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Auf unbekanntem Terrain. Landschaft in der Kunst nach 1945
16.09.2017 - 04.02.2018

Fortschritt und Zeitgeist formen und verändern seit Jahrhunderten unsere Umwelt. Spätestens seit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts vollzieht sich dieser Wandel in reißender Geschwindigkeit. Mit der Expansion des Städtischen haben sich neue Qualitäten und Perspektiven entwickelt, durch die sich Landschaft heute weit über das vordergründig Ländliche hinaus in weite Lebensbereiche erstreckt.

Mit der Zäsur des 2. Weltkrieges erschien das gegenständliche Abbild in der Kunst als nicht mehr zeitgemäß, und für annähernd zwei Jahrzehnte avancierte die Abstraktion zur dominierenden Weltsprache in der Kunst. Trotz dieses radikalen Bruches blieb das Motiv der Landschaft eine wichtige Referenz und wird in einer Vielzahl ungegenständlicher Werke reflektiert.

Zu dieser Zeit trat zur geografisch definierten Landschaft ein neuer, sozial und kulturell konstruierter Landschaftsbegriff hinzu. Er orientiert sich weniger an einer physisch realen Situation, sondern es handelt sich vielmehr um eine Interpretation der wahrgenommenen Welt, die durch Prägung und Erfahrung bestimmt ist. Durch ihn konnte die Landschaft in den Nachkriegsjahren in Bereiche des Ungegenständlichen vordringen, bevor sie zu Beginn der sechziger Jahre als erkennbares Motiv in die Kunst zurückkehren sollte.

In vier Kapiteln und mit über 100 Werken verschiedenster Künstler spürt die von dem Berliner Kunsthistoriker Ronald Puff kuratierte Ausstellung der Reflexion von Landschaft in der Kunst seit 1945 nach und lässt Schritt für Schritt sichtbar werden, wie sie sich vom mimetischen Abbild hin zu einer Vorstellung entwickelte, die sich jenseits des Abbildes manifestiert.

Den Auftakt zur Ausstellung bildet das Kapitel Dokument, das sich der Objektivität und den Facetten des Realismus in der Landschaftsdarstellung zuwendet. Dabei reicht das Panorama über fotografische Arbeiten von Michael Wesely und Ottmar Hörl bis zum brillanten Hyperrealismus von Bernd Schwering und Andreas Orosz.

Die unter der Überschrift Expression versammelten Positionen zeichnen ein Landschaftsbild, in dem das Motiv zum Spiegel eines weitreichenden Diskurses wird. Beispielsweise wird die politische Lage der BRD oder die Situation des geteilten Berlin ebenso reflektiert wie das gesellschaftliche und kulturelle Umfeld innerhalb der DDR. Hiervon entwerfen die kraftvollen Werke von unter anderem Georg Baselitz, K.H. Hödicke, Wolfgang Mattheuer oder Hans Scheib ein aufschlussreiches Bild.

Schließlich widmet sich das Kapitel Poesie, das als letzte Station dem augenfälligen Abbild von Landschaft verpflichtet ist, den nichtsprachlichen, poetischen Qualitäten. In den berührenden Werken von Gerhard Altenbourg, Horst Janssen und Richard Oelze eröffnen sich Landschaften, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion oszillieren und deren Ausdruckskraft sich dem rational Fass- und Beschreibbaren entziehen.

Diese Werke bilden die Brücke zum Abschluss der Ausstellung mit dem Titel Jenseits des Abbildes, in dem herausragende Werke der Nachkriegsmoderne, von Willi Baumeister über Bernard Schulze und Gotthard Graubner bis zu bedeutenden Positionen der Gegenwart wie Pia Fries, Per Kirkeby, Olav Christopher Jenssen, Hanspeter Münch und Eugene Leroy zeigen, dass Landschaft auch in der Ungegenständlichkeit ein wichtiges und reflektiertes Thema darstellt, das über sich selbst hinausweist.