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posted 20. Oct 2020

Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne - Das Original

12. Sep 202030. Nov 2020
opening: 11. Sep 2020 07:00 pm
**Ausstellung 12.09.2020 - 30.11.2020, Eröffnung 11.09.2020 19:00** Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne Das Original (02.04.2020 - 22.06.2020) In den 1920er Jahren entwickelte der Kunst- und Kulturhistoriker Aby Warburg (1866–1929) seinen sogenannten Bilderatlas Mnemosyne, der wiederkehrende visuelle Themen und Muster von der Antike über die Renaissance bis zur Gegenwartskultur nachzeichnet. Sein Ansatz ist Inspiration für die visuell und digital dominierte Welt von heute. Das HKW präsentiert die 63 Tafeln des Atlas – erstmals wiederhergestellt mit Warburgs originalem Bildmaterial. Aby Warburg studierte die Wechselwirkungen von Bildern aus verschiedenen Epochen und kulturellen Kontexten. Er entwickelte den Bilderatlas Mnemosyne, um die Einflüsse der Antike auf die Renaissance und weit darüber hinaus bildlich darstellbar zu machen. Der Atlas bestand aus 63 großen schwarzen Tafeln, auf denen Warburg fotografische Reproduktionen von Kunstwerken aus dem Nahen Osten, der europäischen Antike und der Renaissance neben zeitgenössischen Zeitungsausschnitten und Werbeanzeigen anordnete. In den Jahren vor seinem Tod 1929 experimentierten Warburg und seine engsten Mitarbeiter*innen Gertrud Bing und Fritz Saxl mit Form und Funktion des Bilderatlas. Ihr Ziel war eine Publikation, die für die Diskussion zwischen Expert*innen ebenso wie für das breitere Publikum gedacht war. Im Entstehungsprozess entwickelte sich der Atlas zu einem Erkenntnisinstrument. Warburgs Methodik setzte neue Maßstäbe: Sie bestand darin, kanonisierte Bilder neu anzuordnen und sie epochenübergreifend zu betrachteten; sein Projekt überschritt die Fachgrenzen zwischen Kunstgeschichte, Philosophie und Anthropologie und war grundlegend für die heutigen Disziplinen der Bild- und Medienwissenschaften. Heute bietet sein Umgang mit dem Bildgedächtnis Inspiration und alternative Routen durch eine von visuellen Medien bestimmte Realität. Die Ausstellung im HKW stellt die letzte dokumentierte Version des Atlas von 1929 nahezu vollständig mit den Originalabbildungen wieder her: Die Kuratoren Roberto Ohrt und Axel Heil haben dafür in Zusammenarbeit mit dem Londoner Warburg Institute den größten Teil der 971 Abbildungen in der 400.000 Objekte zählenden Fotografiensammlung und Bibliothek des Instituts aufgespürt – und zeigen zum ersten Mal nach Warburgs Tod sein gesamtes unvollendetes Hauptwerk. Eine Publikation im Folio-Format versammelt die 63 Bildtafeln von Warburgs Atlas – neu fotografiert mit dem originalen, vielfarbigen Bildmaterial, mit Texten von Axel Heil, Roberto Ohrt, Bernd Scherer, Bill Sherman, Claudia Wedepohl. Sie erscheint zur Ausstellung im Hatje Cantz Verlag. Ebenfalls bei Hatje Cantz erscheint im Herbst 2020 ein Textband mit ausführlichen Kommentaren der Kuratoren. Die Ausstellung wird kuratiert von Roberto Ohrt und Axel Heil in Zusammenarbeit mit dem Warburg Institute, London. Im Rahmen von Das Neue Alphabet

artist

Aby Warburg 

curators

Axel HeilRoberto Ohrt 
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posted 19. Oct 2020

Licht. Laurenz Berges, Bernhard Fuchs, Albrecht Schäfer

04. Sep 202024. Oct 2020
Licht. Laurenz Berges, Bernhard Fuchs, Albrecht Schäfer 04.09.2020 -24.10.2020 DC-OPEN Freitag 04.09. 11-22 Uhr Samstag 05.09. 11-20 Uhr Sonntag 06.09. 11-18 Uhr „…so blieb ich eine gewisse Zeit auf demselben Platz, und das Auge zögerte unter den verschiedenen Helligkeiten; dann auf einmal setzte ich mich in Bewegung und ging sehr schnell landeinwärts wie einer, dessen Gedanken, nachdem sie lange nach allen Seiten hin und her getrieben worden war, anfangen sich zurechtzufinden; wenn sie sich dann in einer einzigen Idee zusammenfinden, bringen sie zugleich für seinen Körper den Entschluss einer bestimmten Bewegung und einer entschlossenen Haltung mit sich. …“ Paul Valéry, Eupalinos, 1923 Laurenz Berges‘ (*1966 in Cloppenburg) Fotografien erzählen mit einem aufmerksamen Blick für zahlreiche urbane Details und Zeichen von den vergehenden Stadtlandschaften unserer Zeit. Sie stellen Fragen zum notwendigen Umbau unserer Gesellschaft und dem damit verbundenen Strukturwandel, der sich in den Architekturen und Räumen unserer Städte ablesen lässt. Ist die funktionierende Stadtlandschaft eine überkommene nostalgische Idee, deren einziger Reiz in der blühenden Vergangenheit liegt, die von der Vorstellung einer funktionierenden und aufstrebenden Gesellschaft geprägt ist? Oder bietet der Verfall auch die Chance, der Anfang aller Veränderung zu sein? Die Fotografien von Bernhard Fuchs hingegen zeigen mit den Landschaften seiner Kindheit gänzlich anders konnotierte Orte – bestimmt durch die ländlich geprägte Kulturlandschaft im Mühlviertel in Österreich, wo der Künstler 1971 geboren wurde und aufwuchs. Und trotz der Weite der Landschaft, die allein durch Hügel, Wälder und den fernen Horizont begrenzt zu sein scheint, vermitteln die Fotografien Vorstellungen von Enge und Begrenzungen, von eingeschlossenen Räumen, bei denen es um die Dichotomie von Dunkelheit und Licht und die unendlichen, darin verborgenen Nuancen geht. Albrecht Schäfer, 1967 in Stuttgart geboren, richtet seinen Blick auf das, was ihm in seinen täglichen Beobachtungen am nächsten ist. So findet er die Motive seiner kleinformatigen, farblich reduzierten Ölgemälde ausschließlich in seinem Atelier. Dort baut er Modelle eben jener Räume und arrangiert seine zurückhaltenden Sujets. Über einen längeren Zeiträume hinweg nähert er sich diesen malerisch an, indem er sie einer scharfen Reduktion unterwirft, bis sie zu geheimnisvollen Flächen und gemalten Räumen werden, von denen eine faszinierende Konzentration und Ruhe ausgeht. Gemeinsam ist allen drei Positionen, dass sie in den gezeigten Arbeiten auf die Darstellung des Menschen verzichten, also auf diejenigen, die maßgeblich für die Gestaltung der Kulturlandschaften und Räume, der Städte und Häuser verantwortlich sind. Somit thematisieren die Werke implizit auch die Frage seines Verschwindens. Haben wir uns selbst durch langanhaltendes, falsches Verhalten ausgelöscht oder ist der Mensch einfach nur zum Beobachter dessen geworden, was er seit Generationen verändert und gestaltet? Die durch das Fehlen des Abbild des Menschen erfahrbare „Leerstelle“ ist aber dennoch zutiefst menschlich. Es geht von den Arbeiten eine Zuversicht aus, da wir durch den Blick des Künstlers auf das Objekt gelenkt werden und seine Liebe zum Gegenstand, zur Landschaft, zum Detail ebenso spüren wie seine Konzentration und die Notwendigkeit seines Schaffens. Petra Rinck Galerie
Petra Rinck Galerie, Düsseldorf

PETRA RINCK GALERIE | Birkenstrasse 45
40233 Dusseldorf

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posted 18. Oct 2020

Mohamed Bourouissa. Brutal Family Roots

17. Sep 202014. Nov 2020
Mohamed Bourouissa. Brutal Family Roots September 17–November 14, 2020 Mohamed Bourouissa’s solo exhibition pays homage to the psychiatrist, political philosopher and revolutionary Frantz Fanon and to his complex relationship with the city of Blida, Algeria, where the artist was born. Fanon’s contribution to the anti-colonial struggle and his deep analysis of the mechanisms of oppression and racism are articulated in different ways by the two installations that comprise Brutal Family Roots. Incomplete Herbarium (2020) and The Whispering of Ghosts (2018–20) both evidence Bourouissa’s unflinching attitude toward history and his bold approach to establishing collaborations and forms of dialogue with all kinds of subjectivities.
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posted 17. Oct 2020

Cordula Güdemann & 22 Studenten*innen aus 25 Jahren Akademie

17. Oct 202015. Nov 2020
opening: 17. Oct 2020 01:00 pm
Cordula Güdemann & 22 Studenten*innen aus 25 Jahren Akademie 17. Oktober bis 15. November 2020 Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, 17. Oktober, 13–17 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde recht herzlich ein. Die Künstler*innen und die Professorin sind persönlich anwesend. Die Ausstellung wird von einer umfangreichen Dokumentation begleitet. In der Ausstellung zeigen wir Arbeiten von 22 Künstler*innen, sowohl von ehemaligen, seit vielen Jahren als freie Künstler*innen lebende als auch von derzeit Studierenden der Klasse für Malerei und Zeichnen von Prof. Cordula Güdemann des letzten Vierteljahrhunderts an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Beteiligte: Ilker Basirli, Nina Joanna Bergold, Karin Brosa, Stefanie Fleischhauer, Fabian Holzwarth, Anna Huxel, Yongchul Kim, Stefan Knaus, Tiin Kurtz, Jinjoo Lee, Johanna Mangold, Claudia Magdalena Merk, Arthur Metz, Nigatu Tsehay Molla, Agnes Mrowiec, Wolfgang Neumann, Alessia Schuth, Tesfaye Urgessa, Weiran Wang, Xianwei Zhu, Friedrich Zirm, Ivan Zozulya und Cordula Güdemann
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posted 16. Oct 2020

