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Virtueller Rundgang

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eintausendIdeen. Christoph Platz
27.Februar - 17.April 2021

Kurator der Ausstellung: Dr. Uwe Kerstan

Ort:
Gotische Halle im Schloß Celle
Schloßstr. 1
29221 Celle

„eintausendIdeen“ ist der Titel der Ausstellung, mit der der Kunstverein Celle vom 27. Februar bis zum 17. April 2021 in der Gotischen Halle des Celler Schlosses Skulpturen und Zeichnungen des Künstlers Christoph Platz zeigt. Der Künstler hat die Gotische Halle besichtigt und nimmt mit der Ausstellung formal Bezug auf die räumlichen Gegebenheiten; er bezieht architektonische Elemente konstituierend in einzelne, extra für diese Ausstellung geschaffene Arbeiten ein. So plant er, ca. 380 noch zu fertigende Zeichnungen aneinander zu heften und über die hohen Anker zwischen Säulen und Außenwand zu hängen, um so einen Raumteiler herzustellen.

Christoph Platz ist Holzbildhauer, seine Skulpturen sind gegenständlich, wobei sie sich nicht in bloßer Abbildhaftigkeit erschöpfen. Sie sind auf umfängliche Weise dialektisch. Ihr Gemacht-Sein im Verhältnis zum Abgebildeten ist von Bedeutung, und damit spielt der Künstler durch Oberflächen, unterschiedliche Grade der Ausarbeitung und die Kombination verschiedener, manchmal widersprüchlicher ikonografischer Elemente. Dabei ist offensichtlich, dass sie in Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kunst, besonders jener des letzten Jahrhunderts, entstehen. Besonders die Holzbildhauerei scheint als traditionelle Kunstpraxis aus der Zeit gefallen. Die oft verpönte Mühe der handwerklich-skulpturalen Arbeit setzt der Künstler in ein streitbares Verhältnis zu den Tabus und Axiomen der Moderne. So findet der aufmerksame Betrachter manches Zitat ungegenständlicher Kunst des industriellen Zeitalters, aber auch der Kunstgeschichte allgemein, wobei seine Vorbilder – bei aller Verbundenheit mit Moderne und Gegenwart (Platz ist 1964 geboren und an deutschen Kunstakademien ausgebildet) – historisch im engeren Sinne zu nennen sind.

Poetischer Zweifel und Romantische Ironie („Ironie ist klares Bewusstsein der ewigen Agilität, des unendlich vollen Chaos.“ - Friedrich Schlegel) prägen das Werk des Künstlers, in dem die Titel eine wichtige Rolle spielen. Sie deuten an, was der Philosoph Peter Trawny in einem Katalogtext zu Christoph Platz so benennt: “Man kann voraussetzen, dass diese Titel nicht einfach Bezeichnungen dessen sind, was man als Betrachter zu sehen bekommt. Vielmehr brechen sie den Sinn des Gesehenen, zersplittern ihn in eine Vieldeutigkeit, die erst den Sinn dieser Kunst ausmacht.“; und : „Wie so oft in den Arbeiten von Christoph Platz dient etwas als ein Zeichen. In der Arbeit geht es um Kunst, will sagen, hier reflektiert Kunst selber Kunst.“

Ein virtueller Rundgang durch die Ausstellung ist in Vorbereitung.