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posted 01. Oct 2020

Florentina Holzinger: TANZ. Eine sylphidische Träumerei in Stunts

03. Oct 202012. Oct 2020
Florentina Holzinger: TANZ. Eine sylphidische Träumerei in Stunts Konzept, Performance, Choreografie: Florentina Holzinger Do 03.10. – Sa 05.10. + Fr 11.10. / Sa 12.10. 19.30 Uhr TQW Halle G Ab 18 Jahren Dauer: 2 Stunden, keine Pause Bei ausverkauften Vorstellungen vergeben wir ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn Wartenummern für Restkarten an der Abendkassa. In einigen Szenen kommen selbstverletzende Handlungen zur Darstellung, die auf manche Zuschauer*innen eine verstörende Wirkung haben könnten. Florentina Holzinger hat Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam studiert. Kein Applaus für Scheiße (2011), die erste gemeinsame Arbeit von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek, brachte den beiden auf Anhieb den Ruf als „provokanteste Nachwuchschoreograf*innen“ ein. Neben weiteren Kooperationen mit Riebeek (Spirit, Wellness und zuletzt Schönheitsabend) zeigte Holzinger 2015 auch das Solo Recovery, in dem sie das Trauma eines schweren Unfalls, den sie bei einer Performance erlitten hatte, verarbeitete. Darauf folgte die Arbeit Apollon, für die Holzinger George Balanchines neoklassisches Ballett Apollon musagète in eine Zirkus-Freakshow verwandelte, in der Musen bizarre Tricks aufführen, anstatt um den Gott zu tänzeln. „Feminism, of course, has always been an exercise in science-fiction.“ — Laurie Penny Seit 2011 bereichert Florentina Holzinger die internationale Performanceszene mit schwindelerregender Akrobatik, muskulösen Frauenkörpern und Martial-Arts-Kampfszenen – popkulturelle Referenzen und ein Faible für Trash kommen dabei nicht zu kurz. Mit TANZ schließt Florentina Holzinger ihre Trilogie – Recovery und Apollon waren die ersten beiden Teile – über den Körper als Spektakel und dessen Disziplinierung ab. Den Rahmen von TANZ bildet eine Ballettklasse unter der Leitung von Beatrice Cordua, der ersten Ballerina, die Le sacre du printemps nackt tanzte (in John Neumeiers Bearbeitung Le Sacre, 1972). Die Performer*innen durchlaufen eine strenge Ausbildung in „Aktionsballett“, die sogenannten „Sylphic Studies“. In gemeinsamen Ritualen lernen sie, Körper und Geist zu beherrschen und eignen sich übernatürliche Kräfte wie das Fliegen an. Eine Suche nach Perfektion in einer vergänglichen Welt, bei der das Derbe in das Erhabene verwandelt wird. In einem opernhaften Setting entstehen brutale Parodien auf sensationslüsterne Bilder, wie man sie aus dem Ballett, aus Komödien und aus der Pornografie kennt. Das Blickregime findet Reflexion in der Figur eines Pornoproduzenten, der die Aufführung dokumentiert. Mit einem Cast bestehend aus Frauen im Alter von zwanzig bis achtzig Jahren, die alle einen unterschiedlichen Background im Tanz haben, wirft TANZ die Frage nach dem Erbe des Tanzes auf. Wie versöhnt man sich mit dem Schönheitskult dieser Tradition? Auf Florentina Holzingers Wunsch möchten wir auf folgendes Crowdfarming-Projekt hinweisen: Übernimm die Patenschaft für einen Apfelbaum in der Steiermark, fördere damit die Biodiversität und ernte eine Kiste alter Apfelsorten oder spende sie an lokale Schulen oder Non-Profit-Organisationen! Mit jeder Patenschaft wird ein Baum mit regionalen Apfelqualitäten gepflanzt. Credits Konzept, Performance, Choreografie Florentina Holzinger Performance von und mit Renée Copraij, Beatrice Cordua, Evelyn Frantti, Lucifire, Annina Machaz, Netti Nüganen, Suzn Pasyon, Laura Stokes, Veronica Thompson, Lydia Darling Videodesign, Livekamera Josefin Arnell Sounddesign, Livesound Stefan Schneider Lichtdesign, Technische Leitung Anne Meeussen Bühnendesign Nikola Knezevic Bühnenassistenz Camilla Smolders Technische Assistenz Koen Vanneste Dramaturgie Renée Copraij, Sara Ostertag Coaching Ghani Minne, Dave Tusk Musikcoach Almut Lustig Outside eye Michele Rizzo, Fernando Belfiore Theorie, Recherche Anna Leon Beratung Kostüm, Schneider Mael Blau Prothetik, Maske Studierende des Studiengangs Maskenbild an der Theaterakademie August Everding (München), Marianne Meinl Unterstützung Stunts Haeger Stunt & Wireworks Stuntinstruktor*innen Stunt Cloud GmbH (Leo Plank, Phong Giang, Sandra Barger) Management Something Great (Berlin) & DANSCO (Amsterdam) Internationale Distribution Something Great (Berlin) Produktionsleitung Laura Andreß Finanzverwaltung Julia Haas/SMART (Wien) Eine Koproduktion von Spirit und Tanzquartier Wien, Spring Festival (Utrecht), Theater Rotterdam, Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Arsenic (Lausanne), Münchner Kammerspiele, Take Me Somewhere Festival (Glasgow), Beursschouwburg (Brüssel), deSingel (Antwerpen), Sophiensaele (Berlin), Frascati Productions (Amsterdam) und Theater im Pumpenhaus (Münster), asphalt Festival (Düsseldorf). Unterstützt von O Espaço do Tempo (Montemor-o-Novo), Fondation LUMA (Arles) und De Châtel Award (NL). Dank an CAMPO Gent, ImPulsTanz, Eva Beresin, Stefanie Leitner, Tanz-Archiv MUK Wien, Stimuleringsfonds Creative Industries, Mochi Catering (Wien), Andres Stirn Gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien, dem Bundeskanzleramt für Kunst und Kultur (BKA) und von Performing Arts Fund NL.
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posted 30. Sep 2020