The Immanent Horizon

05. Sep 202001. Nov 2020
The Immanent Horizon Leda Bourgogne, Olivier Foulon & Alexander Lieck, Samuel Richardot, Charline Tyberghein 05.09.2020 - 01.11.2020 Der Kunstverein Bielefeld freut sich, mit The Immanent Horizon die künstlerischen Positionen von Leda Bourgogne, Olivier Foulon & Alexander Lieck, Samuel Richardot und Charline Tyberghein zu präsentieren. Die Ausstellung widmet sich dem Status quo malerischer Praxis und ihrem kritischen Potential. Die Entgrenzung der Malerei, das Verlassen ihres angestammten Platzes auf der Leinwand, vollzog sich in den späten 1960er Jahren und kritische Protagonist*innen stellten durch die radikale Öffnung von Werkformen ihre medienspezifische Rezeption infrage. Im Fokus der Auseinandersetzung der Institutionskritik stand die Sichtbarmachung der Mechanismen der Institution Kunst innerhalb des Ausstellungsraumes und damit die Neuvermessung der Rahmenbedingungen des Ausstellens. Vor diesem Hintergrund bemerkt Daniel Buren: „Nur wenn die verschiedenen, aufeinanderfolgenden Rahmen/Grenzen in ihrer Bedeutung erkannt sind, kann ein Werk/Produkt, wie wir es auffassen, sich zu diesen Grenzen in Beziehung setzen und sie entschleiern.“ Keineswegs sollte damit das von nun an immer wieder aufs Neue proklamierte Ende der Malerei behauptet, sondern vielmehr die der Kunst immanenten gesellschaftlichen Voraussetzungen erfahrbar werden. Gegenwärtig stellt sich die Frage nach der kritischen malerischen Perspektive unter geänderten Vorzeichen. Die Malerei hat die Kritik an sich längst aufgenommen und begonnen, den eigenen medialen Kontext zu befragen. The Immanent Horizon zeigt ein aktuelles Bildverständnis, das in diversifizierten künstlerischen Praktiken zum Ausdruck kommt und die Voraussetzungen der Malerei als Praxis reflektiert.
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posted 15. Oct 2020

SALON REAL / VIRTUAL 2# Salon: Natalia Gurova | Triggered silhouettes

08. Oct 202003. Nov 2020
opening: 08. Oct 2020 04:00 pm
**3# Kamingespräch:** Dienstag, 20. Oktober 2020, 19 - 20 Uhr Der Kurator und Kunstjournalist Walter Seidl im Gespräch mit der Künstlerin Natalia Gurova. Anmeldung unter info@galerie-stock.net unbedingt erforderlich, nur begrenzte Teilnehmerzahl! EINTRITT FREI * **SALON REAL / VIRTUAL 2# Salon: Natalia Gurova | Triggered silhouettes** 08.10.2020 – 03.11.2020 Eröffnung: Donnerstag, 8.10., 16-21h & Freitag, 9.10, 11-20h Timeslot alle 15 Minuten / ohne Anmeldung / come and go WO: galerie michaela stock, Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien Performance SWEET ARCHIVE ongoing, partizipative Performance findet die ganze Zeit während der Ausstellung im SALON REAL / VIRTUAL statt, 8.10. - 3.11.2020 Vom 8. Oktober bis 3. November 2020 präsentiert die galerie michaela stock im SALON REAL / VIRTUAL unter dem Titel „Triggered silhouettes“ Werke der jungen, russischen Journalistin und Künstlerin Natalia Gurova. In ihrer aktuellen künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Gurova mit Objekte und Strukturen, die Veränderungen im menschlichen Verhalten auslösen und changieren zwischen flacher Abbildhaftigkeit und Dreidimensionalität. Im Salon Real werden zwei Wandskulpturen von Natalia Gurova gezeigt, die sich mit der wandelbaren Oberflächenästhetik des Objekts beschäftigen, aber gleichzeitig sensibilisieren sie mit ihrer Haptik eine subjektive Wahrnehmung. Im Salon Virtual sind Skulpturen und Grafiken zu sehen, die zwischen beiden künstlerischen Techniken navigieren, und manchmal auch miteinander verschmelzen. Natalia Gurova bezieht sich in ihrer aktuellen Ausstellung sehr oft auf persönliche Erlebnisse. Dabei richtet sich ihr Blick nach Innen, auf das Übersehene und Unspektakuläre. Einen weiteren Schwerpunkt in ihrem Werk stellt für Natalia Gurova die Beschäftigung mit der komplexen Beziehung zwischen dem bewußten und unbewußten „Selbst“, seiner Gegensätzlichkeit und ihrem Zusammenspiel dar. Ihre skulpturalen Objekte mit Textkombinationen kreisen um die Frage, nach welchen Prinzipien die Benennung von Objekten geschieht. Einige Fragen, auf die die Künstler eingehen, sind: Was haben die Liebespfeile des römischen Gottes Amor und Liebespfeile von Schnecken oder architektonische Säulen mit Wirbelsäule gemeinsam? Aufgrund unserer Neigung, Objekte eher aus einer subjektiven Perspektive wahrzunehmen, als sie in umfassenderen Zusammenhängen zu betrachten, bleiben die meisten dieser Bezüge vorwiegend unbewusst. Natalia Gurovas ongoing, partizipatorische Performance „Sweet Archive“, die sowohl im SALON REAL als auch im SALON VIRTUAL stattfinden wird, trägt zum poetischen Ganzem bei und weist die Denkrichtung. An dieser Performance kann der Besucher sowohl im realen als auch im virtuellen Raum teilnehmen. Dabei geht es ihr um das Ineinandergreifen von realer und virtueller Welt und das Kombinieren von visuellen und haptischen Reizen und deren Verbindung zu und in beiden Welten. Curriculum Vitae Natalia Gurova ist in Belarus geboren, in Russland aufgewachsen und lebt und arbeitet heute in Wien. Sie hat in Moskau Journalismus studiert und erhielt 2009 ihren MA in Journalismus von der Moskauer Staatsuniversität. Danach arbeitete sie mehrere Jahre als politische Journalistin für verschiedene Print- und Onlinemedien sowie Radio und Fernsehen in Moskau. Seit 2018 studiert sie an der akademie der bildenden künste wien bei Julian Göthe. Zuvor hat sie an der Universität für angewandte Kunst Wien von 2014 bis 2018 bei Paul Petritsch studiert. Geführte Atelierbesuche auf Anfrage Die realen Kunstwerke können mit Michaela Stock im Atelier der Künstlerin besichtigt werden. Terminvereinbarung unter +43 699 19 20 77 78. Dokumentiert wird die virtuelle Ausstellung in Form von einer gedruckten Informationsbroschüre. Gleichzeitig können Kunstinteressierte von der Ausstellung ein limitiertes, signiertes Kunstplakat für € 20,- erwerben. SALON REAL / VIRTUAL ein neues Galerienkonzept: real vs virtuell Das Augenmerk liegt auf dem Ineinandergreifen von realer und virtueller Welt und ihrer Kombination von akustischen, visuellen, haptischen Reizen. Das Ziel ist es die reale Welt stärker und aktiver an der Schnittstelle zur virtuellen Welt anzudocken, um damit neue Denkansätze und Arbeitsprozesse in Gang zu setzen und auf diese Weise die interaktive Medienkunst weiter zu entwickeln
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posted 14. Oct 2020

LEUNORA SALIHU - Shifting Entities

31. Aug 202025. Oct 2020
opening: 30. Aug 2020 02:00 pm
LEUNORA SALIHU Shifting Entities 31.8. – 25.10.2020 Leunora Salihu entwickelt ihre skulpturalen Arbeiten anhand elementarer Themen der Bildhauerei, wie dem Verhältnis von Raum und Umraum, Bewegung in der statischen Form sowie Skulptur und Sockel. Dabei werden handwerklich seriell gefertigte Elemente zu modularen Systemen und skulpturalen Körpern verbunden. Salihus Objekte sind Fortführungen von vertrauten Formen, deren Ausgangspunkte sowohl Proportionen des menschlichen Körpers, als auch architektonische Urtypen der menschlichen Behausung sein können. Sich an diesen archetypischen Modellen orientierend, greift sie auf ursprüngliche, erdbasierte Materialien wie Keramik, Holz oder Metall zurück, die zugleich auch von einem industriellen Kontext geprägt sein können. Die Erfahrung, die sie mit charakteristischen Eigenheiten eines Stoffes macht, werden auf das nächste Material übertragen – so kann die Beschäftigung mit Ton, einem weichen, viele Prozesse durchlaufenden Material zu einer Suche nach dem Weichen und Beweglichen im zunächst starr erscheinenden Holz führen. Darüber hinaus stehen die Skulpturen in einem stetigen Spannungsverhältnis physikalischer Gegensätze wie Leichtigkeit und Schwere, Anziehung und Ausdehnung, die Salihu potenziert und austariert einander gegenüberstellt. Nichts bleibt isoliert, sondern steht immer in Beziehung zu einer anderen Kraft. Ihre experimentelle Arbeitsweise schafft ein nuanciert verknüpftes Ensemble an Skulpturen eines vielschichtigen Vokabulars aus organischen und konstruktiven Formen, deren Entwicklungen sich aneinander ablesen lassen und sich fortwährend an den Parametern des Materials orientieren. Nie hermetisch, stehen ihre Raumkörper in einem dynamischen Beziehungsgeflecht von Ein- und Ausschließung, welches das Verhältnis von Objekten und Subjekten thematisiert. Leunora Salihu arbeitet forschend, stets auf der Suche nach den Möglichkeiten von Form- und Materialentfaltung, die sie mit dem Raum und seinen Gesetzmäßigkeiten in einen Dialog setzt. Leunora Salihu wurde 1977 in Pristina, Kosovo geboren und lebt und arbeitet in Düsseldorf. Ihr Studium der Bildhauerei absolvierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf. Zuletzt wurde Salihus Arbeit durch den Lothar-Fischer-Preis (2017) ausgezeichnet. Neben diversen Beteiligungen an internationalen Gruppenausstellungen, hatte sie Einzelausstellungen in Institutionen wie dem Museum Lothar Fischer (2018), der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K21 (2017), The National Gallery of Kosovo (2017) sowie dem Lehmbruck Museum in Duisburg (2011/12). Zurzeit hält sie eine Gastprofessur für Bildhauerei an der Justus-Liebig-Universität in Gießen inne.
Sammlung PHILARA, Düsseldorf

