press release only in german

The Cool and the Cold. Malerei der USA und der UdSSR 1960–1990
Sammlung Ludwig
25. April bis 6. September 2020

Im Jahr 1989 fiel die Mauer, 2020 feiert Deutschland das 30. Jubiläum der Wiedervereinigung von Ost und West. Dies nimmt der Gropius Bau zum Anlass, eine umfangreiche Ausstellung zu präsentieren, die den Ost-West-Dialog und die Ost-West-Konkurrenz kunsthistorisch reflektiert, indem sie zur Zeit des Kalten Krieges entstandene Meisterwerke aus beiden weltpolitischen Machtzentren vereint. Peter und Irene Ludwig gehörten weltweit zu den ersten Sammler*innen, die US-amerikanische und sowjetische Kunst parallel sammelten. Ihre umfangreiche Sammlung ermöglicht die kritische Gegenüberstellung von Werken aus beiden Lagern des Ost-West-Konflikts. Die Ausstellung zeigt Werke aus den Beständen der Sammlung Ludwig aus sechs internationalen Museen.

Unter dem Titel The Cool and the Cold. Malerei der USA und der UdSSR 1960–1990. Sammlung Ludwig werden rund 125 Arbeiten von 80 Künstlerinnen, unter anderem von Andy Warhol, Jasper Johns, Ilja Kabakov, Erik Bulatov, Jo Baer, Lee Lozano, Jackson Pollock, Helen Frankenthaler, Viktor Pivovarov, Natalja Nesterova und Ivan Čujkov, miteinander in Beziehung gesetzt. In 12 Räumen im Ostflügel des Gropius Bau – mit Blick auf die Mauerreste und die Gedenkstätte Topographie des Terrors – findet eine Gegenüberstellung statt, die Kontinuitäten und Gegensätze künstlerischen Denkens und Arbeitens offenbart. Die Ausstellung untersucht, wie Künstlerinnen zur Zeit des Kalten Krieges auf politische wie ästhetische Fragen ihrer Epoche reagierten und Vorstellungen individueller und gesellschaftlicher Freiheit verhandelten. Im Spannungsfeld der verschiedenen Stile, Ismen und Denkrichtungen aus drei Jahrzehnten wird Kunst auch als Ausdruck von und Kommentar zu Ideologien lesbar.

Brigitte Franzen, Co-Kuratorin der Ausstellung und Vorständin der Peter und Irene Ludwig Stiftung, über die Ausstellung: „Peter und Irene Ludwig gehörten zu den ersten Sammler*innen weltweit, deren Sammlungstätigkeit wirklich global ausgerichtet war. Sie waren immer auf der Höhe ihrer Zeit. Dies hat uns als Stiftung einen großen Schatz hinterlassen – und ein einzigartiges und komplexes Sammlungskonvolut, aus dem sich heute globale Zeitgeschichte lesen und verstehen lässt. Die russische Avantgarde in ihrer langen Tradition und der bahnbrechende Auftritt der amerikanischen Pop Art sind zwei Schwerpunkte der Sammlung. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch die Kunst der Sowjetunion und der USA nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1990er Jahre von den Ludwigs intensiv gesammelt wurde. Dies macht eine Gegenüberstellung möglich, die Kontinuitäten, Widersprüche, vermeintliche Gegensätze und historische Bezugspunkte der beiden Systeme im Feld der Malerei aufzeigt. Es wird aufscheinen, welche Ideologien sich hier gegenüberstanden, ja aufeinanderprallten, welche Kräfte am Werk waren und wie in der Kunst der Eiserne Vorhang wirkte.“

Stephanie Rosenthal, Direktorin Gropius Bau: „Das Ausstellungsprogramm des Gropius Bau reflektiert die spezifische Lage des Hauses, das sich unmittelbar am ehemaligen Grenzverlauf zwischen Ost- und Westberlin befindet. Der Haupteingang konnte erst nach dem Mauerfall an seiner ursprünglichen Position wiedereröffnen; die Reststücke der Berliner Mauer sind heute noch von den Ausstellungsräumen aus zu sehen. Die Auseinandersetzung mit Grenzen und Grenzziehungen zieht sich deshalb mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen immer wieder durch unser Programm. Wir freuen uns besonders, im Jahr des 30. Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung eine Ausstellung zu präsentieren, die eine bisher einzigartige Gegenüberstellung von Arbeiten aus beiden machtpolitischen Zentren des Kalten Krieges bietet. The Cool and the Cold bringt dabei nicht nur künstlerische Perspektiven aus Ost und West zusammen, sondern zeigt neben berühmten Meisterwerken von Roy Liechtenstein, Jackson Pollock oder Andy Warhol auch bisher unbekannte Werke.“

Die Ausstellung wird kuratiert von Benjamin Dodenhoff und Brigitte Franzen, Peter und Irene Ludwig Stiftung. Organisiert in Zusammenarbeit mit der Peter und Irene Ludwig Stiftung.