Josef Dabernig — Envisioning Kunstraum Lakeside

30. Sep 202002. Oct 2020
Eröffnung am: 29.09.2020, 17:30 Aufgrund der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19, findet die **Eröffnung von Josef Dabernig — Envisioning Kunstraum Lakeside am 29. September 2020 im Freien** statt und ist auf den Zeitraum von 17:30 bis 19:30 Uhr begrenzt. Die Präsentation im Kunstraum Lakeside kann von maximal 10 Personen gleichzeitig betreten werden. Von 30. September bis 2. Oktober 2020 ist die Ausstellung zu den regulären Öffnungszeiten des Kunstraums zu sehen. * **Josef Dabernig — Envisioning Kunstraum Lakeside** Ausstellung, 30. September – 2. Oktober 2020 Der Kunstraum (12 × 9,7 m) liegt im Erdgeschoß des Gebäude 2, mit Sichtbezug nach Westen in Richtung Gebäude 1, nach Norden in Richtung Universität und nach Süden in Richtung Gebäude 4. Die unmittelbare Nähe zu Einrichtungen der Universität und zum benachbarten Verwaltungstrakt mit Veranstaltungssaal, insbesondere auch der Sichtkontakt zu einer Café-Terrasse im Gebäude 1 garantieren dem Kunstraum Durchlässigkeit in Richtung Nachbarschaft. Sie soll mittelfristig die Ausdehnung seiner Funktionen über das Areal begünstigen. Der Raum versteht sich als Ort für die Etablierung und Begleitung des Lakeside Kunstprojekts: Er ist als Raum für Präsentationen, Veranstaltungen, Ausstellungen, als Diskussionsplattform und für das Studium von projektbegleitender Literatur konzipiert. Der Raum versteht sich auch als eine zu Betriebszeiten offene Kommunikationszone. Im Wesentlichen versuchte ich ein Modell von funktionsbezogenem Mobiliar in Dialektik zur architektonischen Sprache zu etablieren. Meinen gestalterischen Ansatz verstehe ich als ironisch-kritischen Beitrag in der Diskussion um jenen erweiterten skulpturalen Begriff, wie er sich etwa in signifikanten Beispielen der jüngst entstandenen Museumsarchitektur äußert.1 — Josef Dabernig, 2005 Mit Gestaltung des Kunstraum Lakeside legte Josef Dabernig im Jahr 2005 nicht nur die architektonisch-gestalterischen Parameter des Kunstraum Lakeside fest. Mit dem von ihm entworfenen Mobiliar, mit der technischen Ausstattung und mit Zeigevorrichtungen wie etwa Stellwänden, Regalen und Tischen definierte er auch die Bedingungen und Möglichkeiten seines Gebrauchs. Multifunktional, diskursiv, wandelbar, durchlässig und nicht repräsentativ. Der Kunstraum Lakeside, in technologischem Beige und Grau gehalten, ist kein Ausstellungsraum im herkömmlichen Sinn. Er ist auch Ausstellungsraum, und zwar immer dann, wenn es das jeweilige Kunstprojekt erfordert. Darüber hinaus lässt sich die Infrastruktur an unterschiedlichste Veranstaltungsformate an der Schnittstelle von Technologie, Forschung, Wirtschaft und nicht zuletzt Kunst anpassen. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die zur Überschneidung dieser unterschiedlichen Felder führen, werden im Kunstraum Lakeside nicht nur entlang kunstimmanenter Fragestellungen diskutiert. Auch die räumlichen Voraussetzungen werden mit modularen Methoden und Strategien des Zeigens im Kontext der gestalterischen Arbeit von Josef Dabernig reflektiert. Wie von den GründungskuratorInnen Hedwig Saxenhuber und Christian Kravagna bereits in ihrem ersten Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm mit dem Titel Ansichten der Ökonomie definiert, versteht sich der Kunstraum Lakeside bis heute als „kuratorische Begleitung eines ambitionierten Wirtschafts- und Forschungsprojekts, dessen innovative Potenziale in ein Spannungsverhältnis zu künstlerischen Forschungen und Analysen gesetzt werden“, das sich „kontextbezogen in Funktionsbestimmung, Struktur und Betrieb des Wissenschafts- und Technologieparks einbringt“. Gerade weil sich die Voraussetzungen wirtschaftsnaher Forschung und Entwicklung mehr als 15 Jahre nach der Etablierung des konzeptuell geprägten Kunstprogramms, etwa durch eine exponentiell gesteigerte Digitalisierung des Alltags oder durch die Automatisierung des Arbeitslebens, stark verändert haben, bietet es sich im Lakeside Science und Technology Park immer noch an, „die Chance einer dialogischen Konfrontation von Fragen und Antworten zu einander überschneidenden Gegenstandsbereichen“ zum Thema zu machen. Die Herausforderung für beide Seiten, für Wirtschaft und Technologie einerseits und Kunstproduktion andererseits, liegt dabei nicht nur „in den je differenten Interpretationsweisen und Darstellungsformen von letztlich geteilten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen“2, sondern mehr denn je auch in Betriebsmitteln und Ressourcen. Was Josef Dabernig im Entwurf zu Gestaltung des Kunstraum Lakeside als „ironisch-kritisch“ bezeichnet, ist als grundlegend doppelte Strategie zu identifizieren. Der Künstler richtet zwar einen Kunstraum ein und bedenkt dabei alle möglichen Funktionen einer solchen Architektur. Indem er das Projekt jedoch als das, was es ist, belässt, als Teil eines wirtschaftsnahen Technologieparks nämlich, und indem er diese Voraussetzung mit gestalterischen Mitteln geradezu überaffirmiert, geht er nicht nur auf Distanz zur Trägerinstitution, sondern auch zu seiner eigenen künstlerischen Praxis. Dem Philosophen Gerald Raunig zufolge lassen sich derartige künstlerische Handlungsfelder, die sich gleichzeitig der Strategien von Involvierung und Selbsthinterfragung bedienen, als „instituierende Praxen“ beschreiben. Es handelt sich dabei um Arbeitsweisen, „die radikale Gesellschaftskritik üben und die sich dennoch nicht in der imaginierten absoluten Distanz zu den Institutionen gefallen; zugleich Praxen, die selbstkritisch sind und sich dennoch nicht krampfhaft klammern an ihre Verstricktheit, ihre Komplizität, ihr Gefangenendasein im Kunstfeld, ihre Fixierung auf die Institutionen und die Institution, ihr eigenes Institution-Sein.“3 Eine derart angelegte Doppelstrategie korrespondiert wiederum mit der Idee einer sich entlang bestimmter Inhalte, Themen und Sachverhalte entwickelnden, jedoch stets methodenreflexiven künstlerischen Forschung, wie sie im Programm des Kunstraum Lakeside zur Diskussion steht. Was bedeutet es nun für ein Projekt – für ein Kunstprojekt – wie den Kunstraum Lakeside, wenn kein beständiges Werk und auch kein beständiges institutionelles Produkt mehr existiert? Was heißt es für einen Kunstraum, wenn das Selbstverständnis als Institution bereits bei der Einrichtung durch Intervention von Josef Dabernig befragt wird und Instabilität und Wandelbarkeit Handlungsträgerinnen dieser Befragung sind?4 Jubiläum — 15 Jahre Kunstraum Lakeside In diesem Spannungsfeld aus Technologie, Wirtschaft und künstlerischer Forschung einerseits und vor dem Hintergrund einer institutionskritischen Kunstpraxis andererseits, bewegt sich Josef Dabernig auch im Jubiläumsjahr. Unter dem Titel Envisioning Kunstraum Lakeside nimmt er eine Wieder- und Neuaufstellung des Ausstellungsraums vor und stellt die bereits 2005 aufgeworfenen Fragen wieder oder neu. Seit 15 Jahren versteht sich der Kunstraum Lakeside als Ort der Produktion und Präsentation zeitgenössischer internationaler Kunst. Angesiedelt im Lakeside Science & Technology Park in unmittelbarer Nachbarschaft zur Alpen- Adria-Universität Klagenfurt, verhandelt und initiiert er wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Diskursformen. Anhand eines Re-Arrangements der Einrichtung des Ausstellungsraums und einer begleitenden Plakatedition bringt Dabernig die Geschichte dieses Ortes der Kunstproduktion an der Schnittstelle von Ökonomie und Wissenschaft zur Anschauung: „Form und Identität“, „Kontrollierte Körper“, „Umbau“, „Nachbarschaft“, „Enge Anbindung“, „Mediengebrauch“, „Wirtschaftsparadiese", „Grenzen der Arbeit“, „Recherche“ oder „Format“ lautet nur eine Auswahl der inhaltlichen Klammern, die seit der Gründung des Raums im Jahr 2005 in unterschiedlichen Konstellationen zur Diskussion gestanden haben. Mit Envisioning Kunstraum Lakeside rekonfiguriert Josef Dabernig diese Themenfelder und aktualisiert sie in der Gegenwart. 1 Dabernig, Josef: „Einrichtung eines Kunstraums“, in Ansichten der Ökonomie [Begleitheft zum Semesterprogramm 05/06], hg. v. Christian Kravagna und Hedwig Saxenhuber, Klagenfurt: Kunstraum Lakeside 2005, 5. 2 Kravagna und Saxenhuber: Ansichten der Ökonomie, 3f. 3 Raunig, Gerald: „Instituierende Praxen. Fliehen, Instituieren, Transformieren“ in eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies 1 / 2006, http://eipcp.net/transversal/0106/raunig/de [letzter Zugriff: 3. Mai 2020]. 4 Der Text ist eine gekürzte und adaptierte Version von: Thalmair, Franz: „Bedingungen und Möglichkeiten des Gebrauchs. Kuratorische Notizen zur künstlerischen Forschung im Kunstraum Lakeside“, in Kunstraum Lakeside – Recherche | Research, hg. v. ders., Wien: Verlag für moderne Kunst, 2019, 71–83. Josef Dabernig (* 1956 in Österreich) lebt und arbeitet in Wien. www.dabernig.net

curator

Franz Thalmair 
Kunstraum Lakeside, Klagenfurt

Lakeside Science & Technology Park, Lakeside B02 (Eingang EG West)
A-9020 Klagenfurt

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posted 29. Sep 2020

Umbruch

17. Jul 202018. Oct 2020
Umbruch 17.07.2020 bis 18.10.2020 Die aktuelle Krise, in die unsere Gesellschaft global gestürzt wurde, verdeutlicht stärker denn je, wie schnell uns radikale Umbrüche, Brüche mit gewohnten Werten und Normen, erschüttern können. Insofern hat die Ausstellung UMBRUCH durch die Corona-Krise noch einmal eine ganz neue Aktualität erfahren. UMBRUCH ist die erste Ausstellung, die der neue Direktor der Kunsthalle Mannheim Johan Holten an seiner neuen Wirkungsstätte kuratiert. Mit ihr möchte er den Blick des Publikums von der neuen Architektur auf seine Vision eines inhaltlichen Umbruchs des Museums richten. Ungewöhnlich ist dabei nicht nur das Konzept, sondern auch die Ausstellungsarchitektur: Ein Baugerüst zieht sich durch alle drei Bereiche der Ausstellung mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten. NEUE SACHLICHKEIT IST (AUCH) WEIBLICH Das erste Kapitel der Ausstellung zeigt – rund 100 Jahre nach der legendären Mannheimer Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ – drei weibliche Positionen dieser Stilrichtung. So werden die Selbstporträts der Heidelbergerin Hanna Nagel (1907–1975) zusammen mit einer Vielzahl ihrer selten gezeigten graphischen Werke ausgestellt. Ergänzt werden sie durch Werke der Berliner Künstlerin Jeanne Mammen (1890–1976), die unangepasste Außenseiterexistenzen der 1920er-Jahre in ihren Arbeiten festhielt. Dazu gesellen sich die Bilder der Hamburgerin Anita Rée (1885–1933), die mit ihren eindringlichen Porträts zu den bedeutenden künstlerischen Positionen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezählt werden muss. KONVENTIONEN AUF DEN KOPF STELLEN Gesellschaftliche Konventionen nimmt das zweite Kapitel der Ausstellung in den Blick. Präsentiert wird ein Film des französischen Künstlers Clément Cogitore: Zu den Klängen der Barock-Oper „Les Indes Galantes“ tanzen Street-Dancer verschiedener sozialer und ethnischer Herkunft auf der Bühne der Pariser Oper. In „The Republic of T.M.“ verarbeitet der dänisch-irakische Filmemacher Masar Sohail seine migrationsgeprägte Biografie. Auch die Künstlerin Alexandra Pirici nimmt das Thema der Umbrüche auf, die sie in ihrer Arbeit „Re-Collection“ mit zehn Performer*innen – darunter Mitglieder des Tanzensembles des Nationaltheaters Mannheim – visualisiert. Die Performer*innen tragen Mund-Nasen-Masken, sodass Piricis Arbeit verdeutlicht, wie die aktuelle Corona-Pandemie bis in die Kunst vordringt. JUNGE BILDHAUERINNEN AUS ALLER WELT In einem dritten Ausstellungskapitel bringt Johan Holten drei jüngere bildhauerische Positionen zusammen, deren eigens für die Kunsthalle Mannheim geschaffenen Werke für die berühmte Skulpturensammlung des Museums angekauft werden sollen: Die deutsch-türkische Künstlerin Nevin Aladağ schafft eigens für die Kunsthalle ein Instrument, das man nicht nur sehen, sondern – im Rahmen drei begleitender Konzerte – auch hören kann. Eine weitere skulpturale Installation stammt von Kaari Upson, die ihr Leben in einem Vorort von Los Angeles zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeit werden lässt. Die in Peking lebende und arbeitende Künstlerin Hu Xiaoyuan wird diese beiden Positionen mit mehrteiligen Skulpturen komplementieren. Kurator: Johan Holten