PHILARA | Birkenstraße 47
40233 Dusseldorf

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posted 13. Oct 2020

Radikale Passivität: Politiken des Fleisches

11. Sep 202001. Nov 2020
Radikale Passivität: Politiken des Fleisches 11. September – 1. November 2020, täglich 12-18 Uhr, Freitag 12-20 Uhr Das Kooperationsprojekt widmet sich in Ausstellung und Veranstaltungsprogramm neuen Formen von Sensibilität und Fleischlichkeit in den Künsten. Mit: aLifveForms (cared for by J.P. Raether), Jimmy DeSana, Sophia Eisenhut/ Christian Kölbl, Till Gathmann, Oliver Husain/ Kerstin Schroedinger, Jeroen Jacobs, KAYA, Richard Kern/ Lydia Lunch, Jutta Koether, Andreas Langfeld, Deana Lawson, Lee Lozano, N.O. Madski, Sidsel Meineche Hansen, Henrik Olesen, Ovartaci, Vika Prokopaviciute, Eran Schaerf, Alina Szapocznikow, Paul Thek, Wu Tsang, Clemens von Wedemeyer, Marianne Wex, Andrea Winkler u.a. Die Ausstellung widmet sich in drei aufeinander folgenden ›Szenen‹ neuen Formen von Sensibilität und Fleischlichkeit in den Künsten. Das thematische Spektrum reicht von Auseinandersetzungen mit Schmerz, Sucht und Erregung (1. Szene) über die Idee eines neuen digitalen Fleisches (2. Szene) bis hin zu Fragen nach der gesellschaftlichen Formierung einer nicht mehr subjektzentrierten Empfindsamkeit (3. Szene). Ausgangspunkt für die Ausstellung ist Paul B. Preciados biopolitische These, die Machtform der heutigen Gesellschaft sei ›pharmakopornografisch‹: Die Weise, in der man gegenwärtig subjektiviert wird, verlaufe zum einen über Pharmazeutika – gemeint sind Medikamente, Hormone, Aufputschmittel, Tranquilizer und Drogen. Zum anderen funktioniere die heutige Machtform über Erregung, wobei nicht nur die Pornoindustrie gemeint ist, sondern auch andere gesellschaftliche Mechanismen, die der masturbatorischen Logik: ›Erregung – Frustration – Erregung‹ gehorchen. Adressat dieser Regulierungen ist das sensible Fleisch in seiner nervlichen Ausgesetztheit, Passibilität und Verwundbarkeit. Die gezeigten künstlerischen Arbeiten exponieren die Zusammenhänge von Macht, Krankheit, Sex, exzessiver Empfindsamkeit und Kunst. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf das Unwillkürliche wie Hinfällige und hinterfragen Politiken der Affizierung. Neben Werken aus den 1960er und 1980er Jahren werden vor allem zeitgenössische Positionen gezeigt, die dasjenige thematisieren, was in Kunst und Leben nicht Gegenstand der Wahl und nicht im Möglichkeitsspielraum des Einzelnen vorgezeichnet ist. Schwäche, Altern, Erschöpfung oder Sterblichkeit, aber auch Geburt, Verletz- und Erregbarkeit sind Phänomene radikaler Passivität, die in ihrer künstlerischen Brechung als Kritik an einer vermeintlichen Regierbarkeit des fleischlichen Seins zu verstehen sind. Szene 1 »Ästhetiken der Affizierung: Schmerz und Erregung« ab 11. Sept. 2020 Szene 2 »Digitale Fleischlichkeit: Mensch-Maschine-Sex« ab 2. Okt. 2020 Szene 3 »Politiken des Fleisches: Formierungen des Körpers« ab 16. Okt. 2020 Ein Teil der Ausstellung wandert in die HGB-Galerie Leipzig. Ein Kooperationsprojekt der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) und der Gesellschaft für künstlerische Forschung in Deutschland (gkfd) Kuratorisches Team: Kathrin Busch und Ilse Lafer Kuratorische Mitarbeit: Jonas von Lenthe
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posted 12. Oct 2020

FELIX SCHRAMM. Transition

04. Sep 202024. Oct 2020
FELIX SCHRAMM. Transition Das Fragment einer Abformung, zu einer Seite hin offen und seinen Hüllencharakter kaum verbergend, schmiegt sich an eine Negativform und lässt so nuanciert Zwischenstadien einer skulpturalen Formbildung sichtbar werden, die ihre produktive Kraft wesentlich aus Momenten des Übergangs bezieht: zwischen Volumen und Leere, Innen und Außen, homogenem Ganzen und der Heterogenität seiner Teile. Was so in der titelgebenden Arbeit als Übergänge der Form ablesbar wird, setzt elementar das Moment des Blickwechsels voraus. Das skulpturale Element wird dann als ein aus zwei Teilen zusammengesetztes erkennbar, wenn wir die Position wechseln. Damit sind wir als Betrachtende selbst zum notwendigen Teil des skulpturalen Raumgefüges geworden. Von dieser grundlegenden Konstellation ausgehend sollen drei Momente des Übergangs in den gezeigten Arbeiten adressiert werden, die mit dem Ausdruck „Transition“ ebenso programmatisch wie provisorisch – selbst nur als Übergang fassbar – benannt sind. Übergänge der Form, die sich in einer ersten Annäherung an den Begriff des „Formlosen“ bei Georges Bataille anschließen lassen. Denn bei Bataille bezeichnet das „Formlose“ nicht die Negation von Form, sondern vielmehr das, wodurch sich dialektisch der Übergang von Form zu Form vollzieht. Ein Übergang indes, der in der Auflösung, Überschreitung und Deklassierung vorhandener Formen besteht. Freilich muss für das Formdenken Felix Schramms das Moment des Dialektischen betont werden. Denn was hier mit dem „Formlosen“ angesprochen ist, lässt sich zwar durchaus in die Nähe rücken zur vehementen Attacke Batailles gegen buchstäblich „die ganze Philosophie“: dass jedes Ding nur durch eine eindeutig zu klassifizierende Form zu definieren wäre. Vor allem aber ist es positiv gewendet das produktive Potential eines Begehrens nach dem Individuellen und Singulären, dem, was – nicht durch Begriff und Klassifikation einzuholen – sich durch Verschiebung und Übergang stattdessen in neuen Formen freisetzt. Übergänge im Verhältnis zwischen Objekten, wie sie innerhalb des räumlichen Bezugssystems einer Skulptur auftreten und die stets mit Übergängen und Verschiebungen von Zeige- und Präsentationsweisen verbunden sind. So in „accumulated (Loop)“, wenn durch die Platzierung eines metallummantelten Skulpturfragments oberhalb der Vitrine – diese kurzerhand zum Sockel verkehrend – einerseits Zeigeweisen aktiviert, diese andererseits in ihrer vertrauten Funktion hybrid werden. Wenn darüber hinaus nicht nur das Objekt selbst durch Techniken des Faltens und Stauchens unter eine immense Spannung gesetzt scheint, sondern ruckartig-unverhofft weitere Objekte aus dem Arsenal Schramm‘schen Formdenkens aus dieser Spannung nachgerade hervorplatzen, ergeben sich zusätzliche Verschiebungen durch den Einsatz weiterer Zeigetechniken. Ein auf Metallblech kaschiertes Stück Fototapete scheint auf die gegenüberliegende Arbeit „Multilayer 334“ zu deuten, die ihrerseits auf die Ausstellung „Soft Corrosion“ im Hamburger Bahnhof (2006) Bezug nimmt. Das eigene Ins-Werk-Gesetztsein wird hier mit ins Spiel gebracht wie das Element als raumgewordenes, auf Blech gebracht und gefaltet, zugleich die Kontingenz seines Gemachtseins als Bild ausstellt. Ein Rigips-Element, das als Modell auf ein Außerhalb der Skulptur und die größeren, katastrophisch-konstruktiven Rauminterventionen verweist wie es ebenso als Fragment einer für sich stehenden Arbeiten gelesen werden mag. Nicht zuletzt transponiert es das Innerhalb des in der Vitrine Gezeigten, das einen weiteren Strang der „Intersection“-Gruppe aufnimmt. Übergänge im Raum, bei denen der Blick selbst Teil der räumlichen Ordnung wird. So in der eingangs angesprochenen „Transition“-Arbeit im Arrangement mit Arbeiten aus der Serie „Dark Site“ im hinteren Raum der Galerie. Nicht nur changieren diese Arbeiten zwischen monolithischer Flächigkeit und quasi-vitrinenhaftem Präsentationswerkzeug für ein Diesseits und Jenseits der Fläche. Vor allem ziehen diese Arbeiten den Blick zusammen, bannen ihn mit ihren hinter Acrylglas gebrachten Kraterlandschaften aus oxidiertem Blattsilber, werfen ihn dann aber, nur einen Blick später, in den Raum zurück, stellen Blickachsen her, die stets allerdings auf dem Moment von Übergang und Wechsel der Betrachtung beruhen. Wenn dies in „Dark Site #35“ mit seinem an einer Stelle gebrochenen Acrylglas kurzzeitig zur Ruhe zu kommen, der Blick in der Öffnung einen Fixpunkt zu haben scheint, zieht die Skulptur ihn im nächsten Moment wieder weiter: von Übergang zu Übergang. Sebastian Hammerschmidt

artist

Felix Schramm 
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posted 11. Oct 2020

