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Halle fuer Kunst laedt herzlich ein zu

Wagnis der Oeffentlichkeit

Mit Arbeiten von Juliette Blightman, Barbara Bloom, Sofia Duchovny, Jana Euler, Bernadette Van-Huy und Annette Wehrmann

1. November 2020 – 6. Dezember 2020
Eroeffnung: Samstag, 31. Oktober 2020, 14 – 20 Uhr
Ort: Halle fuer Kunst Lueneburg, Reichenbachstrasse 2, 21335 Lueneburg

Aufgrund der aktuellen Lage ist der Einlass nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte stellen Sie sich gegebenenfalls auf Wartezeiten beim Einlass ein, da nur eine dem Hygienekonzept der Halle für Kunst entsprechende Anzahl an Besucher*innen diese gleichzeitig betreten kann.

Die Gruppenausstellung »Wagnis der Oeffentlichkeit« stellt die gedankliche Fortfuehrung der Ausstellung »Vom Handeln« dar, die 2018 in der Halle fuer Kunst gezeigt wurde. Anliegen war damals, vor dem Hintergrund einer in zeitgenoessischen kuenstlerischen Praktiken zu beobachtenden »Neuen Innerlichkeit« bzw. »Neuen Subjektivitaet« das Motiv des »Handelns« in den Fokus zu ruecken. »Handeln« jedoch nicht verstanden als »Praxis«, sondern im Sinne von Hannah Arendts Ueberlegungen zur »Vita activa oder Vom taetigen Leben«, welches sich in einem Weltbezug, das heißt in einem Interesse fuer bzw. einem Sorgen um die Welt ereignet.

Bedingung eines jeden politischen Handels ist es, so Arendt, die eigene Person im Tun zu exponieren, das heißt sich oeffentlich zu setzen. Denn nur wer »sein Leben und seine Person mit in das Wagnis der Oeffentlichkeit nimmt, kann sie erreichen«. Dieses Wagnis, von dem Hannah Arendt spricht und das als Ueberlegung und Begrifflichkeit auf ihren Lehrer Karl Jaspers zurueckzufuehren ist, gilt aber nicht nur fuer politisches Handeln, sondern fuer jegliche Form des oeffentlich Werdens und damit auch fuer kuenstlerische Praxis. Ist doch das Machen, vor allem aber das Zeigen von Kunst, mit einem Einsatz des Persoenlichen im Oeffentlichen verbunden und stellt damit ein Wagnis dar. Ist eben nicht nur Streben, das, was man geschaffen hat, auch sichtbar zu machen, sondern geht mit einer Preisgabe und Verletzlichkeit einher.

Diese Ueberlegungen bilden nun wiederum den Ausgangspunkt der aktuellen Ausstellung. Denn der Aspekt, dass es das Persoenliche zu wagen gilt, moechte man den anderen erreichen, ist angesichts des sich aktuell in der zeitgenoessischen Kunst abzeichnenden Revivals subjektiver und »authentischer« Motive hochinteressant und stellt, wenn man so will, den reflexiven Beitrag dar, den die Ausstellung leisten moechte. Markiert doch das Exponieren der eigenen Person in der kuenstlerischen Arbeit zugleich auch jenen schmalen Grad, mit dem stets die Gefahr einer rein subjektiven, im verheerendsten Falle identitaer-regressiven Nabelschau einhergeht. Auf der anderen Seite laesst sich im Zuge einer »Neuen Authentizitaet« aber auch ein Gros an kuenstlerischen Arbeiten ausmachen, die das Subjektive quasi als Stil vor sich hertragen und damit, wenn auch auf ganz andere Weise, ebenfalls den Einsatz des Persoenlichen – hier als entleerte Geste – in Verruch gebracht haben. Sich nun aber folglich ganz vom Persoenlichen zu verabschieden scheint wiederum auch zu kurz gegriffen.

Es ist also eine aeußerst komplexe Sache. Die damit verbundene Spannung, das komplizierte Verhaeltnis, welches moeglicherweise gar einen Wiederspruch in sich darstellt, sowie die Frage, wie vor diesem Hintergrund ein persoenliches Involviertsein aussehen koennte, sind es, die mit der Ausstellung in den Blick genommen werden. Nicht zuletzt ist aber auch jener Faden von Interesse, der sich von dort aus weiterspinnen ließe. Denn wenn das persoenliche Verwobensein die Voraussetzung des den anderen Erreichens ist, ist damit eben auch eine jener Bedingungen benannt, die die Grundlage von Gemeinschaft bildet.

Veranstaltungen

»Kinder fuehren Kinder« & »Kinderclub« mit Vilma Braun
Samstag, 14. November 2020, 11 – 13 Uhr
Fuer Kinder von 6 bis 12 Jahren
Eintritt frei
Anmeldung unter: vermittlung@halle-fuer-kunst

Kuratorinfuehrung
Donnerstag, 26. November 2020, 19 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung unter: vermittlung@halle-fuer-kunst