curator

Johan Holten 
Kunsthalle Mannheim

KUNSTHALLE MANNHEIM | Moltkestraße 9
68165 Mannheim

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posted 28. Sep 2020

SALON REAL / VIRTUAL: 1# Salon Denise Schellmann | Zwischenräume

11. Sep 202003. Oct 2020
opening: 11. Sep 2020 04:00 pm
In der ersten virtuellen Ausstellung sind aktuelle Werke von Denise Schellmann zu sehen. SALON REAL / VIRTUAL: 1# Salon Denise Schellmann | Zwischenräume 11.09.2020 - 03.10.2020 Ausstellungseröffnung: 1# Salon Denise Schellmann am Freitag, 11.9.2020, 16-22H SALON REAL Sobald die GaleriebesucherInnen den ersten Ausstellungsraum, den SALON REAL betreten, erinnert nichts mehr an den für uns gewohnten Galerieraum. Man befindet sich in einem gemütlichen Wohnzimmer mit Sofa, Teppich, Vorhängen und einen Kamin. Das komplette Interieur erinnert an einen Salon wie wir ihn aus der Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhunderts kennen. Damals wie auch heute ist der Salon gesellschaftlicher Treffpunkt für Intellektuelle, WirtschaftslenkerInnen und KünstlerInnen. Hier finden in Zukunft ergänzend zu den virtuellen Ausstellungen „Kamingespräche“ mit KünstlerInnen, KuratorInnen, SammlerInnen und WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen statt. Pro virtuelle Ausstellung sind zwei Kamingespräche angedacht. SALON REAL / Kamingespräche 1# Kamingespräch: Donnerstag, 17. September 2020, 19 Uhr: Der Teilchenphysiker Helmut Eberl im Gespräch mit der Künstlerin Denise Schellmann 2# Kamingespräch: FREITAG, 25. September 2020, 19 - 20 Uhr: Die Sozialwissenschaftlerin und Organisationsberaterin Maria Spindler und der Kunstgutachter Erich Holzheu im Gespräch mit der Künstlerin Denise Schellmannn SALON VIRTUAL Neben dem SALON REAL – im zweiten Raum der Galerie – befindet sich der SALON VIRTUAL. Michaela Stock verfolgt die Idee, eine virtuelle Galerie in den realen, leeren Galerieraum zu inkludieren, um einerseits Instrumente zu entwickeln, die den realen und den virtuellen Raum verbinden, und andererseits die digitale und reale Welt zu fusionieren. Im SALON VIRTUAL werden keine realen Kunstwerke mehr präsentiert. Die BesucherInnen erkunden die Ausstellung und Kunstwerke über den Bildschirm mit einem Joystick. Die BesucherInnen befinden sich zwar immer noch im realen Galerieraum, die Ausstellung wird aber virtuell, im „anonymen“ white cube rezipiert. Ziel ist es, dass Kunstinteressierte die Ausstellung auch vom eigenen Computer, Handy oder Tablett 24 Stunden non-stop besuchen können. Ab 11. September um 16 Uhr ist der SALON VIRTUAL 1# Salon online. GEFÜHRTE ATELIERBESUCHE AUF ANFRAGE Die Kunstwerke können in Zukunft mit Michaela Stock im Atelier der KünstlerInnen besichtigt werden. Terminvereinbarung unter +43 699 19 20 77 78. Dokumentiert werden die virtuellen Ausstellungen in Form von gedruckten Informationsbroschüren. Gleichzeitig können Kunstinteressierte von jeder Ausstellung ein limitiertes signiertes Kunstplakat erwerben. Mit ihrem Präsentationskonzept erweitert Michaela Stock den Begriff der Institution Galerie. Die Galerie agiert als kultureller Ort mit kreativer Qualität und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit im virtuellen als auch im realen Raum. „Das Augenmerk liegt auf dem Ineinandergreifen von realer und virtueller Welt und ihrer Kombination von akustischen, visuellen, haptischen Reizen. Mein Ziel ist es die reale Welt stärker und aktiver an der Schnittstelle zur virtuellen Welt anzudocken, um damit neue Denkansätze und Arbeitsprozesse in Gang zu setzen und auf diese Weise die interaktive Medienkunst weiterzuentwickeln“, kommentiert Michaela Stock ihr neues Galeriekonzept. 1# SALON: DENISE SCHELLMANN | ZWISCHENRÄUME Salon 1# präsentiert die junge, österreichische Künstlerin und Pharmazeutin Denise Schellmann. Denise Schellmann sieht den menschlichen Körper in Gestalt von vielen farbigen Zellen und leeren Zwischenräumen, die sonst nur mit Hilfe von einem Mikroskop sichtbar werden. Ihr kreativer Arbeitsprozess spielt sich in einem künstlerisch-wissenschaftlichen Zwischenraum ab, aus welchem sie ständig Impulse für ihre ästhetischen Kompositionen schöpft. Dabei liegt die Betonung auf dem intuitiven zeichnerischen Prozess, welcher als solcher, eine umfassende Materiekenntnisse voraussetzt, sogar bis zum Grad des Unbewussten, automatisierten Handelns. Ihre Bleistift- und Buntstift-Zeichnungen bestechen zuerst durch die harmonisch anmutende Farbkomposition, doch auf der Suche nach der organischen Abstraktion werden auf den unsichtbaren und schwer zugänglichen Schnittstellen alle Widersprüche und Ungereimtheiten in eine farbig ausbalancierte und wohlklingende Melodie synthetisiert. Eine eklatante Polarisierung zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit Gelerntes, Gesehenes und Erlebtes fließt intuitiv in den Zeichnungsprozess der Künstlerin mit ein und lässt somit neue Interpretationsmöglichkeiten im Kopf der BetrachterInnen entstehen. In der Zeichnungsstruktur werden elementare menschliche und existentielle Fragen verflochten. Dem Yin-Yang Zeichen ähnlich, existieren in ihren Bildwelten gleichzeitig zwei diametral entgegengesetzte Prinzipien, die sich aufeinander beziehen und auf gewisse Weise ergänzen: Materie und Zwischenraum, Kunst und Wissenschaft; Bild und Wort oder Kreativität und Strukturiertheit um nur einige aufzuzählen. In ihrem Manifest The Arscientic Andism bezeichnet Schellmann diese Zwischenräume als Andism. So stehen in ihren neuen Kunstwerken schmetterlingsartige Formen fürs Nachdenken über das eigene Leben und das persönliche Wachstum in ungewissen Lebensumständen. Vergleichbar mit der Metamorphose eines Schmetterlings und seiner Verwandlung von der Raupe zum wunderschönen Falter reflektiert dieser Prozess Eigenschaften wie Fragilität, Stärke und Unabhängigkeit.
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posted 27. Sep 2020

Shirley Tse - Stakes and Holders

01. Jul 202001. Nov 2020
**1 July – 1 Nov** Shirley Tse Stakes and Holders M+, at the West Kowloon Cultural District, and Hong Kong Arts Development Council (HKADC) present Shirley Tse: Stakes and Holders, an exhibition that renews and responds to Shirley Tse: Stakeholders, Hong Kong in Venice, Hong Kong’s presence at the 58th Venice Biennale. The exhibition in Hong Kong includes new configurations of Shirley Tse’s site-responsive installations Negotiated Differences and Playcourt. It is curated by Christina Li with Doryun Chong, Deputy Director, Curatorial, and Chief Curator, M+. Over the past two decades, the Los Angeles–based Hong Kong artist Shirley Tse has addressed the various meanings and possible interpretations of materials and things. Her sculptural practice has evolved from considering plastics as the prime signifier of globalisation through circulation, standardisation, and industrialisation to examining plastic as an adjective, and the resonance of plasticity, movement, and multiplicity. In Stakes and Holders, Tse mediates contrasting materials with processes to reflect on interconnections in a pluralistic world. Using sculpture as a mode of multidimensional thinking, she emphasises negotiation as a fundamental component of living in contemporary societies. The ever-changing social and material landscape of Hong Kong is an enduring source of inspiration for Tse, and the exhibition at the M+ Pavilion foregrounds the city’s dynamic relationships and unique conditions of negotiation. Negotiated Differences is a sprawling, rhizome-like installation of 3D-printed joints and hand-turned wooden forms that stretches across the pavilion’s spaces, drawing attention to aspects of the architectural design. Balusters, handrails, bowling pins, and abstract objects are connected by wooden, metal, and plastic elements, bringing together craft, mechanical, and digital technologies into an integrated whole. For the Hong Kong installation, new wooden components are included that refer to the city’s contemporary material culture. The COVID-19 pandemic prevented Tse and Li from participating in the installation of the work in person. It is installed through extensive conversation between the artist in Los Angeles, the curator in Amsterdam, and the M+ team in Hong Kong. The exercise in improvisation draws out the responsiveness that is at the core of Tse’s approach and amplifies the urgency of negotiation and change in the way we work and live. Playcourt comprises sculptural amalgams of equipment and anthropomorphic forms, as well as radio antennas that pick up local non-commercial frequencies. The work emphasises the negotiation between people and space that is a fundamental component of play. This negotiation is at the heart of Stakes and Holders; the exhibition encourages us to connect across differences while exercising our agency as individuals, to recognise with empathy and sensitivity what is at stake and the extent to which we are all stakeholders. Join us online for the exhibition opening video on Tuesday, June 30, 2020, at 3pm Hong Kong time, at www.mplus.org.hk/stakesandholders. Hong Kong–born, Los Angeles–based artist Shirley Tse works in the mediums of sculpture, installation, photography, and text. She at once deconstructs the world of synthetic objects that carry paradoxical meanings and constructs models in which differences might come together. To visualise heterogeneity, Tse conflates different scales, fuses the organic with the industrial, moves between the literal and the metaphorical, merges narratives, and collapses the subject and object relationship. Tse received a Master of Fine Arts degree from Art Center College of Design, Pasadena, California, and a Bachelor of Arts degree from the Chinese University of Hong Kong Department of Fine Arts. Her work has been exhibited at venues including the Pasadena Museum of California Art (2004/2017); Osage, Hong Kong (2010/2011); K11, Hong Kong (2009); Kettle’s Yard, University of Cambridge (2009); the Museum of Modern Fine Art, Minsk (2006); the Herbert F. Johnson Museum of Art, Cornell University (2005); Para Site, Hong Kong (2000/2005); the Kaohsiung Museum of Fine Arts (2003); the Art Gallery of Ontario, Toronto (2002); the Bienal Ceará América, Fortaleza (2002); the Biennale of Sydney (2002); Capp Street Project, San Francisco (2002); the Institute of Contemporary Art, Boston (2002); MoMA PS1, New York (2002); the New Museum, New York (2002); Palazzo dell’Arengo, Rimini (2002); the San Francisco Museum of Modern Art (2001); TENT, Centrum Beeldende Kunst Rotterdam (2001); and Govett-Brewster Art Gallery, New Plymouth, New Zealand (2000). Her work is featured in many articles, catalogues, and other publications including Akademie X: Lessons in Art + Life (2015) and Sculpture Today (2007). Tse received the John Simon Guggenheim Memorial Foundation Fellowship in 2009 and has been on the faculty at California Institute of the Arts since 2001, where she is the Robert Fitzpatrick Chair in Art. Christina Li is a curator and writer working between Hong Kong and Amsterdam. She was the Curator-at-Large at Spring Workshop, Hong Kong, where she served as the Director between 2015 and 2017. At Spring, she curated, among other projects, A Collective Present (2017), Wu Tsang: Duilian (2016), and Wong Wai Yin: Without Trying (2016). Her exhibition Dismantling the Scaffold (2018) was the inaugural exhibition at Tai Kwun Contemporary, Hong Kong. As a writer, she has contributed to publicatons including Artforum, Art Review Asia, LEAP, Parkett, Spike, and Yishu Journal of Contemporary Art. She was the curator of Shirley Tse: Stakeholders, Hong Kong in Venice, Hong Kong’s participation at the 58th Venice Biennale (2019). She was recently named curator of the Pavilion of Finland at the 59th Venice Biennale (2022).