Alice Creischer, Kasia Fudakowski, Pakui Hardware

11. Oct 202024. Jan 2021
Alice Creischer, Kasia Fudakowski, Pakui Hardware Preisträgerin und Stipendiatinnen der Günther-Peill-Stiftung Kurator: Andreas Prinzing 11.10.2020 bis 24.01.2021 Eröffnung: Sonntag, 11. Oktober 2020, 12 Uhr Der mit 20.000 € dotierte Preis der Günther-Peill-Stiftung wurde 2018 der Künstlerin Alice Creischer verlie- hen. Für die zweijährigen Förderstipendien der Günther-Peill-Stiftung über je insgesamt 18.000 € wurden die Künstlerin Kasia Fudakowski und das Künstlerduo Pakui Hardware aus einer Reihe vielversprechender Positionen gewählt. Die Stiftung würdigte alle drei Künstler*innen über die finanzielle Förderung hinaus mit einer Ausstellung im Herbst 2020. Die Stipendiat*innen werden zusätzlich mit einer Begleitpublikation ge- fördert. Die Günther-Peill-Stiftung wurde von Carola Peill 1986 zu Ehren ihres Mannes Günther Peill ge- gründet. Seit 1987 vergibt die Günther-Peill-Stiftung zweijährige Stipendien. Alice Creischer Die Preisträgerin der Günther-Peill-Stiftung 2018, Alice Creischer, ist für eine künstlerische Praxis bekannt, die Installationen, Performances, Video, Malerei, Skulptur und andere Ausdrucksformen ebenso einschließt und miteinander kombiniert wie Texte und das Kuratieren von Ausstellungen. Alice Creischers Arbeit ist stets geprägt durch ihre kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Ge- genwart des Kapitalismus und dessen weltweiten Auswirkungen auf soziale und ökologische Lebensbedin- gungen. Die Narrative und Inhalte, die sich aus ihren Überlegungen und Erfahrungen ergeben, überträgt sie in Installationen, die an begehbare Bühnenbilder erinnern. Darin werden Bilder zu Text und Texte zu Bildern, beispielsweise in Form von Stickereien und Collagen. Creischers Bildsprache speist sich aus unterschiedlichsten Formen von Alltags- und Populärkultur. In ihren Filmen finden sich Motive, die aus Mär- chen und Sagen bekannt sind, ihre filigranen Papierinstallationen erinnern an Klöppelarbeiten. Malereien, Zeichnungen und Collagen nehmen stilistische Elemente aus der Volkskunst auf und schaffen auf diesem Weg Zugänglichkeit zu den formal und inhaltlich komplexen Thematiken. Alice Creischer (*1960 in Gerolstein) lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist für kollaborative Arbeitsformen mit Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Kurator*innen wie Andreas Siekmann, Christian von Borries, der Grupo de Arte Callejero, Amelie von Wulffen und Josef Strau bekannt. Kasia Fudakowski Kasia Fudakowskis vielfältige künstlerische Praxis umfasst Skulptur, Installation, Performance, Film und Buch. Häufig eignet sie sich Bildwelten, Formensprache und Wortschatz spezifischer Milieus an, die von der Immobilien- und Einrichtungsbranche bis zur Unterhaltungsindustrie reichen und modifiziert diese in ihren Arbeiten auf überraschende Weise. In von Stand-Up-Comedy inspirierten Performances reflektiert Fudakowski ihre künstlerische Identität im Spannungsfeld von persönlichen und gesellschaftlichen Erwar- tungen. Ausgehend von der eigenen Situation unterzieht sie das Beziehungsgefüge von Künstlerin, Be- trachter*innen, Objekt und Raum einer spielerischen, feministisch grundierten Institutionskritik. In den Arbeiten, die auf einem schmalen Grat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit balancieren, gilt der Sprache als Ausdrucksmittel besondere Aufmerksamkeit. So gelingt es Kasia Fudakowski, Unzulänglich- keiten, Zweifel und das Scheitern von Kommunikation als integrale Bestandteile künstlerischer Arbeit pro- duktiv zu machen. Kasia Fudakowski (*1985 in London) lebt und arbeitet in Berlin. Pakui Hardware Das Künstlerduo Pakui Hardware schafft skulpturale Versuchsanordnungen an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die um die Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Produkt kreisen. Anhand von multimedialen Installationen und Objekten thematisieren sie die technologische Transformation unserer Realität. Organische und anorganische Elemente verbinden sich zu ungewöhnlichen Konstellationen, die Assoziationen an Laborapparaturen oder Szenarien eines Science-Fiction-Films wecken. Ein hybrides Materialspektrum, das bis zum Einsatz von Luftbefeuchtern oder Mikroorganismen reicht, betont die sinnli- chen Aspekte von Skulptur und hinterfragt kategorische Trennungen zwischen Körper und Umwelt, Natürli- chem und Künstlichem. Die häufig prozesshaften Arbeiten von Pakui Hardware verweisen auf die mit der Digitalisierung vieler Le- bensbereiche, synthetischer Biologie, Robotik und Körperdesign einhergehenden Versprechen, Ängste und Gefahren. Wie verändert sich das Verhältnis zu Körper und Technik durch Biometrie und die sukzessive Übernahme von Alltagshandlungen durch intelligente Maschinen? Pakui Hardware (Neringa Černiauskaitė, *1984 in Klaipeda, und Ugnius Gelguda, *1977 in Vilnius, Lithau- en) lebt und arbeitet in Berlin und Vilnius.
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posted 10. Oct 2020

RAGNAR KJARTANSSON - The Sky in a Room

22. Sep 202025. Oct 2020
RAGNAR KJARTANSSON - The Sky in a Room September 22 – October 25, 2020 Church of San Carlo al Lazzaretto Largo Fra’ Paolo Bellintani 1, Milan In fall 2020, the Fondazione Nicola Trussardi will present The Sky in a Room by the Icelandic artist Ragnar Kjartansson (Reykjavík, 1976). The project, staged for the church of San Carlo al Lazzaretto in Milan, was conceived in the wake of the difficult lockdown affecting the public and private lives of millions of Italians—especially the citizens of Lombardy. With a strong symbolic value and taking place in the eighteenth year of the Fondazione Nicola Trussardi’s nomadic activities, the project, initiated by the President Beatrice Trussardi and the Artistic Director Massimiliano Gioni, opens up a dialogue with both the distant and recent past of the city of Milan. From September 22 to October 25, 2020, accompanied by the church organ of San Carlo al Lazzaretto (also known as San Carlino), professional singers will take turns to perform an ethereal arrangement of Il cielo in una stanza, the famous song by Gino Paoli, originally released in 1960. The piece will be repeated, uninterruptedly, for six hours a day, every day, like a never-ending lullaby. “Il cielo in una stanza is the only song I know that deals with the fundamental nature of visual art, which is its ability to transform space,” the artist explains. “So, in a way, it is purely conceptual. But I also love how it describes the power of the imagination, put on fire by love, to transform the world around us. It is a poem about how love and music can make a small confined space explode, letting in the sky and the trees... Love can read the writing in the remotest star, as Oscar Wilde said.” Kjartansson’s works—which alternate between video, performance, music, and painting—are characterized by a profound sense of melancholy. Often inspired by the twentieth-century traditions of Nordic theater and literature, they include references that may be traced back to the work of Tove Janson, Halldór Laxness, Edvard Munch, and August Strindberg, among others. Having grown up in an erudite artistic and musical context—his parents were successful theater actors; his godmother, a professional folk singer—while still an adolescent, Kjartansson undertook a career as a musician with various groups such as Kanada, Kósý, and Trabant, playing both in Iceland and internationally. Since 2007, he has been entirely dedicated to the visual arts, but his relationship with music and theater—as expressive tools and sentimental universes—remains central to many of his works. In particular, the repetition of sounds and gestures is a fundamental element in his compositions and choreographies, which have often been described as forms of meditation and reflection in which ritornellos, musical phrases, and arias are transformed into touching litanies and hypnotic mantras. After months spent sealed off in our homes, either alongside our nearest and dearest or far from families and loved ones—perhaps realizing our own loneliness, stuck with those that mistreat us, or grieving those lost to the pandemic—Kjartansson’s performance may be read as a poetic, contemporary memorial. The work is an unusual monument and a civil oratorio in memory of the painful months spent imagining the sky in a room and dreaming of new ways to be together and fight solitude and isolation. In this presentation, The Sky in a Room (a performance initially commissioned by Artes Mundi and the National Museum of Wales in Cardiff, with the support of the Derek Williams Trust and ArtFund) will be staged in the church of San Carlo al Lazzaretto—the history of which is closely connected with previous epidemics, from the plague of 1576 to that of 1630. The church was made famous in the novel The Betrothed by Alessandro Manzoni, who cites the Lazzaretto (the hospital and banishment area for plague victims) on various occasions and sets one of the most famous chapters of the story there. Initially conceived as a field altar in the heart of the Lazzaretto, built by the architect Lazzaro Palazzi, the church was designed by Pellegrino Tibaldi on the orders of Cardinal Carlo Borromeo in 1576. Originally open on all sides so as to allow the sick to attend services while remaining outside, the church was then transformed by the architect Giuseppe Piermarini around the turn of the nineteenth century. After surviving the transformations carried out over almost five centuries, San Carlino is a place that narrates the history of Milan through its deep layers of memories. In 2017, the church underwent complete restoration financed by the Fondazione Rocca in memory of Roberto Rocca. The Sky in a Room by Ragnar Kjartansson is part of a series of project carried out since 2013 by the Fondazione Nicola Trussardi: temporary shows, incursions, performances, and pop-up interventions that have brought international artists to Milan such as Ibrahim Mahama, Jeremy Deller, Sarah Lucas, Gelitin, Darren Bader, and Stan VanDerBeek. The Fondazione Nicola Trussardi is a private, non-profit institution, a nomadic museum designed for both the production and promotion of contemporary art in multiple contexts and through a wide range of channels. It was founded in Milan in 1996. Its activities are made possible thanks to the generosity of the founding members and that of a group of supporters who sponsor its projects. Thus, with The Sky in a Room, the path undertaken by the Foundation in 2003 continues to bring contemporary art into the heart of the city of Milan, rediscovering and reappraising forgotten or unusual venues. Other major solo shows include those by Allora & Calzadilla, Paweł Althamer, Maurizio Cattelan, Tacita Dean, Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Urs Fischer, Peter Fischli & David Weiss, Paul McCarthy, Paola Pivi, Pipilotti Rist, Anri Sala, and Tino Sehgal, as well as two major thematic exhibitions: La Grande Madre (2015) and La Terra Inquieta (2017). Ragnar Kjartansson Born in Reykjavík in 1976, Ragnar Kjartansson is one of the best-known contemporary artists of his generation. Over the last ten years, Kjartansson’s work has been celebrated by many of the most important international museums. In 2019, he became one of the youngest artists ever to hold a solo show at the Metropolitan Museum in New York. He has displayed his work twice at the Venice Biennale, where he also represented Iceland in its official participation in 2009. His work has also been featured at the Hangar Bicocca in Milan, at the Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Turin and the EX3 in Florence, as well as at the New Museum in New York, the Kunstmuseum in Stuttgart, the Palais de Tokyo in Paris, the Barbican in London, and the Carnegie in Pittsburgh. Kjartansson has won major awards, among which the Ars Fennica Award in 2019 and the Performa Malcolm McLaren Award in 2011.
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posted 09. Oct 2020

