press release

„Ich kann mich nur auf meine eigenen Mittel verlassen, darauf, daß mit Farbe etwas entsteht, was erstens mich überrascht und zweitens doch wahr ist und dann gegen alles andere steht.“

Dieses Zitat Lambert Maria Wintersbergers beschreibt treffend den grundlegenden Charakter eines Lebenswerkes, das sich in allen Werkphasen einer kompromisslosen Authentizität und Eigenwilligkeit verschrieben hat. In seinen meist mystischerzählerischen Bildern konzentriert sich Wintersberger auf die Darstellung der für ihn imposantesten Aspekte und konstruiert dabei in seiner „Assoziationswut“, wie er selbst es formulierte, aus Elementen verschiedener Kulturen und Epochen entzeitlichte Szenerien.

Lambert Maria Wintersberger, geboren 1941 in München, studierte dort an der Akademie der Bildenden Künste sowie in Florenz und Berlin. Dort gründete er mit Markus Lüpertz, Peter Sorge und anderen die Produzentengalerie Großgörschen 35 und entwickelte unter Einfluss der Pop Art und des politischen Klimas in Berlin seine frühe Serie der Verletzungsbilder, die ihm zum Durchbruch vor allem in Deutschland und den USA verhalf. In den folgenden Jahren wendet er sich zunehmend einem naturalistischen Stil zu, der sich stärker an der Abbildung der Realität orientiert. Dabei verarbeitet Wintersberger vor allem Eindrücke seiner ausgedehnten Reisen, die er in seinen Gemälden einer radikal subjektiven Gewichtung unterwirft und so einen weiten Assoziationsraum für den Betrachter öffnet.

Lambert Maria Wintersbergers Werk wurde mehrfach ausgezeichnet und befindet sich in zahlreichen bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter die der Nationalgalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin, im Städel Museum Frankfurt, Kunstmuseum Düsseldorf, Sprengel Museum Hannover, in der Staatsgalerie Stuttgart, ebenso in der Sammlung der Deutschen Bank und der Sammlung Würth.

Lambert Maria Wintersberger verstarb 2013 in seiner Wahlheimat Walbourg/Elsass. Mit dieser Retrospektive aus Werken seines Nachlasses zeigt Bräuning Contemporary die Arbeiten Wintersbergers erstmalig überhaupt in der Hansestadt.

Eröffnung: 09.09.2016 19:00 Uhr
Finissage: 21.10.2016 19:00 Uhr