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„Neon beschäftigt mich intensiv. Es ist ein hartes und kaltes Material, das ich mag und das es mir ermöglicht, mit Elementen wie Zeit und Rhythmus zu arbeiten,“ sagte François Morellet 1977. Entschlossen, ein neues Medium des Ausdrucks zu finden, verwendete er bereits ab 1963 Neonröhren als sein bevorzugtes Arbeitsmaterial.

Zu Ehren von François Morellet (* 30. April 1926 in Cholet, Frankreich; † 11. Mai 2016) zeigt das Zentrum für Internationale Lichtkunst ab September eine Retrospektive des Lichtkunstpioniers, der über viele Generationen ein Kunstgenre inspiriert hat, das Licht als sein primäres Material verwendet. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus Morellets Anfängen in den 1960er Jahren, sowie aktuellere Arbeiten aus den Jahren 2006-2015.

In den 60ern produzierte er Objekte, in denen die Neons ein- und ausgeschaltet wurden. Ab den 80ern verwendete er Neons in Kombination mit anderen Materialien wie Holz, Stoff, Aluminium oder Acrylfarbe. Viele seiner späteren Arbeiten beziehen sich auf räumliche oder architektonische Situationen und spielen mit der Raumwahrnehmung des Betrachters, so wie auch Morellets Dauerinstallation „NO END NEON (Pier and Ocean), 2002“ im Zentrum für Internationale Lichtkunst.

Mit seiner rigorosen Verwendung von abstrakter Geometrie neigte Morellet dazu, emotional neutrale Werke zu kreieren, die aber ästhetisch nahe der Perfektion sind, und rückte in seinen Zielen in die Nähe des Minimalismus und der Konzeptkunst. In seinen Arbeiten wiederholte sich eine scheinbar emotionslose Rationalität gekürzter Linien, konstruktivistische Gitter-Muster und – sehr häufig – ein kühles Neonlicht. Dennoch war sein Ziel ein höheres: „Ich liebe die Strenge der Geometrie, aber noch mehr liebe ich es, alle Strenge zu ignorieren“, sagte er 1988.

Morellet brachte Ordnung ins Chaos, nur um durch ironische und zufällige Strategien wieder Chaos in der Ordnung zu erwirken und in diesem Sinne die Absurdität des Lebens aufzuzeigen.