Hito Steyerl. I Will Survive

26. Sep 202010. Jan 2021
opening: 26. Sep 2020 11:00 am
K21 Hito Steyerl. I Will Survive 26.9.2020 – 10.1.2021 Eröffnungstag: Samstag, 26.9.2020, 11 – 20 Uhr im K21 Die Künstlerin, Filmemacherin und Autorin Hito Steyerl (*1966) gehört aktuell zu den zentralen Positionen, wenn es um die Reflexion der gesellschaftlichen Rollen von Kunst und Museum geht, um das Experimentieren mit medialen Präsentationsformen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz. K21 gibt mit der großen, gemeinsam mit dem Centre Pompidou, Paris, entwickelten Ausstellung „I Will Survive“ einen Überblick über Steyerls Werk. Die Schau setzt mit frühen Arbeiten ein, die exemplarisch für den „documentary turn“ stehen, eine andere Auffassung des Dokumentarischen, dessen Begriffswandel Steyerl maßgeblich mitgedacht, formuliert und praktiziert hat. Steyerl hat in ihren Arbeiten der letzten dreißig Jahre die Mutationen der Kamerabilder verfolgt, vom analogen Bild und seinen vielfältigen Montagen hin zum geteilten, flüssig werdenden, digitalen Bild. Im Zentrum der Schau „I Will Survive“ steht zudem die neue multimediale Installation „SocialSim“, mit der Steyerl die Potentiale von Digitalität, Simulation und Künstlicher Intelligenz im Hinblick auf künstlerische Kreativität, museale Präsentationsweisen, soziale Verwerfungen und pandemische Bedingungen kritisch auslotet. Eine Zusammenarbeit organisiert von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf und dem Centre Pompidou, Musée National d’Art Moderne, Paris. Die Ausstellung in Düsseldorf und Paris (3.2.–7.6.2021) wird maßgeblich von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Das Programm findet vorbehaltlich der aktuell geltenden, durch Corona bedingten Einschränkungen statt. PowerPflanzenOS ist eine Augmented-Reality-App und ergänzt Hito Steyerls Arbeit „Power Plants“ (2019), die in der Ausstellung zu sehen ist. Die App können Sie über den App Store oder Google Play kostenlos auf das eigene Smartphone (iPhone ab iOS 11.0, Android ab 7.0) herunterladen. Um zu beginnen, richten Sie die Kamera Ihres Smartphones auf die Siegel, die in der Installation innerhalb der Ausstellung aufgestellt sind. Bitte bringen Sie nach Möglichkeit Ihren eigenen Kopfhörer mit. Kurzbiografie Hito Steyerl Hito Steyerl wurde 1966 in München geboren. Sie studierte Dokumentarfilmregie am Japan Institute of the Moving Image (ehemals Yokohama Broadcasting Technological School, die 1975 von Sohei Imamura gegründet wurde) und später an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Das darauf folgende Studium der Philosophie an der Akademie der Künste, Wien, schloss sie mit Promotion ab. Sie hat an der UdK, Berlin, eine Professur für Experimentalfilm und Video inne und hat dort zusammen mit Vera Tollmann und Boaz Levin das Research Center for Proxy Politics gegründet. Steyerls Werke werden seit zwanzig Jahren im Kontext der bildenden Kunst ausgestellt und international rezipiert. 2004 wurde November auf der Manifesta 5 in San Sebastian gezeigt. Mit Lovely Andrea und Red Alert wurde sie auf der Documenta 12 (2007) in Kassel einem größeren Publikum bekannt. Mit Factory of the Sun war sie 2015 im deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig vertreten. 2016 nahm sie mit HellYeahWeFuckDie an der Biennale von Sao Paolo teil. Zu den jüngsten der zahlreichen Einzelausstellungen in Museen und Kunstinstitutionen weltweit gehören Ausstellungen im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid (Duty-Free Art, 2016), Museum für Gegenwartskunst, Basel (War Games 2018, zusammen mit Martha Rosler), Castello di Rivoli, Turin (The City of Broken Windows, 2018), Serpentine Gallery London (Power Plants, 2019), Park Avenue Armory, New York (Drill, 2019), Art Gallery of Ontario, Toronto (This is the Future, 2019). Auf der Biennale von Venedig 2019 war sie in der Hauptausstellung „May You Life in Interesting Times“ im Arsenal und in den Giardini mit mehreren Arbeiten vertreten, darunter This is the Future / Power Plants. Neben ihrer filmkünstlerischen Arbeit ist Steyerl als Autorin tätig, macht Interviews und hält Vorträge. Eine Auswahl ihrer an verschiedenen Stellen publizierten Essays sind in vier Büchern zusammengefasst: Die Farbe der Wahrheit (Turia Kant, Wien 2008), The Wretched of the Screen (Sternberg Press, Berlin 2012), Beyond Representation – Jenseits der Repäsentation (n.b.k., Berlin 2016), Duty Free Art – Art in the Age of Planetary Civil Wars / Kunst im Zeitalter des globalen Bürgerkriegs (en. Verso, London 2017 / dt. Diaphanes, Zürich 2018). Steyerl lebt und arbeitet in Berlin.

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Hito Steyerl 
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posted 08. Oct 2020

Gerwald Rockenschaub - astrobot(n)ic / philanthropic / this/that interlude (vision)

05. Sep 202030. Oct 2020
Gerwald Rockenschaub - astrobot(n)ic / philanthropic / this/that interlude (vision) 05.09.2020 – 30.10.2020 Die Galerie Krobath freut sich, die erste Einzelausstellung von Gerwald Rockenschaub (*1952 in Linz, lebt und arbeitet in Berlin) in ihren Räumen zu zeigen. Unter dem Titel „astrobot(n)ic / philanthropic / this/that interlude (vision)“ präsentiert Rockenschaub eigens für diesen Anlass entstandene Arbeiten, die zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changieren und in denen der Künstler seine wahrnehmungspsychologische Untersuchungen weiterführt. Da wären zum einen großformatige Intarsienbilder aus Plexiglas, bei denen unterschiedliche Elemente derart passgenau zu einem Motiv zusammengesetzt sind, dass sie zu einer einheitlichen Ebene verschmelzen, was sich allerdings erst bei genauem Hinschauen erschließt. Die Frage, was hier eigentlich zu sehen ist, wird auch in der neuen Werkgruppe der Gravurenbilder behandelt. Sie gehören zu den subtilsten Arbeiten von Rockenschaub. Auf den ersten Blick scheint es sich um monochrome Plexiglasbilder zu handeln, deren glatte Oberflächen den Umraum reflektieren. Wechseln die Betracher*innen jedoch den Standpunkt, offenbaren sich fein-gefräste Zeichnungen, die verschiedene Assoziationen hervorrufen. Je nach Position und Lichteinfall ändert sich bei den Gravuerenbildern also das, was wir sehen oder zu sehen glauben. Das kann man politisch verstehen, etwa als Aufforderung, immer mal wieder die Perspektive zu wechseln. Aber auch eine andere Lesart wäre denkbar, wofür der Ausstellungstitel spräche: „astrobot(n)ic / philanthropic / this/that interlude (vision)“ wirkt wie Klangpoesie, deren Worte wie die minimalistischen Lineaturen der Gravurenbilder unzählige Verbindungen zur Realität ermöglichen. Aufgrund der rhythmischen Betonung kann man sich den kryptischen Slogan aber auch sehr gut als gerappten Refrain in einem Stück elektronischer Clubmusik vorstellen. Dann wären die neuen Gravurenbilder von Rockenschaub so etwas wie visuelle Musik oder musikalische Visionen, die uns in Bewegung setzen – und am Ende vielleicht sogar zum Tanzen bringen.
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posted 07. Oct 2020

Neri Oxman. Material Ecology

22. Feb 202018. Oct 2020
**Through Oct 18** This exhibition is a part of Virtual Views. Neri Oxman. Material Ecology (22.02.2020 - 25.05.2020) From tree bark and crustaceans’ shells to silkworms and human breath, nature has influenced Neri Oxman’s design and production processes, just as it has influenced architects across centuries. Unlike her predecessors, however, throughout her 20-year career Oxman has developed not only new ways of thinking about materials, objects, buildings, and construction processes, but also new frameworks for interdisciplinary—and even interspecies—collaborations. As a professor of media arts and sciences at the Massachusetts Institute of Technology’s Media Lab, she founded and directs the Mediated Matter Group. She coined the term “material ecology” to describe techniques and objects that are informed by and directly engage with the structures, systems, and aesthetics of nature. Integrating advanced 3-D printing techniques with in-depth research of natural phenomena and behaviors, material ecology operates at the intersection of biology, engineering, materials science, and computer science. While individually these works are beautiful and revolutionary, taken as a group they constitute a new philosophy of designing, making—and even unmaking—the world around us. The eight projects in this exhibition are “demos” for a library of materials and processes that might someday be available to all architects and designers. The objects and structures are all designed as if grown—with no assembly required. Together, they celebrate a new age in which biology, architecture, engineering, and design join forces to build the future. Organized by Paola Antonelli, Senior Curator, Department of Architecture and Design, and Director, Research and Development; and Anna Burckhardt, Curatorial Assistant, Department of Architecture and Design.

artist

Neri Oxman 
MOMA - The Museum of Modern Art, New York

MOMA | 11 West 53 Street
NY-10019 New York

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posted 06. Oct 2020

Abdulnasser Gharem "Smart Obedience / Kluger Gehorsam"

12. Sep 202001. Nov 2020
opening: 11. Sep 2020 12:00 pm
Galerie Nagel Draxler Weydingerstr. 2/4 10178 Berlin Abdulnasser Gharem "Smart Obedience / Kluger Gehorsam" 12.09.2020—01.11.2020 Eröffnung: Freitag, 11. Sept., 12–21 Uhr Die Galerie Nagel Draxler Berlin freut sich Smart Obedience / Kluger Gehorsam, unsere erste Einzelausstellung mit dem saudischen Künstler Abdulnasser Gharem anzukündigen. Abdulnasser Gharem gilt als einer der führenden zeitgenössischen Künstler Saudi-Arabiens. Geboren 1973 in der Nähe von Khamis Mushait im Süden Saudi-Arabiens, war Gharem einst Oberstleutnant in der saudi-arabischen Armee. In den 1990er Jahren verbrachte er seine freie Zeit im Künstlerdorf Al-Meftaha, wo er sich von der traditionellen Malerei entfernte und sich hin zu einer performancebasierten und konzeptuellen Praxis entwickelte. Heute nimmt Gharems sozialkritisches Werk eher subtile Formen der Kritik an, um einem repressiven System nicht in die Hände zu spielen. In seiner Arbeit The Safe bezieht sich Gharem auf die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi in der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul im Jahr 2018. The Safe besteht aus einer zellenartigen Installation mit gepolsterten Wänden, die an psychiatrische Kliniken erinnern. Auf einem Seziertisch liegen Gummistempel und an der Wand hängt das großformatige “Gemälde” Smart Obedience, das die saudische Flagge in verschiedenen Grautönen zeigt. Für Gharem sind Stempel nicht nur Gegenstand, sondern auch Material und Werkstoff seiner Arbeiten. Seine Gemälde bestehen aus unzähligen Gummistempeln, die Gharem in Buchstaben und Zahlen zerlegt und aus ihnen versteckte und zumeist spiegelverkehrte Botschaften formt. Die eierschalenfarbene Markise, ist ein direktes visuelles Zitat der Eingangstür der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul. Sie wurde durch die mediale Berichterstattung zu einem wiedererkennbaren Objekt, das mit dem brutalen Mord an Jamal Khashoogi in Verbindung steht. Die beiden Werke Hospitable Thinking und Personal Holocaust zeigen Landkarten. Sie sind Blicke von oben auf das, was Abdulnasser Gharem als die arabische Welt bezeichnet, und auf eine Nahaufnahme von Israel und Palästina, die Assoziationen zu einem der längsten andauernden und umstrittensten Konflikte der Welt weckt. In Hospitable Thinking fügt Gharem einen unvollständigen gelben Bogen hinzu, der einen goldenen Regenbogen andeutet. Dieselbe Farbe verwendet er, um Jerusalem hervorzuheben. In die Komposition sind 26 Zitate eingebettet, die aus Stempeln bestehen und spiegelverkehrte Botschaften ergeben. Unter dem gestrichelten Tunnel zwischen Gaza und dem Westjordanland, der Teil von Donald Trumps aktuellen “Peace to Prosperity”-Plan ist, zitiert Gharem Thomas Hobbes Satz „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“. Die Struktur von Gesellschaft, aber auch die Legitimation von Regierungen sind zentrale Themen beider neuer Werke. Prosperity Without Growth II kann als eine allgemeine Reflexion über kulturelle Identität und ihr zugrunde liegende Traditionen verstanden werden. Sowohl die Struktur als auch das Motiv sind Reminiszenzen an das byzantinische Mosaik. Gharem konfrontiert typische Elemente wie Ornament, Goldgrund oder Heiligenschein mit dem dreifachen Porträt eines unbekannten männlichen arabischen Modells. Es ist die Kombination des für Maria typischen blau-roten Gewandes mit einem Turban oder einem Kufiya, welche es vermögen, unterschiedliche Kleidungstraditionen und damit Repräsentationen von Identität zu verhandeln. Die vielschichtige Materialität des Gemäldes birgt auch hier Zitate in englischer und arabischer Sprache wie: “Epistemic Disobedience”, “Enlightenment cannot be imposed, it is derived from tradition and moved by intellectuals”. Abdulnasser Gharem lebt und arbeitet in Riad, Saudi-Arabien, wo er neue künstlerische Talente mit seinem Projekt Gharem Studio fördert. Gharem wurde in der Zeitschrift Rolling Stone als “Rockstar” der zeitgenössischen Kunst Saudi-Arabiens gefeiert. Gharem hat bereits in Europa, den Golfstaaten und in den USA ausgestellt, unter anderem im Gropius-Bau Berlin, im LACMA, im British Museum, im Victoria and Albert Museum sowie auf den Biennalen von Venedig, Sharjah und Berlin.
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posted 05. Oct 2020