artist

Shirley Tse 

curator

Christina Li 
M+ West Kowloon & M+ Pavilion, Hong Kong

West Kowloon Cultural District, Tsim Sha Tsui
Hong Kong

Hong Kongshow map
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posted 26. Sep 2020

Rupprecht Geiger: Farbverdichtung

12. Jul 202011. Oct 2020
Rupprecht Geiger: Farbverdichtung ab dem 12. Juli und bis zum 11. Oktober ist im Kunstmuseum Bayreuth die neue Ausstellung – Rupprecht Geiger: Farbverdichtung – zu erleben. Die Ausstellung entsteht zurzeit gerade in enger Zusammenarbeit mit dem Archiv Geiger in München, von dem als Leihgaben Gemälde, Graphitzeichnungen, Druckgraphiken und Objekte nach Bayreuth kommen werden. Hinzu kommen einige zusätzliche Druckgraphiken aus der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung und aus der Prof. Dr. Klaus Dettmann Kunststiftung im Kunstmuseum Bayreuth. Die mehrfach angedachte und nun endlich realisierte Ausstellung wird vom Bayerischen Kulturfonds gefördert.
Kunstmuseum Bayreuth

KUNSTMUSEUM BAYREUTH | Maximilianstraße 33
95444 Bayreuth

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posted 25. Sep 2020

Nach dem Beaufsichtigen der Maschinen

25. Sep 202027. Sep 2020
Nach dem Beaufsichtigen der Maschinen 25.–27.9.2020 Künstlerische Positionen im öffentlichen Raum in Engelskirchen Ab 25.9.2020 Vorträge und Diskurs im Netz Performances, Zeichnungen, Videos, Musik, Installationen, Geschichten, Gedenken, Essen, Vorträge, Gespräche und Diskussionen anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Engels: Was bedeutete Arbeit heute? Mit Bini Adamczak, Ulf Aminde & Manuel Gogos, Dario Azzellini & Oliver Ressler, Dirk Baecker, Felicitas P. Berg, Antje Ehmann & Harun Farocki, Manfred Fischedick, Daniel Häni, Dagna Jakubowska, Brigitta Muntendorf, Sibylle Peters, Dan Perjovschi, Alexandra Pirici, Quarantine, Dries Verhoeven, Zorka Wollny u.a. Kuratiert von Florian Malzacher Die Beaufsichtigung der Maschinen, das Anknüpfen zerrissener Fäden ist keine Tätigkeit, die das Denken des Arbeiters in Anspruch nimmt, und auf der anderen Seite wieder derart, dass sie den Arbeiter hindert, seinen Geist mit anderen Dingen zu beschäftigen. Friedrich Engels, ‚Die Lage der arbeitenden Klasse in England‘ (1845) Insbesondere in Europa und Nordamerika, aber auch zunehmend weltweit, werden junge Menschen psychologisch auf nutzlose Tätigkeiten vorbereitet; sie lernen, wie man so tut, als ob man arbeitet, und werden dann auf verschiedenen Wegen in Stellen bugsiert, von denen fast niemand glaubt, dass sie irgendeinem sinnvollen Zweck dienen. David Graeber, ‚Bullshit Jobs. Vom wahren Sinn der Arbeit‘ (2018) Was kommt nach der Arbeit – nach jener stupiden Arbeit zumindest, die uns daran hindert, den „Geist mit anderen Dingen zu beschäftigen“? Anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Engels greifen zehn künstlerische Positionen im oberbergischen Engelskirchen das intellektuelle und gesellschaftliche Erbe des einflussreichen politischen Denkers und Aktivisten auf: Was bedeutet Arbeit heute, in einer Zeit gravierender Krisen und Veränderungen? Wie sehr ist unser Leben von Arbeit durchwoben – ist es gar selbst zu einer Form von Arbeit geworden? Wer steht im Licht, wer bleibt unsichtbar? Wie viele unserer Berufe sind Tätigkeiten, die keiner wirklich braucht, die aber oft weit besser bezahlt werden, als jene, die tatsächlich „systemrelevant“ sind? Was also ist das heute überhaupt: die „arbeitende Klasse“ – in einer Ära der globalen Märkte und Netze, digitaler Monopole und neuer Klassenkämpfe? Die Geschichte der Gemeinde Engelskirchen ist eng mit jener der Familie Engels verbunden: 1844 nahm die Baumwollspinnerei Ermen & Engels die Produktion auf, eine Fabrik nach effizientem englischem Vorbild. Neben günstigen Verkehrswegen und der Agger, die sowohl Energie als auch Wasser zum Färben der Garne lieferte, gab es noch einen weiteren triftigen Grund für die Ortswahl: ausreichend billige Arbeitskräfte, darunter auch viele Kinder. Während Engelskirchen sich also anschickte, einer der Motoren der Industriellen Revolution zu werden, schrieb Friedrich Engels jun. sein wegweisendes Buch über ‚Die Lage der arbeitenden Klasse in England‘, das sich passagenweise wie eine Beschreibung dessen liest, was damals im Oberbergischen gerade erst begann. Dieser historische Hintergrund ist Kontext und Kulisse für zehn künstlerische Auseinandersetzungen mit Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Arbeit: Ulf Aminde und Manuel Gogos erinnern daran, wer die Straße, die seit Jahrhunderten Engelskirchen mit der Welt verbindet, eigentlich gebaut hat und welche Rolle die Arbeit von „Gastarbeitern“ in unserer Gesellschaft spielt. Entlang derselben Märkischen Straße bringt Dan Perjoschi mit seinen Zeichnungen die Paradoxien unserer Arbeitswelten auf den Punkt. Das Künstler-Ensemble Quarantine lässt in einer Audiotour einige derjenigen zu Wort kommen, die den Ort am Leben halten. An zwei ehemals wichtigen industriellen Umschlagplätzen, die heute eher beschaulich wirken, errichtet Alexandra Pirici ihr lebendes, sich immer veränderndes Monument der Arbeit. Am zu einer simplen Haltestelle geschrumpften Bahnhof verweist Dries Verhoeven auf jene Menschen, die durch alle Raster fallen und auf der Straße vom Betteln leben. In der evangelischen Kirche, deren Bau Engels‘ pietistischer Vater testamentarisch verfügt hatte, verdichtete Zorka Wollny gemeinsam mit Engelskirchener Sänger*innen Geräusche der Arbeit zu einem irritierenden Chorwerk. Im Gemeindesaal gleich nebenan feiert Dagna Jakubowska ein künstlerisch-kulinarisches Erntedankfest getaner Arbeit und spekuliert über die Zukunft des Brotes. In der ehemaligen Villa der Familie Engels widmet eine Initiative Engelskirchener Künstlerinnen der weitgehend vergessenen Künstlerin Felicitas P. Berg eine erste Retrospektive: Nicht nur in krisenhaften Zeiten brauchen Künstler*innen die Fähigkeit, immer neue Formen des Zusammenarbeitens und der künstlerischen Produktion zu entwickeln. In der 1979 stillgelegten Fabrik Ermen & Engels, dem heutigen LVR-Industriemuseum, zeigen vier Videoarbeiten von Dario Azzellini und Oliver Ressler was passiert, wenn sich Arbeiter*innen solchen Abwicklungen mutig widersetzen und versuchen, die Produktionsmittel unter eigene Kontrolle zu bringen. Antje Ehmann und Harun Farocki haben Eindrücke des Arbeitens in aller Welt gesammelt, von denen sechs in der ehemaligen Zwirnerei gezeigt werden. Ergänzt wird der Schauplatz in Engelskirchen um Vorträge und Diskurs im Netz, wo Künstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen mit verschiedenen Schwerpunkten über die Zukunft der Arbeit nachdenken – und dabei einen besonderen Fokus darauf legen, was sich von künstlerischen Prozessen über das Wesen von Produktion und Arbeit heute lernen lässt. Florian Malzacher
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posted 24. Sep 2020

