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Die Ablehnung des Ornaments begründete Adolf Loos mit dessen Ablösung von einem zeitgenössischen kulturellen Diskurs. "Da das Ornament nicht mehr organisch mit unserer Kultur zusammenhängt, ist es auch nicht mehr der Ausdruck unserer Kultur". So wird das Ornament da es den Menschen in seiner kulturellen Entwicklung schädigt, mit Rückständigkeit gleichgesetzt.

Die Arbeiten von Shannon Bool (*1972) zeigen eine kontinuierliche Beschäftigung mit der Funktion von Ornament. Entgegen des von Loos postulierten fehlenden Zusammenhangs von Ornament und zeitgenössischer Kultur, ist bei Bool gerade das Ornament ein Bindeglied medialer Ästhetik. Die in den Zeichnungen, Collagen und Wandarbeiten sich in mehreren Ebenen überlagernden Bildfragmente zeigen sich als Patchwork subjektiver Einflüsse und Erfahrungen. Moderne Verklärungen einer romantisch naturnahen Lebensweise, wie die amerikanische Fernsehserie "Lassie", spielen beispielsweise auf das Klischeebild ihres Geburtslandes Kanada an und vermischen sich mit Vorlagen aus Märchen- und Kinderbüchern.

Militärische Motive brechen diese Rekonstruktion einer "heilen Welt". Die in die Bilder integrierten ornamentalen Fragmente bilden ein Bindeglied der verschiedenen Realitätsebenen. Sie durchbrechen die Perspektive der figurativen Motive und überführen sie als Konstruktion. Die einzelnen Motive bleiben Versatzstücke einer unbestimmten Realität, die sich in einem Teppich an Assoziationen verweben.

Für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein kombiniert Shannon Bool eine neue Wandarbeit mit der Präsentation von Arbeiten auf Papier. Sie studiert zurzeit bei Prof. Christa Näher an der Städelschule.

Pressetext

fresh and upcoming: Shannon Bool