Pieter Schoolwerth. Shifted Sims

03. Sep 202031. Oct 2020
venue: 456 W 18th Street Pieter Schoolwerth. Shifted Sims September 3 – October 31, 2020 The hidden cost of 21st-century convenience is that you are stalked by a muzzy dread, a feeling that everything you do inflicts some distant unseen harm. The extraordinary events of 2020 sharpen focus on the disastrous and racialized consequences of this estrangement. In Shifted Sims, his first solo exhibition at Petzel Gallery in New York, Schoolwerth gives form to the condition of being “remote” and retreating into masks—from the N95 to the quarantine selfie. What’s more, he pressures painting to catch up to the surge of online profiles, identities without bodies, that teem at the surface of this “once-removed” existence. Schoolwerth’s psychoactive tableaus depict CGI avatars let loose in the digital froth: a Baywatch-y beach, a fashion-brand showroom, a furry orgy. He pulls these scenes from screenshots of The Sims 4, the strategic life-simulation computer game where anything goes—or does it? Trailing every avatar is an estranged silhouetted double, snapped into existence by the “shift” of Shifted Sims. Each composition has been superimposed, askew, over the photograph of a handmade 3D relief sculpture of the image. What appears is a shadow realm of vestigial matter, yanked into view on inkjet-printed canvases and parceled in paint. It is a taut braid of formal practice and allegory, one that questions painting’s viability in the age of the internet. In the 2019 monograph Model as Painting, he delineates how these “forces of abstraction” conceal labor and infrastructure under a late-capitalist mirage of frictionless, disembodied connectivity. This schism plunges down to the scale of the individual, pitting avatar protagonist against human penumbra. Western painting tradition, with its claims to authenticity and representation, is pulled into this Thunderdome of online subject-formation. The works in Shifted Sims question expressionism’s historical claims to transcendent interiority. Schoolwerth renders the Sims’ faces with striking impasto marks that “expressionize the avatar,” humanizing these subjects through visibly manual, painterly gestures. But these subjective punctures of the digital network may be fleeting. Appearing on the canvas next to perfectly raked furrows of paint—Schoolwerth’s proxy for repressed physical infrastructure—expressionism becomes one style among many, attenuating its status as exalted painterly communiqué. You’re left with the dark thought that De Kooning’s Woman would make a pretty good Snapchat filter. Scrambling to address the malaise of social distance, a startup recently launched voice-controlled avatars for video meetings, a real-time Sim who wears pants so you don’t have to. Schoolwerth’s paintings of (often pants-less) avatars counter these riptides of isolation, approximating a shared affective experience of the present moment: the monumental, and the berserk. —Lucy Hunter * About Pieter Schoolwerth Pieter Schoolwerth was born in St. Louis, Missouri, in 1970. He lives and works in New York. Since graduating from the California Institute of the Arts in 1994, he has exhibited internationally with notable solo shows at Thread Waxing Space, Greene Naftali, American Fine Arts Co., and Miguel Abreu Gallery, New York; Gallery SKE, New Delhi, What Pipeline, Detroit, and Capitain Petzel, and Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin. His work has been included in group exhibitions at The Museum of Modern Art, New York, The Whitney Museum of American Art, New York, Centre Pompidou, Paris, The Aldrich Museum of Contemporary Art, Ridgefield, CT, the Institute of Contemporary Art, Boston, Sadie Coles, London, and 303 Gallery, Gavin Brown’s enterprise, and Petzel, New York. His work is in the permanent collection of the San Francisco Museum of Modern Art, the Museum of Contemporary Art, Los Angeles, The Pinault Collection, the Aïshti Foundation, Beirut, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, Denver Art Museum, and the Phoenix Art Museum. Curated by Kathleen Rahn, Schoolwerth’s first survey exhibition will open at the Kunstverein Hannover in November 2020. Model as Painting, a major monograph on his work, with essays by Molly Warnock and David Geers, was published in 2019 (New York: Sequence Press). From 2003 to 2013, Schoolwerth ran Wierd Records and the Wierd Party at Home Sweet Home on the LES of NYC. Wierd released music by 42 bands working in the genres of minimal electronics, coldwave, and noise, and produced over 500 live music, DJ, and performance art events internationally (www.wierdrecords.com). Petzel Gallery is located at 456 West 18th Street New York, NY 10011. Gallery hours are Tuesday through Friday from 10:00 AM–6:00 PM. For press inquires, please contact Ricky Lee at ricky@petzel.com, or call (212) 680-9467.
Petzel Gallery, New York

456 W 18th Street
NY 10011 New York

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posted 04. Oct 2020

VISTA POINT. RE-CONNECTING NATURE

13. Sep 202025. Oct 2020
opening: 13. Sep 2020 05:00 pm
**Vortrag von Barbara Hofmann-Johnson**, Direktorin, Museum für Photographie Braunschweig Sonntag, 18. Oktober 2020 um 16 Uhr Natur und Landschaft gehören mit ihrer Verbundenheit zum Menschen und seinen unterschiedlich geprägten Lebensräumen zu den bis heute wiederkehrenden wichtigen Themen der Kunst. Dies gilt nicht nur für die Bereiche der Malerei, Skulptur und Zeichnung, sondern seit der Erfindung der Fotografie und des Films oder der Videokunst auch zu den hier vielfältig gestalteten künstlerischen Inhalten. Die aktuelle Ausstellung VISTA POINT. RE-CONNECTING NATURE im Kunstverein KunstHaus Potsdam stellt dies mit Werken von vier künstlerischen Positionen vor. In ihrem Vortrag setzt die Kunsthistorikerin Barbara Hofmann-Johnson deren künstlerische Arbeit in den Kontext fotografischer und filmischer Arbeiten der Gegenwartskunst, die sich häufig auch auf die eigene Geschichte des Mediums beziehen. Barbara Hofmann-Johnson studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Theater- Film- und Fernsehwissenschaften in Köln, arbeitete als Kuratorin im Bereich zeitgenössischer Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie und leitet seit 2016 das Museum für Photographie in Braunschweig. * **VISTA POINT. RE-CONNECTING NATURE** Fotografie, Video, Objekt Eine Kooperation mit der Dorothée Nilsson Gallery, Berlin Inka & Niclas, Johan Österholm, Anna Rún Tryggvadóttir, Margot Wallard Ausstellungsdauer: 13.09. – 25.10.2020 Eröffnung: 13.09.2020, 17 Uhr Es sprechen: Dr. Birgit Möckel, Vorsitzende Kunstverein KunstHaus Potsdam Nina Katarina Karlsson, Botschaftsrätin für kulturelle Fragen, Schwedische Botschaft, Berlin Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt am Main Sonntag, 18. Oktober 2020, 16 Uhr Vortrag von Barbara Hofmann-Johnson, Direktorin, Museum für Photographie Braunschweig Die Sehnsucht des Menschen nach Landschaft und Natur zeigt sich einmal mehr in diesen von Corona und drohendem Klimawandel geprägten Zeiten. Landschaft lockt immer - mit schönsten Aussichten: Vista Point lauten die vielversprechenden Signale entlang internationaler Reiserouten. Sie verweisen auf ausgewählte Aussichtspunkte, unvergessliche Naturansichten und grandiose Panoramen. Zielsicher leiten sie die Reisenden, wecken Seh(n)süchte und wollen festgehalten werden. Ob mit einer Fotografie oder mit laufender Kamera erfasst: Das fotografische Bild ist und bleibt Träger und Archiv von Erinnerung. Mit ihrer berühmten Fotoserie „Vista Point“ unterläuft das schwedische Künstlerpaar Inka & Niclas alle mit dem Titel evozierten Erwartungen und damit tradierten Sehgewohnheiten. Zielsicher irritieren die beiden mit präzisen Bildstörungen in genau jenem Moment, dem die Fotografie Dauer verleiht. Gleißendes Licht, dunkle Rauchwolken, zarte Nebel, geheimnisvolles Glühen und andere strahlend helle, undurchdringlich dunkle oder stark farbige Erscheinungen setzen sich ins Bild und verwandeln Natur und den Menschen in ihr in traumgleiche Bilder, die sich umso tiefer in unsere Netzhaut einbrennen. Sind hier Fehlstellen, Fehlbelichtungen, schwarze Löcher, Energieströme, mystische Zeichen eingefangen? Mit analogen, performativen Aktionen und Installationen werden Bilder erzeugt, die so real wie artifiziell anmuten. Sie dokumentieren einerseits den Akt des Fotografierens als Moment physischer Erfahrung und fordern andererseits aktives Sehen und Hinterfragen des Gesehenen. Hier wie in den anderen ausgewählten Arbeiten, die im Licht des Nordens, in Schweden und Island, entstanden, werden Mensch und Natur in sowohl geheimnisvolle als auch direkte Beziehungen gesetzt, um nicht zuletzt (bildnerische) Realität auszuloten und neu zu verhandeln. Essentielles Thema des in Schweden beheimatete Künstler Johan Österholm ist das Licht. In seinen experimentellen Arbeiten kombiniert er astronomische Beobachtungen mit dokumentarischem Archivmaterial. Er belichtet und belebt historische Negative, Seiten aus antiken Astronomiebüchern oder Glas alter Laternen und Gewächshäuser. Der Künstler ist überzeugt vom alchemistischen Potenzial des Mondlichts und nutzt dieses nächtliche Natur-Licht, um fotografische Prozesse zu aktivieren. So werden beispielsweise mit Silbergelatine beschichtete Glasscherben aus verlassenen Gewächshäusern als einstige Sonnenlichtsammler in Mondscheinsammler verwandelt. Die Isländerin Anna Rún Tryggvadóttir erforscht mit ihren Videoarbeiten und kinetischen Objekten naturnahe Prozesse und zyklische Verläufe. Ihre Arbeiten spüren elementaren Formen, geschichtsträchtigen mythischen Orten und seismographischen Bewegungen der Erde nach. Sie legen Verschiebungen und Verwerfungen als Metaphern und Bestandteile unseres Lebens und der Verbindung zur Natur offen und stellen Fragen nach dem Raum zwischen gewachsener Natur und von Menschenhand Konstruiertem. Die in Frankreich lebende, mit Schweden eng verbundene Künstlerin Margot Wallard arbeitet seit 2012 an ihrem vielschichtigen fotografischen Werk „Natten“, das den Nachtseiten menschlicher Existenz und Gefährdung nachspürt. Ihre Bilder führen in der Auseinandersetzung mit Tod und Trauer und dem nachhaltigen Prozess der Verarbeitung die Analogien von Natur und menschlichem Sein vor Augen. Eindrücklich, poetisch und erschreckend schön oder abstoßend zeigt sie Bilder von toten Tieren, schmelzenden Eisschollen, warmem Licht in eiskalter Winterlandschaft – Natur als Zufluchtsort und Behausung für Mensch und Tier. Naturnahe Prozesse, elementare Kreisläufe, die Suche nach Geborgenheit inmitten universeller Gefährdungen und die wechselseitige Verbindung von Mensch und Natur sind umfassende Bezugspunkte in allen in der Ausstellung Vista Point. Re-Connecting Nature gezeigten fotobasierten Werken. Die Präsentation führt gleichermaßen seismographisch und dokumentarisch Mensch und Natur als unverbrüchliche Partner im Bild und als Bildgeber zusammen. Mit ihren Werken setzen die Künstlerinnen und Künstler Impulse für alle Sinne und folgen leise leuchtend der längst tradierten Beziehung von Mensch und Natur. Künstlerinnen und Künstler Inka & Niclas: Inka Lindergård (*1985 Finnland) und Niclas Holmström (*1984 Sweden) studierten an den schwedischen Schulen Gamleby Fotoskola und Nordens Fotoskola, Biskops Arnö. Seit 2007 lebt und arbeitet das vielfach ausgezeichnete Künstlerpaar in Stockholm. Ihre fotobasierten Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten und werden international ausgestellt. Mehr Infos: http://inkaandniclas.com Johan Österholm (*1983 Schweden) studierte an der Kunstakademie Malmö und lebt und arbeitet in Stockholm. Sein Werk umfasst Fotografie, Video, Skulptur und Installation und wurde vielfach ausgestellt, z.B. C/O Berlin, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Hasselblad Foundation Göteborg. Mehr Infos: https://www.johanosterholm.se/ Anna Rún Tryggvadóttir (*1980 Island) hat an der isländischen Kunstakademie und der Concordia Universität Montreal in Kanada studiert und ist derzeit isländische Stipendiatin am Künstlerhaus Bethanien, Berlin. Ihre Video- und Fotoarbeiten werden in Europa und USA gezeigt. Mehr Infos: https://www.annaruntryggvadottir.com/ Margot Wallard (*1978 Frankreich) lebt und arbeitet in Paris und Schweden. 2012 gründete sie zusammen mit ihrem Partner JH Engström das Atelier Smedsby. Ihr Projekt „Natten“ und die daraus entstandene Fotoserie wurde international gezeigt und war auf der Shortlist für den Oskar Barnack Award, das gleichnamige Fotobuch war für den Dummy Award in Kassel 2015 nominiert. Mehr Infos: http://margot.wallard.com/ * Veranstaltungen: Sonntag, 18.10.2020, 16 Uhr: Vortrag von Barbara Hofmann-Johnson, Direktorin, Museum für Photographie Braunschweig Sonntag, 25.10.2020, 12-17 Uhr: Finissage und Ausstellungsrundgang Bei allen Veranstaltungen gelten die aktuellen Corona-Regelungen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 12 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung Eintritt frei
Kunstverein Kunsthaus Potsdam

