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Der 1969 in Schramberg (Schwarzwald) geborene Daniel Roth zählt zweifellos zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Gegenwart und wird nun einer breiteren Öffentlichkeit mit seiner ersten größeren Museumsausstellung vorgestellt.

Der Ansatz von Daniel Roth, der seit 2007 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe lehrt und in Basel lebt, entzieht sich den gängigen Einteilungen in klar definierte Gattungen. Immer handelt es sich bei seinen vielteiligen Arbeiten um erzählerische Konstruktionen, in denen sich „Realität“ und „Fiktion“ überschneiden und dabei grundlegend die Imagination des Betrachters einbeziehen. In seinen ortsspezifischen Arbeiten verflechten sich Zeichnungen, Objekte, Fotografien, Texte, Dokumentarisches und Erfundenes. Im scheinbaren Widerspruch von formaler Klarheit und inhaltlicher Offenheit bewirkt Daniel Roth Verwandlungen des konkreten Raumes und ermöglicht auf einzigartige Weise neue narrative Potentiale der Gegenwartskunst.

Daniel Roth verknüpft in seinem ebenso eigensinnigen wie präzise entwickelten Werk reale Orte, biografische Elemente und fantastische Architekturträume zu einem labyrinthischen Kosmos, in dem alles auf eine geheimnisvolle Art miteinander verbunden ist. Dabei kommt es für den Betrachter zu einer Erfahrung der Ent-Sicherung des klassisch-konventionellen Raumgefüges, zugunsten eines labyrinthischen Kryptosystems, das jegliche Ordnung des rechten Winkels und rationaler Nachvollziehbarkeit sabotiert.

Als ein „Detektiv des Möglichen“ (S. Berg) konstruiert der Künstler seine verborgenen, nur gedanklich zu erschließenden Nebenwelten aus einer Fülle von Realdetails, Beweismaterialien, Fotos und exakten Beschreibungen, deren leidenschaftliche Genauigkeit dem Betrachter den Einstieg in die psychisierten (T)Raumreisen durch das wilde Denken dieses Werks ermöglicht. Dabei argumentiert Roth stets elliptisch: Lücken, Auslassungen und das Verschwimmen der Konturen des Erzählten und Gezeigten interessieren ihn weit mehr, als das Herstellen eines eindeutigen Zusammenhangs. Was wir zu sehen bekommen ist immer nur eine Ahnung dessen, was wirklich vorhanden sein könnte.

Das Kunstmuseum Bonn zeigt Daniel Roths erste große Museumsausstellung in Deutschland, für die der Künstler neben Objekten, Zeichnungen und Installationen der letzten Jahre auch einige eigens für die Räume des Kunstmuseums entwickelte Arbeiten realisiert hat. Neben einer großen Leuchtschrift, die auf dem Dach des Kunstmuseums zu sehen sein wird und die eine Verbindung in den Innenraum des Hauses herstellt, wird Daniel Roth auch für den öffentlichen Raum in Bonn eine spezielle Intervention erarbeiten, die sicherlich viele Besucher „stolpern“ läßt.

Nach der Ausstellung Gert & Uwe Tobias ist dies die zweite Schau zur jungen deutschen Kunst im Jahr 2008, mit denen das Kunstmuseum Bonn herausragenden Nachwuchskünstlern hierzulande eine Plattform bietet und damit gleichzeitig seinen in der Sammlung begründeten Anspruch unterstreicht, bundesweit eine zentrale Rolle bei der Präsentation, Vermittlung und Sammlung deutscher Gegenwartskunst zu spielen.

Während der Ausstellung erscheinen ein Katalog mit Texten von Stephan Berg, Stefan Gronert und Xander Karskens sowie eine Edition.

Eröffnung: 26. November 2008, 20 Uhr

Kurator: Dr. Stefan Gronert

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Daniel Roth
CAR GWYLLT
Kurator: Stefan Gronert