short biography

Rachel Whiteread (geb. 1963 in London, lebt in London) studierte Malerei an der Brighton Polytechnic Kunst und Bildhauerei an der Slade School of Art in London. Sie hatte Einzelausstellungen im Solomon R. Guggenheim Museum, New York (2002); Serpentine Gallery, London (2001); Scottish National Gallery of Modern Art (2001); Museu de Arte Moderna, Rio de Janeiro (2004; Museu de Arte Moderna, São Paulo (2004), Kunsthaus Bregenz (2005), Tate Modern, London (2005), Museum of Fine Arts, Boston (2008); Hammer Museum, Los Angeles (2010; Tate Britain, London (2010) und anderen. 1993 gewann sie den Turner Prize.

http://www.gagosian.com/artists/rachel-whiteread

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Die Werke der Bildhauerin Rachel Whiteread können in vielerlei Hinsicht interpretiert werden. Ein möglicher Ansatz wäre die Herstellung einer Verbindung mit der Theorie der Dekonstruktion des Philosophen und Kulturtheoretikers Jacques Derrida. Derrida argumentiert u.a., dass Gegensatzpaare (z.B. hell/dunkel) basierend auf Ferdinand de Saussures Strukturalismus, neu definiert werden. Während Saussure das positive, stärkere Wort des Paares favorisiert, bevorzugt Derrida das negative und schwächere, an den Rand gedrängte (z.B. dunkel). Dieses Phänomen könnte auf Whitereads Arbeiten übertragen werden, da die Künsterlin mit dem Gegensatzpaar der Abwesenheit und Anwesenheit spielt. Whiteread gibt der Abwesenheit eine neue Bedeutung, indem sie sie deutlich hervorhebt und die Anwesenheit in den Hintergrund rücken lässt. Viele ihrer Arbeiten sind mit "Untitled" betitelt, wobei der eigentliche Titel in die Klammer verschoben wird, wie z.B. in "Untitled (House)". Dieses spiegelt sich auch in den Werken wider, da Whiteread hauptsächlich mit der Form- und Gießtechnik arbeitet, wobei das Original durch den Abguss vervielfältigt wird. Das Resultat, also die daraus entstehende Kopie, entspricht nicht eindeutig dem Original, sodass eine immer weitere Verschiebung des Originals stattfindet, welches Derrida unter den Begriff der "différance" fasst. Auch dieser Ansatz ist in Whitereads Werken zu erkennen. Obwohl ihr Werk "Untitled (One Hundred Spaces)" 100 quadratische aus Harz hergestellte Klötze darstellt, wird der Fokus anhand des Titels auf die Zwischenräume und somit auf die fehlenden Objekte gelenkt. Dadurch wird die Abwesenheit hervorgehoben und bekommt eine neue, positive Bedeutung gegenüber der anwesenden, bunten Klötze. Trotz allem ist zu erkennen, dass die Kopien der abgegossenen Objekte allesamt vom Original abweichen, weil sie sich in Form und Farbe voneinander unterscheiden, wobei auch hier wieder ein Bezug zu Derridas Konzept der "différance" hergestellt werden könnte. Die Wirkung wäre, dass sich die Betrachter durch den Titel und das Werk selbst auf die Lücken zwischen den Objekten konzentrieren würden.
Sophie Andersen, kunstaspekte 2011

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