Study of Things

08. Aug 202008. Oct 2020
Study of Things Or a Brief Story About Fountain, Brick, Tin, Coin, Stone, Shell, Curtain, and Body 8 Aug → 8 Oct 2020 Artists Guy Ben-Ner, Cheng Xinhao, Andreas Fogarasi, Hu Wei, Hu Yun, Aki Lee, Tuan Mami, Nabuqi, Riar Rizaldi, Tan Jing, Wang Sishun Curated By Tan Yue In today’s digital age, we have grown increasingly accustomed to understanding the world through fragmented information presented on screens. Rapid developments in transportation, communication, and media have also exacerbated the fracturing and destabilizing of society. Zygmunt Bauman used the term “liquid society” to describe the current volatile state of our society. As social structures dissolve, seemingly from solid to liquid, and periodic reforms accelerate to constant change, instability permeates all levels of our lives. Moreover, global capitalism continues to consume us, labeling materials and things with trademarks and prices to produce commodities. The relationship binding humans to things has become increasingly tenuous, and the ontological status of things are reduced to either pure sensory stimulation or hallucinations on identity. The alienation and commodification of people have also resulted from this. Whether we are rethinking old materialist views of the separation between human and nature, material and consciousness, examining the dynamism of things in the production of relationships, or immersed in the nostalgia for lost objects and skills, it is not enough to merely mend the modern by stitching up ruptures in society due to the relentless expansions of symbols and vantage points. Perhaps a better way is to withdraw from the vortex of fetishization and to coexist with things through a new method—namely, the Study of Things. To investigate the phenomena of things in order to understand their nature. Furthermore, since the beginning of the twenty-first century, the ecological crisis has become increasingly severe and irreversible. The structure of pop- ulations, geopolitics, and political economy have all changed drastically. The development of science and technology has left biopolitics and ethics in urgent need of discussion. Therefore, the human being, which has served as the measure all things since the age of Enlightenment, has become increasingly suspect. Our understanding of today’s world is challenged. Theories and words have abandoned anthropocentric discourse and turned to matter. Bruno Latour’s Actor-Network Theory and American scholar Jane Bennett’s Vital Materialism provided the inspiration for the current exhibition. The former holds that both humans and nonhumans are actants, and that the network of connections and interactions between these actants serve as drivers of social and natural development. The latter em- phasizes that objects have lives and are alive. A They are alive in a non-biological sense, owing to the existence of interaction, entanglement, and action-oriented relationships that form open variables among things. At the same time, things have acquired political significance, not simply to conjure material contexts or material ends to political subjects, but to participate in the political process as active subjects akin to people. Art as an activity of production maintains a strong interest in materials. It also faces a posthuman dilemma under the dual pressures of technological acceleration and global neoliberalism. Resuming the discussion of material and materiality under the wave of material turns across disciplines and geographic restrictions, what kind of revelation can we bring to the artist’s work and practice beyond thought and theory? What cognitive perspectives appear when we no longer look at a specific thing in isolation, but place it in a dynamic network of relationships? Proceeding from this, the exhibition will return to the intersection of material and imagination, gathering eleven artists’ fetishistic longings and thoughts on the Study of Things. They focus on things that are within our reach, tracking their vitality and materiality, and follow the flow of things that transgress borders of time, history, and nationstate. Here, the flow of things is the process of their discovery, mining, production, distribution, and consumption; it can also be regarded as the flow of transregional society and culture, even that of the geological age. After examining an object’s symbolic meaning, we go back to the formation process of its value. We question the current value system: How does the active nature of material function as a resource shaping behavioral tendencies in the development of modern humanity? Behind the trajectory of these things, how do we gain insight into the more complex social mechanisms, power structures, interests, and the cause and effect of internal power relations present in objects? We attempt to stage things as the protagonist to tell a series of stories that are parallel and intertwined.

curator

Tan Yue 
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posted 23. Sep 2020

underneath

12. Sep 202017. Oct 2020
opening: 11. Sep 2020 07:00 pm
ort: Ausstellung in die Galerie Nord underneath mit Arbeiten von Annika Hippler, Soo Youn Kim und Marion Orfila Eröffnung: Freitag 11. September, 19 Uhr Begrüßung und Einführung: Veronika Witte und Ulrike Riebel Ausstellung: 12. September - 17. Oktober 2020, Di-Sa 12-19 Uhr (Im gleichen Zeitraum präsentieren wir an der Außenfassade der Galerie Nord die Fotoausstellung "SPREE-CUTS. Porträt einer StadtFlussLandschaft" von Götz Lemberg, worüber wir Sie in einer gesonderten Pressemitteilung informieren.) Mit überwiegend zeitbasierten und ortsspezifischen Arbeiten konzentriert sich die Ausstellung „underneath“ auf prozessuale Übergange von Realräumen zu fiktionalen Erlebniswelten. Die Innenräume der Galerie sind in Dunkelheit gehüllt, die Öffnung zur Straße weggenommen. Das künstliche Licht sperrt das Natürliche aus, eine Neu-Orientierung im Raum ist unumgänglich. Diese spezifische räumliche Situation der Galerie Nord ist der Ausgangspunkt für eine Ausstellung, die sich mit Raum und Zeit auseinandersetzt. Mit Licht als ephemerem Material zeichnet Annika Hippler Linien als unendlichen Weg durch den Raum und definiert diesen damit neu. Sie experimentiert mit dem Zusammenspiel von mangelndem natürlichen Licht und künstlicher Intervention. Das Moment der Übersetzung spielt in den Zeichnungen und Klang-Arrangements von Soo Youn Kim eine zentrale Rolle. Sie überträgt die vier Zeitpunkte der Sonne und des Mondes in ein eigenes Notationssystem und interpretiert musikalisch die grafische Partitur. Marion Orfila schafft einen zusätzlichen Boden, der die Wahrnehmung des eigenen Körpers im Raum beeinflusst, indem sie ihn teilweise unter der Oberfläche verschwinden lässt. Diese künstliche Membran aus hauchdünnem Beton teilt den Raum in zwei Ebenen – eine zu niedrig für eine Decke, die andere zu zerbrechlich, als dass wir darauf gehen könnten. Zu Beginn ist der Durchgang durch den Raum blockiert und erst nach und nach wird die Fläche für den Besucher aufgebrochen und es werden neue Wege geschaffen. Die ausgewählten zeitbasierten und ortsspezifischen Installationen spielen mit Helligkeit und Finsternis, Künstlichkeit und Realität, Sichtbarkeit und Versteck, Orientierungslosigkeit und physischer Neuverortung im Raum. Kuratiert von Ulrike Riebel

artists & participants

Annika Hippler,  Marion Orfila,  Soo Youn Kim 

curator

Ulrike Riebel 
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posted 22. Sep 2020

SHANNON BOOL. Crimes of the Future

04. Sep 202024. Oct 2020
SHANNON BOOL. Crimes of the Future 04.09.2020 – 24.10.2020 What is a body to do with itself in a space like this? (Shannon Bool) The title of the upcoming show "Crimes of the Future" and of the eponymous large-format tapestry cites the movie by David Cronenberg released in 1970. Shannon Bool focuses on architecture as a projection screen and choreographer of the actions and identity of the bodies of the protagonists that are at first “meaningless”. The architectural style of “brutalism” plays a central role. The term “brutalism” derives from the French “béton brut”, meaning “raw concrete”. Evolving in the 1920s as a modernist movement, brutalism aimed at providing the experience of “mental liberation”, “true seeing”, “sensuality instead of commerce”. Opening during the dc-open weekend Fri 04 Sep 11 am—10 pm Sat 05 Sep 11 am—8 pm Sun 06 Sep 11 am—6 pm The motif of Shannon Bool’s tapestry "Crimes of the Future" was generated on the computer and is based on a photograph of a presentation at the Yves Saint Laurent Museum in Paris. Shannon Bool arranges the modernist-minimalist figurines, which themselves are already a surrogate of the female body, to a new projection screen by creating a collage on the “inside” of the silhouettes with detailed views of sacred architectures of brutalism, such as the Wotruba Church in Vienna or the Second Goetheanum by Rudolf Steiner. The motif triggers a cascade of associations. The original figurines as “pure” projection screens were already compared to Madonnas of consumerism. This “nakedness of meaning” is now replaced by the nakedness of brutalism’s concrete architecture. The computer-generated motif is produced with the highly technologized Jacquard weaving method that translates digital space into a haptic relief. Shannon Bool’s tapestry thus gives rise to a paradoxical corporeal experience between digital and real space, which literally “collapse” in the mental space of the viewer. Shannon Bool’s series of abstract “grid” and “waffle” paintings are based the architecture of different brutalist structures built in the 1960s, which were deconstructed on the computer. The compositions are “collaged” on the computer turning the functional architecture into an abstract pattern. Having cast off its “sacred transcendence” in this way, a tongue-in-cheek, savvy play with the “sacredness” of abstract art begins. The grid structures are created as “blind painting.” The support is covered with wax and removed only after the painting process is over. It is semitransparent and conceals a mirror that subtly reflects the surroundings of the work. The actual space and body of the viewer become components of the work. Shannon Bool’s conceptual painting originates in a precise work process that simultaneously involves the “unforeseeableness” of abstract painting. Born 1972 in Canada, Shannon Bool has been living in Germany since 2001. She is professor of Painting at Academy of Fine Arts in Mainz, Germany. Her works are part of renowned museum collections such as Kunstmuseum Bonn, Metropolitan Museum New York, LBBW Collection, Museum of Modern Art Frankfurt, Collection of the Federal Estate of Germany, Lenbachhaus Munich or The National Gallery of Canada. Recent solo exhibitions have been at Kunstverein Braunschweig, Centre Culturel Canadien in Paris (both 2019), Mus.e Joliette Canada (2018). She has participated at internationally renowned group exhibitions such as „Germany is no Island“ at Bundeskunsthalle Bonn, „I am a Problem“ at Museum of Modern Art Frankfurt (2017), „Mentally Yellow“ at Kunstmuseum Bonn (2017), La Biennale de Montr.al (2017) and at „In the Picture: Overpainted Photography“ at Sprengel Museum Hannover (2019). In 2020 her next solo exhibition is at Agnes Etherington Art Centre, Kingston, Canada.

artist

Shannon Bool 
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posted 21. Sep 2020

