short biography

Mike Kelley (Wayne, Detroit, 1954, South Pasadena, Los Angeles, 2012) was an extremely versatile and influential artist of our time, who disrespectful commented the American popular and youth culture in his work. He collaborated with many artists and musicians, including Tony Oursler, Bob Flanagan, Paul McCarthy and John Miller. In 1992 and 1997 he participated in documenta 9 and 10 in Kassel. Mike Kelley studied at the California Institute of the Arts, Los Angeles with Laurie Anderson and John Baldessari.

Performances, installations, drawings, painting, video, photography, sound works, sculpture, texts

http://www.mikekelleyfoundation.org

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Das Werk von Mike Kelley, 1954 in Detroit geboren, lässt sich nicht so leicht in eine Kategorie einordnen. Sein noch am ehesten als postkonzeptuell zu bezeichnender Kunstansatz bedient sich unterschiedlichster Ausdrucksmöglichkeiten und ist geprägt von einer außergewöhnlichen medialen Vielfalt. Der interdisziplinäre Ansatz des California Institute of the Arts in Los Angeles, an dem er nicht nur studierte, sondern auch später 30 Jahre lang unterrichtete, mag dazu in entscheidender Weise beigetragen haben. Zu dieser Zeit war er Mitgründer der Detroiter Musik- und Künstlergruppe „Destroy all Monsters“, die von 1973 bis 1985 verschiedene Strömungen der Untergrundmusik experimentell vorantrieb.

Sein künstlerisches Schaffen richtete sich stets gegen den Konformismus, der den Menschen seiner Auffassung nach zerstörte. Dem scheinbar idyllischen, heilen Kosmos im Amerika des 20. und 21. Jahrhunderts entlehnte er gezielt Elemente und verwandelte diese in Szenarien, die irgendwo zwischen Traum und Alptraum changierten. Provozierend, erschütternd und doch poetisch erfand er prägnante Metaphern, in denen sich die Sorgen und Ängste eines sensiblen Menschen widerspiegeln.

Breite Bekanntheit erlangte er erstmals im Zusammenhang mit der Werkgruppe „Half a Man“ Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre, als er von Flohmärkten gesammelte Plüschtiere und Häkelware in skurril anmutende Skulpturen fasste. Es folgten Teilnahmen an der Documenta 9 im Jahre 1992 und der Documenta 10 in Kassel 1997.

In seinem Streben gegen Konventionen machte er vor gesellschaftlich stark tabuisierten Themen nicht Halt: Die 1992 in Zusammenarbeit mit Paul McCarthy entstandenen Videoarbeit „Heidi“ thematisiert Kindesmissbrauch, während die Installation „The Little Girl’s Room“, zuletzt zu sehen im Museum of Contemporary Art in Los Angeles, ein Kinderzimmer auf subtile Weise in eine Folterkammer umwandelt.

Neben der Performance-Künstlerin Laurie Anderson und Konzept-Künstler John Baldessari hinterließen insbesondere Chris Burden, Vito Acconci und Joseph Beuys Spuren im Werk Kelleys.

Am 31. Januar 2012 nahm er sich in Los Angeles das Leben.

Ellen Lindner, kunstaspekte 2012

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