short biography

Fabiàn Marcaccio (geboren 1963 in Rosario de Santa Fe/Argentinien, lebt in New Yor) studierte an der University Rosario de Santa Fe. 2002 nahm er an der documenta 11 in Kassel teil.


Malerei, Installationen, "paintants"

http://www.galeriethomasschulte.de/en/artists/fabian-marcaccio
http://www.artnet.com/artists/fabian-marcaccio

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Im Werk des 1963 in Santa Fe geborenen Fabián Marcaccio vermischen sich die Grenzen zwischen Malerei, Fotographie, Plastik und Installation. Dabei stehen die Verarbeitung gesellschaftspolitischer Themen sowie Reflexionen der medial geprägten Realität im Vordergrund. 
In den frühen 90er Jahren begann Marcaccio mit der Expansion der Bildoberfläche in Verbindung mit einer experimentellen Malweise, die er mit dem Begriff "paintants" (zusammengesetzt aus painting+mutant) charakterisierte. 2004 zeigte das Kunstmuseum Liechtenstein eine Ausstellung mit dem Titel "From Altered Paintings to Paintants", in der die Werke Spuren digitaler Sequenzen aufweisen und in Kombination mit plastischer Malerei gesetzt sind, die eine gewisse räumliche Distanz vom Betrachter fordert. 
2012 präsentierte das Krefelder Haus Esters 12 großformatige Werke, die sich unter dem Titel "Some USA stories" mit den dunklen Seiten der jüngeren Geschichte Amerikas auseinandersetzen - vom mexikanischen Drogenkrieg bis zum Amoklauf an der Columbine-Highschool. Hier wird die Bildoberfläche von in den Farben eingearbeiteten Hanfseilen in Bewegung versetzt, an anderer Stelle sind es grobmaschige Netze, die dem wüsten Farbauftrag strukturierend entgegenwirken. Ein Spannungsverhältnis ergibt sich auch aus dem Wechselspiel von drastischer Figurativität nebst vollkommener Abstraktion. 
In den Arbeiten Marcaccios spiegelt sich ein umfassender, den Worten des Künstlers nach holistischer Ansatz, der neben dem Durchdringen künstlerischer Techniken ebenso eine Verdichtung inhaltlicher Dimensionen fordert. Dabei stellt er sich der Herausforderung sozialer und gesellschaftlich tabuisierter Themen und hinterfragt gleichzeitig das Medium Malerei im digitalen Zeitalter.

Ellen Lindner, kunstaspekte 2012

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