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JOHN BALDESSARI (1931, lebt und arbeitet in Santa Monica, Kalifornien) ist zweifellos einer der wichtigsten amerikanischen Künstler, dessen Werk seit den sechziger und siebziger Jahren zahlreiche junge amerikanische wie auch europäische Künstler beeinflusst hat. Die Ausstellungsliste des multimedial arbeitenden Künstlers ist dementsprechend lang, doch die Sichtweisen auf sein Werk lassen noch immer zahlreiche Fragen offen. Die Kooperation zwischen dem Kunstmuseum Bonn und dem Bonner Kunstverein wird unter einer gemeinsamen thematischen Überschrift deshalb auch eine bislang nahezu unbeachtete Dimension seines Ansatzes enthüllen: BALDESSARIS künstlerische Auseinandersetzung mit Musik. Erstmalig kooperieren die beiden Bonner Kunstinstitutionen in einem gemeinsam entwickelten Projekt miteinander. Die zweiteilige Ausstellung an beiden Orten lässt die unterschiedlichen Zielsetzungen und Aufgaben der jeweiligen Häuser transparent werden: Während JOHN BALDESSARI eigens für den Bonner Kunstverein eine ganz aktuelle, raumbezogene Präsentation entwickelt, verfolgt die Ausstellung im Kunstmuseum Bonn sein multimediales Werk ausgehend von den siebziger Jahren bis 2006 mit dem Fokus auf musikalische Elemente. Am Beispiel von mehr als 50 Arbeiten (Gemälden, Fotografien, Videos und Mixed Media) aus internationalen musealen und privaten Sammlungen wird im Kunstmuseum Bonn die Vielfalt von BALDESSARIS Bildsprache bis heute anschaulich nachvollziehbar. Die Einladung des Kunstvereins nahm BALDESSARI zum Anlass, erstmals eine interaktive Installation zu schaffen. Die Schwerhörigkeit des Musikers und Komponisten war Anlass zur Fragestellung BALDESSARIS nach Prozessen und Fähigkeiten des Hörens. Das Hörrohr Beethovens wird in den aktuell entwickelten Skulpturen eine zentrale Rolle spielen. Diese Fragen werden in einer weiteren Musikinstallation von LEIF INGE (1970, lebt in Oslo), einem dazu eingeladen Künstler, wieder aufgenommen. INGES Werk 9 Beet Stretch nimmt Beethovens 9. Symphonie auf und dehnt sie auf die Dauer von 24 Stunden aus. Das Werk wird einerseits als Installation, andererseits als Konzert vorgeführt, bei welchem der Kunstverein für einmal 24 Stunden lang geöffnet bleibt. Diese speziell auf die Beethovenstadt Bonn zugeschnittene Ausstellung führt nicht nur erstmals die künstlerische Bedeutung des Themas Musik vor Augen, sondern ermöglicht es dem Besucher auch, zu verfolgen, inwieweit sich in JOHN BALDESSARIS Werken das komplexe Verhältnis von Text, Klang und Bild seit den ausgehenden sechziger Jahren bis in die Gegenwart entwickelt hat.

Zur Ausstellung ist ein umfangreiches Rahmenprogramm geplant, darunter eine Musikperformance in der Ausstellung von der amerikanischen Avantgarde-Musikerin und Trägerin des Beethovenpreises PAULINE OLIVEROS, eine Veranstaltung zum Film „Conceptual Paradise“ des Münchener Medienkünstlers STEFAN RÖMER, Videoveranstaltungen in Kooperation mit der Videonale e.V. sowie die Präsentation von bislang unbekanntem Filmmaterial von ALLAN KAPROW zu BALDESSARI. In einem gemeinsam mit der Universität Bonn organisierten zweitägigen Symposium wird am 6. und 7. Juli die Aktualität der Konzeptkunst diskutiert. Dabei wird auch die Verflechtung von Musik und bildender Kunst in den siebziger Jahren und der Gegenwart aus der Perspektive der Kunstgeschichte, der Musikwissenschaft sowie von bildenden Künstlern und Musikern diskutiert werden.

Weitere Kooperationspartner sind das Beethoven-Haus Bonn, das internationale Beethovenfest, Bonn, das Kunsthistorische Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die Initiative Hören e.V.

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John Baldessari
MUSIC
in Kooperation mit dem Kunstverein Bonn