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3. September bis 22. November 2020

Josef Strau Spirits and Objects... and How Non-Productive Love Is Sometimes Contained in Them...

3. September bis 22. November 2020
Eröffnungstag: Donnerstag, 3. September 2020, 13 – 21 Uhr

Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf freut sich, mit Spirits and Objects ... and How Non-Productive Love Is Sometimes Contained in Them ... die erste umfassende institutionelle Einzelausstellung von Josef Strau in Deutschland zu realisieren. Im Zusammenspiel mit neuen Arbeiten wird versucht, zwischen 1991 und 2020 entstandene Objekte in einem immer auch autobiografisch verstandenen Depot als Zeit- und Zeitdauerobjekte zusammenzuführen. Nicht zuletzt um sie so zu betrachten, als wären diese Objektproduktionen in Wirklichkeit lediglich Produkte der Zeit selbst bzw. von anhaltenden Psychozuständen wie Angst und Furcht, und manchmal auch von Begehren. Die Hermeneutik der Transzendenz der Zeitlichkeit dieser alternden, langsam verblassenden Kunstobjekte hofft auf die Entdeckung der Zeit selbst als Werkzeug zur Erlösung von ihrer Objektrealität. Straus komplex verschachtelter Container beinhaltet neben Alltagserzählungen eine zufällig entstandene Auswahl an Objekten, unter anderem in Gestalt von Tigern, Tempeln, Tränen, Zäunen, Kinderbuchstaben, Engeln, Ikonen und geheilten Schildkröten. Die neueste Arbeit ist eine Spinnenuhr, The 13 Hour Cymbal Spiderclock That Exhales the Dreams, die eine neue Zeit jenseits der Zwölfstundenzählung ankündigt.

Es handelt sich bei diesem metaphysischen Lagerort im Kunstverein um einen ersten Versuch des nomadischen, vorübergehend in Köln lebenden Künstlers, nicht wie bisher jede Ausstellung neu zu produzieren, sondern sich der eigenen Produktionsvergangenheit zu stellen. Nun allerdings mit einem neuen Dreh: Neben früheren Texten und Arbeiten des Künstlers wird dieser empirisch- existenzielle Rückblick um kommentarische, philosophisch-theologische Echos aus der Gegenwart erweitert – durch Strau selbst ebenso wie durch weitere eingeladene Künstler*innen.

Wie bereits vergangene Ausstellungen von Josef Strau umfasst Spirits and Objects mehrere Ausstellungen zugleich. Das Zentrum bildet die Präsentation dreier großer begehbarer trichterartiger Kartonkinos, deren Grundrisse den Buchstaben R, V und E entsprechen. In ihrem Inneren sind die Verfilmungen kurzer vor Jahren von Josef Strau geschriebener Texte zu sehen, die seine New Yorker Freund*innen Keren Cytter, Bernadette Van-Huy und Enzo Shalom anlässlich der Ausstellung produziert haben. Auf der Wand hinter den Kartonkinos wird eine Auswahl von 60 Textplakaten früherer Ausstellungen gezeigt, sozusagen als Retrospektive von Straus endloser, mäandernder Schreibweise. Stellenweise wird das Band der Poster von Fotografien und anderen Arbeiten überlagert und schließlich von ausgepackten Objekten umgeben, die auf sie Bezug nehmen, aber die auch als unabhängige Objekte aufgefasst werden können. Kuratiert von Eva Birkenstock.

Die Ausstellung wird von einem Veranstaltungsprogramm aus Lesungen, Vorträgen und Führungen begleitet, zudem wird eine neue Publikation entstehen, die alle präsentierten Textposter des Künstlers in einem Lesebuch zusammenführt und im Winter 2020 im Verlag der Buchhandlung Walther König erscheint.

Nach 30 Jahren New York ist der in Wien geborene Josef Strau im Februar 2020 – zumindest vorläufig – nach Köln zurückgekehrt. Seine Arbeiten waren in der Vergangenheit in zahlreichen internationalen Ausstellungen und Biennalen zu sehen wie zuletzt auf der Busan Biennale (2020), der Liverpool Biennale (2014), in der Secession, Wien (2015), der Renaissance Society, Chicago (2014), sowie am Stedelijk Museum, Amsterdam (2007). Über die Textproduktion im Rahmen seiner künstlerischen Arbeit hinaus publiziert Strau regelmäßig in Katalogen und Magazinen. Zu seinen Veröffentlichungen zählen der Essay The Non-productive Attitude (2006) sowie die Künstlerbücher Dreaming Turtle (2015), The New World 2/Travels in Turtle Island (2015) und The Atlantis Search Neben seiner parakünstlerischen Aktivität als Organisator von Ausstellungen im Projektraum Friesenwall in Köln (1990–1994) und der Galerie Meerrettich in Berlin (2002–2006) ist Strau vornehmlich für seine vielfältigen installativen Verbindungen von Texten und Objekten bekannt. Skulptur, Malerei, Zeichnung, Performance und Installation treten immer in Verbindung mit Text und Sprache in Erscheinung. Verbindung mit Text und Sprache in Erscheinung. Dabei bildet für Strau, der sich selbst als „Künstler, der schreibt, und Schriftsteller, der Kunst macht“ bezeichnet, das Nachdenken über die eigene künstlerische Subjektivierung und Produktion den Ausgangspunkt.

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Veranstaltungen

Lesungen, Vorträge und Gespräch mit Josef Strau
Donnerstag, 1. Oktober 2020, 19 Uhr
Donnerstag, 8. Oktober 2020, 19 Uhr
Sonntag, 22. November 2020, 16 Uhr
– Informationen zu den Veranstaltungen, weiteren Gästen und Terminen werden zeitnah gesondert bekannt gegeben –

Führungen mit dem Team des Kunstvereins

Jeden Donnerstag, 17 Uhr
Anmeldung erforderlich unter: huewe@kunstverein-duesseldorf.de