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Nicole Eisenman. Dark Light
14. September – 5. November 2017

Ausstellungsgespräch: Nicole Eisenman im Gespräch mit Monika Baer
Mittwoch, 13. September 2017, 18 Uhr
Eröffnung/Sommerfest: Nicole Eisenman, Toni Schmale und Chadwick Rantanen
Mittwoch, 13. September 2017, 19 Uhr

Nicole Eisenman ist als Malerin komplexer Erzählungen in Form psychologisch tiefgründiger Gemälde mit oft dystopischen Untertönen bekannt. Ihre figurative Malerei zeichnet sich sowohl durch ihre Themen als auch ihren Malstil aus: Letzterer ist eklektisch und bedient sich praktisch der gesamten neuzeitlichen Bildtradition. Verpackt in die Malweise großer Epigonen sind Bildinhalte, die zwischen autobiografischen Sujets und gesellschaftspolitischen Themen oszillieren. Seit Beginn ihrer Karriere in den frühen 1990er-Jahren, als sie vorwiegend mit einem zeichnerischen und grafischen Ouevre hervortrat, arbeitet Eisenmann am Vokabular einer zeitgenössischen Bildsprache für queere und feministische Themen, die sich durch die Theoretisierungen queerer Politiken seit den späten 1980er-Jahren zunehmend aus den marginalisierten Randbereichen der Gesellschaft herausbewegt und auch im künstlerischen Feld etabliert haben. Diese Wurzeln im Bereich der Gegen- oder Untergrundkultur sind vor allem in Eisenmans frühen Arbeiten spürbar, die an die Zine-Kultur anknüpfen und eine Vielzahl von Referenzen aufweisen, die von Populärkultur über Kunstgeschichte bis hin zu Pornografie reichen.

Die Liste der Künstler, vornehmlich aus dem 19. und 20. Jahrhundert, deren Malstile Eisenman zitiert, ist lang: Picasso, Munch, Chagall, Monet, Renoir, Matisse sind nur einige, deren charakteristische Malweisen sich Eisenman zu eigen macht und deren sie sich je nach Bildstimmung frei bedient. Beeindruckend bleibt, dass ihre Werke trotz dieses scheinbaren Verzichts auf einen individuellen Malgestus unverkennbar ihre Handschrift zeigen. Trotz ihres Festhaltens an figurativer Malerei enthalten Eisenmans Gemälde auch abstrakte Elemente, deren Formen von den BetrachterInnen ebenso mit Bedeutung erfüllt werden sollen, wie die offensichtlicheren Gestaltungselemente wie Sujet und Malweise.

Mit ihrem eklektischen Malstil, ihren oft rohen und provokativen Bildinhalten und vor allem ihrer Gabe, komplexe Geschichten in einem Bild erzählerisch umzusetzen, wurde Eisenman bereits selbst zu einer wichtigen Referenzfigur für eine ganz junge Generation von KünstlerInnen.

Nicole Eisenman, geboren 1965 in Verdun (Frankreich), lebt und arbeitet in New York City.