KUNSTVEREIN KUNSTHAUS POTSDAM | Ulanenweg 9
14469 Potsdam

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posted 03. Oct 2020

Heather Straka. Teamwork

03. Oct 202014. Nov 2020
**Season 2020 | 3 October - 14 November** Heather Straka Teamwork Formidable Women Making Mayhem in Merivale Blazing from the front of Mod's Hair Merivale is a team of formidable women. Image: Heather Straka Teamwork (part II) 2019 A selection of confronting images from artist Heather Strake’s series, Dissected Parlour, have caused quite a stir since their installation at Mod’s Hair on Aikmans Rd, Merivale, last Sunday. The photographic artworks are, to say the least, arresting. Taken with impeccably controlled light and fine detail, these evocative pieces are open to a number of interpretations. Front of house are five svelte multi-racial femmes (posing awkwardly, as if in a fashion shoot, clutching Molotov cocktails and oxy-acetylene cutting torches). They are about to make mayhem. Inside a further selection of images Straka has created await. They look like magazine illustrations: art historic radical chic. Always unafraid to confront racist and sexist stereotypes, Straka’s caustic gaze is skewering and illuminating her subject matter right in the heart of Merivale and it’s exciting.

Responsible for this feast of contemporary art in its unlikely location is Julianne Liebeck, director of Mod's Hair Australia and New Zealand. After seeing the Straka show at the Jonathan Smart Gallery with her friend Deborah McCormick, Executive Director of SCAPE Public Art, Liebeck was thunderstruck. So much so that she wanted to share it. This triggered a collaboration between SCAPE, Jonathan Smart Gallery Christchurch, and Pegasus Bay Wines (whose varietals are pictured in some of the images). “I wanted to do something edgy and fresh, something for our customers to savour. It needed to fit with our clients; confident, unafraid and comfortable with the provocative” says Liebeck who is a connector of people and causes. Her own formidable entrepreneurial spirit is being fostered to bring about social change for her work with World Vision. 

 

About the Artist

Heather Straka’s deep explorations into perceptions of socio-political and cultural lives have created a significant body of compelling and controversial work in painting and photography. Always prescient, the wittily observant Straka surfs the cultural pulse of contentious matters, deftly questioning tradition, challenging the politically correct, and subverting stereotypes.

Graduating with a BFA in Sculpture from the University of Auckland’s Elam School of Fine Arts in 1994, Straka honed an acute attention to detail later carried through to her painting practice, developed over several years spent in France. Straka returned to New Zealand to her first exhibition of paintings in 1998, later graduating with a MFA in Film from Canterbury University’s Ilam School of Fine Arts in 2000. Since then Straka has been awarded several scholarships and residencies: in 2002 she was presented the Pierce Low Award for Excellence in Painting from the Royal Overseas League, London; was awarded New Zealand’s esteemed Frances Hodgkins Fellowship in 2008; and the William Hodges Fellowship in 2011. Her work is held in all New Zealand’s major public collections.
SCAPE Public Art, Christchurch