Claudia Wieser. Lobby

04. Sep 202002. Oct 2020
opening: 04. Sep 2020 11:00 am
Claudia Wieser. Lobby Sep 4th — Oct 2nd, 2020 Opening Friday, Sep 4th, 2020, 11 am—10 pm Special opening hours for DC Open: Friday, Sep 4th, 2020, 11 am - 10 pm Saturday, Sep 5th, 2020, 11 am - 8 pm Sunday, Sep 6th, 2020, 11 am - 6 pm When you enter an installation by Claudia Wieser, you become immersed in a Gesamtkunstwerk. Geometric, often serial forms made of mirrored surfaces and bright colours, wooden pedestals and platforms covered with tiles, wall prints with details of found, casual looking photographs are all arranged to form loose stages. We move through a world of memories, rediscoveries and pure fantasy. The classical avant-garde, from Constructivism to Bauhaus, is as much a part of this as are references to interior design, film sets and theatre backdrops - Wieser's art essentially consists of creating atmospheres that make us think and feel our surroundings in a new way. For her fourth exhibition at Sies + Höke Galerie, she has separated the main room into small compartments: Mini-cabinets, covered in wallpaper, are placed along the gallery walls, with a feel of private rooms or relaxation areas. "Lobby" is the title of her exhibition - and with this association the artist already goes beyond the parameters of beauty, aesthetics, and harmony that are frequently ascribed to her work. Her 5 x 5 cm tile pictures, for example, have the effect of concrete thanks to a special glaze; smaller mirror works made of stainless steel and copper exude a smooth coolness, while artificial leather upholstery appears in other places. The lobby - a passageway and waiting area which does not give permission to linger, which we are familiar with from hotels, commercial venues and official institutions - becomes the open frame of a picture, in which we can abandon ourselves to a dreamlike relationship game of clear shapes, essential materials and figurative hints. "I always work in dialogue - be it with the space, with the exhibition title or with an experience such as a play or film. But this trigger is less important for the viewer than for myself," says Wieser. References to design, architecture and materials as well as to film, theatre and art, which Wieser has in mind when working, are therefore never named directly - rather they are like ghosts that the visitor senses intuitively. "My works are not didactic. I want to touch the viewer. Our existence, the human dilemma is always a background noise, even if it is never directly visible." In order to better understand Wieser's work, one has to consider her four-year apprenticeship at the famous blacksmith's workshop Bergmeister in Ebersberg, which she completed before taking up her studies with Axel Kasseböhmer and Markus Oehlen at the Munich Academy of Fine Arts. The workshop specialises in simple, early modern designs for clerical, cultural and political institutions. Wieser has never lost this connection to craftsmanship, in which pragmatic and artistic ideas merge (brought to perfection by the Bauhaus). With her, pedestals and mirror pieces, photo wallpapers, wall reliefs and podiums are always to be seen within a wider context, as elements in space that evoke a certain mood - and here we have come full circle, to Wieser's long-standing work in the field of set design for film. Works of art, in her opinion, are never to be viewed in isolation, but are part of a certain atmosphere. Scenes and cultural cross references take place in front of the viewer's inner eye, removing us from reality and allowing us to focus our attention on things that suddenly acquire qualities quite different from those that everyday life would ever have taught us. Just as one can read a reference to Romanticism and irrationality into classical modernism - one only has to think of Hilma af Klint and Emma Kunz's inspirations through spiritual sessions, or the influence of Theosophy and occultism on artists such as Kandinsky, Klee, and Mondrian - Wieser's works, in all their colourful patterned geometry and collage-like aesthetics, also have a tendency towards the dream, the atmospheric, and a departure from the everyday. Even if it is only a "lobby".
Sies + Höke, Düsseldorf

Poststr. 2 / Poststr. 3
40213 Dusseldorf

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posted 20. Sep 2020

GARTENDERGEGENWART

18. Jun 202008. Nov 2020
**Ort: Rothenbaumchaussee 145, 20149 Hamburg** GARTENDERGEGENWART 18.06.–08.11.2020 Am Donnerstag, dem 18. Juni eröffnet die Skulpturenausstellung GARTENDERGEGENWART. Mitten im Herzen der Stadt Hamburg, im Garten der Rothenbaumchaussee 145, werden Außenskulpturen von 28 Künstler*innen präsentiert, u.a. von Katharina Grosse und Anselm Reyle. In den vergangenen Wochen und Monaten sind viele Ausstellungsmöglichkeiten verloren ge- gangen, ebenso wie die Möglichkeit, mit Kunst in Kontakt zu kommen. Aus dieser Situation heraus ist die Idee zum GARTENDERGEGENWART entstanden: In einer zuvor ungenutzten Freifläche im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel erkannten die Initiator*innen Margarita und Christian Holle eine außergewöhnliche Präsentationsmöglichkeit und stellten kurzer Hand eine hochkarätige Skulpturenausstellung zusammen. Angesichts der Beteiligung einer Viel- zahl renommierter Künstler*innen, die bereits in internationalen Museen ausgestellt haben, werden Hamburger Kunstinteressierte hier auf Ihre Kosten kommen. Unter freiem Himmel und bei kostenlosem Eintritt wird der GARTENDERGEGENWART Besucher*innen bis zum 8. November offenstehen. Seit 2011 veranstalten Margarita und Christian Holle bereits den gemeinnützigen salondergegenwart, ein jährliches Ausstellungformat zur Förderung junger Malerei. Anknüpfend an ihr bisheriges Engagement schaffen sie mit dem GARTENDERGEGENWART ein Format, dass unter den aktuellen Umständen eine Vielfalt aktueller künstlerischer Positionen öffentlich zugänglich macht und so zur Wiederbelebung des kulturellen Lebens in der Stadt bei- trägt. Die Einhaltung der geltenden Hamburgischen Maßnahmen zur SARS-CoV-2-Eindämmung werden mithilfe eines Online-Buchungssystems und der Vergabe von Zeitfenstern zur Be- sichtigung der Ausstellung gewährleistet. **Ein Besuch ist daher nur nach vorheriger Anmel- dung möglich.** Künstler*innen: Nevin Aladağ – Jan Albers – Axel Anklam – Christian Awe – Tjorg Douglas Beer – Matthias Bitzer – Jonas Burgert – Claudia Comte – Jose Dávila – Henrik Eiben – Fort – Henriette Grahnert – Anna Grath – Katharina Grosse – Jeppe Hein – Gregor Hildebrandt – Fabian Knecht – Lilia Kovka – Alicja Kwade – Ruprecht Matthies – Olaf Metzel – Paul Morrison – Timo Nasseri – Ewa Partum – Anselm Reyle – Pia Stadtbäumer – Stefan Strumbel – Hoda Tawakol Anmeldung und Öffnungszeiten unter gartendergegenwart.de/anmeldung/ Weitere Informationen unter gartendergegenwart.de Das Projekt GARTENDERGEGENWART wird unterstützt von der BELVEDERE Vermögensver- waltung GmbH & Co. KG, der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., dem Bezirksamt Eimsbüttel, der Carl-Toepfer-Stiftung sowie der Sparkassen-Stiftung Holstein.
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posted 19. Sep 2020

Dorothea Lange. Words & Pictures

09. Feb 202019. Sep 2020
**Through Sep 19** Dorothea Lange Words & Pictures (09.02.2020 - 02.05.2020) Toward the end of her life, Dorothea Lange (1865–1965) reflected, “All photographs—not only those that are so called 'documentary’...can be fortified by words.” A committed social observer, Lange paid sharp attention to the human condition, conveying stories of everyday life through her photographs and the voices they drew in. Dorothea Lange: Words & Pictures, the first major MoMA exhibition of Lange’s in 50 years, brings iconic works from the collection together with less seen photographs—from early street photography to projects on criminal justice reform. The work’s complex relationships to words show Lange’s interest in art’s power to deliver public awareness and to connect to intimate narratives in the world. In her landmark 1939 photobook An American Exodus—a central focus of the show—Lange experiments with combining words and pictures to convey the human impact of Dust Bowl migration. Conceived in collaboration with her husband, agricultural economist Paul Taylor, the book weaves together field notes, folk song lyrics, newspaper excerpts, and observations from contemporary sociologists. These are accompanied by a chorus of first-person quotations from the sharecroppers, displaced families, and migrant workers at the center of her pictures. Presenting Lange’s work in its diverse contexts—photobooks, Depression-era government reports, newspapers, magazines, poems—along with the voices of contemporary artists, writers, and thinkers, the exhibition offers a more nuanced understanding of Lange’s vocation, and new means for considering words and pictures today. Organized by Sarah Meister, Curator, with River Bullock, Beaumont and Nancy Newhall Curatorial Fellow, assisted by Madeline Weisburg, Modern Women’s Fund 12-Month Intern, Department of Photography.
MOMA - The Museum of Modern Art, New York

MOMA | 11 West 53 Street
NY-10019 New York

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posted 18. Sep 2020

COSIMA VON BONIN. HETERO

15. Aug 202019. Sep 2020
COSIMA VON BONIN. HETERO August 15th - September 19th, 2020 Gaga, Los Angeles presents: Cosima von Bonin HETERO August 15th–September19th, 2020 Gaga is pleased to present HETERO, the secondexhibitionofCosima von Boninat GAGA, first in our LA location.As it wasthe case with Shit and Chanel, HETERO is the result of anexpansiveWhatsApp dialoguebetweenthe artist and thegallerists.Thistime, unlike the last, eventhe install was done through video calls.This year plans have changed foreveryone, we have had to change dates and locations for this show twice andthe artist could not make her way to Los Angeles. But maybe the show has embedded in it the traces of this moment, marked by remote working and new socializing modes.We can’t avoid missing her physical presence. But who knows, by being presentin every decision and detail in the show, we have the feeling that we can hear herlaugh and maybe find her in this gingerbread house for adult Hansels and Gretels. As one walks into the gallery, the first thing we encounter is LOVE/HATE behind which hides a secret (furtive) smoker lounge that serves as ananteroomto an amusement parkof hard to decipher amusements. We do not know if we are entering the house of horrors or a fun house. Probably none of the above or both at the same time: the house ofmirrors where we see the deformed and therefore an even more precise reflection of the adult children we are. Fragile and shy like the characters we see in the show, but voracious,seducedand fascinated by the gingerbread house that has its real place in our subconscious. And just like that the installation unfolds emphasizing the back side of the works which become just as important, or even more important, than the front side for those who like to see ́the other side of things ́. Screens createcrushing spaces. Fences make sure we keep our distance but at the same time invite us in. More than a script (discourse, meaning or slogan) Cosima has elaborated on a color palette, worthy of the most exquisite interior decorator, theperfect set for our interior and themise-en-scene of our most shameful desires and nightmares. Herenothing is what it seems which could be said in another way; that a rose is not a rose is not a rose. Front / back, love / hate, more than opposites in tension, binaryposed or confronted, the work seems toembrace kindly thecontradictions andeverything in between. Hetero? Heterosexual or Heterodox?A rose is not a rose but sometimes a rose that is not a rose could also be a rose. Flags that are not banners but axes, axes that are notweapons but toys, toys that are words, and wordsthat are sculptures. Sculptures that become fences and fences that become hashtags.Hashtagsthat are not trending, nor proposing any slogan, but some tarot card of ambiguous significance, radical surfaces that work as a screen where we project. Magicmirrors. Luis Felipe Fabre, Mexico DF 15 de Agosto 2020 Fernando Mesta Los Angeles, August 2020
La Gaga & Reena Spaulings Los Angeles

