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Auszeit. Von Pausen und Momenten des Aufbruchs
17. April bis 11. Juli 2021

Auszeit. Von Pausen und Momenten des Aufbruchs, 17. April bis 11. Juli 2021

Die Gruppenausstellung widmet sich – ausgehend von der Sammlung Selinka des Kunstmuseum Ravensburg – der vielschichtigen Bedeutung des Begriffs ›Auszeit‹. Im Dialog zwischen Werken des 20. und 21. Jahrhunderts wird das Spannungsfeld der Auszeit mit Augenblicken des Genusses und des Müßiggangs bis hin zu Formen des Protests und des Widerstands thematisiert. Bereits die expressionistischen Werke der Künstlergruppe »Brücke« (1905–1913) versinnbildlichen Auszeiten des Vergnügens und der Verweigerung. In den Darstellungen der Ausflüge in die Natur zu Beginn des 20. Jahrhunderts – wie beim Nacktbaden an den Moritzburger Teichen – wird sowohl die erholsame Pause als auch ein Gegenentwurf zur Prüderie der wilhelminischen Gesellschaft erkennbar. Auch in den zeitgenössischen Positionen rückt die Auszeit als Teil einer Gesellschaftskritik ins Zentrum und wird die klassische Taktung der Ökonomie in Frage gestellt oder die Bedeutung der Auszeit in der künstlerischen Produktivität betont. Spätestens durch die Werke, die zur Kontemplation oder auch humoristisch zur Entschleunigung anregen, wird die genuin moderne Vorstellung der Auszeit als Unterbrechung des getakteten Lebensalltags für den Besucher zugleich physisch erfahrbar. Mit dem temporären Einfrieren des öffentlichen Lebens während der globalen Corona-Pandemie hat der Begriff ›Auszeit‹ wiederum neue Konnotationen erhalten, die der rumänische Künstler Dan Perjovschi (*1961) in seinen zeichnerischen Interventionen pointiert kommentiert.

Mit Arbeiten von Marina Abramović, Bas Jan Ader, Cosima von Bonin, Nathalie Czech, Alejandro Cesarco, Die Tödliche Doris, Otto Dix, William Engelen, FORT, Valeska Gert, Rodney Graham, Axel Heil, Sophia & Franziska Hoffmann, Christian Jankowski, Ernst Ludwig Kirchner, Barbara Klemm, Friedrich Kunath, Mark Leckey, Otto Mueller, Ernesto Neto, Yoko Ono / John Lennon, Max Pechstein, Dan Perjovschi, Karl Schmidt-Rottluff, Mladen Stilinović, Grace Weaver, Erwin Wurm und Andrea Zittel.

Kuratiert von Kristina Groß