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Mit einer Auswahl von rund 150 Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die in Namibia leben und arbeiten, bietet das Museum Würth einen Einblick in die dortige Kunstlandschaft. Bereits die unterschiedlichen Techniken wie Öl- und Acrylmalerei, Linolschnitt, Kartondruck, Fotografie und Quilttechnik, Collagen aus recyceltem Kunststoff und Altmetall sowie dreidimensionale Objekte aus Draht, Serpentin, Marmor oder Speckstein spiegeln die Vielfalt namibischer Kunst wider. Vor allem in Windhoek hat sich eine kreative Kunstszene zusammengefunden, die sich zum einen auf ihr kulturelles Erbe besinnt, sich zum anderen aber hauptsächlich mit den aktuellen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Realitäten Namibias in der Zeit nach dessen Unabhängigkeit auseinandersetzt und so einen eigenen Beitrag zur modernen Kunst leistet.

Der Begriff junge GeNerATION bezieht sich dabei nicht nur auf eine Gruppe jener Künstler, die zur Zeit der Unabhängigkeit geboren wurde und die eine soziale und politische Zugehörigkeit teilt. Vielmehr schließt er alle Künstler ein, die das Wesen Namibias als einer neu entstehenden Nation erforschen. So sind auch Künstler einbezogen, die schon vor der Unabhängigkeit tätig waren, sich aber durch die Suche nach neuen Themen und neuen Ausdrucksweisen in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten künstlerisch weiterentwickelt haben.

Basis der Ausstellung bildet ein Konvolut an jüngst erworbenen Arbeiten in der Sammlung Würth, das durch Leihgaben aus Privatbesitz und der National Art Gallery of Namibia in Windhoek, unserem Kooperationspartner, ergänzt werden konnte.

Deutschland und Namibia verbindet seit über 130 Jahren die koloniale Vergangenheit, nachdem 1884 das Deutsche Kaiserreich in den „Wettlauf um Afrika“ eingestiegen war und unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika die erste Kolonie des Reiches gründete. Von Anfang an stieß die deutsche Kolonialmacht jedoch bei den einheimischen Völkern auf großen Widerstand, welcher in der grausamen Schlacht am Waterberg und dem anschließenden Völkermord an den Herero gipfelte.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der damit verbundenen Neuordnung der kolonialen Landkarte kam Namibia unter südafrikanische Verwaltung und das System der Apartheid verschärfte die sozialen Missstände zwischen den Bevölkerungsgruppen. Das Jahr 1989 brachte sowohl für Deutschland als auch für Namibia die politische Wende. In Namibia fanden die ersten freien Wahlen statt und als Republik wurde das Land am 21. März 1990 offiziell unabhängig.

Zur Ausstellung ist im Swiridoff-Verlag ein Katalog erschienen.

Künstler der Ausstellung

Elago Akwaake, Lukas Amakali, Samuel Amukete, Petrus Amuthenu, Barbara Böhlke, Nicola Brandt, Bettie Britz, Margaret Courtney, Clarke, Linda Esbach, Gisela Farrel, Tizzi Fib, Elvis Garoeb, Tafadzwa Mitchell, Gatsi, Beate Hamalwa, Martha Haufiku, Ilovu Homateni, Saima Iita, John Kalunda, Lok Kandjengo, Filemon Kapolo, Isabel Katjavivi, Tuaovisiua Katuuo, Paul Kiddo, David Linus, Nicky Marais, Gisela Marnewecke, Kim Modise, John Muafangejo, Othilia Mungoba, Alpheus Mvula, Peter Mwahalukange, Frans Nambinga, Johannes Ndilipune, Nampala, David Ndjavera, Francois de Necker, Saara Nekomba, Urte R. Remmert, Fillipus Sheehama, Findano Shikonda, Ndasuunje (Papa), Shikongeni, Fillipus Shikumba, Ismael Shivute, Elia Shiwoohamba, Anita Steyn, Ismael Tjijenda, Tity Kalala Tshilumba, Salinde