Studio 125 Gallery, 125 Aikmans Road - Merivale
Christchurch

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posted 02. Oct 2020

KUNST ⇆ HANDWERK

02. Oct 202010. Jan 2021
KUNST ⇆ HANDWERK Zwischen Tradition, Diskurs und Technologien 2. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 Künstler*innen der Ausstellung: Azra Akšamija (geboren 1976 in Sarajevo (BA), lebt und arbeitet in Graz (AT) und New York (US)), Olivier Guesselé-Garai (geboren 1976 in Paris (FR), lebt und arbeitet in Berlin (DE)), Plamen Dejanoff (geboren 1970 in Sofia (BG), lebt und arbeitet in Wien (AT)), Olaf Holzapfel (geboren 1967 in Dresden (DE), lebt und arbeitet in Berlin (DE)), Antje Majewski (geboren 1968 in Marl (DE), lebt und arbeitet in Berlin (DE)), Jorge Pardo (geboren 1963 in Havanna (CU), lebt und arbeitet in New York (US) und Mérida (MX)), Slavs and Tatars (gegründet 2006, leben und arbeiten in Berlin (DE)), Haegue Yang (geboren 1971 in Seoul (KR), lebt und arbeitet in Berlin (DE) und Seoul (KR)), und Johannes Schweiger (geboren 1973 in Schladming (AT), lebt und arbeitet in Wien (AT)) In den letzten Jahren ist das Interesse zeitgenössischer Künstler*innen am Material, an (kunst)handwerklichen Verfahren, am Experimentieren mit Materialien und Techniken auffällig gewachsen. Die internationalen Künstler*innen der Ausstellung »KUNST ⇆ HANDWERK. Zwischen Tradition, Diskurs und Technologien« arbeiten mit Materialen wie Holz, Glas, Textil oder Stroh und setzten Fertigkeiten von Knüpfen bis Schnitzen ein. Die Werke der Ausstellung – darunter Skulpturen, Textilien und großräumige Installationen – beziehen sich auf kunsthandwerkliche, volkstümliche, künstlerische Traditionen ebenso wie auf zeitgenössische und technologische Diskurse. Sie stehen im Kontext von aktuellen Themen einer globalisierten Welt: Fragen nach Zugehörigkeit, Migration und technologische Entwicklungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Auflösung von Zuschreibungen, Hierarchien und Grenzziehungen. Die umfassende Ausstellung mit mehreren neuen Arbeiten ist vom 2. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 in der Kestner Gesellschaft zu sehen. Ausgehend von einem großen Interesse an Materialien und handwerklichen Techniken widmen sich die Künstler*innen den Kategorisierungen, Hierarchien und Vorurteilen, die den unterschiedlichen Materialien und Verarbeitungsformen zugeschrieben werden. Warum wirken hölzerne Schnitztüren heute altmodisch? Plamen Dejanoff rückt diese im Kontext seiner Stiftung in einen deutlich zeitgenössischen Zusammenhang. Johannes Schweiger widmet sich in seinen Arbeiten den Geschlechterzuschreibungen von Textilien und fragt nach der Rolle von Künstlerinnen, die früher eher dem Bereich des Kunsthandwerks bzw. Kunstgewerbes zugeordnet wurden. Dies folgte der althergebrachten Vorstellung einer autonom konzipierten Kunst als Ausdruck (höherwertiger) geistiger Prozesse und einer angewandten Kunst als deren (minderwertige) Übersetzung. Wie bewerten wir heute die Arbeiten – etwa kamerunischer Kunsthandwerker*innen? Sind die von ihnen hergestellten Schamschürzen, inzwischen begehrte Sammlerstücke, gleichwertig mit abstrakter, westlich-europäischer Kunst zu sehen? Olivier Guesselé-Garai und Antje Majewski formulieren in ihren Arbeiten Kritik an einer Kunstgeschichtsschreibung, die »viele Künstler*innen vergisst, visuelle Kunst kategorisiert und territorial subsumiert, so wie man sie haben wollte – auch in Bezug auf Außereuropa.« Ihr Beitrag wendet sich gegen trennende Kategorisierungen im Verhältnis der Kulturen zueinander. Das trifft auch auf Slavs and Tatars’, Haegue Yangs und Azra Akšamijas Arbeiten zu. Die Künstler*innen plädieren mit ihren Arbeiten für Zwischenräume, Übergangszonen, opake Räume und zeigen sich gegenüber Kategorisierungen, Binärismen und Oppositionen skeptisch: In der Arbeit von Olaf Holzapfel wird die klassische Dichotomie von Natur/Kultur herausgefordert, in dem er den weitreichenden Einfluss der physischen Eigenschaften des Materials Holz auf unsere sozialen Räume untersucht. Jorge Pardo stellte eine Auffassung von Handwerk, die mit Handarbeit verbunden ist, zur Disposition: der Künstler arbeitet selbstverständlich mit neuen Technologien wie CNC-Fräsen, -Stanzen und Laser. Die Künstler*innen der Ausstellung führen in ihren Arbeiten diversen Materialien und Verfahren zusammen. Sie verbinden tradiertes oder lokales Wissen mit anderen Kulturen und Zeiten, mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Kultur wird dabei als Fluss von vielfältigen, synchron und diachron gespeisten und miteinander verknüpften Einflüssen und Elementen verstanden, als ein Prozess, in dem sich lokale Formen des Wissens und globaler Wissenstransfer verschränken. Die Bedeutung und Wertschätzung des Handwerks als ein wesentlicher Bestandteil kultureller Identität und vor allem das Gemeinschaft stiftende Potenzial von kunsthandwerklichen Traditionen wird dabei mit den sozialen und ökonomischen Verhältnissen in einer globalisierten Welt zusammengedacht. Die Ausstellung reagiert damit auch auf das gestiegene gesellschaftliche Interesse am Handwerk, das sich in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt hat. Zum einen findet sich ein neokonservatives Qualitätsbewusstsein und damit einhergehend der Konsum von gehobenen handwerklichen Gütern, zum anderen haben DIY-Bewegungen an Fahrt aufgenommen. Und nicht zuletzt kann man politische Einverleibungen von Handwerk in einer Reihe mit Begriffen wie Heimat, Volk, Volkskunst und Tradition beobachten. Ausgehend von ihrer Beschäftigung mit Materialien und handwerklichen Techniken fordern die Künstler*innen eben diese kulturellen Zuordnungen, Identitätskonzepte oder Kategorisierungen heraus und zeigen in ihren Arbeiten, wie sehr sich lokale Identifikationen und globale Entwicklungen längst ineinander geschoben haben. Auffassungen von kohärenten, in sich geschlossenen Kulturen und Identitäten werden zugunsten von Uneindeutigkeit und Hybridität unterwandert. Viele Themen der Ausstellung, insbesondere die Hierarchisierung von Kunst und Kunsthandwerk, von europäischer Moderne und außereuropäischen Kulturen, sowie geschlechterspezifische Zuschreibungen von Techniken und Materialien und die Rolle von Design, beschäftigen die Kestner Gesellschaft bereits seit ihrer Gründung 1916. Die Kuratorinnen der Ausstellung haben sich daher entschieden, der zeitgenössischen Kunst einen Blick ins Archiv der Kestner Gesellschaft zur Seite zu stellen, um die historische Entwicklung dieser Fragestellungen aus institutioneller Perspektive zu beleuchten. Die Ausstellung wird außerdem von einem digitalen Rahmenprogramm, sowie umfassenden diskursiven Angeboten in den Ausstellungsräumen begleitet. Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Kunsthaus Graz und der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (GfZK) realisiert. Die Ausstellung wird gefördert durch die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover, die VHV-Stiftung und den Förderkreis der Kestner Gesellschaft. Zur Ausstellung ist ein Katalog im VfmK Verlag für moderne Kunst GmbH erschienen, der Katalog kostet 20 Euro. Kuratorinnen der Ausstellung: Barbara Steiner und Lea Altner Grafische Gestaltung: modern temperament, Berlin Die ursprüngliche Laufzeit vom 13. Juni bis 13. September 2020 wurde aufgrund der Corona-bedingten Schließung der Kestner Gesellschaft auf den Zeitraum vom 2. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 verschoben. In der Ausstellung gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln.
Kestner Gesellschaft, Hannover

Kestner Gesellschaft | Goseriede 11
30159 Hanover

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posted 01. Oct 2020

Florentina Holzinger: TANZ. Eine sylphidische Träumerei in Stunts

03. Oct 202012. Oct 2020
Florentina Holzinger: TANZ. Eine sylphidische Träumerei in Stunts Konzept, Performance, Choreografie: Florentina Holzinger Do 03.10. – Sa 05.10. + Fr 11.10. / Sa 12.10. 19.30 Uhr TQW Halle G Ab 18 Jahren Dauer: 2 Stunden, keine Pause Bei ausverkauften Vorstellungen vergeben wir ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn Wartenummern für Restkarten an der Abendkassa. In einigen Szenen kommen selbstverletzende Handlungen zur Darstellung, die auf manche Zuschauer*innen eine verstörende Wirkung haben könnten. Florentina Holzinger hat Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam studiert. Kein Applaus für Scheiße (2011), die erste gemeinsame Arbeit von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek, brachte den beiden auf Anhieb den Ruf als „provokanteste Nachwuchschoreograf*innen“ ein. Neben weiteren Kooperationen mit Riebeek (Spirit, Wellness und zuletzt Schönheitsabend) zeigte Holzinger 2015 auch das Solo Recovery, in dem sie das Trauma eines schweren Unfalls, den sie bei einer Performance erlitten hatte, verarbeitete. Darauf folgte die Arbeit Apollon, für die Holzinger George Balanchines neoklassisches Ballett Apollon musagète in eine Zirkus-Freakshow verwandelte, in der Musen bizarre Tricks aufführen, anstatt um den Gott zu tänzeln. „Feminism, of course, has always been an exercise in science-fiction.“ — Laurie Penny Seit 2011 bereichert Florentina Holzinger die internationale Performanceszene mit schwindelerregender Akrobatik, muskulösen Frauenkörpern und Martial-Arts-Kampfszenen – popkulturelle Referenzen und ein Faible für Trash kommen dabei nicht zu kurz. Mit TANZ schließt Florentina Holzinger ihre Trilogie – Recovery und Apollon waren die ersten beiden Teile – über den Körper als Spektakel und dessen Disziplinierung ab. Den Rahmen von TANZ bildet eine Ballettklasse unter der Leitung von Beatrice Cordua, der ersten Ballerina, die Le sacre du printemps nackt tanzte (in John Neumeiers Bearbeitung Le Sacre, 1972). Die Performer*innen durchlaufen eine strenge Ausbildung in „Aktionsballett“, die sogenannten „Sylphic Studies“. In gemeinsamen Ritualen lernen sie, Körper und Geist zu beherrschen und eignen sich übernatürliche Kräfte wie das Fliegen an. Eine Suche nach Perfektion in einer vergänglichen Welt, bei der das Derbe in das Erhabene verwandelt wird. In einem opernhaften Setting entstehen brutale Parodien auf sensationslüsterne Bilder, wie man sie aus dem Ballett, aus Komödien und aus der Pornografie kennt. Das Blickregime findet Reflexion in der Figur eines Pornoproduzenten, der die Aufführung dokumentiert. Mit einem Cast bestehend aus Frauen im Alter von zwanzig bis achtzig Jahren, die alle einen unterschiedlichen Background im Tanz haben, wirft TANZ die Frage nach dem Erbe des Tanzes auf. Wie versöhnt man sich mit dem Schönheitskult dieser Tradition? Auf Florentina Holzingers Wunsch möchten wir auf folgendes Crowdfarming-Projekt hinweisen: Übernimm die Patenschaft für einen Apfelbaum in der Steiermark, fördere damit die Biodiversität und ernte eine Kiste alter Apfelsorten oder spende sie an lokale Schulen oder Non-Profit-Organisationen! Mit jeder Patenschaft wird ein Baum mit regionalen Apfelqualitäten gepflanzt. Credits Konzept, Performance, Choreografie Florentina Holzinger Performance von und mit Renée Copraij, Beatrice Cordua, Evelyn Frantti, Lucifire, Annina Machaz, Netti Nüganen, Suzn Pasyon, Laura Stokes, Veronica Thompson, Lydia Darling Videodesign, Livekamera Josefin Arnell Sounddesign, Livesound Stefan Schneider Lichtdesign, Technische Leitung Anne Meeussen Bühnendesign Nikola Knezevic Bühnenassistenz Camilla Smolders Technische Assistenz Koen Vanneste Dramaturgie Renée Copraij, Sara Ostertag Coaching Ghani Minne, Dave Tusk Musikcoach Almut Lustig Outside eye Michele Rizzo, Fernando Belfiore Theorie, Recherche Anna Leon Beratung Kostüm, Schneider Mael Blau Prothetik, Maske Studierende des Studiengangs Maskenbild an der Theaterakademie August Everding (München), Marianne Meinl Unterstützung Stunts Haeger Stunt & Wireworks Stuntinstruktor*innen Stunt Cloud GmbH (Leo Plank, Phong Giang, Sandra Barger) Management Something Great (Berlin) & DANSCO (Amsterdam) Internationale Distribution Something Great (Berlin) Produktionsleitung Laura Andreß Finanzverwaltung Julia Haas/SMART (Wien) Eine Koproduktion von Spirit und Tanzquartier Wien, Spring Festival (Utrecht), Theater Rotterdam, Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Arsenic (Lausanne), Münchner Kammerspiele, Take Me Somewhere Festival (Glasgow), Beursschouwburg (Brüssel), deSingel (Antwerpen), Sophiensaele (Berlin), Frascati Productions (Amsterdam) und Theater im Pumpenhaus (Münster), asphalt Festival (Düsseldorf). Unterstützt von O Espaço do Tempo (Montemor-o-Novo), Fondation LUMA (Arles) und De Châtel Award (NL). Dank an CAMPO Gent, ImPulsTanz, Eva Beresin, Stefanie Leitner, Tanz-Archiv MUK Wien, Stimuleringsfonds Creative Industries, Mochi Catering (Wien), Andres Stirn Gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien, dem Bundeskanzleramt für Kunst und Kultur (BKA) und von Performing Arts Fund NL.
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