2228 W 7th St
90057 Los Angeles

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posted 17. Sep 2020

My Body Holds Its Shape

25. May 202020. Sep 2020
Tap Chan, Thea Djordjadze, Jason Dodge, Eisa Jocson, Pratchaya Phinthong My Body Holds Its Shape May 25–September 20, 2020 The space becomes a living body from the first hour to the last. A 12-meter-long steel needle, piercing through the air, points towards the temporary opening of the fire escape. A new view appears in this exhibition space, Tai Kwun’s F Hall, built as a printing house in 1900 and later served to confine female inmates. In its third incarnation as a contemporary art center, the “white cube” is cut out, casting light and movement through the window. Part of Thea Djordjadze’s new installation, this endeavor to expand existing enclosures and rules lies at the heart of this exhibition—looking in and out of the box, weighing the limits, walking on both sides. In the metaphorical shape of a body, the exhibition conceives of “I” and “us” as individuals, things, beings, collectives, and countries. It reflects on how eagerly we seek to tie our world together, in maneuvring in the world and exercising authority over others. New works by the five artists circle around the expansion of limits and constraints, to serve as an artistic framework rather than as objects of antagonism. Experimenting with concepts of “sculpture,” the artworks are ways of relating our multifaceted facts and ecologies, spanning lived-in stories and realized imaginations. Constraints often imply boundaries; they mark out a field of warning signs, of where we ought not go near. When we look upon this zone of intimidation, should we think of how fearful it is to look down from the skies, or merely enjoy the dizzying vertigo? Such distances from the earth to the atmosphere are translated through weavers’ palms in Jason Dodge’s "Above the Weather" series, making the unimaginable physical and tender. Or another sign: in the breathing bodies of dancers in Eisa Jocson’s new work Zoo—a durational performance researching the laboring gestures of theme park animal performers—in conjunction with material studies of caged animals in zoos and quarantined humans, the scores are interpreted by dancers moving like shape shifters, and led by the artist livestreaming from her confined home in Manila. Constraints are walks of awakening and dreaming with Tap Chan, whose kinetic sculptures spin at the speed of night as a memento of where reality is anchored. And Pratchaya Phinthong’s alchemy brings bomb shells from polluted farmlands in Laos, transforming nightmarish materials into screws for installation support and a sculpture of two sides—a peaceful mirror surface and melted-down chaos. Within the body of this exhibition, no walls or fixtures are added; this is one of the principal premises. The artworks rely on each other and yet are autonomous on their own. The exhibition comes alive when visitors flow in, when dancers activate moments with routines and off-track improvisations, practicing to perfection until the very last hour, holding it in place. Artists: Tap Chan, Thea Djordjadze, Jason Dodge, Eisa Jocson, Pratchaya Phinthong Curator: Xue Tan

curator

Xue Tan 
Tai Kwun, Hong Kong

10 Hollywood Road, Central
Hong Kong

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posted 16. Sep 2020

Stefan Müller & Min Yoon

12. Sep 202017. Oct 2020
opening: 11. Sep 2020 03:00 pm
Stefan Müller & Min Yoon 12 September – 17 October 2020 Opening: Friday, September 11th 2020, 3–9 pm In cooperation with Galerie Lars Friedrich, the exhibition is part of VARIOUS OTHERS Munich. 9 September – 11 October 2020 Stefan Müller is an artist who, regardless of what is happening in the context of what Max Horkheimer once called the "culture industry", follows his own timeline. This is not a sovereign attitude, but rather corresponds to the difficult survival of the weak and unfinished in the whirlwind of medialization, which now encompasses all areas of life. The apparent openness of the media society subjects everything to calculation. How many clicks, how many users, how many followers? After ‚improvisation' was made fully marketable by YouTube and Instagram, improvised biographies beyond the mainstream no longer count today. Müller meets hard facts with soft tones. He doesn't improvise for money, but out of self-defense. He often seems to deal carelessly and destructively with his fabrics and materials, for example when he throws his canvases on the studio floor in order to walk on them while working. Müller crosses out the days, more like a child waiting for Christmas than the delinquent in prison. The lightness of his new paintings is also their strength. It is directed against the exclusion of the abjected. Min Yoon, born 1986 in Cheonan, South Korea, lives and works in Vienna. In his installations, sculptures and pictures, he explores processes of identity formations within art, its production, exhibition and reception, using balancing forms of reflection, rather than conflicting forms.

artists & participants

Stefan Müller,  Min Yoon 
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posted 15. Sep 2020

Unfolded Perceptions - Markus Butkereit

24. Jul 202020. Sep 2020
opening: 24. Jul 2020 05:00 pm
Unfolded Perceptions - Markus Butkereit Opening: July 24, 2020 from 17h00 to 22h30 Duration: July 24 to September 20, 2020 When lightning strikes, closely knit particles — (any very small subatomic piece) — separate. Dissolving from their previously closeness, a great charge releases from the separation. In Markus Butkereit’s show UNFOLDED PERCEPTIONS a theme emerges: the rearrangement and distribution of particles. UNFOLDED brings to the forefront a dialogue between particles role with space, consciousness, and wind; and points to particles as the foundation of a belief system, where the question is raised — can distribution of these infinite numbers of very small matter be the basis of existence and the reason for every single thing that happens to us, and outside of us? In it, there is a reflective quality of weather, how the fissuring of particles mirrors all communication flowing and scattering. Since every action causes a reaction, Markus Butkereit substantiates and affirms this law by showing how particles are broken up in the eye of a storm only to separate and spread to us. Like a tornado, chaos often ensues in the aftermath of disaster. The work distributes particles, which then moves with the wind. UNFOLDED PERCEPTIONS is always on the move, from the artist to the table to up and away from you. Space is the absence of the other; but what if in actuality hidden in what seems to be nothing is a presence so strong the very actions taken by you are dictated by the vacuum’s “nothingness”? In between each person, interaction, and occurrence are an astronomical number of small parts which move. Particles we cannot see, feel, touch, smell, or find, yet are there. Drawing from the physics of particle presentation, Buterkeit derives the installation UNFOLDED PRECEPTIONS from a tornado, and here, opens the realm to space. With the reservation and finesse of particles, the installation stands as a call for wind, power, and particles to be released and explored. In the center of the transportation medium, the production of wind moving, flowing, and exiting through a corridor into the chamber whips particles into a special formation. The air changes. New fields are excited into creation. Here is where the development of energy is key, as the field mixes movement and creates an entirely new mode of presence, existence, and state. From the pieces of the audience to dust trapped in the air, the installation is akin to a tornado’s possibility for disrupting and rearranging a setting. The moderator is the installation itself, with a program centering around the audience being the new creators of infinite forms of potential. As people move, so does the dispersion of particles. Markus Butkereit (1976) is an artist presenting in museums and exhibitions in over ten countries. His broad range of activities centralise in the presentation of large-scale multimedia installations and activities based on a spectra of operations spanning art and society. Based on changing structures from within, there are layered revolving structures which wreck the environment as first noted; and ultimately, demanding more from the space in which they are presented. From his work building large-scale rube goldberg machines to finessing the explosions of a series of chairs, Butkereit is known for detailed and precise finesse that results in chaos. He builds accessible discussions between people by using fundamental laws appearing in physics and society by resting the installations on a foundation of absolute and objective reality. Informed and knowledgeable, Butkereit unapologetically disrupts and resolves questions related to knowledge and speculation; chance and determinism; order and chaos. Text by Rose Pacult Gr_und will of course follow the current social-distancing and hygiene regulations. the courtyard will be open in order to create an entry and an exit. The number of participants is limited to 50 people. http://www.markusbutkereit.de/works/works.html
gr_und Berlin

Seestr. 49
13347 Berlin

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posted 14. Sep 2020

Luca Monterastelli. Old Masters

05. Sep 202018. Oct 2020
Luca Monterastelli. Old Masters 5 September 2020 — 18 October 2020 KETELEER GALLERY is presenting Old Masters, the first solo exhibition with the gallery by the Italian artist Luca Monterastelli. Monterastelli was born in Forlimpopoli in 1983 and now lives and works in Milan. Over the course of the past 10 years, he has been developing an entirely individual, contemporary, sculptural vocabulary. In recent years his work has been shown at various prestigious exhibitions, such as the Venice Biennale in 2015. At the beginning of 2017, Alessandro Rabottini, artistic director of the miart fair, nominated Monterastelli as one of the five best Italian artists under the age of 40. Monterastelli's sculptures are monumental and awe-inspiring. They form an accumulation of geometric entities that each contain multiple potential meanings. His sculptures often consist of vertical, vaguely anthropomorphic forms, which create formal paradoxes that encourage the viewer to explore the work from up close. The starting point for Monterastelli’s first solo show at the KETELEER GALLERY is the idea of how easy it is to cross the line between use and abuse; how something vital, like art, can be used as a threat or a way for authority to impose itself. Monterastelli has always preferred sculpture, because it is the perfect language with which to betray this construct. It is one of the preferred mediums that authority likes to use to build its epic narrative, the narrative that radiates from the architecture and monuments that form the identity of a city and legitimate the nature of power. During one of his visits to Antwerp, Monterastelli noticed how most of the city's buildings are presented with a bird of prey clinging on to them, its prey between its claws. There is an ancient beauty in this science of submission, in what mankind can exchange to cover his basic needs. So the title Old Masters refers to the tendency to corrupt the forces presented in the original idea, deforming it into something subjugating.
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posted 13. Sep 2020

