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Die entscheidende Entwicklung in Nam June Paiks Werk - von der Musik über die Aktion und Fluxus hin zu den Medien - erfolgte zwischen 1958 und 1963, als der Künstler im Rheinland lebte. In dem offenen, vom internationalen Aufbruch geprägten Klima, das Musiker und Maler aus aller Welt anzog, fand Paik die notwendigen Voraussetzungen zur Umsetzung seiner Ideen von Kunst, die gesellschaftspolitische, philosophische und technologische Prozesse ins Zentrum stellt und hinterfragt. Das Kölner Studio für Elektronische Musik am WDR und die Aktivitäten des Ateliers Mary Bauermeister boten ihm dazu das geeignete experimentelle Umfeld. Die Galeristen Jean-Pierre Wilhelm (Galerie 22, Düsseldorf) und Rudolf und Anneliese Jährling (Galerie Parnass, Wuppertal) schufen als engagierte Mentoren erste öffentliche Plattformen. Der fulminante Höhepunkt dieser Entwicklung war sicherlich dieExposition of Music – Electronic Television im März 1963 in der Galerie Parnass. Für diese „wunderbare Paiksache“, die er für „eine historische Tat“ hielt, brachte Joseph Beuys den Galeristen in einem hier zum ersten Mal teilweise publizierten Brief seinen „allergrössten Respekt zum Ausdruck“.

Die Ausstellung „On sunny days, count the waves of the Rhine ..." rückte Köln, Düsseldorf und Wuppertal als bedeutende Etappen von Paiks künstlerischer Biografie ins Blickfeld. Zentrale Aktionen und Ausstellungen (1958-65) wurden kommentiert und kontextualisiert. Zugleich wurde Paiks Rolle als Organisator wichtiger (Prä-)Fluxus-Veranstaltungen in Wuppertal und Düsseldorf beleuchtet. Die Ausstellung präsentierte zahlreiche, weitgehend unveröffentlichte Bild- und Textdokumente aus den Beständen des ZADIK, des Archivs Bauermeister im Historischen Archiv der Stadt Köln und weiterer Leihgeber.

Zur Ausstellung erschien die reich bebilderte Publikation sediment 9.

28.10. – 01.11.2005 auf der ART COLOGNE, Halle 9.2, Stand C38 05.11.2005 – 20.01.2006 im ZADIK