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Friedensschauplätze

Kriegsschauplätze in aller Welt stehen täglich im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit. Friedensarbeit hingegen ist unspektakulär, langwierig und wenig attraktiv. Was aber macht einen Ort, eine Initiative, eine künstlerische Arbeit zu einem Schauplatz des Friedens? Wie können den asymmetrischen Sichtbarkeitsverhältnissen alternative Perspektiven entgegen gestellt werden? Ist Frieden überhaupt sichtbar und darstellbar? Die Ausstellung versammelt künstlerische und aktivistische Strategien, die verdeckte Hintergründe an verschiedenen Krisenschauplätzen der Welt sichtbar machen, in öffentliche Diskurse intervenieren und sich der Kriegslogik widersetzen.

Mit Ausstellungsbeiträgen von Larissa Sansour/Oreet Ashery (Jerusalem, London, Kopenhagen), Floating Lab Collective (Washington D.C.), Mazen Kerbaj (Beirut), Solo7 (Nairobi-Kibera), Graine Théâtre/Espace Masolo (Paris/Kinshasa), Artists Without Walls (Israel/Palästina), Victor Gama (Angola), Robby Herbst (Los Angeles), David Reeb (Tel Aviv), Jan Caspers/Anne König/Vera Tollmann/Jan Wenzel (Leipzig), Akim (Berlin), Grete Aagaard (Aarhus), Stefan Kaegi/Rimini Protokoll (Berlin/Zürich), Sandra Schäfer/ Elfe Brandenburger (Berlin), Zentrum für politische Schönheit (Berlin), Institut Design2Context (Zürich), Sabine Horlitz/Oliver Clemens (Berlin), Projekt Grenzgeografien: Philipp Misselwitz/Tim Rieniets (Istanbul/Zürich), Samidoun media team/Kharita: Solidarity Maps (Libanon), Mona Fawaz/Ahmad Gharbieh/Mona Harb (Beirut), Steven Rowell (Berlin/Los Angeles), Decolonizing Architecture (Bethlehem), The Center for Landuse Interpretation (Los Angeles), Christiane Wehr/Ulf Treger (Hamburg), Lize Mogel/Dario Azzellini (New York/Berlin), OFOG (Schweden), Netzwerk Friedenssteuer (Deutschland), Women Videoletters (int.), Rosa Heide (Neuruppin u.a.), Clownsarmee (int.), G8 TV (int.), Elke Beyer und Anita Kaspar mit der Projektgruppe „Theater of Peace“

Die Sicht der Unterlegenen zeigen, ohne diese in eine passive Opferrolle zu drängen Bei den derzeitigen bewaffneten Auseinandersetzungen in der Welt handelt es sich zumeist um asymmetrische Konflikte. Diese Asymmetrie zeigt sich in der militärischen Übermacht, dem wirtschaftliches Gefälle und in Bezug auf die Definitionsmacht: Wo eine Seite allein die Zirkulation der medialen Bilder und Informationen kontrolliert, versucht die andere, mit Gewalttaten (Medien-) Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es bedarf anderer Strategien, Sichtbarkeit zu erzeugen und die Voraussetzungen für friedliche Lösungen zu schaffen. So spricht Elias Sanbar in Bezug auf die Filmkunst, die sich seit den Verträgen von Oslo in Palästina entwickelte, von einer „Rückkehr zur Sichtbarkeit“ - diese ist aber nicht nur Grundvoraussetzung für dauerhafte Lösungen, sondern auch das ureigenste Gebiet der Kunst.

Asymmetrische Konstellationen im Raum sichtbar machen Das Projekt FRIEDENSSCHAUPLÄTZE stellt Strategien vor, die verdeckte Probleme und Hintergründe an verschiedenen Krisenschauplätzen der Welt sichtbar machen. Dazu gehört auch die Analyse und Beschreibung räumlicher Konstellationen, die den Schauplatz und Hintergrund von Konflikten bilden und die in vielen kritischen Projekten mit den Mitteln kartografischer Darstellung sichtbar gemacht werden. Es geht um den Moment der Umkehr, der einen Kriegsschauplatz in ein friedliches Szenario verwandelt.

Aktivitäten intervenierender Künstler_innen und Friedensinitiativen vorstellen Der Schwerpunkt liegt auf Handlungsweisen von Initiativen und Künstler_innen, die in konkrete Situationen eingreifen und zugleich über ihr unmittelbares räumliches und zeitliches Umfeld hinaus Prozesse in Gang setzen. Eine kleine Bühne im Ausstellungsraum wird zu einem THEATER OF PEACE, in dem Initiativen sich vorstellen und wo neben thematischen Diskussionen auch Theater- und Filmvorführungen stattfinden.

Web-Plattform www.theaterofpeace.org Das Projekt THEATER OF PEACE / FRIEDENSSCHAUPLÄTZE versteht sich als Raum-Zeit-Knotenpunkt, der die verschiedenen beteiligten Initiativen, Akteur_innen und Künstler_innen über die Dauer der Ausstellung hinaus miteinander vernetzt. Eine Website als Plattform des Austauschs kartiert Friedensschauplätze weltweit. Nach dem Vorbild der Initiative Women Videoletters werden Aktive aus allen Teilen der Welt, die nicht selbst zur Ausstellung erscheinen können, aufgefordert, in einem Videointerview von ihren Erfahrungen in der Friedensarbeit zu berichten. Die Videointerviews werden auf der Web-Plattform veröffentlicht und von Künstler_innen und Aktivist_innen mit eigenem Material ergänzt.

THEATER OF PEACE
Kuratoren: bankleer , Anke Hagemann, Dietrich Heißenbüttel

mit Larissa Sansour / Oreet Ashery, Floating Lab Collective , Mazen Kerbaj, Solo7 , Graine Theatre / Espace Masolo, Artists Without Walls , Victor Gama, Robby Herbst, David Reeb, Jan Caspers / Anne König / Vera Tollmann / Jan Wenzel, Akim, Grete Aagaard, Stefan Kaegi / Rimini Protokoll , Sandra Schäfer / Elfe Brandenburger, Zentrum für Politische Schönheit , Institut Design2Context, Sabine Horlitz / Oliver Clemens, Projekt Grenzgeografien  (Philipp Misselwitz / Tim Rieniets), Samidoun media team  / Kharita - Solidarity Maps, Mona Fawaz / Ahmad Gharbieh / Mona Harb, Steven Rowell, Decolonizing Architecture , The Center for Landuse Interpretation , Christiane Wehr / Ulf Treger, Lize Mogel / Dario Azzellini, OFOG , Netzwerk Friedenssteuer , Women Videoletters , Rosa Heide, Clownsarmee , G8 TV , Elke Beyer / Anita Kaspar / Theater of Peace