstlerische Leiterin der RAW Material Company in Dakar und Mitglied des Kurator*innenteams der Documenta 12 und 13. Sie verantwortet zahlreiche Veröffentlichungen und organisiert als unabhängige Kuratorin internationale Ausstellungen. 2020 erhielt sie den Schweizer Kunstpreis Prix Meret Oppenheim für ihre Arbeit.

Für die Umsetzung der Triennale hat Koyo Kouoh ein internationales Team berufen, bestehend aus:

Rasha Salti. ist Forscherin, Autorin und Kuratorin für Kunst und Film. Sie lebt und arbeitet zwischen Beirut und Berlin. Salti hat Filmprogramme weltweit kuratiert, vom MoMA in New York bis zum Haus der Kulturen der Welt in Berlin. 2011 war sie eine der Ko-Kurator*innen der Sharjah Biennale. Sie verantwortet zahlreiche Veröffentlichungen als Autorin und Herausgeberin, darunter mit Issam Nassar das Buch I Would Have Smiled: A Tribute to Myrtle Winter-Chaumeny, das dem Vermächtnis der britischen Fotografin und Gründerin des UNRWA-Fotoarchivs gewidmet ist.

Gabriella Beckhurst Feijoo. ist Kunsthistorikerin, Forscherin und Kurator*in für Fotografie, Bewegtbild und Performance. Zu den Projekten, an denen Beckhurst Feijoo mitgewirkt hat, gehören Ausstellungen auf der 57. Carnegie International in Pittsburgh und das Rahmenprogramm des Schweizer Pavillons auf der 57. Biennale von Venedig. Beckhurst Feijoo promoviert in Kunstgeschichte zu queeren und feministischen Performance-, Foto- und Bewegtbildpraktiken. Beckhurst Feijoos Texte sind in Another Gaze, Map Magazine, Sculpture Journal und im Magazin König erschienen.

Oluremi C. Onabanjo. ist Kuratorin und Wissenschaftlerin für Fotografie und die Künste Afrikas. Als ehemalige Ausstellungsleiterin der Walther Collection in New York hat sie Ausstellungen in Afrika, Europa und Nordamerika organisiert. Sie hält international Vorträge über Fotografie und kuratorische Praxis, ihre Texte erschienen in Aperture, Autograph ABP, The New Yorker, The Photobook Review und Tate Etc. Onabanjo war 2020 Stipendiatin der Andy Warhol Foundation Arts Writers. Sie ist Doktorandin für Kunstgeschichte an der Columbia University.

Cale Garrido. ist freie Journalistin, Fotoredakteurin und Kuratorin mit Sitz in Hamburg. Sie arbeitet international an dokumentarischen und künstlerischen Fotografieprojekten, Ausstellungen und Publikationen. Als Assistenzkuratorin war sie bereits bei der 7. Triennale der Photographie Hamburg 2018 tätig. Sie kuratierte Ausstellungen in der Kaunas Photography Gallery und im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst in Cottbus.