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Katharina Grosse. It Wasn’t Us
24. April – 4. Oktober 2020

Die Malerei von Katharina Grosse kann überall auftauchen. Ihre raumgreifenden Arbeiten sind multidimensionale Bildwelten, in denen Wände, Decken, Objekte und ganze Gebäude und Landschaften mit leuchtenden Farben überzogen sind. Für die Ausstellung „It Wasn’t Us“ hat die Künstlerin die Historische Halle des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin sowie den Außenbereich hinter dem Gebäude in ein expansives Bild verwandelt, das die bestehende Ordnung des musealen Raums radikal destabilisiert.

Als Bildgrund dienen ihr der Boden der Halle und eigens für die Ausstellung entworfene Styroporkörper, die sie in mehreren Arbeitsschritten und durch verschiedene Skalierungen in die finale Größe überführt hat. Außerdem erstreckt sich die Malerei über die Gebäudegrenze hinaus in den öffentlichen Raum, auf das weitläufige Gelände hinter dem Museum und die Fassade der Rieckhallen. „It Wasn’t Us“ verbindet dabei weder Innen und Außen, noch Museum und Umgebung, Kultur und Natur, sondern verhandelt unsere Sehgewohnheiten, Denk- und Wahrnehmungsformen neu.

„Grosses Malerei überschreitet Grenzen mit Farbe, sie überschreibt Grenzzonen mit neuen Zusammenhängen. Das, was vorher da war, verschwindet nicht, sondern bleibt als Spur von etwas Vergangenem sichtbar, das seine Bedeutung verloren hat. Dabei entstehen phantastische Gebilde. In den Räumen, die sich eröffnen, zielt die Imagination ins Offene. Sie führt entschlossen und zugleich spielerisch in viele Richtungen“ (Aus dem Katalogtext zur Ausstellung „Das Gegebene und das Mögliche“ von Julia Eckert)

Katharina Grosse (*1961, Freiburg i. Br.) hat in den vergangenen zwanzig Jahren zahlreiche Einzelausstellungen präsentiert, etwa 2015 im Museum Wiesbaden, 2018 in der Nationalgalerie Prag, in der Villa Medici in Rom, in Carriageworks in Sydney und im chi K11 art museum in Shanghai sowie 2019 im Museum of Fine Arts in Boston, wo eine neue Arbeit in Dialog mit dem Werk „Mural“ (1943) von Jackson Pollock getreten ist. Sie realisierte immer wieder Arbeiten im öffentlichen Raum, etwa 2016 für das MoMA PS1 im Rahmen des „Rockaway!“-Programms in Fort Tilden, New York. Seit 1998 waren ihre Beiträge auf Biennalen und Triennalen in Sydney (1998), São Paulo (2002), New Orleans (2008), Curitiba (2013), Venedig (2015) und Aarhus (2017) sowie in vielen weiteren Gruppenausstellungen zu sehen. 2015 wurde Grosse eingeladen, eine ortsbezogene Malerei in der Versammlungshalle des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses des Deutschen Bundestages anzufertigen. Von 2000 bis 2010 hatte sie eine Professur für Malerei an der Weißensee Kunsthochschule in Berlin inne, von 2010 bis 2018 war sie Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Hatje Cantz Verlag mit einem Vorwort von Udo Kittelmann und Gabriele Knapstein sowie Texten von Julia Eckert, Doris Kolesch, Martina Löw, Daniel Milnes und Heather I. Sullivan.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und unterstützt von Volkswagen.