Not Working – Artistic production and matters of class

12. Sep 202022. Nov 2020
opening: 11. Sep 2020 07:00 pm
Not Working Künstlerische Produktion und soziale Klasse 12. September – 22. November 2020 Eröffnung: 11. September, 19 Uhr Ausstellung mit Adrian Paci, Angharad Williams, Annette Wehrmann, Gili Tal, Guillaume Maraud, Josef Kramhöller, Laura Ziegler und Stephan Janitzky, Lise Soskolne, Matt Hilvers, Stephen Willats Filmprogramm mit Agnès Varda, Ayo Akingbade, Barbara Kopple, Berwick St Collective, Max Göran, Lucrecia Martel ausgewählt von Nadja Abt, Simon Lässig, u.a. Begleitprogramm mit Cana Bilir-Meier, Phasenweise nicht produktiv, Ramaya Tegegne, Tirdad Zolghadr, u.a. Publikation mit Beiträgen von Annette Wehrmann, Dung Tien Thi Phuong, Josef Kramhöller, Laura Ziegler und Stephan Janitzky, Leander Scholz, Lise Soskolne, Mahan Moalemi, Marina Vishmidt und Melanie Gilligan, Steven Warwick Ausstellung mit Adrian Paci, Angharad Williams, Annette Wehrmann, Gili Tal, Guillaume Maraud, Josef Kramhöller, Laura Ziegler und Stephan Janitzky, Lise Soskolne, Matt Hilvers, Stephen Willats Filmprogramm mit Agnès Varda, Ayo Akingbade, Barbara Kopple, Berwick St Collective, Max Göran, Lucrecia Martel ausgewählt von Nadja Abt, Simon Lässig, u.a. Begleitprogramm mit Cana Bilir-Meier, Phasenweise nicht produktiv, Ramaya Tegegne, Tirdad Zolghadr, u.a. Publikation mit Beiträgen von Annette Wehrmann, Dung Tien Thi Phuong, Josef Kramhöller, Laura Ziegler und Stephan Janitzky, Leander Scholz, Lise Soskolne, Mahan Moalemi, Marina Vishmidt und Melanie Gilligan, Steven Warwick Diesen September präsentiert der Kunstverein München das Projekt Not Working – Künstlerische Produktion und soziale Klasse, welches internationale Künstler*innen, Theoretiker*innen und Autor*innen zusammenbringt, die in ihrer Praxis die gegenseitige Bedingtheit von künstlerischer Produktion und sozialer Klasse verhandeln. Jede Form, auch die künstlerische, ist Terrain für die Verhandlung von Klassenverhältnissen. Formensprache ist dabei immer auch lesbar in Bezug auf Privilegien und ökonomische Zusammenhänge, die bestimmten Materialien, inhaltlichen Auseinandersetzungen und (Re-)Präsentationsmodi eingeschrieben sind und sie durchziehen. Die komplexen Strukturen und Verschärfung sozialer Ungleichheiten – besonders deutlich geworden im Zusammenhang mit der aktuellen Pandemie – hat zu unterschiedlichen Verwendungen und Konnotationen des Klassenbegriffes geführt. Soziologisch verstanden als Zuordnung von Individuen zu Gruppierungen innerhalb einer Gesellschaft, die sich durch objektive Merkmale wie beispielsweise die Erwerbs- und Berufsstellung auszeichnen, hat der Begriff jedoch jenseits von einem ökonomischen auch einen symbolischen Gehalt: Spricht man heute von Klasse, so wird basierend auf ihrer historischen Konstitution zumeist von weißen, vornehmlich männlichen Gruppierungen ausgegangen. Deutlich geworden ist jedoch, dass Klasse den Kategorien von ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht – im Englischen die weitaus geläufigeren Begriffe „Race“ und „Gender“ – nicht nur inhärent ist, sondern diese Kategorien vielmehr bestimmende Elemente von Klassenverhältnissen darstellen. Welche Formen nehmen künstlerische Praktiken an und wie geben diese Auskunft über Konditionen, unter denen sie entstanden sind? Die Werke in der Ausstellung dokumentieren oder appropriieren nicht kulturelle Zeichen der Arbeiter*innenklasse, sondern sind geprägt durch ein Bewusstsein um die Verflochtenheit von Herkunft, Sozialisierung, Ausbildung und künstlerischer Praxis. Sie ermöglichen somit eine Auseinandersetzung mit diesen Kategorien im Verhältnis zu den tatsächlich gelebten Realitäten ihrer Produzentinnen. Anhand feiner Unterschiede ist jedoch fraglich, warum zeitgenössische Kunst zumeist immer noch vor dem Hintergrund einer vermeintlichen „Klassenhomogenität“ präsentiert und diskutiert wird und so Komplizin der Reproduktion und Verdeckung bestehender Verhältnisse bleibt, die sie eigentlich zu überwinden vorgibt. Der Begriff der Klasse ist auffallend abwesend in Diskursen, die eine politische Relevanz und kritisches Potenzial beanspruchen. Wenn er zum Thema wird, werden die ökonomischen Disparitäten und Ungleichheiten jedoch allzu oft unbeholfen im gleichen Kontext reproduziert. Der Titel Not Working dient dabei als Verweis auf die oft verherrlichte Prekarität, die der Figur des*r Künstler*in innewohnt, sowie auf das Klischee, dass die ökonomischen Regeln für ihre Form der Arbeit keine Anwendung finden. Darüber hinaus skizziert der Titel, dass der auf die grundlegende Prekarisierung der meisten seiner Produzent*innen ausgelegte Kunstbetrieb ein dysfunktionale System darstellt. Wie andere Kunstvereine zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Mitgliederbasierte Institution gegründet, diente der Kunstverein München zunächst als Forum der Selbstorganisation einer neu entstehenden bürgerlichen Öffentlichkeit. Er war demnach nicht nur ein Ort der Präsentation von Kunst, sondern vor allem auch der Bildung einer „Gesellschaft des Geschmacks“. Der Kunstverein München ist in eines der teuersten städtischen Gefüge eingebunden, welches durch enorm hohe Mieten und Lebenshaltungskosten geprägt und immer weniger in der Lage ist, ein für die kulturelle Produktion förderliches Umfeld zu bieten. Die veränderten sozio-politischen sowie ökonomischen Rahmenbedingungen, unter denen der Kunstverein heute agiert bzw. agieren muss, zogen nicht nur eine programmatische Neuausrichtung sowie Hinterfragung des Modells selbst und folglich eine Repositionierung im zeitgenössischen Kunstbetrieb nach sich. Sie machen ihn auch zu einem prädestinierten Ort für die Verhandlung von Fragen nach der Verschränkung von Ökonomien, Kunstproduktion und Repräsentation. Schließlich sind Kunstvereine eine reiche Quelle für historische Informationen über die Motivationen ihrer Protagonist*innen und darüber, wie diese Motivationen von einem bürgerlichen Kunstbegriff bestimmt werden, der sich vermeintlich autonom und unabhängig von sozialen Faktoren, einschließlich der sozialen Klasse, verstanden wird. In der Ausstellung, einem umfassenden Film- und Begleitprogramm sowie der Publikation geht es nicht darum, traditionelle Modelle linker Politik und den Klassenbegriff auf ihre Aktualität oder Überholtheit hin zu überprüfen oder die Kunst als politisches Werkzeug zu verstehen. Vielmehr geht es darum, ihn produktiv im Hinblick auf seine Verflochtenheit mit künstlerischer Produktion zu betrachten und Impulse zur Auseinandersetzung mit dieser komplexen Materie zu schaffen.
Kunstverein München

k.m | Galeriestraße 4
80539 Munich

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posted 12. Sep 2020

JR: Chronicles

04. Oct 201918. Oct 2020
JR: Chronicles October 4, 2019–October 18, 2020 Over the past two decades, JR has expanded the meaning of public art through his ambitious projects that give visibility and agency to a broad spectrum of people around the world. Showcasing murals, photographs, videos, films, dioramas, and archival materials, JR: Chronicles is the first major exhibition in North America of works by the French-born artist. Working at the intersections of photography, social engagement, and street art, JR collaborates with communities by taking individual portraits, reproducing them at a monumental scale, and wheat pasting them—sometimes illegally—in nearby public spaces. This soaring multimedia installation traces JR’s career from his early documentation of graffiti artists as a teenager in Paris to his large-scale architectural interventions in cities worldwide to his more recent digitally collaged murals that create collective portraits of diverse publics. The centerpiece of the exhibition is The Chronicles of New York City, a new epic mural of more than one thousand New Yorkers that is accompanied by audio recordings of each person’s story. All of the projects on view honor the voices of everyday people and demonstrate JR’s ongoing commitment to community, collaboration, and civic discourse. In addition to works by JR presented at the Museum, a monumental public mural featuring The Chronicles of New York City was on view in Domino Park, Williamsburg, Brooklyn. The project has been conceived in collaboration with LOT-EK, which designed Triangle STACK #2 to help bring JR's mural into the city's open space. JR’s murals are also on view at Kings Theatre in Flatbush and the Brooklyn Academy of Global Finance in Bedford-Stuyvesant, with more planned for the run of the exhibition. JR: Chronicles is curated by Sharon Matt Atkins, Director of Exhibitions and Strategic Initiatives, and Drew Sawyer, Phillip Leonian and Edith Rosenbaum Leonian Curator, Photography, Brooklyn Museum. Leadership support for this exhibition is provided by Clara Wu Tsai. Major support for this exhibition is provided by the Ford Foundation. Generous support is provided by the Brooklyn Museum’s Contemporary Art Committee, the FUNd, Stephanie and Tim Ingrassia, and Perrotin. Additional support is provided by the Cultural Services of the French Embassy, Emily Glasser and William Susman, Carol and Arthur Goldberg, the Hayden Family Foundation, the May and Samuel Rudin Family Foundation, Inc., Pace Gallery, and the Robert Mapplethorpe Foundation. This exhibition is part of Brooklyn Falls for France, a cultural season organized by the Cultural Services of the French Embassy and FACE Foundation in partnership with Brooklyn venues.

artist

JR Jean René 
Brooklyn Museum

200 Eastern Parkway
NY-11238 Brooklyn

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